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Hamburg, 13.11.2018 – Seit dem 9. November läuft die Social-Media-Aktion #unfollowme der gemeinnützigen Organisation „Laut gegen Nazis“. Neben zahlreichen Prominenten, Influencern und Organisationen unterstützen Tausende die Aktion und fordern Follower mit rechtem Gedankengut dazu auf, ihnen nicht mehr zu folgen. „Laut gegen Nazis“ hat bislang allein über Facebook mehr als 500.000 Menschen erreicht.

Seit dem Start der Kampagne am vergangenen Freitag sind bereits beachtliche Ergebnisse zu verzeichnen: Noch am Tag der Veröffentlichung knackte der Kampagnenfilm mit Sido, Smudo, Frederick Lau und vielen weiteren Influencern die Marke der 1 Millionen Views. Allein über die Facebook-Seite von „Laut gegen Nazis“ wurden bisher mehr als 500.000 Menschen erreicht, die sich in mehr als 60.000 Interaktionen mit #unfollowme auseinandergesetzt und diskutiert haben.

Nicht nur der Aufruf von „Laut gegen Nazis“ sorgte für jede Menge Aufmerksamkeit und Diskussionsstoff. Die Posts der Teilnehmer und Prominenten verbeiten die Botschaft mit einer Reichweite in Millionenhöhe. So bekamen beispielsweise allein die Posts von Fynn Kliemann und Lena Meyer-Landruth über 53.000 beziehungsweise 32.000 Likes.

Die Reaktionen und Kommentare auf die Posts sind vielfältig. #unfollowme hat bewusst provoziert, viele Menschen wachgerüttelt und zur Meinungsäußerung bewegt. Kritikpunkte zu #unfollowme beziehen sich auf den Abbruch einer offenen Kommunikation.

Jörn Menge von „Laut gegen Nazis“ dazu: „Offener Rassismus und aggressive Fremdenfeindlichkeit werden im Internet leider immer demonstrativer zur Schau gestellt. Wir lehnen Dialoge keineswegs ab, allerdings hat es sich leider zu oft als unmöglich erwiesen, mit Menschen zu diskutieren, die ihre Menschenverachtung felsenfest im Kopf verankert haben. So hat unser bewusst provokant gewählter Hashtag in den letzten Tagen unzählige Diskussionen und Dialoge angeregt. Das finden wir eine großartige Sache. Doch wenn verbale Gewalt, blanker Hass und Intoleranz unverbesserlich und hoffnungslos dominieren, dann verabschieden wir uns lieber mit einem herzlichen #unfollowme.“

Die Kampagne soll zum einen eine Diskussion in Bewegung setzen, wie wir mit rechtsradikalem Gedankengut umgehen können. Zum anderen soll sie jeden einzelnen dafür sensibilisieren, auf rechtsradikale Handlungen und Äußerungen im Alltag zu achten und sich dagegen stark zu machen. Daher kann auch jeder, der ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzenmöchte auf unfollowme.org teilnehmen.

Weiteres Material ist hier zum Dowload bereitgestellt•Kampagnenfilm #unfollowme (Credit: EASYdoesit)•Visuals und Statements von Johannes Oerding, Antje Schomacker, Smudo und Jörn Menge•Pressebild: Jörn Menge, Antje Schomacker, Johannes Oerding und Smudo (Credit: Abir Haltermann)•Logo „Laut gegen Nazis“•Logo der Aktion „UnfollowMe“

Über „Laut gegen Nazis“

„Laut gegen Nazis“ ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem wachsenden Rechtsextremismus aktiv entgegenstellt. Seit der Gründung am 01. August 2004 steht ihre Arbeit unter dem Leitsatz „Wir schaffen Zusammenschlüsse gegen den wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland.“ Sie fördern damit Initiativen und Projekte gegen Menschenverachtung, Ausgrenzung und Rassismus.

Neben Beratung und Begleitung bei Veranstaltungen vor Ort nutzt „Laut gegen Nazis“ populäre Partner aus Musik, Sport, Unterhaltung und Gesellschaft, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Dieses Ziel verfolgen sie oft mit ungewöhnlichen Konzepten und Aktionen, die bewusst provozieren sollen.

Man mag es vielleicht nicht immer merken, aber seitdem die AFD im Bundestag sitzt und in vierzehn Landtage eingezogen ist, werden die scheinbaren Anhänger, Wutbürger, Pegidioten, Nazis und Rassisten immer aufdringlicher, wenn es darum geht die Kommentarleisten hier bei Facebook und überhaupt im Internet diskussionsfreudig oder auch nur stumpf zu füllen.
Wir versuchen stets gegen zu steuern und es gelingt uns nur schwerlich. Wer unsere Posts betrachtet, stellt fest, wie oft wir damit zu kämpfen haben den Mist von braunen Gedankenträgern zu löschen.

Wir geben natürlich nicht auf und arbeiten an einer Lösung. Bei der Masse an Kommentaren ist es allerdings nicht so einfach sie zu löschen oder Leute zu sperren. Selbstverständlich sind wir von Euren Hinweisen abhängig, aber selbst dann werden wir es momentan nicht schaffen, alle Kommentare zu kontrollieren. dafür fehlt uns jegliche Kapazität.
Wir wollen die Situation verbessern und fragen uns auch, was alles nicht gegen die Richtlinien von Facebook oder anderen Portalen verstösst. Die Verantwortung scheint immer noch viel zu schwer bei Seitenbetreibern und Userinnen und Usern zu liegen. Die groß angekündigten Änderungen der großen Internetkonzerne finden immer noch nicht statt.
Bei YouTube sieht es nicht anders aus. Immer noch finden wir Nazivideos mit steigenden Fanzahlen und entsprechenden Kommentaren. Wir finden den Zustand sehr gruselig und mit dem immer größeren rechten Geist in unserer Zivilgesellschaft wird es für uns und alle die sich hier positionieren immer schwieriger, die rechten Hetzer zu verbannen. Gesetze scheinen auch nicht zu greifen.
Im Umfeld unseres Vereins suchen wir momentan ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die unsere Kommentarleisten kontinuierlich auf menschenverachtende Inhalte prüfen. Dabei haben wir doch gelernt, dass Facebook bereits eine solche Abteilung betreibt. Nur leider zu unseren Themen eher erfolglos. Es kann ja eigentlich nicht sein, dass z. B. ein einschlägiger Nazi-Shop nicht gegen die Richtlinien der Internetbetreiber verstösst und des Wegen nach der Meldung durch Userinnen und Usern weiter via Social Media verkaufen darf. Es kann nicht sein, dass Rassisten ihren menschenverachtenden Dreck einfach mal so innerhalb von Sekunden plakativ positionieren können. Und doch, das ist unser täglich Brot geworden.
Natürlich lassen wir uns nicht unterkriegen, aber wir haben die Schnauze voll vom braunen Dreck.
LGN

