Pressekonferenz am 09. September 2019/Hamburg

Wir nehmen das so nicht hin!

Die Wahlen in Sachsen und Brandenburg haben gezeigt in welchem Zustand sich

unser Land befindet.

Unsere Protest- Pressekonferenz:

Podiumsgäste: Smudo (Die Fantastischen Vier), Bündnis #unteilbar,

Raphael Brinkert, Jannes Vahl (Clubkinder),

Lars Lewerenz (Audiolith International GmbH) Moderation: Jörn Menge

Videostatements von: Carola Rackete (Seawatch), Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen)

und weiteren Persönlichkeiten.

Seit 15 Jahren engagiert sich “Laut gegen Nazis“ gemeinsam mit Smudo & den Fantas

gegen den „wachsenden Rechtsextremismus“ in Deutschland. Die Ergebnisse und die

Reaktionen von Medien und Politik auf die Wahlen in Sachsen und Brandenburg zeigen

ein Bild auf, welches wir erwartet haben. Die rechtsextremistische Partei AFD sitzt in

allen Landtagen und im Bundestag. In Sachsen und Brandenburg nun als zweitstärkste

Fraktion. Die Reaktionen der Politik klingen verharmlosend.

Der Ministerpräsident Sachsens /Kretschmer beispielsweise- freies Zitat:

„…das freundliche Sachsen habe gewonnen!“. Nein, die so genannten Volksparteien

verlieren an Glaubwürdigkeit und das nicht nur seit letztem Sonntag.

Menschenverachtendes, rechtsextremistisches Gedankengut sind mehr als nur

salonfähig geworden. Die Berichterstattung mancher Medien tragen zu einer

Normalisierung von Rassismus und zu dieser Tendenz bei. Die AFD ist ein Auffang-

becken von alten und neuen Nazis und Rechtsextremisten. Gauland forderte vor

einigen Tagen gar einen Umsturz.

Viele Dinge die jetzt passieren, erinnern an die Zeit der Weimarer Republik. Hier gab es

keine Machtergreifung. Die NSDAP wurde gewählt. In den Landtag von Sachsen

übrigens bereits 1929. Vier Jahre bevor Adolf Hitler Reichskanzler wurde.

Heute haben wir wieder viele Zuschauer, Mitläufer, empörte Wutbürger die sich

alte Zeiten zurück wünschen. Wir müssen gegenhalten.

Demokraten neigen zu großen Diskussion. Die AFD liefert Phrasen und Thesen

über die wir nicht diskutieren wollen.

Die Menschen die sich täglich gegen die wachsende Menschenverachtung,

gegen Rassismus und Hass engagieren, kommen nach solchen Wahlen nicht zu Wort.

Auf unserer Pressekonferenz wollen wir deutlich machen, wie wichtig es ist sich gegen

rechtsextremistisches Gedankengut und seine Folgen zu stellen.

Statements:

Lars Lewerenz/Audiolith International GmbH:

Viele Bands auf Audiolith, Menschen und Initiativen, die aktuell und schon immer bei Nazis mal mehr oder weniger in den Fokus geraten sind, sind der Beweis, dass es möglich ist, sich gegen den Rechtsruck zu stellen, weiterzukämpfen und Stellung zu beziehen. Immer mehr schaffen es die Rassisten und modernen Faschisten im Netz und auf der Straße Angst zu schüren und ein größere, reale und gefühlte Bedrohung zu erschaffen.Die Antwort darauf muss unsere Solidarität sein!Ich habe eigentlich Respekt und Verständnis für viele Sachen, die ich vielleicht nicht verstehe, aber für Rassismus und Menschenverachtung darf es kein Verständnis und keine Toleranz geben. Null. Gar nichts. Ich möchte nur kotzen! Ein Satz noch dazu „Die Dunkelheit darf niemals siegen!“

Raphael Brinkert:

„Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Jeder Einzelne ist gefordert, dass sich Geschichte und Hass nicht wiederholen. Dass wir nichts gewusst haben, ist angesichts der Veränderungen in unserer Gesellschaft dieses Mal keine Option.

Weitere Statements folgen auf der Pressekonferenz am 09. September 2019 .

Mit besten Grüßen und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Laut gegen Nazis e.V.

Presseabteilung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an:

Jörn Menge: jm@makeanoise.de Tel. 01746369873

Sarah Hackl: sh@lautgegennazis.de

„Laut gegen Nazis“ unterstützt seit Jahren Initiativen gegen Menschenverachtung in Deutschland. Initiativen, die sich gegen den zunehmenden Rechtsextremismus engagieren. Aktuell setzen wir uns verstärkt für die Seenotrettung im Mittelmeer und für ein offenes  Europa und Deutschland ein. Rechtes und menschenverachtendes Gedankengut ist in dieser Zivilgesellschaft schon lange salonfähig geworden. In den letzten Jahren haben wir den Einzug der rechtsextremistischen Partei AFD in alle Landtage beobachtet, Bericht erstattet uns begleitet. Der Einzug dieser Partei in den Bundestag war bereits vor Jahren absehbar.

Am Sonntag, den 01. September 2019 könnte die AFD als stärkste Partei in die Landtage von Sachsen und Brandenburg einziehen und somit Regierungen bilden. In Thüringen besteht ebenso die Gefahr, dass dies geschehen kann. Die Prognosen sprechen dafür.

Die Bedeutung eines Wahlsieges der AFD ist weitreichend. Somit würden nach knapp 80 Jahren wieder Rechtsextremisten die Geschicke von Bundesländern bestimmen. Abgesehen davon würde sich auch die Aufteilung im Bundesrat verändern. Ein Horrorszenarien für diejenigen die sich tagtäglich gegen eine solche Tendenz engagieren.

Wir wollen nach den üblichen Analysen, den tränenreichen Statements von führenden Politikerinnen und Politikern der demokratischen Parteien von Hamburg aus ein Zeichen setzen. Die politische Entwicklung in Deutschland war seit Jahren abzusehen.

