Mittendrin ist eine Single der deutschen Singer-/Songwriterin „MAI“ zugunsten von Trägern und Verbänden die sich um traumatisierte Kriegskinder kümmern und diese betreuen. An der Single werden viele weitere Künstlerinnen und Künstler mitwirken.
Wir sind alle Menschen und sollten alle die gleichen Rechte haben aber die haben wir nicht.
MITTENDRIN ist ein Lied das helfen will. Es möchte aufmerksam machen ohne zu urteilen. Es möchte zum Nachdenken anregen und ein Bewusstsein schaffen. Das Bewusstsein, zu begreifen, dass wir alle in einem Boot sitzen. Wir sind alle “Mittendrin”. 
Mai: “Es kann nicht sein das wir wirklich wieder wegsehen, dass wir noch immer nicht verstehen, nicht verstehen, dass wenn wir Menschen im Meer ertrinken lassen, sich das auch auf uns, unsere Leben auswirkt, früher oder später.“
MITTENDRIN sieht die Farben am Horizont, hofft und gibt nicht auf zu spüren was möglich ist wenn wir uns bewusst werden das jeder einzelne von uns etwas tun, etwas verändern kann und Teil des großen Ganzen ist.
Mit diesem Projekt sammeln wir durch den digitalen Verkauf der Single „Mittendrin“ sowie gegebenenfalls dem Verkauf physischer Tonträger, Spenden für Kinder. Kinder die den Krieg vor dem sie geflohen sind, erlebten und schwer traumatisiert sind.
Produktion: 
(Peter Keller/Tilmann Ilse-Hamburg)

Crowdfunding für „Mittendrin“ über www.seedshirt.de Menschen die, die Hoffnung tragen und wir sind mittendrin. Seid unsere Hoffnungsträger und unterstütze damit Mittendrin – für eine bunte offene Welt:

Motiv 1: https://www.seedshirt.de/fem-hoffnung-mittendrin
Motiv 2: https://www.seedshirt.de/me-hoffnung-mittendrin
Motiv 3: https://www.seedshirt.de/ganz-hoffnung-mittendrin
Kinder:  
https://www.seedshirt.de/kids-hoffnung-mittendrin

Alle Motive sind als Hoodie & Shirts (alle Varianten) erhältlich! Die Einnahmen der Shirts & Hoodies fließen direkt in die Produktion der Single „Mittendrin“ deren Erlös für Kinder im Krieg gespendet wird. Aktueller VÖ Termin ist der 31. März 2018 zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“.

Spendenportal für das Projekt: www.betterplace.org/de/projects/57747-mittendrin
Spenden über den Verein Laut gegen Nazis e. V.:
LAUT GEGEN NAZIS E.V.
Betreff „Mittendrin“
IBAN: DE 38200505501261177925
BIC: HASPDEHHXXX
HAMBURGER SPARKASSE

Listen (ein Nachruf zur Frankfurter Buchmesse)

Leonhard F. Seidl

Nazis liebten Listen, Neonazis lieben Listen und auch die »Neue Rechte« liebt Listen. Nein, dass soll jetzt keine »Nazikeule« gegen die armen, gescholtenen »Patrioten« der »Identitären« sein, von denen früher nicht wenige Neonazis waren. Und natürlich auch nicht gegen AfD-Politiker wie Höcke, die vom »1.000 jährigen Reich« faseln. Obwohl das schon einmal ein anderer vor ihm getan hat.

Es geht um eine Liste, die der extrem Rechte »Verlag Antaios« bei der Frankfurter Buchmesse herumgereicht hat. Ja, ich weiß, ich mache jetzt wieder Werbung für ihn, aber schweigen macht mitschuldig, um eine andere Wahrheit aufzugreifen. Die Liste um den Trachtenjanker Rechten-»Think thank« Schafzüchter Götz Kubitschek. »Ein Wegweiser durch unsere Szene« heißt es da. » … für das »andere Deutschland«, für das konservative, das rechtsintellektuelle, das AfD-Milieu, die kommende politische und gesellsachftliche Tendenz.« Darauf sind der algerische Schriftsteller und Islamkritiker Boualem Sansal zu finden; wen wundert‘s, sind die »Neuen Rechten« laut ihrer Aussage doch keine Rassisten aber gegen den Islam. Deutlicher wird die Gesinnung und damit die Wahl schon beim sozialdemokratischen-Salonrassisten Thilo Sarrazin. Zum Leidweisen »meines Verlags« ist darauf auch die Nautilus-Autorin Shumonha Sinha zu finden, weil sie ihrem Roman »Erschlagt die Armen« unter anderem kritisiert, wie sich die ansonsten, tendenziell patriarchal generierenden westbengalischen Männer aufgrund der Umstände erniedrigen, um einen Aufenthaltsstatus zu bekommen. Die herausgebenden Verlage tragen laut dem Flugblatt »auf beiden Schultern Wasser«, also rechtskonservativ auszulegende Literatur. Dies zeigt, wie weitschweifend die »Neue Rechte« ihre Gesinnung verortet sieht. Was der Nautilus-Verlag ein wenig anders sieht und der rechtspopulistischen Jungen Freiheit kein Interview mit ihrer Autorin zugesteht, obwohl die hetzerische Wochenzeitung das Buch in ihrem Shop oder müsste man sagen Internet-Laden, führt.