Love-Likeattack „Love Speech Therapy“ auf Facebook:

www.facebook.com/Voting-Love-Speech-therapy

Die „Love Speech Therapy“ startet durch – Vote auf Facebook für die besten Statements aus ca. 800 Einreichungen! Plakataktion in fünf Medienstädten für den 27. Januar 2018 geplant. Sponsoren und Finanziers gesucht

Mit Bedauern mussten wir die eigentlich geplante Plakataktion zur Bundestagswahl absagen. Weder Sponsoren, noch die Möglichkeit die Plakate irgendwo zu platzieren, waren gegeben. Wir greifen unser Projekt jetzt mit Hilfe einer Schülerschaft wieder auf. 800 Userinnen und User hatten im Frühjahr/Sommer 2017 ihr ganz eigenes Statement für eine offene Welt und die Lieben eingereicht. Wir halten unser Versprechen und wollen die besten zehn Statements nach einer Vorauswahl durch die Schülerinnen und Schüler der IGS Gesamtschule Landau/Pfalz küren. Hierzu konnten wir eine zehnköpfige Jury gewinnen, die wir noch im Einzelnen bekannt geben.

Vorauswahl von 320 Statements durch die Schülerinnen und Schüler aus Landau:

In regelmässigen Abständen (2 x die Woche) veröffentlichen wir auf  www.facebook.com/Voting-Love-Speech-therapy 40 Fotos für unseren „Love – Likeattack“ Die 40 besten Statements gehen nach allen Veröffentlichungen in das Rennen für die Jury. Bereits Mitte Dezember 2017 wird diese Jury entscheiden, welche 10 Statements professionell layoutet 2500 x gedruckt werden und in den Straßen von fünf Medienstädten präsent sein werden.

Timing:

  • Votingphase Facebook bis 10. Dezember 2017
  • Entscheidung der Jury Mitte Dezember bis zur ersten Januarwoche 2018
  • Zweite Januarwoche Fotoshooting mit den Gewinnern in Hamburg/grafische Gestaltung der Plakate
  • Ende Januar Plakatierung der besten zehn Statements in fünf Städten (Hamburg, Berlin, Köln, München, Leipzig) – Unser Wunschtermin ist der 27.01.2018 (Tag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz/-Internationaler Holocaust Gedenktag)

Wir wollen mit Euch gemeinsam ein Zeichen setzen. Danke. Ihr könnt uns hier unterstützen:

www.goood.de/projekt/laut-gegen-nazis/14030

www.betterplace.org/de/projects/14030/donations/new#paypal

 

 

 

Keine Plakatflächen & wenig Sponsoren zwingen uns die „Love Speech Therapy“- Plakataktion zu verschieben!

-Wir wären nicht wir, wenn wir uns davon beeindrucken lassen-

Ca. 800 Einsendungen haben wir von Euch erhalten, knapp 700 Statements und Fotos sind in das Rennen gegangen. Wir hatten das Ziel fünf Medienstädte mit den zehn besten Einsendungen, professionell layoutet kurz vor der Bundestagswahl mit Plakaten auf die Straße zu bringen. Eine Produktion der Plakate können wir momentan nicht finanzieren (mangelnde Sponsoren). Der T-Shirt Verkauf reicht nicht aus, um ohne Risiko die Kosten zu tragen. Abgesehen davon sind sämtliche Plakatflächen mit Partei-Plakaten und den üblichen Großkunden gebucht. Lassen wir uns davon unterkriegen? Nie im Leben! 800 Menschen haben uns ihr Vertrauen geschenkt und genau das werden wir nicht enttäuschen. Vor Allem wollen wir mit Euch ein Zeichen setzen!

 Ihr seid die wichtigsten – Zusammen können wir etwas bewegen!

Ab dem 10. September 2017 könnt Ihr bereits online voten

Abgesehen davon, dass wir alle Informationen zur Bundestagswahl ab dem 01. September 2017 veröffentlichen werden, seid Ihr gefragt. Vom 04./bis zum 24. September 2017 werden wir Eure Statements auf Facebook präsentieren www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/ . Wir veröffentlichen täglich 35 Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ihr werdet aufgerufen, die Statements zu „liken“. Die 40 Statements mit den meisten „Likes“ gehen in das Rennen. Zuviel Arbeit für Euch? Nein. Diese 700 Menschen haben etwas zu sagen und rütteln wach. Nachdenklich, provokant, bunt, rührend und fordernd. Wir würden uns freuen, wenn Ihr jene unterstützt, die dieses Land und diese Welt mit Liebe und Vielfalt erhalten wollen. Der Aufruf an die ca. 195.000 Fans von „Laut gegen Nazis“ bei Facebook www.facebook.com/istlaut/ wird zum Start der Voting-Aktion erfolgen. Selbstverständlich leisten wir zeitgleich Pressearbeit und werden alle Tools nutzen, die man heutzutage nutzen muss.

Zeitgleich gehen wir auf die Suche weiterer Partnerinnen und Partner, die die Wirtschaftskraft haben, die Plakataktion mit uns gemeinsam umzusetzen!