Die geplante Pressekonferenz in Hamburg:

Derzeit laden wir unsere Podiumsgäste ein. Das Bündnis #unteilbar (Großdemonstration am 24.08.2019 in Dresden/ 50.000 erwartete Teilnehmerinnen und Teilnehmer) wird ebenfalls hier in Hamburg zugegen sein.

Smudo Frontmann der Fantastischen Vier und langjähriger Unterstützer der Kampagne ist auch auf dem Podium vertreten.

Der Leipziger Sebastian Krumbiegel(Die Prinzen) hat bereits ein Statement zur PK angekündigt. Alle Neuigkeiten zur geplanten PK werden wir selbstverständlich veröffentlich.

Hamburg, 13.11.2018 – Seit dem 9. November läuft die Social-Media-Aktion #unfollowme der gemeinnützigen Organisation „Laut gegen Nazis“. Neben zahlreichen Prominenten, Influencern und Organisationen unterstützen Tausende die Aktion und fordern Follower mit rechtem Gedankengut dazu auf, ihnen nicht mehr zu folgen. „Laut gegen Nazis“ hat bislang allein über Facebook mehr als 500.000 Menschen erreicht.

Seit dem Start der Kampagne am vergangenen Freitag sind bereits beachtliche Ergebnisse zu verzeichnen: Noch am Tag der Veröffentlichung knackte der Kampagnenfilm mit Sido, Smudo, Frederick Lau und vielen weiteren Influencern die Marke der 1 Millionen Views. Allein über die Facebook-Seite von „Laut gegen Nazis“ wurden bisher mehr als 500.000 Menschen erreicht, die sich in mehr als 60.000 Interaktionen mit #unfollowme auseinandergesetzt und diskutiert haben.

Nicht nur der Aufruf von „Laut gegen Nazis“ sorgte für jede Menge Aufmerksamkeit und Diskussionsstoff. Die Posts der Teilnehmer und Prominenten verbeiten die Botschaft mit einer Reichweite in Millionenhöhe. So bekamen beispielsweise allein die Posts von Fynn Kliemann und Lena Meyer-Landruth über 53.000 beziehungsweise 32.000 Likes.

Die Reaktionen und Kommentare auf die Posts sind vielfältig. #unfollowme hat bewusst provoziert, viele Menschen wachgerüttelt und zur Meinungsäußerung bewegt. Kritikpunkte zu #unfollowme beziehen sich auf den Abbruch einer offenen Kommunikation.

Jörn Menge von „Laut gegen Nazis“ dazu: „Offener Rassismus und aggressive Fremdenfeindlichkeit werden im Internet leider immer demonstrativer zur Schau gestellt. Wir lehnen Dialoge keineswegs ab, allerdings hat es sich leider zu oft als unmöglich erwiesen, mit Menschen zu diskutieren, die ihre Menschenverachtung felsenfest im Kopf verankert haben. So hat unser bewusst provokant gewählter Hashtag in den letzten Tagen unzählige Diskussionen und Dialoge angeregt. Das finden wir eine großartige Sache. Doch wenn verbale Gewalt, blanker Hass und Intoleranz unverbesserlich und hoffnungslos dominieren, dann verabschieden wir uns lieber mit einem herzlichen #unfollowme.“

Die Kampagne soll zum einen eine Diskussion in Bewegung setzen, wie wir mit rechtsradikalem Gedankengut umgehen können. Zum anderen soll sie jeden einzelnen dafür sensibilisieren, auf rechtsradikale Handlungen und Äußerungen im Alltag zu achten und sich dagegen stark zu machen. Daher kann auch jeder, der ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzenmöchte auf unfollowme.org teilnehmen.

Weiteres Material ist hier zum Dowload bereitgestellt•Kampagnenfilm #unfollowme (Credit: EASYdoesit)•Visuals und Statements von Johannes Oerding, Antje Schomacker, Smudo und Jörn Menge•Pressebild: Jörn Menge, Antje Schomacker, Johannes Oerding und Smudo (Credit: Abir Haltermann)•Logo „Laut gegen Nazis“•Logo der Aktion „UnfollowMe“

Über „Laut gegen Nazis“

„Laut gegen Nazis“ ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem wachsenden Rechtsextremismus aktiv entgegenstellt. Seit der Gründung am 01. August 2004 steht ihre Arbeit unter dem Leitsatz „Wir schaffen Zusammenschlüsse gegen den wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland.“ Sie fördern damit Initiativen und Projekte gegen Menschenverachtung, Ausgrenzung und Rassismus.

Neben Beratung und Begleitung bei Veranstaltungen vor Ort nutzt „Laut gegen Nazis“ populäre Partner aus Musik, Sport, Unterhaltung und Gesellschaft, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Dieses Ziel verfolgen sie oft mit ungewöhnlichen Konzepten und Aktionen, die bewusst provozieren sollen.