 

Die „Neue Rechte“ arbeitet zudem mit wohldurchdachten »Listen«, auch Tricks genannt. Weshalb der Umgang mit Ihnen und vor allem der Widerstand gegen sie ebenfalls durchdacht sein sollte. Sie betreiben semantische Verwirrspiele, deuten um, sprechen nicht von »Rasse«, sondern von »Identität«. Und nicht zuletzt versuchen sie salonfähig zu werden und extrem rechte Theorien hoffähig zu machen, was ihnen tragischerweise bereits gelungen ist. Wie die Wahlergebnisse und die im CSU-Programm zu findende Aussage »Der Islam gehört nicht zu Deutschland« bestätigen. Obwohl dies gegen das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Religionsfreiheit verstößt

Die Schriftstellerin Zoe Beck ist Mitinitiatorin der »Verlage gegen Rechts«-Initiative. Auf der Messe sah sie einen Button am Revers eines Identitären. Worauf sie bei Facebook postete: »weniger freut mich, dass einer von der neuen rechten auch einen trug. aber das ist ein anderes thema.« Und eben das ist das große Thema. Die »Neue Rechte« betreibt ein Mimikry-Spiel. Sie verbergen ihre tatsächlichen Absichten, sprechen Konzepte bewusst selektiv an. Da muss dem Großkapital schon mal verboten werden, um des Profits willen ganze Völkerscharen in Europa zu verschieben. Und natürlich sind sie angeblich gegen jeden Extremismus. Genau wie die AfD.

Diese Maske gilt es argumentativ herunterzureißen. Einerseits. Andererseits sollte man gegen sie aktiven Widerstand leisten. Jedes Hamburger Gitter um eine AfD-Kundgebung schreckt Zuhörer*innen ab und symbolisiert, um wen es sich hinter den Gittern handelt. Veranstaltungsorte zu blockieren ebenso. Nicht zuletzt wird »Ziviler  Ungehorsam« aufgrund der Erfahrungen der Shoa als Teil einer demokratischen Kultur begriffen. Oder sollte es zumindest. Und zwar nicht nur von den »bösen Linken«, die mal wieder die Buhmänner der konservativen Kartoffelnation sind, weil sie lautstark gegen den Auftritt des völkischen Nationalisten Höcke demonstriert und ihm dadurch angeblich mehr Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das tun schon Teile der Medien, wenn sie seine Parteikolleg*innen durch die Talk-Shows reichen und »Flüchtlinge« zum Verkaufsschlager designen.

 

Das Problem sind keineswegs engagierte Linke, die zivilen Ungehorsam leisten und Identitären, der AfD und Neonazis ihre Auftritte bei der Buchmesse oder andernorts versauen. Das Problem sind Konsumdemokrat*innen, die lediglich alle vier oder zwei Jahre wählen gehen und dann auf Facebook dazu auffordern es ihnen gleichzutun, weil man sonst »Die Rechten« wählen würde. Die auf der anderen Seite aber jeden lautstarken Protest als undemokratisch kritisieren. Tatsächlich gibt es »kein Recht auf Nazipropaganda« und genauso wenig gibt es »kein Recht auf weichgespülte völkisch nationalistische Propanda«. Um aufzuzeigen, warum dem so ist, sollte man eine Liste mit Orten anlegen, an denen die »Neue Rechte« UND die »Alte Rechte« vulgo Neonazis, Gewalt und Angst verbreiten. Zu diesen Orten zählt seit diesem Jahr leider auch die Frankfurter Buchmesse.

Liebe statt Hass!

Nie wieder solche Bilder! Die AFD sitzt im Bundestag. Nazis wie der Höcke werden von dieser Partei umgarnt.Menschen fallen wieder auf die Rhetorik und die Gestik von damals herein. Wir wollen mit der „Liebe“ zum Leben ein Gegenpol bieten. Wie lebendig unsere Demokratie sein kann, haben wir bei unserem Projekt „Love Speech Therapy“ gelernt. Nun starten wir durch. Der 27. Januar 2018 ist der Tag, an dem wir mit den besten Statements der Userinnen und User die an dem Projekt teilgenommen haben, auf die Straße gehen wollen

Gedenken statt Bundestag (Start der „Love Speech Therapy“)

Wir wollten die besten Statements aus über 700 Einsendungen von Userinnen und Usern eigentlich vor der Bundestagswahl 2017 umsetzen. Leider fehlten uns die finanziellen Mittel und Plakatierungsflächen zu erhalten war fast schier unmöglich. Die AFD zog in das Parlament und es ist unsere Pflicht als Institution ein anderes Bild zu vermitteln.