Timeline:

04. September 2017 – Start der Online Voting Aktion bei www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/

24. September 2017 – Ende de Online Votings

06. Oktober 2017 – Vorstellung der besten Statements (von den Userinnen und Usern ermittelt)

20. Oktober 2017 – Bekanntgabe der besten 10 Statements (Ermittelt durch unsere Jury)

03. bis 07. November 2017 – Fotoshootings mit den besten 10 Statement Geberinnen und Gebern (Fotograf S. Mietzner)

15. bis 30. November 2017 – Professionelle Erstellung der Plakatlayouts durch Lena Winkel www.lenawinkel.com 

01. bis 15. Dezember 2017 – Produktion der Plakate (2.500 Stück)

13. bis 27. Januar 2018 – Plakatieren von jeweils 500 Plakaten in fünf Großstädten (Hamburg, Berlin, Köln, München, Dresden)

Der 27. Januar ist der „Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz“ – Gegen das Vergessen!

Wenn Ihr uns direkt unterstützen wollt-könnt Ihr dies hier tun:

www.seedshirt.de/liebeiststaerker

 

 

 

 

Unsere „Love Speech Therapy“ mit über 800 Statements von Userinnen und Usern 
 
„Wenn in diesem Land Hass ganz offensichtlich organisiert wird, wieso organisieren wir dann nicht auch die Liebe?“ Fragte bereits die Bloggerin und Netz- Aktivistin Kübra Gümüşay in ihrer Rede auf der re:publica 2016. Liebe organisieren. Das bedeutet konkret: Wir feiern unsere demokratischen Werte, die Freiheit – und die Liebe. Wir brauchen Dialog, Austausch, Kontakt, um Ängste vor Unbekanntem zu nehmen und Chancen für neue Wege aufzuzeigen. Wir fordern Bildung und Aufklärung um die Immunität unserer Gesellschaft im Umgang mit rechtspopulistischer Meinungsmache zu stärken. Wir möchten Zusammenschlüsse bilden, deren Merkmale und gemeinsamer Nenner sich nicht darin äußern gegen ein konstruiertes Feindbild zu sein. Ein Impfmittel für die Liebe und für die Menschlichkeit.
Die „Love Speech Therapy“ geht in die Entscheidungsphase/ 6 Jury Mitglieder sind bestätigt:
 
Der Zeitplan:
31. Mai `17 Einsendeschluss für Statements/Plakataktion (ca. 800 Einreichungen) http://www.lautgegennazis.de/love-speech-therapy-2/ (noch nicht alle veröffentlicht)
21. bis 30. Juni ’17 Online Voting (Userinnen & User) für die besten 20 v. 40 eingereichten Statements/Facebook (Vorauswahl wird von uns erstellt)
10. Juli ’17 Offizielle Jury-Entscheidung für die besten 10 von 20 online ermittelten Motive
15. bis 21. Juli ’17 Foto-Shooting mit dem Fotografen Sebastian Mietzner mit den Gewinnern/Plakataktion
24. bis 28 Juli ’17 Layout/Plakatdruck
ab 10. August ’17 Distribution/Plakate in fünf Städten
Begleitend werden wir ab dem 01. August 2017 Online Broschüren zur Bundestagswahl erstellen. Diese werden locker und mit Spaß von einem Buchautor geschrieben und erstellt. Alle Schritte begleiten wir online.

Ziele der Kampagne

– Interaktive Aktion, um Menschen im Social Media zu motivieren mitzumachen

– eigene Statements und Portraits gegen den Hass für die Liebe

– Installation einer Onlinebewegung gegen den Hass, gegen Mobbing und Ausgrenzung im Internet

– Aufklärungsarbeit zum Thema Hassreden und Medienkompetenz

– Einbindung von Counter Speech Elementen (Argumentationen gegen den Hass)

Projektleitung: Jörn Menge jm@makeanoise.de / Grafik Design: Lena Winkel, lenawinkel.com

„Love Attack“ statt „Like Attack“ – Lasst uns das Netz mit Liebe füllen!

„Love Speech Therapy“ statt „Hate Speech“ – Wir ziehen mit Dir in den Bundestagswahlkampf

Eine Kampagne gegen Hass und Menschenverachtung – gib uns Dein Statement – Dein Foto und werde zu einem Bundestags-Wahlplakat

 Foto: Jenny aus München startet gemeinsam mit Smudo (Die Fantastischen Vier) und uns die “ Love Speech Therapy“

Die Idee:

Alle reden über den „Hass“, Rassismus, Hasskommentare und stete Menschenverachtung im Netz und auf der Straße und niemand hat ein Gegenmittel? Dabei ist es so einfach. „Liebe“ ist und war schon immer stärker und genau dies wollen wir klarstellen.

Wir wollen den Menschenverächtern zeigen, dass sie arme Wichte sind, wenn sie das wichtigste Gefühl eines Menschen nicht mehr wahrnehmen können.

Uns ist wichtig, dass Ihr gemeinsam mit uns Stellung  bezieht. Sendet uns Eure Statements, Euer Gefühl. Warum steht Ihr zu unserer Vielfalt und Freiheit, warum liebt Ihr diese Welt, dieses Leben und die Menschen. Seid kritisch und wehrt Euch gegen diesen immer stärker werdenden sinnlosen Hass mit dem Menschen ausgrenzt und zur Gewalt angestachelt werden.

Zeigt uns Eure „Liebe“:

  • Sendet uns Euer Foto im Hochformat
  • Sendet uns ein kurzes Statement (nicht zu viel Text)
  • Wir layouten ein Plakat für und mit Euch
  • Wir verbreiten Euer Statement via „Social Media“ (Facebook/Twitter/Instagram)
  • Wir richten eine „Love Speech Therapy“ – Internetseite mit Euern Plakaten und vielen weiteren aktuellen Informationen zur Kampagne bis zum 01. März 2017 (Offizieller Start) ein

Ziel:

  • Wir wollen das Internet mit positiven aber auch kritischen Liebesbotschaften überfluten (auch auf Seite die es nicht wünschen)
  • Wir wollen unsere und Eure Liebe zur Freiheit und Menschlichkeit dem Hass entgegenstellen
  • Wir wollen mit Euch mehr sein als die die Hass und Menschenverachtung verbreiten
  • Wir wollen klarstellen, dass wir Hass und Menschenverachtung nicht akzeptieren-wir wollen mit Euch gemeinsam gegen halten

Sende uns Dein Foto & Statement an jm@makeanoise.de oder te@makeanoise.de 

Unsere ersten beiden Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind dabei. Jenny aus München und Smudo. Lasst uns das Internet als Ort abfeiern in dem frustrierte „Wutbürger“ keine Chance bekommen, ihre menschenverachtenden Botschaften zu nutzen, um Frustrierte zu fangen. lasst uns ein Gegenpol mit dem wichtigsten Gefühl der Menschheit bilden: Liebe!