Nie wieder! Nur eine Floskel? Es ist nicht nur Chemnitz!
“Laut gegen Nazis”, so gründeten wir uns 2004. Was wir in diesen Jahren bis heute erlebten und ertragen mussten grenzt an einer politischen Parodie. Wir betrachten einmal zynisch was in dieser Zeit alles passiert ist. Zunächst erinnern wir uns an die Pogrome der 90er wie Lichtenhagen, Mölln, Solingen, bei denen Menschen durch Anschläge von Nazis starben und in Angst versetzt wurden. Schon in den Neunzigern gab es die heute so genannten Wutbürger, die die Aktionen von Rechtsextremisten mit Beifall beklatschten, wenn diese Flüchtlingsunterkünfte angriffen, Menschen verprügelten die anders dachten, anders lebten. Die Zivilgesellschaft und Politik reagierten mit Lichterketten und dem Schwur “Nie wieder!”- gemeint ist nie wieder Faschismus in Deutschland.
Über 20 Jahre nach all diesen Vorkommnissen gab man diesen Leuten einen neuen Namen: “Besorgte Bürger”. 2014 kroch PEGIDA mit rechtsextremistischen Attitüden empor und konnte bis zu 25.000 so genannte “Besorgte Bürger” in Dresden mobilisieren, die das Abendland vor der selbst ausgerufenen Islamisierung beschützen wollten. Eine Mischung aus Nazis und Normalos, die endlich mal ihre scheinbare “Wut” rauslassen konnte. Diese wurde geschürt durch Rechtspopulisten wie die AFD die damals noch gerade mal in Landtage einzog (schon traurig genug) und die so viele Menschen als Eintagsfliege belächelt haben. Wir nicht!
Nicht zu vergessen ist das Auffliegen des NSU. Der “Nationalsozialistische Untergrund” mordete bis 2011 organisiert in Deutschland. Der Prozess der jetzt zu Ende ging war eine Farce. Akten verschwanden, Opfer wurden nicht ernst genommen. Der Verfassungsschutz war in diesem ganzen Fall verstrickt. Behörden behinderten Ermittlungen, halt all das Prozedere, welches wir heute in Ansätzen wieder und wieder erleben dürfen. Der braune Sumpf in Behörden ist so groß, dass wir uns eigentlich nicht wundern sollten, dass wie in Chemnitz Haftbefehle veröffentlicht werden und an ein Drecksblatt verkauft werden, oder LKA Beamte Journalisten öffentlich als Lügenpresse vor laufender Kamera diskreditieren. Wen wundert das, Adenauers Regierung hatte 1949 billigend gar Nazis Gesetze schreiben lassen und in den deutschen Amtsstuben wieder rehabilitiert.
Bis 2009 marschierten immer um den 12./13 Februar bis zu 12.000 Nazis aus ganz Europa durch Dresden und verdrehten die Geschichte der Bombennächte von 1945. Sie nannten das was damals geschah “Bombenholocaust” unter den Augen der sächsischen Landesregierungen und der Bundesregierungen. Erst die breiten Proteste der Zivilgesellschaft stoppten 2009 diesen Spuk und zwang die Politik zum Handeln.
Mit der Salonfähigkeit rechtsextremistischer und rechtspopulistischer Parteien, verbunden mit dem neuen Medium Internet/Social Media konnte das menschenverachtende Gedankengut in die Köpfe einer breiteren Masse getragen werden. Seriöse Nazis wie die die in der AFD heute aktiv sind oder Elitedenkende Nazis wie die “Identitäre Bewegung” wurden durch Social Media groß. Nazis die nicht mehr wie damals, als wir uns gründeten, mit Bomberjacke und Baseballschläger auftraten und die Straßen unsicher machten. Oder wie die stumpfen Holocaust Leugner der NPD die heute keine Bedeutung mehr hat. Nein, Sie verbreiten ihre Menschenverachtung heute mit einer klugen Rhetorik und psychologischer Intelligenz. So, dass sie den normalen Bürger aus dem Mittelstand mit Panik-/Angstmache vor einer erfundenen Überfremdung überzeugen können. Die Nazis die wir in Chemnitz gesehen haben in den letzten Tagen, waren nicht nur die üblichen Volldeppen von damals. Nein, ein Querschnitt der Bevölkerung lief “frei-sozial und national” grölend durch die Straßen und ging auf Menschenjagd.
Heutzutage versammeln sich Nazis offen bei Konzerten wie in Themar (6.000 Menschenverächter 2017). Längst haben sie sich Subkulturen angeheftet, die von echten Subkulturen nicht mehr zu unterscheiden sind. Sie laufen herum wie jedermann, sie essen tatsächlich Döner, gehen zu McDonalds und kaufen neben einschlägigen Nazimarken Mainstream Marken. Sie sind auf der Straße nicht mehr erkennbar und das macht sie so gefährlich. Sie begehren neu auf und pflanzen ihre Menschenverachtung mit Musik, Kultur und Kinderhüpfburgen in zu viele Köpfe dieser Gesellschaft.
Wir könnten im Rahmen unserer Arbeit der letzten Jahre über so viele bittere Aktivitäten, Skandale, Gewalttaten von Nazis berichten. Die Chronik die wir selbst uns einmal vor drei Jahren erstellten ist so umfangreich, dass wir all das hier nicht in dieser Notiz erfassen können. Aber nach jedem Auffliegen, eines Angriffs durch Nazis auf unsere Freiheit und unser buntes Leben, weil Medien ausnahmsweise berichteten, kam die Bundespolitik theatralisch auf den Plan und schwor: “Nie wieder dürfen wir solche Entwicklungen und rechtes Gedankengut mehr zulassen”-”Nicht in Deutschland-wir tragen eine besondere Verantwortung!”. Sowie die rechtsextremistischen Auswüchse aus den Medien verschwanden, war das Thema auch schnell wieder vergessen. Hauptsache, man meldete sich mal zu Wort, so wie auch jetzt zu Chemnitz. Der braune Sumpf ist seit Jahrzehnten wesentlich größer, als wir ihn wahrnehmen. Das was in Chemnitz in den letzten Tagen passierte, sollten wir als Vorboten dafür wahrnehmen, wie nahe wir schon an alten Zeiten dran sind. Vieles erinnert an die Weimarer Zeit mit ihren Straßenkämpfen und der Macht der damaligen Nazis. Uns graut es, wenn wir die Reaktionen auf das was jetzt passiert sehen.
Die Versäumnisse des Staates, gezielt rechtsextremistische Tendenzen zu verhindern sind auch ein Grund für die Situation die wir jetzt haben. Ende der Sechziger des letzten Jahrhunderts hatte die Forderung “Nie wieder Krieg-Nie wieder Faschismus” noch eine tragende Bedeutung. Zu diesem Zeitpunkt saßen noch Altnazis in Schlüsselpositionen des Staates. nach den Protesten von damals hatte man geglaubt, jetzt wird aufgeräumt und eine Wiederholung von damals wird verhindert. Heute stellen wir fest, wir sind mitten in dieser Entwicklung. Das braune Gedankengut ist alltäglich präsent. In Wohnstuben, an Stammtischen und in der Öffentlichkeit werden rassisistische und diskriminierende Phrasen gedroschen. Sie gehören inzwischen zu unserem alltäglichen Leben. Die AFD Prognosen bei Wahlen schnellen trotz der Empörung so vieler Menschen in die Höhe. man lässt die AFD gewähren. Horst Seehofer, der am liebsten den Titel Heimatminister hätte, hat gerade heute einer Beobachtung der AFD durch den Verfassungsschutz eine Absage erteilt.
Noch viel schlimmer finden wir, dass die Bundesregierung sich den Forderungen der “Besorgten Bürger” und rechtsextremistischen Parteien beugt. Die aktuelle Bundesregierung arbeitet fieberhaft an der Abschottung Europas mit und lässt weiterhin Menschen an den Grenzen zerschellen und sterben. Eine Forderung die der nicht mehr lebende Nazianwalt Jürgen Rieger auf einer Veranstaltung 2008 forderte. Diese klang so: “Sollen diese Muslime und so genannten Flüchtlinge auf ihren Seelenverkäufern im Mittelmeer und sonst wo doch absaufen und verrecken”. 1.500 Nazis und Anwohner gaben diesem Mann schon damals Beifall. Menschenverachtung pur!
“Wir schaffen das”?-Diese Bundesregierung stellt heute offiziell Milliarden dafür zur Verfügung, dass ja kein Schutzbedürftiger mehr Europa und Deutschland erreicht. Das wird den toten Rieger sicher sehr freuen. Quasi die praktische Umsetzung seiner Forderung und die Erfüllung der Forderungen derer Nazis und “Besorgten Bürger”, die sich in den letzten Tagen in Chemnitz und anderenorts hervortun. Nie wieder? Klappt in Deutschland nicht.
J. M. für LGN