Wir baten die Userinnen und User im März 2017, uns ihr Statement und Foto zu senden. Nach dem bescheidenen Sommer, der uns nicht die Möglichkeit bot eine Plakataktion zur Bundestagswahl umzusetzen, haben wir nun ein neues Konzept für dieses wunderbare Projekt erarbeitet. Am 27. Januar 2017 kehrt der Gedenktag wieder, der uns allen Auftrieb geben sollte, rechte Phrasen im Bundestag hinzunehmen. Der „Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz“ ist nicht nur ein internationales Symbol, sondern sollte gerade uns Deutsche zum Nachdenken zwingen. Wie kann es sein, dass nach 68 Jahren Nazis in den Bundestag einziehen. Das ist beschämend und für die Opfer rechter Gewalt und der Naziherrschaft eine Ohrfeige ins Gesicht. Wir wollen mit den wunderbaren Menschen die uns ihre Statements gesendet haben, zum 27. Januar 2018 deutlich machen, dass wir eine bunte Welt wollen, in der wir leben. Die aktuelle Situation zeigt aber auch, wie schwierig dies in der Gegenwart umzusetzen ist. Unfassbare Entwicklungen weltweit. Rechte Tendenzen in Europa und Übersee.

Wir wollen mit der „Love Speech Therapy“ und Euch gegen halten. Neue Einreichungen nehmen an der Plakataktion nicht mehr teil, allerdings werden wir diese veröffentlichen,sofern Einsendungen stattfinden.

Am Montag, den 16.10.2017 werden wir mit den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule IGS Landau/Pfalz das neue Konzept auf den Weg bringen. Wir wollen die Jugendlichen dazu ermuntern, federführend die „Love Speech Therapy“mit uns und allen Partnern umzusetzen.

Weitere Informationen folgen in den nächsten Tagen.

„Love Speech Therapy“ auf Facebook: www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/

 

Nur eine wehrhafte lebendige Demokratie mit einem starken Gegenpol kann verhindern, das die AFD weiter auf Erfolgskurs bleibt und sich in unserem Parlament festigt!

   Hitler kam auch im Anzug

Jedem Menschen der sich mit der Vergangenheit Deutschlands beschäftigt hat, müssten die Schamesröte in das Gesicht gelaufen sein, als er das Wahlergebnis des 24. September 2017 sah. Geschichte wiederholt sich. Erstmalig ziehen mit der AFD  über 90 Abgeordnete in den deutschen Bundestag. Abgeordnete unter denen wir Nazis, Rassisten, Nationalisten und ewig gestrige wie den Vorsitzenden Gauland finden werden. Dieser hatte heute schon von einer Jagd auf die kommende Bundesregierung gesprochen. Die AFD kam im Anzug daher, bediente Ängste der Menschen vor dem Fremden, spricht von der Islamisierung Deutschlands, fordert starke Grenzen und Heimatländer in Europa. Sie schüren mit ihren rechten Parolen den Hass und die Gewalt, die wir allein 2015/2016/2017 in Form von Brandanschlägen, rechten Übergriffen und rechten Straftaten erlebt haben. Die AFD paktiert mit PEGIDA und so manch ein Parteimitglied sieht die AFD als echte Alternative zur NPD.

Genau diese Partei zieht in unser demokratisches Parlament ein, welches seit 68 Jahren versucht hat, nie wieder rechtes Gedankengut und rechte Hetzer zuzulassen. Die Versäumnisse der etablierten Parteien in den letzten Legislaturperioden sind nicht der einzige Grund für das Ergebnis von 13% der Wählerstimmen für die AFD. Statt im Wahlkampf über Sachthemen zu sprechen, war im Vordergrund die Angst zu spüren, dass die Rechtspopulisten ihnen die Stimmen klauen werden. Sie glichen ihre Forderungen in diversen Wahlsendungen den Forderungen der AFD eher hilflos an. Forderungen nach höherer Sicherheit, Verschärfung der Abschiebungsmodalitäten etc., um sich zu retten. Die Medien haben meist auch die Befürchtung eines Wahlerfolges der AFD in den Fokus gestellt. Wir haben einmal gelernt, dass Negativpresse auch Presse ist, die zum Erfolg führt. Jetzt haben wir den Salat!

Hoffnung auf eine lebendige Demokratie im Parlament

Nach der Wahl konnten wir geschockte Vorsitzende aller etablierten Parteien erleben. Sie kündigten vollmundig an, sich der Aufgabe, der AFD massiv nach demokratischen Regeln im Bundestag entgegenzutreten. Wir können dies nur hoffen. Wir müssen hoffen, dass der Rassismus von rechten Hetzern im Parlament durch kluges Handeln im Keim ersticken. Wir glauben daran, dass dies eventuell ein Weckruf für den politischen Idealismus sein kann, den das Parlamentspersonal eigentlich eh haben sollte. Wir bitten darum. Diese rechte Partei im Bundestag sitzen zu haben, ist schon beschämend genug und zeigt mehr und mehr, dass viele Menschen unsere eigene Geschichte längst vergessen haben oder gar damit liebäugeln. Für die Opfer von damals ist und bleibt dieses Bundestagswahlergebnis von heute ein Schlag ins Gesicht. Wir sind es genau jenen schuldig, uns gegen rechte Hetzer massiv zu wehren. Wehret den Anfängen!