Bundestagswahl:

Wir suchen derzeit Sponsoren. Diese Kampagne soll nicht nur online stattfinden. Die zehn besten Statements und Fotos wollen wir als Plakate drucken lassen und zur Bundestagswahl zwischen Wahlplakaten der Parteien platzieren. Wir wollen appellieren,  dass rechtspopulistische und menschenverachtende Ideologen im neu gewählten Bundestag 2017 nichts zu suchen haben. Wir wollen auch in diesem Zusammenhang an die Liebe appellieren. Wir wollen Menschen motivieren zur Wahlurne zu gehen. Nur wer wählt gestaltet und bestimmt Politik mit. Wir dürfen den „Wutbürgern“ nicht das Feld der Demokratie überlassen.

Viele weitere Aktionen sind im Rahmen der „Love Speech Therapy“ geplant. Wir werden immer wieder aktuell aufrufen und planen zudem eine intensive Aufklärungsarbeit zur Bundestagswahl. Wir nutzen „postfaktisch“ die Liebe , um Fakten zu schaffen.

Was im Rahmen der langfristig geplanten Kampagne bewirkt werden soll:

•Vermittlung demokratisch- freiheitlicher Grundwerte

• Aufklärung und Bildung zu politischen Themen

• Sensibilisierung und Förderung einer kritischen Dialogkultur

• Förderung gezielter Entlarvung populistischer Meinungsmache

• Medienkompetenz

Wir suchen Menschen die sich engagieren, die Konzepte gegen die rechten Tendenzen und den Hass im Rahmen der Kampagne „Love Speech Therapy“ mit uns gemeinsam entwickeln und umsetzen.

Geplant sind bis zum Herbst 2017:

  • Aufklärungsarbeit & Workshops an Schulen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern (verschiedene Themen)
  • Aufrufe zur Bundestagswahl/ Wählen gehen!
  • Informations- Flyer zum Wahlsystem/Bundestag
  • Geplant sind verschiedene kleine Veranstaltungen unter dem Dach „Love Speech Therapy“- Informationen folgen

Wir sind für Partnerschaften und Kooperationen offen und freuen uns über eine etwaige Unterstützung und Kooperationen. 

 

Hackerangriff überstanden – Neustart in 2017 – 2016 abgehakt (nicht ganz)

Zunächst einmal bedanken wir uns bei unserem ehemaligen Vorstandsmitglied des Vereins „Laut gegen Nazis e. V.“ Sebastian Mietzner, der uns diese neue Homepage im Rahmen eines Sponsorings seiner Agentur „MediaCarePartner“  mediacarepartner  kostenlos ermöglicht hat. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden erhöht und können Hackerangriffen wohl Stand halten. Wir bedanken uns bei allen Facebook Userinnen und Usern, die uns über diesem Wege viel Hilfe angeboten haben, um unsere Seite wieder an den Start zu bringen. Die Reaktionen auf die Meldung, dass wir nach dem Zerstören unser Homepage „offline“ waren, waren für uns eine Stärkung, alles dafür zu tun schnell wieder alle Informationen zu unserer Arbeit zu veröffentlichen. Ein wenig wird es allerdings dauern, bis wir den Schaden wieder wett gemacht haben.

2016 für alle und auch für uns kein gutes Jahr & der „Hass im Netz“ bleibt

Im November 2015 gewannen wir wohl einen der wichtigsten Internetriesen für eine Tournee namens „Counter Speech Tour 2016“, Facebook Deutschland. Daraufhin folgte ein Sponsoring welches einen Teil der Kosten abdecken sollte. Weitere Sponsoren stiegen ein. Eine Gesamtkosten-Deckung erreichten wir am Ende nicht wirklich. Wir hatten die Hoffnung, die erfüllt wurde, den ehrenamtlichen Helfern in den Unterkünften für Schutzbedürftige, den Initiativen in Orten mit einem Naziproblem wie Freital/Sachsen ein Forum zu geben und jene öffentlich zu unterstützen.

Die Medienwirksamkeit dieses Projektes erreichte mehrmals große Höhepunkte. Renommierte Redaktionen aus sämtlichen Sparten (TV, Internet, Rundfunk, Print) berichteten stets über sämtliche Entwicklungen. Über vier Monate lang waren wir allseits präsent. Wir hofften, dass wir nachhaltig auf Gegenmaßnahmen zu dem „Hass im Netz“ aufmerksam machen konnten. Zu all den Hasskommentaren und der Entwicklung die noch bis zum Sommer 2016 Thema waren. Dann kamen die Fußball-Europa Meisterschaft, die Sommerferien, Olympia und schon war gefühlt all das was wir anstossen wollten, vergessen. Facebook unterstützte uns bis zum Ende der Tournee (Mai/Juni 2016). Das Sommerloch riss nicht nur wirtschaftlich ein großes Loch in unsere Arbeit. Wir hatten das Gefühl, das noch Monate zuvor wichtige Thema, die Gegenmaßnahmen zum „Hate Speech“ immer weniger Bedeutung gewann. Wir versuchten und versuchen immer wieder das Ganze zu beleben, wendeten uns an die Internetgrößen, an das Justizministerium und irgendwie konnten wir trotz des Erfolges des ersten Halbjahres nicht mehr punkten. Aber, wir geben natürlich nicht auf. Aus diesem Grunde starten wir am 01. März 2017 eine nächste  eigene Kampagne namens „Love Speech Therapy“ . Alle vorläufigen Informationen finden sich hier. www.lautgegennazis.de/portfolio-item/love-speech-therapy/

Das zweite Halbjahr 2016 war eines der schwierigsten seit Bestehen von „Laut gegen Nazis“ (seit 2004) – doch jetzt starten wir eben richtig durch. Dies verdanken wir vor Allem „Die Fantastischen Vier“ , die uns wirtschaftlich seit Jahren und vor Allem seit dem Winter 2016 wieder wirtschaftlich unterstützen.