Einladung zur Pressekonferenz 

am 24. August 2018, 11:00 Uhr, MS Stubnitz 

Bundesweite Parade ‚UNITED AGAINST RACISM‘ 

29. September 2018 in Hamburg 

Hamburg, 17. August 2018

Sehr geehrte Damen und Herren, 

wir laden Sie herzlich ein zur Pressekonferenz unseres Netzwerks We’ll Come United.

Ein einzigartiger Zusammenschluss von über 300 Gruppen und Organisationen wird am 29. September unter dem Motto „United Against Racism“ eine bundesweite Parade für Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte in Hamburg veranstalten. Seenotrettungsorganisationen, migrantische Gruppen und Vereine, selbstorganisierte Geflüchtete, Theater und Fußballclubs werden gemeinsam und lautstark auf über 20 Motivwägen die Vielfalt der „Großen Koalition des Antirassismus“ demonstrieren.

Vom Auftaktort am Rathausmarkt wird die Parade durch die Innenstadt bis zum Hafen ziehen. Dort wird sie mit einer internationalen Kundgebung und einem mehrstündigen Konzertprogramm enden.

Es sind derzeit über 30 Busse aus dem gesamten Bundesgebiet und Teilnehmer aus ganz Europa angekündigt. Der Schwerpunkt der Mobilisierung liegt in Geflüchteten-Unterkünften in ganz Deutschland.

Für eine politische Einordnung der Veranstaltung und einen ersten Ausblick auf das umfangreiche Programm laden wir Sie herzlich ein für

Freitag, den 24. August 2018, 11:00 Uhr 

auf die MS Stubnitz, Kirchenpauerkai 29, 20457 Hamburg,

Anfahrt: U-Bahn-Station HafenCity Universität (U4)

Es sprechen:

Ruben Neugebauer (Sea Watch)

Ali N. (Afghanischer Aufschrei Düsseldorf)

Massimo Perinelli (Tribunal „NSU Komplex auflösen“)

Karin Beier (Schauspielhaus Hamburg)

Ali Niger (Lampedusa in Hamburg)

N.N. Seebrücke Hamburg 

Isaiah Lopaz (Künstler und Schriftsteller Los Angeles/Berlin)

Jörn Menge (Laut gegen Nazis)

Newroz Duman (We’ll Come United)

Im Anschluss stehen wir Ihnen für Hintergrundgespräche und Interviews zur Verfügung. Bei Rückfragen kontaktieren sie uns gerne per E-Mail oder telefonisch.

Mit freundlichen Grüßen 

Siri Keil

Kontakt:

presse@welcome-united.org

Aufruf und Unterstützer:

facebook

https://www.facebook.com/welcomeunited/

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‚We‘ll Come United‘ ist ein bundesweites Netzwerk aus Gruppen und Personen, die sich sozial, antirassistisch, kulturell und politisch engagieren.

Mehr als 300 Organisationen, Initiativen, Vereine, Kulturinstitutionen, selbstorganisierte Migrant*innengruppen, Willkommensinitiativen, Künstler*innenkollektive, Cafés, Clubs und NGOs haben sich in diesem Jahr dem Aufruf des Netzwerks zur Parade „United Against Racism“ angeschlossen. Darunter die NGO medico international, die Seenotrettungsorganisationen Sea-Watch und Jugend Rettet, das Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland, das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“, die Fußballclubs FC St. Pauli und SV Babelsberg, das Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen, das ClubKombinat Hamburg e.V. und das Theater Kampnagel – Zentrum für schönere Künste.