Imponiert hat uns ausnahmsweise heute die SPD, die sich nunmehr in die Opposition zurückzieht. Das Argument ist, hier die stärkste Fraktion zu werden und den Rechtspopulisten nicht das Feld zu überlassen. deren Vorsitzender Martin Schulz spricht aus Erfahrung uns schmiss einmal Rechtspopulisten aus dem Europaparlament. Dies würde er mit der AFD auch machen, so sagte er nach der Wahl. Die SPD hat traditionell Erfahrungen aus der Geschichte. Sie stellte sich den Nazis damals entgegen wurde verboten und die Parteimitglieder wurden verfolgt!

 

 

Scheiße mit Erdbeeren v. Leonhard Seidl

»Scheiße mit Erdbeeren«, säuselt die Frau in der Pommesbude ohne eine Miene zu verziehen. Und das, obwohl auf der Tafel steht: »Heute Freibier und Pommes rot-weiß umsonst.« Worauf du brüllst: »Iiih, Erdbeeren!«

Sicher kennt ihr diesen Witz so oder so ähnlich. Nach der Bundestagswahl am 24. September könnte er Wirklichkeit werden. Nicht, dass dann Kackehaufen und Erdbeeren im Bundestag sitzen. An der Stelle, an der sonst die Politikerinnen und Politiker stricken, chatten, Zeitung lesen oder bestenfalls der Politikerin, die gerade spricht, zuhören.

Wie ihr wisst, finden alle vier Jahre, meist im September, die Bundestagswahlen in Deutschland statt. Wer wird da gewählt? Und von wem? »Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin«, werdet ihr sagen. Und: »Von allen über 18.« Jein. Wählen dürfen alle Menschen über 18, sofern sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Deine Freundin Réka aus Ungarn dagegen darf nicht wählen. Obwohl sie seit über 30 Jahren hier lebt, arbeitet und Steuern zahlt. Du siehst, es ist etwas besonderes, wählen gehen zu dürfen. Frauen dürfen in Deutschland seit knapp 100 Jahren wählen gehen, in der Schweiz gibt es ein Kanton, in dem die Frauen erst seit 1990 wählen dürfen. Dass die Frauen wählen dürfen, haben sie sich hart erkämpft, manche von ihnen gingen dafür sogar in den Knast.

Wie läuft die Bundestagswahl nun genau ab? Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin werden indirekt gewählt. Und zwar von den Abgeordneten des Bundestages, die du mit deinem Kreuzchen auf dem Wahlzettel gewählt hast. Das Kreuz auf der linken Seite des Wahlzettel, auch Erststimme genannt, entscheidet darüber, welche Kandidatin aus deiner Stadt, deinem Wahlkreis in den Bundestag kommt. Der oder die mit den meisten Stimmen gewinnt. Insgesamt sind es 299 Abgeordnete. Das Kreuz auf der rechten Seite des Wahlzettels, auch Zweitstimme genannt ist für eine Partei. Die Parteien haben zuvor festgelegt, welche Abgeordnete für sie in den Bundestag gehen.

Womit wir wieder bei der Scheiße und den Erdbeeren wären. Weshalb wir uns kurz die Wahlplakate ansehen wollen. Die CDU ist auf einem Plakat für »Sicherheit und Ordnung.« Kommt für dich nicht in Frage, weil dich aufräumen nervt. Auf einem SPD-Plakat lärmt eine Göre neben den Worten: »Unsere Familienpolitik ist genauso: laut und fordernd«. Wieder nichts für dich, weil dich die Nachbarsbälger jeden Samstag nach einer durchgefeierten Nacht aus dem Schlaf reißen. Die Grünen behaupten: »Gesundes Essen kommt nicht aus einer kranken Natur.« Auch Schwachsinn, wie du als heuschnupfengeplagter Mensch weißt, der von einer Ökomutter mit Dinkelbratlingen gequält wurde. Die LINKE sagt: »Kinder. Vor Armut schützen.« Wieder Kinder. Bäh! Die FDP: »Schulranzen verändern die Welt. Nicht Aktenkoffer«. Dass du wegen deines Schulranzens, den du von deinen zwei älteren Geschwistern geerbt hast, immer gedisst wurdest, kann die FDP ja nicht wissen.

Und die AfD: »Der Islam?« Passt nicht zu unserer Küche.« Du siehst deinen Muslim-Kumpel Erkan in deiner Küche stehen und überlegst, warum er hier nicht hineinpassen sollte. Auch nicht überzeugend.