 Rechte Hetzer und Populisten seit 2016 noch stärker auf dem Vormarsch

Das Klingt wie ein Nazi-Jargon. Ist es auch. Genau diese Formulierung beschreibt das ständige Wachsen rechten Gedankengutes nach alten Mustern. Abgesehen von der AFD, die 2016 mit hohen Stimmenanteilen in Landtage einzog, knicken demokratische Parteien in Deutschland ein und übernehmen deren Forderungen. Alltagsrassismus und „Rechter Terror“ sind 2016 und 2017 inzwischen wieder Alltag geworden. Keiner der sich aus der Bundespolitik verantwortlich zeichnen könnte übernimmt eine massive Gegenbewegung zu dem allseits entstehenden Hass und der Menschenverachtung.

Klar gibt es sehr viele Menschen die sich gegen diesen Trend stellen, aber Politik und Medien bieten hier momentan wenig Foren und Unterstützung. Hier nützen keine Fördermittel für Initiativen allein, sondern unterstützend zu diesen Mitteln fehlt der Mut, in gewissen Positionen endlich aufzustehen und aufzuschreien. Eine Normalisierung findet statt, die alle großen populären Mahner nur erstarren lassen kann.

Gleichgültig wird der Tod von Menschen an den Grenzen Europas hingenommen. Ein tausendfacher Tod, der politisch positiv dargestellt wird in einer Region dieser Welt die im Reichtum schwimmt. Europa! Dieser Trend hält an. Die Aggressivität in der Zivilgesellschaft steigt nicht nur in Deutschland, sondern überall dort, wo Menschen mit Ängsten durch Rechtspopulisten gewonnen werden. Ängste die uns im Gegensatz zu all dem was um uns herum passiert, völlig absurd sind.

Fakt ist, wenn wir diese Entwicklungen nicht drehen und stoppen, wird das Jahr 2017 ein absolut gefährliches Jahr für diese Welt. Wer die erste Pressekonferenz des neuen Präsidenten der USA Donald Trump heute verfolgt hat, der muss eigentlich vor Angst erstarren, bei dem was da auf uns zukommen könnte. Wir glauben und hoffen jedoch, dass die Amerikaner nicht alles zulassen werden, was dieser Mann via Twitter und sonstigen medialen Mitteln von sich gibt.

Dabei dürfen wir eines nicht vergessen. Dieser Mann wurde nach der Wahl von Rechtspopulisten in der Welt gefeiert. Auch hier in Deutschland.

2016 eben kein gutes Jahr! 2017 wird der Bundestag gewählt. Wir bleiben unbequem!

J.M. für LGN

Erfolgreicher Rechtspopulismus entsteht durch Sprache und Gestik

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Foto: zeitklicks.de

Wir neigen im Moment dazu das „Social Media“ als Hauptgrund für den Rechtsruck in der Gesellschaft zu sehen und zu erkennen. Eigentlich ist es jedoch eine alte Geschichte. Wer Hass schüren will betreibt Polemik und verwendet eine Rhetorik, die den Nazis von damals gleich kommt. Als Symbol hierfür steht Joseph Goebbels der es mit seiner perfiden Nutzung von Medien und einer starken geschickt eingesetzten Körpersprache geschafft hatte, Menschen aufzuwiegeln und den Hass salonfähig zu machen. Leider so überzeugend, dass 12 Jahre Diktatur folgten, bei der Krieg und Massenmord die Folge waren. Erfolge der hasserfüllten Rassisten und Nationalisten entstehen durch den gezielten Einsatz der Sprache und der Gestik. Goebbels wurde zum Vorbild vieler Demagogen. So rutschte selbst einem der der bekanntesten Werber in Deutschland vor einigen Jahren einmal heraus, Goebbels könnte ein Vorbild für eine erfolgreiche Werbung sein, da dieser die Leute mit riss und ihnen ein gutes Gefühl der eigenen Sicherheit gab?
Der Propagandaminister der Nazis hatte es damals geschafft die Mehrheit in Deutschland hinter sich zu bringen. Mit dem Schüren von Hass und der gleichzeitigen Beruhigung, dass die Nazis dies alles in den Griff bekommen und viel besser machen würden. Während des Krieges forderte er von den Deutschen den „Totalen Krieg“. Jubel und Begeisterung trotz zerstörter Städte und des großen Leids des Krieges in der Bevölkerung, waren zu hören und zu sehen. Noch während des so genannten „Unterganges“ waren Menschen von einem bzw. Hitlers „Endsieg“ überzeugt.

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Foto: Einer der größten Nachahmer von Goebbels ist Björn Höcke/ www.web.de

Die Nachahmer von Goebbels tummeln sich geradezu in rechtsextremistischen, rechtspopulistischen europäischen Parteien. Sie wirken eher lächerlich , sind aber brandgefährlich. Diese neuen Hetzer zählen sich zu einer Elite und zur intellektuellen Szene. Sie nehmen mit einem anderen Erscheinungsbild ihre Wirkung auf, nicht in Uniform, im Anzug und Kostümchen.  Sie wollen „Wutbürger“ beruhigen die sie vorher genügend angestachelt haben. Blickt man in Parteiprogramme wie dem der AFD, stellt man eine Leere fest. Angelehnt an altes Nazigedankengut.  Sie kommen als Retter vor dem Untergang des Abendlandes her und reißen ihre Mitläufer mit. Diese scheinen sich für wahre Inhalte nicht besonders zu interessieren. Sie hören die Phrasen und das gefährliche Anheizen der Goebbels Kopien. Allzu oft werden diese rassistischen, antisemitischen Wortführer von dem Establishment und gebildeten Menschen nicht ernst genommen. Genau dies ist aber auch ein Problem. Wer hätte Trump vor einigen Monaten schon ernst genommen? Erst in der Wahlnacht kam der Schock, der eigentlich vorauszusehen war. Trump reihen wir bei den Rechtspopulisten ein und obwohl dieser rhetorisch nicht gerade glänzte, sondern mit Wut, Hetze und schwachen Plattitüden werkelte, wird dieser Mann im Januar der Präsident des mächtigsten Landes der Welt.  Ja, wir haben zu Beginn des Wahlkampfs auch über ihn gelacht, bis uns schließlich jenes im Halse stecken blieb.