Im September 2017 fand in Berlin die erste We’ll Come United-Parade mit 10.000 Personen statt: Vielfältig, laut und bunt hat der antirassistische Zusammenschluss kurz vor der Bundestagswahl auf Berlins Straßen ein Zeichen gesetzt. Seitdem hat sich das Netzwerk um viele Gruppen und Menschen erweitert, um dieses Jahr in Hamburg als Demo, als Karneval, als Parade mit Musik und Performance gelebten Antirassismus und Solidarität sichtbar zu machen.

Nazis raus aus den Parlamenten!
Sechs Millionen AFD Wähler bremsen Engagement gegen Rechtsextremismus
-Eine Geschichte darüber wie der Rechtsruck sich wirtschaftlich auf Initiativen und Institutionen gegen Rechtsextremismus auswirkt-
Am 17. September 2017 zog die rechtsextremistische, rechtspopulistische AFD mit 12% der Wählerstimmen in den Bundestag ein. Dies bedeutet, sechs Millionen Menschen haben diese Partei gewählt, die mit Goebbels Imitaten wie Höcke, Gauland, Poggenburg und vielen anderen auffallen. Nazis im Anzug, offiziell gewählt, sitzen nach 69 Jahren wieder in einem deutschen Parlament. Ein Schlag in das Gesicht für die Opfer des Nationalsozialismus, aber auch die Opfer rechter Gewalt der letzten Jahrzehnte.
Die rechten Hetzer gießen Benzin in ein Feuer, welches wir löschen müssen. Rassismus, Antisemitismus und Menschenverachtung bahnen sich immer mehr ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft, an die Stammtische, auf die Straße und in die Stadien. Wie sehr die AFD; PEGIDA und andere Rechtspopulisten sowie die CSU an der Entwicklung mitwirken zeigen die Zahlen aus 2014 bis heute.
2014 gab es in Deutschland ca. 150 Angriffe auf Unterkünfte für Schutzbedürftige in Deutschland 2015 waren es über 1.000 und 2016 waren es sogar unfassbare 1.600.
Rechte Phrasen schüren Hass und Ängste. Denken wir an die Plakate der AFD bei Landtagswahlen und der Bundestagswahl, können wir schon deutlich erklären, wer rechtes Gedankengut in den Köpfen der Leute vorantreibt.
In der Bundesliga ziehen wir natürlich vor unserem eigenen Verein und den Fans des FC St. Pauli den Hut. Den Hut für das Engagement gegen Faschismus, Nazis und Menschenverachtung. Als erstes Kiezhelden-Projekt wurden wir lange Jahre von unserem Verein großzügig unterstützt.
Aber wo bleibt der große Aufschrei dieser Zivilgesellschaft, wenn es darum geht, dass Nazis in den Parlamenten, Ausschüssen, Ämtern wieder an den Hebeln sitzen. In Hamburg und Berlin funktioniert das, aber sonst? Wir haben eine neue Diskussionskultur-AFD Anhänger sind in den Kommentarleisten von Initiativen gegen Rechts zu finden und wollen dort diskutieren. Die Mär´, sie seien Orientierungslose die aus Protest rechte Parteien wählen, geht nicht auf. Nein, die AFD hat es geschafft Menschenverachtung salonfähig zu machen.
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 Von der Angst Kunden zu verlieren – Projekte gegen Rechtsextremismus nicht zeitgemäss
Der Einzug der AFD hat ungeahnte Folgen für Initiativen und Institutionen gegen Rechtsextremismus in Deutschland.  Die Beantragung von staatlichen Fördermitteln war nie leicht und wird immer schwieriger für Vereine und Initiativen die sich gegen Rassismus, Nazis und Menschenverachtung engagieren. Also bleibt nur der Weg Spender und Sponsoren zu suchen, um Projekte umzusetzen die tatsächlich Geld benötigen.
Im Rahmen unserer Arbeit von „Laut gegen Nazis“ können wir feststellen, dass die Spendenbereitschaft weit zurück gegangen ist. Gerade wenn wir Themen, wie das Sterben im Mittelmeer und an Europas Grenzen bearbeiten, erleben wir zunehmend ein mangelndes Interesse bei Unternehmen und Spendern.
Noch bizarrer wird es für uns, wenn wir klar Position gegen Nazis und rechtes Gedankengut beziehen. Dann nämlich, finden wir nach der Bundestagswahl 2017 kaum jemanden der ein Budget hat, um ebenfalls Stellung zu beziehen. Klar unsere langjährigen Unterstützer und Partner -wie „Die Fantastischen Vier“- sind weiterhin mit Herz dabei, unsere Projekte zu fördern, aber ansonsten wenig Land in Sicht.
Wir stießen bei der Akquise für „Laut gegen Nazis“ tatsächlich auf solche Antworten:
„schönes Projekt und auf jeden Fall unterstützenswert, aber „No Policy“ so das Argument- wir werden uns auf keinen Fall in eine politische Richtung äußern“ (mehrere Unternehmen nahmen dies als Begründung, als sie eine Unterstützung in welcher Form auch immer, ablehnten).
 „Also wir unterstützen Euch sehr gerne, aber bitte nicht öffentlich – wie wäre es, wenn Ihr einfach ein paar Fässer Bier als Freiware für eine  Eurer nächsten Veranstaltungen bekommt-das hilft“
„Ja auch, oder? Wir wollen allerdings auf keinen Fall mit Euch im Zusammenhang in der Öffentlichkeit benannt werden, weil dann verlieren wir eine ganze Menge Kunden (mit einem  Zwinkern in der Stimme)“
Hierbei handelte es sich um drei Bierbrauereien, die wir in den letzten Jahren gewinnen wollten, Projekte zu finanzieren.
Übrigens, einer der größten Kondomhersteller Europas, der uns für Festivals 2008 bis 2011 mehrere 10.000 Stück dieser Tütchen mit dem Slogan „(Ver-)hütet Euch vor Nazis“ sponserte, hatte tatsächlich von einem Institut ausrechnen lassen, wie viele Kunden sie damals verlieren würden. Es waren zwischen 12 bis 13% Verhüterliträger. Wir durften sie als Partner auf  unserer Homepage nicht erwähnen.
–  „So gerne wir Euch auch unterstützen würden, aber Ihr wisst schon, 6 Millionen AFD Wähler, sind potenzielle Kunden für uns und andere Unternehmen, aber wir wünschen Euch natürlich viel Erfolg“ –
   