Was nun? Nicht zur Wahl gehen? Du sprichst mit deinen Kumpels Réka und Erkan darüber. Réka kann überhaupt nicht verstehen, wie du auch nur daran denken kannst, nicht wählen zu gehen. »Leider kannst du mir deine Stimme nicht abgeben. Mir bleibt nur auf Demos zu gehen, weil die  da oben sonst machen, was sie wollen.«

Erkan hat es jetzt schon satt, als Schwarzkopf ständig von der Polizei am Hauptbahnhof kontrolliert zu werden. »Wenn die AfD gewinnt, muss ich eine Fußfessel tragen, und alle anderen Muslime auch. Dann haben wir irgendwann nur noch die Wahl zwischen Scheiße und Erdbeeren.«

»Scheiß Erdbeer-Allergie«, denkst du und beschließt dir die Walprogramme der Parteien noch einmal genauer anzusehen und am 24. September wählen zu gehen.

Beitragsbild: http://jusos-mg.de

Wochenlang haben wir den Wahlkampf der Parteien zur Bundestagswahl 2017 beobachtet. Die AFD wird ziemlich sicher in den Bundestag einziehen. Das ist erschreckend. Erstmalig in der Geschichte unseres Parlaments, wird eine rechtspopulistische, rechtsextremistische Partei mit ihrem Nationalismus und Rassismus unsere Demokratie bundesweit mitbestimmen. Bereits in 13 Landtagen sitzen die rechten Hetzer. Pseudo-Partei Ausschlussverfahren gegen Nazis in der AFD versickern im Nichts und wir müssen einfach plump feststellen, welcher Geist in den neuen Bundestag einziehen wird. Viel gravierender finden wir, dass sich die etablierten Parteien der AFD anpassen, damit sie Wählerstimmen retten können.

 Bild: http://weltweitwirr.de

Sarah Wagenknecht (Die Linke) fordert härtere Prüfungen gegen Flüchtlinge und die Abschiebung, sofern jemand kriminell würde. Sie fordert mit allen anderen 15.000 neue Polizisten zum Thema „Innere Sicherheit“ und gibt den Forderungen der AFD und Wutbürgern wie auch „Die Grünen“ es tun, nach. Diese empfinden Überwachungssysteme durch Videos auf einmal als Fortschritt und unterstreichen diese Forderungen in den Wahlsendungen der TV-Landschaft.  Über die FDP müssen wir uns gar nicht erst unterhalten. Trotz des smarten Fotomodels Lindner, sind die Forderungen die alten. Die Bundeskanzlerin ist wie immer schweigsam und verkauft sich als die Mutter der Nation und Martin Schulz (SPD), der in Europa ein breites Kreuz hatte und dort Nazis gar aus dem Parlament geschmissen hatte, eiert freundlich in den Wahlarenen dieser Welt herum und setzt sich zumindest mit einem Handschlag neben die  fragenden Bürgerinnen und Bürger die dort auf dringende Fragen Antworten warten.

Immer noch haben die etablierten Parteien nicht gemerkt, dass wir es bei der AFD leider nicht mit Eintagsfliegen wie der NPD zu tun haben. Wir haben manchmal das Gefühl, dass so manch einer denkt, diese Partei sei nur ein kleiner Spuk der schnell vorbei geht. Die AFD wird in den Bundestag einziehen und die Opposition mit gestalten dürfen. Rechte Hetzer werden blockieren, unendlich schlechte und aggressive Reden halten. Eine Partei die das Wort „Lügenpresse“ so häufig verwendet und „National“- „Anti-Europäisch“ denkt und handelt.

Gauland und Weidel sind ein Dreamteam mit ihrem Frust Wählerstimmen zu fangen. Sie sprengt Wahlsendungen indem sie sie empört verlässt und somit den Vorwurf der „lügenden Presse“ untermalt. Er sitzt trotz seiner verbalen Ausfälle, in denen er „Boateng nicht als Nachbarn haben wollte“ oder erst jüngst den Deutschen einreden wollte, sie sollten „stolz auf ihre Leistungen im 2. Weltkrieg“ sein, in diversen TV Sendungen. Hammer. Erst gestern hatten wir im ZDF die letzte Wahlrunde gesehen in der zudem „von der Leyen“ (CDU), Schwesig (SPD) und Hermann (CSU) neben Lindner (FDP), Wagenknecht (Die Linke) und Gauland (AFD) präsent waren. Mit welcher Hilflosigkeit die Moderatoren versucht hatten Gauland anhand des Wahlprogramms der AFD auseinander zu nehmen, war kaum erträglich. Gauland saß die Sendung einfach aus und gab den Ausführungen von Hermann (der für diverse Fehlinterpretationen seiner Politik bekannt ist und Innenminister werden möchte) oder gar manchmal Wagenknecht recht. Soweit sind wir also schon, dass demokratische Parteien nicht mehr in der Lage dazu sind einen Gauland verbal in die Ecke zu drängen, damit die Wählerinnen und Wähler ein Gefühl für den rechtsextremistischen Geist der AFD bekommen. Lindner war die Krönung. Man solle nicht über Fehlverhalten und Naziausfälle mit dem Gauland diskutieren, sondern die Gelegenheit nutzen, die AFD und ihr Programm bloß zu stellen. Ein frommer Ansatz der auch gestern gescheitert ist. Wären wir nicht politisch sensibilisiert, könnte man meinen, wow der Gauland ist ja eine coole Sau. Eine unerträgliche Situation die wir hier in Deutschland haben.