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Foto: Donald Trump auch mit klaren Vorbildern / www.web.de

Die Sehnsucht nach starker Führung und einem neuen sorgenfreien Leben vieler Menschen, wird von den rechten Demagogen auf dieser Welt genutzt. Sie schüren Ängste die in Wirklichkeit nicht mal vorhanden sind. Sie spielen geschickt damit, den Menschen zu erzählen, dass sie in einer Demokratie keine Chance haben. Sie sind die Lösung für den Frust und suchen Schuldige. Diese Schuldigen sind die Menschen die alles verloren haben und Schutz suchen. In Amerika, in Europa, in Deutschland-eigentlich überall. Wir gehen weiter,diese rechten Demagogen sind die hässlichen Fratzen und die Verkörperung eines alten Geistes der immer stärker wird. Sie sind machtgeil und haltlos. Sie gehen über Leichen und suchen sich Opfergruppen auf die sie dann die Meute hetzen. All das haben wir in Deutschland schon einmal gehabt und irgendwie haben wir nicht draus gelernt. Wir lassen diesen alten Geist wieder wachsen. Fast ungeniert. Mit der Entschuldigung, dass die heutige Generation für die alte Nazi-Generation ja nichts kann.

Kurse für Körpersprache und Rhetorik werden viele Politikerinnen und Politiker sicherlich in Anspruch nehmen. Kein Zweifel, dass viele Gesten während einer Rede eingeübt sind. Dies sicherlich auch parteiübergreifend. Letztendlich ist das Wichtige jedoch, was man vermitteln will. Diktatoren der Geschichte und ihre Handlanger haben bewiesen wie Menschen beeinflussbar sind. Zu einer betonten Körpersprache kommen die Gestik und der Ton. Goebbels ist für uns das beste Beispiel. Eigentlich ein kleiner Mann, der bei seinen Reden groß wurde oder sich so darstellte. Sein Führer übte seine Reden vor dem Spiegel. Beide verfehlten die Wirkung nicht. Meist werden Menschen durch Rechtspopulisten heutzutage erst einmal aufgewiegelt. Die Ängste und dafür scheinbare Lösungen zu erfinden, ist die Strategie die meist erfolgreich ankommt.

Hierzu nutzen diejenigen die Hass schüren Enttäuschungen der Bürgerinnen und Bürger, die Wut gegen die existierende politische Landschaft, die Angst vor dem Fremden und nicht zu vergessen die Erklärung, man gehöre zu einer besonderen Gattung Mensch, denen andere alles entreissen wollen. Gerade hier in Deutschland war die so genannte „Flüchtlingskrise“ zu Beginn des Jahres die Argumentationslinie für rechte Polemiker und Rassisten, die mit ihrer Angstmacherei große Teile der besorgten Bürgerinnen und Bürger erreichte.  Ein Nährboden, den wir heute überall zu spüren bekommen. Im Internet leben sich diejenigen die sich von all der rechtspopulistischen Polemik hinreißen liessen derzeit richtig aus. Kein Phänomen. Hasskommentare entstehen nicht nur durch Social Media, sondern durch Menschen,die diesen Hass im realen Leben transportieren und in unseren Medien immer mehr Beachtung finden. Hierzu braucht es geschulte Hassprediger die gekonnt Sprache und Gestik einsetzen, um mitzureißen.

Ob die Lösungen die die AFD beispielsweise oder andere europäische Parteien in irgendeiner Form Relevanz haben, ist schier unwichtig. Einmal auf die Phrasen der Rechten aufgesprungen, ist das Gedankengut meist in den Köpfen verpflanzt. Nur so ist zu erklären, warum PEGIDA, die AFD und auch damals die NPD so große Aufmärsche und Veranstaltungen in Deutschland hinbekommen haben. Unsere Aufgabe sollte darin bestehen die symbolische Maske der rechtspopulistischen angeblichen Volksversteher mit Argumenten und beherzter Aufklärung herunter zu reißen und den Menschen zu zeigen, wem sie Glauben schenken.

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Foto: Nazis provozierten Straßenkämpfe in der Weimaer Republik.Durch eine immer größer werdende Präsenz, erlangten sie immer mehr Macht- heutzutage tummeln sie sich zuhauf im Internet.

Wir steuern gerade auf eine Zeit zu, die nichts Gutes bedeuten kann, wenn wir offene Menschenverachtung, Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus wieder zulassen. Die Entwicklung in der Weimaer Republik muss uns doch allen zu denken geben. Hitler wurde, als er empor kroch zunächst von Demokraten belächelt. Als Spinner und Fantast. Als man ihn letztendlich ernst nehmen musste, war er schon längst an der Macht. Mitläufer und die damaligen „Wutbürger“ rannten mit.

Fazit: Wir sind gefordert endlich gegen diese Entwicklungen zu agieren. Die rechtspopulistische AFD, deren Vorsitzende Petry das Wort „völkisch“ positiv besetzen möchte und im Hofbräuhaus (einer von Hitlers ersten Wirkungsstätte) sich feiern ließ, genau diese AFD wird wohl nach allen derzeitigen Prognosen 2017 in den Bundestag einziehen. Sie sitzt zudem bereits in neun Landtagen als Opposition. Das ist nicht mehr witzig, nicht zu belächeln und sollte uns den nötigen Ernst verschaffen, aufzustehen.

JM für LGN

Die „Counter Speech Tournee 2016“ vom 27. April bis zum 04. Mai war nicht nur medial ein großer Erfolg. Sie stärkte vielen Menschen den Rücken und weckte Emotionen!  