Dies war die ehrlichste und zugleich erschreckendste Antwort, die wir im Dezember 2017 von einem Marketingleiter aus dem Klamotten-Bereich erhielten (wir nennen keine Namen!)
Wir sind auf Sponsoren angewiesen, um unsere Arbeit gegen Rechts auf Konzerten und Veranstaltungen fortsetzen zu können. Wir können auch in jeder Stadt in der wir Veranstaltungen durchführen, Unterstützerinnen gebrauchen, die tatkräftig mit anpacken, sei es an einem Stand zu stehen und Merch-Ware zu verkaufen, Flyer verteilen und ähnliches. Wenn ihr dabei sein wollt, dann besucht uns im Internet oder persönlich im Eschelsweg/Altona.
Wer direkt für unsere Arbeit spenden möchte, kann dies hier unkompliziert tun:
LAUT GEGEN NAZIS E.V.
IBAN: DE 38200505501261177925
BIC: HASPDEHHXXX
HAMBURGER SPARKASSE
Eine Spendenbescheinigung stellen wir sehr gerne aus (Freistellungsbescheid v. Mai 2017)
Direkte Projekt-Spenden:
Projekt „MITTENDRIN“ via
Projekt „Love Speech Therapy“

„Es gibt so viele Wege zum Glück! Einer davon ist, aufhören zu Jammern!“ 

…sagte schon Albert Einstein und der muss es ja wissen oder?

 

Natürlich. Wie sonst hätte er Allem standhalten können was ihm widerfuhr?! Schließlich war er nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte wenn man seine schulischen Leistungen betrachtet und etwas drauf gibt was seine Lehrer über ihn sagten. Und trotzdem. Ich unterstelle Herrn Einstein jetzt einfach mal eine gewisse Egalität gegenüber gesellschaftlichen Zwängen und gegen so manche Stupidität. Denn schon damals galt „Folget den Schafen!“ Hätte er nur das getan, was man von ihm erwartete, wäre uns womöglich die Relativitätstheorie bis heute unbekannt.

Folgst du brav der Herde; lebst mit deinem Tunnelblick, weil’s so schön einfach ist; verlernst die kindliche Fähigkeit der Offenheit gegenüber Fremdem und Neuem, dann bleibt dir der allgemeine und persönliche Fortschritt verwehrt. Du kommst nur noch mit den anderen voran und/oder bewegst dich auf der Stelle. Oder ganz krass: Rückschritt. Und die Bonbons bekommen die anderen.

Und genau DAS passiert gerade. Die Bonbons – oder besser: die Bundes- und Landtagsgehälter bekommen jetzt diejenigen Wölfe im Schafspelz, die strategisch die Ängste der Bürger aufsogen und den allgemeinen Rückschritt auszulösen versuchten und damit ja auch ziemlich erfolgreich waren. Diese wandelnden Mogelpackungen, die andere Menschen ganz genau zu nutzen wissen und die die Nutznieser von „BadNews“ sind und immer waren. Diejenigen, die selbst vor Schlächtern aus der Assad-Rige nicht zurück schrecken und lieber die Hände von Monstern schütteln als einem Flüchtling oder einem Linksgrünversifften. Weg brüllen, weg demonstrieren oder Daumen drücken, dass sich der Virus nicht ausbreitet, funktioniert nicht und hat auch ’33 nachweislich nicht funktioniert. Also lass uns ebenfalls strategisch sein… lass uns wieder selber denken und uns weiter entwickeln!

Es ist nicht alles nur noch grau, nicht Allgemeines von Tag zu Tag schlechter und andere Menschen bringen uns kein Unheil nur weil sie auf dem selben Stückchen Erde wandeln wie wir. Und Südländer nehmen auch keine Arbeit oder die Frau weg. Wenn’s passiert, tja, dann war man(n) halt nicht gut genug.

Und vor Allem lass uns die Augen für das Schöne dieser Welt öffnen! Lass uns die GoodNews suchen und finden und bis auf ’s Erbrechen verteilen. Lass uns die On- und Offline-Welt mit dem Schönen, dem Spaß und der Lebenslust überschwemmen. Lass uns den Wutbürgern da draußen zeigen wie schön alles sein kann und ist – und zwar OBJEKTIV! Zeig den (besorgten) Bürgern Beispiele aus anderen Ländern und wie Dinge besser gemacht werden könnten. Such Beispiele aus deinem Umfeld, teile erquickende Events, kommuniziere bunte Freiheit und halte es wie der Frühling: Be A Blooming Flower – und zwar 24/7 an 365 Tagen im Jahr! Das kleine Wutbürgerlein schläft nämlich auch nicht. Es zieht fleißig weiter andere Menschen in seinen Dunst aus Angst, Schwarz/Weiß – Denken und vorallem braunem Gedankendreck.