Wir fordern diejenigen die verhindern wollen, dass neue Nazis in den Bundestag einziehen auf, am kommenden Sonntag wählen zu gehen. Auch wir sehen in den Richtungen der etablierten Parteien und deren hinterher hecheln nach AFD Forderungen ein Problem, trotzdem sind Eure Stimmen dort immer noch besser aufgehoben.

Wir schämen uns dafür, dass es nach 68 Jahren wieder möglich ist neue Nazis die im Anzug daher kommen, in den Bundestag einziehen zu lassen. Wir schämen uns, weil die Opfer des Nationalsozialismus und Opfer rechter Schläger nie geglaubt hätten, das wir irgendwann in diesem Land mit dieser Schuld, wieder rechte Hetzer im Bundestag ertragen müssen. 

 

Keine Plakatflächen & wenig Sponsoren zwingen uns die „Love Speech Therapy“- Plakataktion zu verschieben!

-Wir wären nicht wir, wenn wir uns davon beeindrucken lassen-

Ca. 800 Einsendungen haben wir von Euch erhalten, knapp 700 Statements und Fotos sind in das Rennen gegangen. Wir hatten das Ziel fünf Medienstädte mit den zehn besten Einsendungen, professionell layoutet kurz vor der Bundestagswahl mit Plakaten auf die Straße zu bringen. Eine Produktion der Plakate können wir momentan nicht finanzieren (mangelnde Sponsoren). Der T-Shirt Verkauf reicht nicht aus, um ohne Risiko die Kosten zu tragen. Abgesehen davon sind sämtliche Plakatflächen mit Partei-Plakaten und den üblichen Großkunden gebucht. Lassen wir uns davon unterkriegen? Nie im Leben! 800 Menschen haben uns ihr Vertrauen geschenkt und genau das werden wir nicht enttäuschen. Vor Allem wollen wir mit Euch ein Zeichen setzen!

 Ihr seid die wichtigsten – Zusammen können wir etwas bewegen!

Ab dem 10. September 2017 könnt Ihr bereits online voten

Abgesehen davon, dass wir alle Informationen zur Bundestagswahl ab dem 01. September 2017 veröffentlichen werden, seid Ihr gefragt. Vom 04./bis zum 24. September 2017 werden wir Eure Statements auf Facebook präsentieren www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/ . Wir veröffentlichen täglich 35 Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ihr werdet aufgerufen, die Statements zu „liken“. Die 40 Statements mit den meisten „Likes“ gehen in das Rennen. Zuviel Arbeit für Euch? Nein. Diese 700 Menschen haben etwas zu sagen und rütteln wach. Nachdenklich, provokant, bunt, rührend und fordernd. Wir würden uns freuen, wenn Ihr jene unterstützt, die dieses Land und diese Welt mit Liebe und Vielfalt erhalten wollen. Der Aufruf an die ca. 195.000 Fans von „Laut gegen Nazis“ bei Facebook www.facebook.com/istlaut/ wird zum Start der Voting-Aktion erfolgen. Selbstverständlich leisten wir zeitgleich Pressearbeit und werden alle Tools nutzen, die man heutzutage nutzen muss.

Zeitgleich gehen wir auf die Suche weiterer Partnerinnen und Partner, die die Wirtschaftskraft haben, die Plakataktion mit uns gemeinsam umzusetzen!

Timeline:

04. September 2017 – Start der Online Voting Aktion bei www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/

24. September 2017 – Ende de Online Votings

06. Oktober 2017 – Vorstellung der besten Statements (von den Userinnen und Usern ermittelt)

20. Oktober 2017 – Bekanntgabe der besten 10 Statements (Ermittelt durch unsere Jury)

03. bis 07. November 2017 – Fotoshootings mit den besten 10 Statement Geberinnen und Gebern (Fotograf S. Mietzner)

15. bis 30. November 2017 – Professionelle Erstellung der Plakatlayouts durch Lena Winkel www.lenawinkel.com 

01. bis 15. Dezember 2017 – Produktion der Plakate (2.500 Stück)

13. bis 27. Januar 2018 – Plakatieren von jeweils 500 Plakaten in fünf Großstädten (Hamburg, Berlin, Köln, München, Dresden)

Der 27. Januar ist der „Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz“ – Gegen das Vergessen!

Wenn Ihr uns direkt unterstützen wollt-könnt Ihr dies hier tun:

www.seedshirt.de/liebeiststaerker

 

 

 

 

Am 24. September 2017 wird gewählt. Die AFD gewinnt laut aktueller Prognosen in den Prozentpunkten wieder leicht dazu. Erstmalig werden Rechtspopulisten und Rechtsextremisten wieder in ein deutsches Parlament einziehen. Soviel ist wohl leider sicher. Zivilgesellschaftliches Engagement ist in dieser Zeit das wichtigste Gut, um rechten Hetzern und dem steigenden Hass etwas entgegen zu setzen. Wir bewundern seit Jahren die vielen wunderbaren Initiativen in Deutschland die sich tagtäglich für demokratische Werte und für die Freiheit des Denkens engagieren. Menschen die sich gegen all die Menschenverachtung, die sich immer mehr etabliert, stemmen. Menschen die nicht zulassen wollen, dass der Hass und Vorurteile gewinnen.