13177292_10150946913239945_7415707752805624877_nEin Team aus drei Leuten plante bereits im Oktober 2015 eine Tournee zu den Flüchtlingsunterkünften und Initiativen die sich täglich gegen rechtes Gedankengut engagieren. Wir wollten zu denjenigen die während der so genannten Flüchtlingskrise und der Zeit in der Bundeskanzlerin Merkel „Wir schaffen das““ ausrief, sich ehrenamtlich weit über die Maße eines normalen Engagements aufrieben. Die Menschen die den zu uns kommenden Schutzbedürftigen aus Kriegsgebieten eine seelische, moralische und auch materielle Stütze geben. Die Menschen die ihre Zeit gaben und geben, damit Menschlichkeit in diesem Lande nicht nur ein Traum bleibt.

Die Tournee: +++ 27.04. Passau +++ 28.04. Köln +++ 29.04. Münster  +++ 02.05. Freital +++ 03.05. Wismar +++ 04.05. Flensburg +++

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Foto: Pressekonferenz zur „Counter Speech Tournee 2016/Hamburg-Januar

Die Namensgebung der Tournee entstand durch das massive Problem der „Hassreden“ im „Social Media“, insbesondere Facebook stand damals im Fokus der Öffentlichkeit und der Justiz in Deutschland. Einberufene Task Forces des Justizministeriums motivierten Facebook, YouTube, Twitter und Co. letztendlich zu größeren Handlungen. Unsere Tournee sollte die Gegenargumentation zum Hass auf die Straße bringen. Eben das Prinzip „Counter Speech“, welches von Facebook als adäquates Mittel gegen Hasskommentare forciert wird. Nach Absprache mit Facebook Deutschland entstand so der Name. Das Unternehmen trat als Sponsor auf. Die Kosten für die Tournee verwalteten wir eigenständig und bekommen diese noch heute zu spüren. Ca. 70 % der Gesamtkosten wurden von Facebook übernommen. Trotz weiterer Sponsoren müssen wir  heute immer noch ein Defizit feststellen. Dank der Janosch AG , Warner Music und vielen weiteren Unterstützern sind wir nun bis zum Winter gekommen und bauen neue Projekte und Konzepte auf. Derzeit befinden wir uns mit „Die Fantastischen Vier“, unseren jahrelangen Unterstützern auf bundesweiter Tournee, um neue Budgets zu erwirtschaften.

Unsere beiden Headliner für die Tournee: „Leslie Clio“ und „Khebez Dawle“

Die Stimmung kippte vor dem Tourstart

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Foto: Grenzzaun – Ostgrenze Europa www.migazin.de

Als wir am 27.04.2016 in unserer ersten Tourneestadt Passau ankamen, wurde uns klar, dass wir schon ein kleines bisschen zu spät dran waren. Seit Wochen gelangten keine syrischen Schutzbedürfigen mehr in die bayrische Stadt. Die Unterkünfte waren schon leer. Die Menschen die dort im Herbst über Österreich nach Deutschland kamen, waren schon im Bundesgebiet verteilt worden. Wir arbeiteten mit der wunderbaren Initiative „Passau verbindet“ zusammen, die sich auf der Open Air Veranstaltung bei 5 Grad und Schneeregen wacker präsentierten und uns logistisch stark unterstützten. Diese berichtete von dem Herbst 2015. Von der Nacht in der 8.500 Menschen nach Grenzöffnung in die Stadt strömten. Sie berichteten uns von dem wunderbaren Engagement der meisten Passauer die alles darum gaben den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben.

„Passau verbindet“ hatte unsere gemeinsame Veranstaltung trotz der vorhergegangenen Unterstützungsabsage des Passauer Bürgermeisters an uns mit getragen. Auf  der gesamten Tournee trafen wir anschließend in allen Städten auf so viele tolle Menschen, die Schutzbedürftige unterstützen und ihnen ein Leben lebenswerter machten. Ohne große Politik, ohne staatliche Mittel. Unser Anliegen diese Menschen moralisch mit der „Counter Speech Tournee“ zu unterstützen, war allerorts gelungen.

Unvergessene Momente in Wismar und Münster

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Foto: Wismar 03.Mai 2016 – Gedenkminute für Aleppo

In Münster kehrten wir am 29. April 2016 in der größten Flüchtlingsunterkunft der Region ein. Dank des ASB werden und wurden die Menschen dort wunderbar betreut. Unser Konzert war ein Rahmenprogramm für all die Hilfe die den syrischen Schutzbedürftigen hier zuteil kamen und kommen. Der Moment, als die syrische Band „Khebez Dawle“ die Bühne betrat, bleibt für uns unvergesslich. Ein Stück Heimat derer die vor dem Tode und Krieg flohen stand nun dort und gab ein Konzert. Wir sahen glückliche Gesichter und viele Tränen im Publikum. Dies waren die Momente, die uns für unsere Tour bestärkten. Diese Tournee haben wir für die Menschen und nicht für die Sponsoren veranstaltet. Auch die mitreisende „Leslie Clio“ schien gerührt. Enno Bunger, der nur in Münster zugegen war, war gerührt und beeindruckt, welch Freude und Glücksgefühl Musik schaffen kann. Eines dieser unvergessenen Tage in einer Zeit, in der die Stimmung der Willkommenskultur in Deutschland durch Rechtspopulisten sich gerade stark veränderte. Eine Zeit in der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte wieder bereits zahlreich stattfanden. Eine Zeit in der Europas Grenzen wieder geschlossen wurden.