Geh in die Mitte, nach oben und nach unten, sprich andere an, sei inspirierend, unterstütze bestehende „GoodNews“- Projekte, stampfe eigene aus dem Boden und arbeite in Netzwerken. Aber sei vorallem eines: POSITIV und objektiv optimistisch. Schaue dir unser Land an. Es ist nicht alles nur grau. ES IST BUNT! Und es ist schön. Die heutigen GoodNews sind das in 2017 ausgezeichnete Projekt „Mathematik! Studierende unterrichten Flüchtlinge“ der Juniorprofessorin C. Cederbaum und Dr. S. Keppeler. Inhalt des Projektes war eine Lehrveranstaltung mit dem Ziel Flüchtlingen mathematische Inhalte ohne die Basis der Sprache näher zu bringen. So verhalf auf Seite der Flüchtlinge ein grundlegender thematischer Wissenserwerb bei nachfolgenden Qualifikationen für die weitere Schul-, Berufs- und Studienlaufbahn. Und auf Seiten der Studierenden kann man davon ausgehen, dass das Projekt zu neuen und vor Allem praxisnahen Erkenntnissen pädagogischer Handlungsstrategien in Bezug auf ethnisch, sprachlich und fachlich inhomogenen Gruppen führte. Wer noch mehr über das genannte Projekt erfahren möchte, der findet auf https://studierendeunterrichten- fluechtlinge.blogspot.de/ mit Sicherheit noch so einiges tolles. Sei Rebell, sei mutig, zeig das Schöne, Positive, Reale. Lebe und teile GoodNews!

Liebe Grüße

The blooming flower Adele

AFD heiratet PEGIDA! In Kandel marschierten 4.000 Wutbürger und Nazis gemeinsam mit der AFD! Ca. 500 Gegendemonstranten  _ Anmelder der rechten Veranstaltungen möchte diesen Spuk monatlich „manifestieren“!
Foto: 2009 – erster großer Protest und Zusammenschluss der Zivilgesellschaft gegen die damaligen Naziaufmärsche rund um den 13. Februar
Seit 18 Jahren versuche ich persönlich Aufklärungsarbeit gemeinsam mit “Laut gegen Nazis” zu leisten. Die Entwicklung war abzusehen. Die Entwicklung, dass rechtsextremistisches Gedankengut sich salonfähig gestalten wird. Es wird Zeit “denken zu gehen”. Ende 2014 versammelten sich in Dresden bis zu 25.000 Wutbürger, um gegen die “Islamisierung des Abendlandes” zu demonstrieren. Die Empörung war damals groß. Es entstanden große Gegenströme. PEGIDA verlor immer mehr an Gesicht, vor Allem das des Bachmanns. Nazis mischten sich immer dort in Dresden unter die Beteiligten und eben auch die AFD. Fast 3 1/2 Jahre später besiegeln AFD und PEGIDA eine Zusammenarbeit. Die AFD sitzt inzwischen in 14 Landtagen, wirkt in der Kommunalpolitik und nun auch im Bundestag. Rechte Phrasen schüren Hass und Ängste. Denken wir an die Plakate der AFD bei Landtagswahlen und der Bundestagswahl, können wir schon deutlich erklären, wer rechtes Gedankengut in den Köpfen der Leute vorantreibt.
Am 17. September 2017 zog die rechtsextremistische, rechtspopulistische AFD mit 12% der Wählerstimmen in den Bundestag ein. Dies bedeutet, sechs Millionen Menschen haben diese Partei gewählt, die mit Goebbels Imitaten wie Höcke, Poggenburg oder alten Männern wie Gauland, und vielen anderen auffallen. Rechte Phrasen schüren Hass und Ängste. Nazis im Anzug, offiziell gewählt, sitzen nach 69 Jahren wieder in einem deutschen Parlament. Ein Schlag in das Gesicht für die Opfer des Nationalsozialismus, aber auch die Opfer rechter Gewalt der letzten Jahrzehnte.
Im pfälzischen Kandel marschierten heute 4.000 Wutbürger, Mitläufer und Nazis durch die Straßen. Mitgerissen schienen die Mitläufer, die sich von dem Geist der braunen rassistischen Hetzer (die das geschickt machen) inzwischen leicht beeinflussen lassen. Die Nazi-Hooligan Band Kategorie C rief ebenfalls zu diesem Spuk auf. In den Mainstream Medien konnten wir nur wenig über die Naziaufrufe zu dieser Veranstaltung erfahren. Lediglich die AFD wurde zum Beispiel im Heute Journal oder der Tagesschau als Veranstalter benannt.
Momentan scheinen viele Menschen die Haltung einzunehmen, dass man ja nicht zu viel über das Problem reden sollte. Lediglich 400 bis 500 Gegendemonstranten haben sich in Kandel gefunden. Ein Initiativenvertreter berichtete uns auch von der Angst vieler Bürgerinnen und Bürger, gegen den rechten Mob zu demonstrieren. Das kommt mir sehr bekannt vor. In Dresden beispielsweise gab es erst 2009, nachdem die Nazis bereits zehn Jahre lang jährlich rund um den 13. Februar mit tausenden Anhängern durch die Straßen marschierten eine große erstmalige Gegenbewegung. Nur durch einen breiten zivilgesellschaftlichen Widerstand und Großkundgebungen konnte nach 2009 verhindert werden, dass die Naziaufmärsche noch größere Ausmaße annehmen. Heute gibt es dort das starke zivilgesellschaftliche Bündnis Dresden Nazifrei . Die Anzahl der rechten Marschierer ist im Vergleich zu früher nur noch ein kleiner Haufen. Aber trotzdem gefährlich.
Schaue ich auf den Rest des Landes, wird die Präsenz von Nazis und Rassisten immer größer, sei es wie letztes Jahr in Themar, bei einem Großkonzert mit 6.000 Rechten die gar während des Konzertes den rechten Arm hoben und “Sieg Heil” grölten, während Polizisten Zaungäste waren, oder eben der Einzug der AFD in sämtliche Landesparlamente und den Bundestag, die es immer wieder schaffen Leute zu überzeugen. In Prognosen ist zu ersehen, dass die AFD jetzt bei Neuwahlen bei 15% der Wählerstimmen stehen.
Bei “Laut gegen Nazis” gehen inzwischen aus vielen großen und kleinen Orten Hilferufe von Initiativen ein, die wir gerne unterstützen würden. Sie organisieren Kundgebungen gegen regionale Aktivitäten von Rechtsextremisten, stehen für Menschlichkeit und wollen sich vor Ort positionieren. Bundesweit sind rechtsextremistische Gruppierungen und Lenker so aktiv, dass klar wird, wir haben ein massives Problem. Ein großes Problem ist vor Allem aber auch, dass immer mehr Menschen den rechten Hetzern Glauben schenken. Die die mitlaufen, glauben daran, dass wir eine Flüchtlingswelle erleben, die es schon lange nicht mehr gibt, weil sämtliche Grenzen Europas inzwischen dicht sind und auf der Flucht Menschen sterben. Nicht einmal 460.000 Asylanträge gab es 2017 in ganz Europa. Sie glauben jedoch Frau Storch und Frau Weidel, wenn diese Ihnen suggerieren, dass nur Kriminelle, Sexualverbrecher und Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland gelangen. Die AFD propagiert Muslime als Feindbild und spricht von einer Islamisierung. Wahnsinn!
Der größte Wahnsinn ist allerdings, dass so viele Menschen diesem braunen Müll Glauben schenken. Selbst in meinem wohl denkbar gebildeten Freundeskreis, erfahre ich inzwischen Zustimmung für rechte Phrasen, so dass ich manchmal darüber nachdenke, ob mein / unser Job einen Sinn macht. Wenn selbst Leute die früher loyal und menschlich erschienen, auf einmal AFD Phrasen nachplappern oder es gut finden, dass diese Partei ein Gegenpol in Parlamenten darstellt und man sich dort auf dem demokratischen Wege auseinandersetzen könne. Dann fange ich an zu zweifeln. Vor Allem erinnert das Ganze inzwischen an Weimaer Zeiten. Wir erinnern uns, auch die NSDAP gewann immer mehr an Zustimmung durch aggressive Parolen und geschaffene Feindbilder. Der Mechanismus scheint heute der gleiche zu sein.
Wenn diese Zivilgesellschaft hier in Deutschland und Europa nicht umdenkt, wird der Hass gewinnen. Nationales Getümmel gibt es schon genügend. Die AFD verkörpert völkisches, rassistisches Denken gespickt mit dem Gedankengut der alten Nazis.
Ehrlich gesagt muss ich mich persönlich manchmal fragen, ob ich noch Lust habe, mich immer wieder gegen diese Menschenverachtung zu stemmen. Das geht, ist mir nach vielen Gesprächen mit Menschen die das Gleiche tun klar geworden, an die Substanz. Natürlich kann ich meine Arbeit genauso wenig aufgeben, wie Kolleginnen und Kollegen.
Mir ist nur klar geworden, mit den Erfahrungen die ich in den letzten Jahren gesammelt habe: Wir brauchen wieder einen starken Gegenstrom gegen die rechten Tendenzen hier in Deutschland und Europa. Wir müssen eine in der Politik etablierte Menschenverachtung verhindern. Durch Aufklärung und Protest. So macht die Arbeit so vieler Initiativen und uns Sinn.
Ich erbitte mehr Empörung über das, was jetzt gerade passiert!
J. M. für LGN
Man mag es vielleicht nicht immer merken, aber seitdem die AFD im Bundestag sitzt und in vierzehn Landtage eingezogen ist, werden die scheinbaren Anhänger, Wutbürger, Pegidioten, Nazis und Rassisten immer aufdringlicher, wenn es darum geht die Kommentarleisten hier bei Facebook und überhaupt im Internet diskussionsfreudig oder auch nur stumpf zu füllen.
Wir versuchen stets gegen zu steuern und es gelingt uns nur schwerlich. Wer unsere Posts betrachtet, stellt fest, wie oft wir damit zu kämpfen haben den Mist von braunen Gedankenträgern zu löschen.