Wir haben ein sehr einfaches T-Shirt mit dem Slogan „Moin Liebe-Tschüss Hass“ produziert. Eine einfache Botschaft die sehr deutlich ist und sich bei vielen einer steigenden Beliebtheit erfreut. Sicher, wir müssen bei unserer Berichterstattung und im Social Media in die Tiefe gehen. Das tun wir. Wichtig ist jedoch auch, dass wir mit einfachen Worten gegen all diesen Populismus agieren.

Wir rufen schon jetzt in der Sommerpause zur Bundestagswahl auf und appellieren an alle: Engagiert Euch in den vielen Initiativen die in Deutschland etwas bewegen. In jeder Stadt gibt es sie. Stärkt ihnen den Rücken. Nur so kann der Hass keine Oberhand gewinnen. macht es mit Liebe!

Shirt Links:
www.seedshirt.de/moin-lst
www.seedshirt.de/liebeiststaerker

…um die Welt ist wohl übertrieben. „Moin Liebe – Tschüss Hass“ ist unser derzeitiger Renner. Die Aussage ist klar und deutlich. Zugleich fordern wir mit dem Slogan dazu auf, umzudenken. Diese Welt in der wir leben wird augenscheinlich immer rauer. Der Alltag zeigt uns Dinge auf die noch vor einiger Zeit undenkbar waren. Hass im Netz, Ellenbogen Gesellschaft, schon fast egal wo wir uns bewegen. Wir sagen, es wird Zeit eine neue Einstellung zu forcieren. Rechtspopulisten säen Hass und Vorurteile in den Köpfen der Menschen. Der Gegenstrom ist gering. Im Gegensatz zu vor einigen Jahren, hat man das Gefühl alle laufen irgendwie mit. Gefährlich und fatal.

Als wir vor etwa einem Jahr im Büro saßen überlegten wir, was brauchen wir alle. Wir alle? Wir Menschen. Liebe! So ist dieser Slogan entstanden. Mit Liebe kann der stete Versuch den Hass zu fördern irgendwann nur scheitern. Liebe, wer liebt kann nicht hassen so sagt man. Davon sind wir überzeugt. Wir kommen aus Hamburg. Aus diesem Grunde haben wir die typische Begrüßung und die typische Verabschiedung für dieses Shirt gewählt. Auf den Konzerten mit „Die Fantastischen Vier“ ist das Textil mit dem Slogan der Renner geworden. Die Selfies die wir bei Instagram, Facebook und sonst wo im Netz finden, bestätigen unser Anliegen. Mit diesem T-Shirt gibt man ein Statement, nicht nur für die Liebe, ab. Ein Statement für Respekt  vor anderen und die Verabschiedung von Vorurteilen wird mit diesem Slogan eingefordert.

Ein Plädoyer für die Liebe und für eine humane Gesellschaft, die den Menschen an sich in allen Formen endlich wieder wertschätzen sollte.

Wir sagen:

„Moin Liebe-Tschüss Hass“ und sind gleichzeitig gegen Nazis, Rassisten, Antisemiten, Antiziganisten, Homophonie und Menschenverachtung.

Demnächst veröffentlichen wir ein neues Layout. Erhältlich sind T-Shirts, Hoodies in allen Formen erhaltet Ihr hier:

https://www.seedshirt.de/liebeiststaerker

Elton am 25.07.2017 in der ARD Sendung Wer weiß denn sowas? Cool
https://www.seedshirt.de/liebeiststaerker
Wir sind und wir bleiben davon überzeugt: „Liebe ist stärker als Hass“ Wenn wir wollen, können wir diese Welt menschlicher und schöner gestalten. Es liegt an uns allen

 

 

 Foto: www.mittelbayerische.de

Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Leonhard F. Seidl (41) ist seit 2012 Pate zweier Schulen für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Auch darum stellt er sich hinter die Schulleiterin des Gymnasiums Dorfen. Sie hatte eine eine von Schüler*innen organisierte Podiumsdiskussion aufgrund der Teilnahme der Jungen Alternative für Deutschland abgesagt. Lediglich eine andere Vorgehensweise hätte er sich gewünscht.

 Niemand würde Neonazis in eine Schule einladen

Leonhard F. Seidl

 

In der Sache hat die Rektorin des Gymnasiums Dorfen Frau Andrea Hafner absolut richtig gehandelt: die Podiumsdiskussion abzusagen, an der auch die Jugendorganisation der AfD, der Jungen Alternative (JA) hätte teilnehmen sollen. Hatte sie sich doch mit ihrer Unterschrift verpflichtet, einen Auftritt derer zu verhindern. Genau wie siebzig Prozent »aller Menschen, die in … (dieser) Schule lernen und arbeiten (SchülerInnen, LehrerInnen, Verwaltungs- und technisches Personal)«. Sie hatten die Selbstverpflichtungserklärung des europaweiten Netzwerkes von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC) unterzeichnet, dessen Titel das Dorfener Gymnasium trägt. Weiter verpflichtete sie sich und damit die Schule dazu, »…wenn an meiner Schule Gewalt oder diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden …«, sich dagegen zu wenden.