14291635_10151014661484945_8578995659479980474_nFoto: Gedenkminute für Aleppo am 03.Mai 2016 in Wismar

Dieser Moment in Wismar ist und bleibt unvergesslich. Menschen deren Familienangehörige damals noch in Aleppo lebten, also mitten im Krieg, gedachten auf unserer Veranstaltung ihren Lieben in dieser von Bomben und Krieg zerstörten Stadt. Die Halle war still. Alle Anwesenden dürften Gänsehaut gehabt haben. Dies war merklich. Auf einmal war dieser unnötige bittere Krieg und diese Stadt auf unserer Tournee angekommen. Ein Moment den wir nie vergessen werden. Ein Moment, den wir allen Wutbürgern und rechten Denkern gerne ins Hirn gebrannt hätten. Keine Show. Nein. Hier haben wir die Gefühle dieser Menschen hautnahe erlebt. Männer, Frauen, Kinder und viele der Beteiligten brachen in Tränen aus. Ein Symbol für die Unsinnigkeit von Kriegen. Ein Symbol für die Menschen die alles verloren haben und um ihre in Aleppo hinterlassenen Familien bangten und und an sie gedachten. J. M. für LGN

Was wir in Freital bewegen konnten, berichten wir im 4. Teil unseres Jahresrückblicks. Von einem Bürgermeister und vielen wunderbaren sächsischen Initiativen, die sich den Nazis in ihrem Ort entgegenstellen.

 

 

Foto: Pressekonferenz im Januar 2016 in der Superbude Hamburg -

Foto: Pressekonferenz im Januar 2016 in der Superbude Hamburg –

 

„Counter Speech Tournee 2016“ – emotional von Beginn an – der Anfang wurde mit einer Pressekonferenz in Hamburg gemacht

Auf Druck des Justizministeriums bewegte sich im Herbst 2015 einiges zum Thema „Hassreden“. Das Unternehmen Facebook setzte damals auf das Konzept des „Counter Speech“. Die Idee der Argumentation gegen den Hass im Netz. Aufgefordert sind Userinnen und User sich dem Hass im Social Media in den Kommentarleisten vor Allem bei Facebook entgegenzustellen, um die die Hass und Menschenverachtung im Netz verbreiten, auszuhebeln. Klingt einleuchtend und nach einer Maßnahme die vielversprechend sein könnte. Nur, die Userinnen und User müssen hier aktiv werden und die die „Hassbotschaften“ verbreiten müssten von den Gegenargumenten gestoppt werden. Damals fanden wir die Idee klasse und hatten die Idee, genau jenes Konzept auf die Straße zu bringen. Wir planten die emotionalste Tournee die wir seit zwölf Jahren veranstalten sollten. Im Jahresrückblick – Teil 3, werden wir auf jene Tage im April/Mai 2016 zurückschauen.

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Hier möchten wir zunächst auf unsere Pressekonferenz zu Beginn des Jahres 2016 in der Superbude -Hamburg zurückschauen. Diese hatte es in sich. Wir stellten zum Einen unseren neuen Spot zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ gemeinsam mit „Kolle Rebbe“ und der Bundesliga Stiftung unspektakulär vor, nachdem wir mit Eva-Maria Kirschsieper (Facebook Deutschland), Smudo (Die Fantastischen Vier) und dem Sänger der syrischen Band „Khebez Dawle“ Anas Maghrebi die „Counter Speech Tournee“ umfangreich erklärten. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass die übliche Fragerunde nach dem Podium schnell ein ganz anderes Thema in den Mittelpunkt schob. Die Redaktion von Panorama, Deutschlandfunk und ZAPP (NDR) waren vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine offiziellen Informationen darüber, wie viele Mitarbeiterin und Mitarbeiter zur Löschung von Hasskommentaren und menschenverachtenden Profilen von Facebook eingesetzt werden. Erst heute konnten wir in einem Artikel von „meedia“ genauere Daten entnehmen: „Die Süddeutsche Zeitung hat mit einem Insider-Report über die Zentrale des Facebook-Aufräumdienstes in Berlin einen Scoop gelandet. Doch was die 600 Arvato-Bediensteten beim Sichten von Hasskommentaren und Horrorvideos täglich durchleben, ist nicht neu. Schon vor zwei Jahren berichteten US-Medien detailliert aus dem Innenleben der Dienstleister im Auftrag des weltgrößten Sozialen Netzwerks.“

Auf unserer Pressekonferenz lenkte dieses Thema von unserem eigentlichen Ansinnen ab. Der NDR-Redakteur nahm Facebook über sechs Minuten lang in ein Kreuzverhör. Dies hatte zur Folge, dass einige im Auditorium hungrig nach Informationen wurden. Damals hatte Facebook noch keine offiziellen Angaben zu Maßnahmen betreffend der Löschung von Hassreden und menschenverachtenden  Inhalten gemacht. So kam es letztendlich zum Eklat, der eine Woche später nach einer Ausstrahlung des NDR Magazins „ZAPP“ durch sämtliche Medien geisterte. Smudo hatte eine spontane Reaktion gezeigt und kommentierte in Richtung Eva-Maria Kirschsieper, nachdem bei diesem Kreuzverhör auf der PK alle etwas ratlos waren und der verbale Austausch zwischen Redakteur und Facebook kein Ende nahm.

Hieraus resultierten unangenehme Headlines wie: „Smudo treibt Facebook in die Enge“ (laut.de) , „Hasskommentar-Debatte: Smudo bringt Facebook-Sprecherin zum Stottern“ (sueddeutsche.de) und vieles mehr konnten wir lesen. Journalistisch korrekt veröffentlichte der NDR die Headline: „Facebook: Freundlich aber verschlossen“

Die Pressekonferenz stand sehr schnell in einem anderen Licht. Das grundsätzliche Problem der Unternehmensverantwortung von Facebook wurde wochenlang zum Thema. Smudo stellte sehr schnell klar, dass seine Bemerkung kein persönlicher Angriff war, jedoch auch er sich natürlich dafür interessiert wie Facebook nun mit dem Thema umgeht. Die Wogen waren zumindest hier schnell erst einmal geglättet. Facebook Deutschland sponserte die Tournee die nach ihrem Prinzip „Counter Speech“ benannt wurde, nicht voll und ganz.

Die „Counter Speech Tournee 2016“ startete am 27. April 2016 in Passau. Hierzu morgen mehr.

NDR/ZAPP TV-Beitrag: www.ndr.de/nachrichten/netzwelt/facebook,facebook1504.html

Die Fragerunde nach dem Podium: www.youtube.com/watch