Wir geben natürlich nicht auf und arbeiten an einer Lösung. Bei der Masse an Kommentaren ist es allerdings nicht so einfach sie zu löschen oder Leute zu sperren. Selbstverständlich sind wir von Euren Hinweisen abhängig, aber selbst dann werden wir es momentan nicht schaffen, alle Kommentare zu kontrollieren. dafür fehlt uns jegliche Kapazität.
Wir wollen die Situation verbessern und fragen uns auch, was alles nicht gegen die Richtlinien von Facebook oder anderen Portalen verstösst. Die Verantwortung scheint immer noch viel zu schwer bei Seitenbetreibern und Userinnen und Usern zu liegen. Die groß angekündigten Änderungen der großen Internetkonzerne finden immer noch nicht statt.
Bei YouTube sieht es nicht anders aus. Immer noch finden wir Nazivideos mit steigenden Fanzahlen und entsprechenden Kommentaren. Wir finden den Zustand sehr gruselig und mit dem immer größeren rechten Geist in unserer Zivilgesellschaft wird es für uns und alle die sich hier positionieren immer schwieriger, die rechten Hetzer zu verbannen. Gesetze scheinen auch nicht zu greifen.
Im Umfeld unseres Vereins suchen wir momentan ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die unsere Kommentarleisten kontinuierlich auf menschenverachtende Inhalte prüfen. Dabei haben wir doch gelernt, dass Facebook bereits eine solche Abteilung betreibt. Nur leider zu unseren Themen eher erfolglos. Es kann ja eigentlich nicht sein, dass z. B. ein einschlägiger Nazi-Shop nicht gegen die Richtlinien der Internetbetreiber verstösst und des Wegen nach der Meldung durch Userinnen und Usern weiter via Social Media verkaufen darf. Es kann nicht sein, dass Rassisten ihren menschenverachtenden Dreck einfach mal so innerhalb von Sekunden plakativ positionieren können. Und doch, das ist unser täglich Brot geworden.
Natürlich lassen wir uns nicht unterkriegen, aber wir haben die Schnauze voll vom braunen Dreck.
LGN