Denn Teile der Jungen Alternative sind nicht nur gewaltbereit und rassistisch, sondern haben auch personelle Überschneidungen mit den Rechtsextremen der »Identitären Bewegung « (IB). Trotz des Unvereinbarkeitsbeschlusses der AfD vom Juni 2016, der dies theoretisch ausschließt. Verwunderlich ist dies nicht. Bezeichnete der bayerische AfD Vorsitzende Petr Bystrono die IB als »tolle Organisation, eine Vorfeldorganisation der AfD« bezeichnet und wird seitdem vom Verfassungsschutz beobachtet. So saß das Vorstandsmitglied der JA, Jannik Brämer am Steuer eines Wagens, als Mitglieder der IB im Mai das Justizministerium stürmten. Dabei soll er einen Polizisten angefahren haben, weswegen er mit dem Vorwurf der schweren Körperverletzung mit mit einem Haftbefehl nach ihm gesucht wurde. Dies sind nur einige von vielen Beispielen der Verstrickung der JA mit der rechtsextremen IB. Jene verstecken ihren Rassismus wie die gesamte neue Rechte geschickt. Ihr sogenannter »Ethnopluralismus«, auch »Rassismus ohne Rassen« genannt, verwendet vereinfacht ausgedrückt, anstelle des Begriffs der »Rasse« den Begriff der »Identität«. So dürfe sich die »Identität« nicht mit Gruppen und Kulturen vermischen, weil sie ihre, die eine »Rasse« als hochwertiger erachten. Was den Schülern der 12. Klasse vermutlich so oder so ähnlich aus dem Geschichtsunterricht bekannt vorkommen dürfte. Darum ist auch Absage der Jusos nur als folgerichtig anzusehen, in der sie begründen, dass die JA »offenkundig rechte Hetze betreibt und menschenverachtende, nationalistische und rassistische Positionen vertritt«.

Die Reaktion der Schüler*innen, deren Podiumsdiskussion nun »verboten« wurde, ist allerdings auch nachvollziehbar. Aber der Schulleiterin einer Schule  ohne Rassismus – Schule mit Courage aufgrund dessen vorzuwerfen, sie habe keine Courage, »besagten Konflikten offen zu begegenen und das Risiko für eine wirskame politische Erziehung von Kindern und Jugendlichen einzugehen« ist falsch. Denn sie war sich mit ziemlicher Sicherheit darüber im Klaren, dass ihre couragierte Entscheidung einen Sturm der Entrüstung hervorrufen würde. Und die AfD bzw. die JA versuchen wird, sich zu einem Opfer zu stilisieren. Was schon geschehen ist, wie der Kommentar des Münchner Merkur Journalisten Toni Renner auf Facebook zeigte, der die AfD auf Facebook als »demokratische Partei« und von der »ultralinken Juso-Moralinstanz« spricht. Vermutlich nicht zuletzt, da die AfD und damit auch die JA es die letzten Jahre geschafft haben, sich ein demokratisches Deckmäntelchen, durch ihre wohldurchdachte Taktik umzulegen. Denn viele haben immer noch das Bild der glatzköpfigen, besoffenen Neonazis mit Springerstiefeln vor sich. Und keine intelligenten, hippen, jungen Menschen, deren Menschenbild in seiner Abscheulichkeit dem der Neonazis in nichts hinterhersteht. Was sich zuletzt offenbarte, als die IB Geld für eine Schiffsflotte sammeln wollte, um Rettungsschiffe für Geflüchtete im Mittelmeer zu stören. Angesichts Tausender ertrunkener Geflüchteter nicht weniger menschenfeindlich als ein Brandanschlag auf ein Haus mit Migrant*innen. Wie 1992 und im darauffolgenden Jahr in Mölln und Sollingen geschehen, als insgesamt acht Menschen, Kinder und andere Familienmitglieder starben. Niemand würde auf die Idee kommen, Neonazis zu einem Podiumsgespräch in eine Schule einzuladen.

 

Allerdings wäre wünschenswert gewesen, dass die Schulleiterin mit den Schüler*innen und Schülern, welche die Veranstaltung organisiert haben, bespricht, ja sogar diskutiert, weshalb der JA kein Podium in einer Schule geboten werden sollte. Nicht zuletzt, weil es in der Selbstverpflichtungserklärung von SOR-SMC heißt: » … Und (ich) setze mich (bei rassistischen Äußerungen) dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.« Genau so, wie man seinem Kind erklären sollte, warum man anderen Kindern nicht weh tut. Was auch die Chance erhöht, dass aus ihnen später tolerante Menschen werden, denen die Freiheit aller Menschen am Herzen liegt. Unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe.