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Keine Plakatflächen & wenig Sponsoren zwingen uns die „Love Speech Therapy“- Plakataktion zu verschieben!

-Wir wären nicht wir, wenn wir uns davon beeindrucken lassen-

Ca. 800 Einsendungen haben wir von Euch erhalten, knapp 700 Statements und Fotos sind in das Rennen gegangen. Wir hatten das Ziel fünf Medienstädte mit den zehn besten Einsendungen, professionell layoutet kurz vor der Bundestagswahl mit Plakaten auf die Straße zu bringen. Eine Produktion der Plakate können wir momentan nicht finanzieren (mangelnde Sponsoren). Der T-Shirt Verkauf reicht nicht aus, um ohne Risiko die Kosten zu tragen. Abgesehen davon sind sämtliche Plakatflächen mit Partei-Plakaten und den üblichen Großkunden gebucht. Lassen wir uns davon unterkriegen? Nie im Leben! 800 Menschen haben uns ihr Vertrauen geschenkt und genau das werden wir nicht enttäuschen. Vor Allem wollen wir mit Euch ein Zeichen setzen!

 Ihr seid die wichtigsten – Zusammen können wir etwas bewegen!

Ab dem 10. September 2017 könnt Ihr bereits online voten

Abgesehen davon, dass wir alle Informationen zur Bundestagswahl ab dem 01. September 2017 veröffentlichen werden, seid Ihr gefragt. Vom 04./bis zum 24. September 2017 werden wir Eure Statements auf Facebook präsentieren www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/ . Wir veröffentlichen täglich 35 Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ihr werdet aufgerufen, die Statements zu „liken“. Die 40 Statements mit den meisten „Likes“ gehen in das Rennen. Zuviel Arbeit für Euch? Nein. Diese 700 Menschen haben etwas zu sagen und rütteln wach. Nachdenklich, provokant, bunt, rührend und fordernd. Wir würden uns freuen, wenn Ihr jene unterstützt, die dieses Land und diese Welt mit Liebe und Vielfalt erhalten wollen. Der Aufruf an die ca. 195.000 Fans von „Laut gegen Nazis“ bei Facebook www.facebook.com/istlaut/ wird zum Start der Voting-Aktion erfolgen. Selbstverständlich leisten wir zeitgleich Pressearbeit und werden alle Tools nutzen, die man heutzutage nutzen muss.

Zeitgleich gehen wir auf die Suche weiterer Partnerinnen und Partner, die die Wirtschaftskraft haben, die Plakataktion mit uns gemeinsam umzusetzen!

Timeline:

04. September 2017 – Start der Online Voting Aktion bei www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/

24. September 2017 – Ende de Online Votings

06. Oktober 2017 – Vorstellung der besten Statements (von den Userinnen und Usern ermittelt)

20. Oktober 2017 – Bekanntgabe der besten 10 Statements (Ermittelt durch unsere Jury)

03. bis 07. November 2017 – Fotoshootings mit den besten 10 Statement Geberinnen und Gebern (Fotograf S. Mietzner)

15. bis 30. November 2017 – Professionelle Erstellung der Plakatlayouts durch Lena Winkel www.lenawinkel.com 

01. bis 15. Dezember 2017 – Produktion der Plakate (2.500 Stück)

13. bis 27. Januar 2018 – Plakatieren von jeweils 500 Plakaten in fünf Großstädten (Hamburg, Berlin, Köln, München, Dresden)

Der 27. Januar ist der „Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz“ – Gegen das Vergessen!

Wenn Ihr uns direkt unterstützen wollt-könnt Ihr dies hier tun:

www.seedshirt.de/liebeiststaerker

 

 

 

 

 Foto: www.mittelbayerische.de

Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Leonhard F. Seidl (41) ist seit 2012 Pate zweier Schulen für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Auch darum stellt er sich hinter die Schulleiterin des Gymnasiums Dorfen. Sie hatte eine eine von Schüler*innen organisierte Podiumsdiskussion aufgrund der Teilnahme der Jungen Alternative für Deutschland abgesagt. Lediglich eine andere Vorgehensweise hätte er sich gewünscht.

 Niemand würde Neonazis in eine Schule einladen

Leonhard F. Seidl

 

In der Sache hat die Rektorin des Gymnasiums Dorfen Frau Andrea Hafner absolut richtig gehandelt: die Podiumsdiskussion abzusagen, an der auch die Jugendorganisation der AfD, der Jungen Alternative (JA) hätte teilnehmen sollen. Hatte sie sich doch mit ihrer Unterschrift verpflichtet, einen Auftritt derer zu verhindern. Genau wie siebzig Prozent »aller Menschen, die in … (dieser) Schule lernen und arbeiten (SchülerInnen, LehrerInnen, Verwaltungs- und technisches Personal)«. Sie hatten die Selbstverpflichtungserklärung des europaweiten Netzwerkes von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC) unterzeichnet, dessen Titel das Dorfener Gymnasium trägt. Weiter verpflichtete sie sich und damit die Schule dazu, »…wenn an meiner Schule Gewalt oder diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden …«, sich dagegen zu wenden.

Denn Teile der Jungen Alternative sind nicht nur gewaltbereit und rassistisch, sondern haben auch personelle Überschneidungen mit den Rechtsextremen der »Identitären Bewegung « (IB). Trotz des Unvereinbarkeitsbeschlusses der AfD vom Juni 2016, der dies theoretisch ausschließt. Verwunderlich ist dies nicht. Bezeichnete der bayerische AfD Vorsitzende Petr Bystrono die IB als »tolle Organisation, eine Vorfeldorganisation der AfD« bezeichnet und wird seitdem vom Verfassungsschutz beobachtet. So saß das Vorstandsmitglied der JA, Jannik Brämer am Steuer eines Wagens, als Mitglieder der IB im Mai das Justizministerium stürmten. Dabei soll er einen Polizisten angefahren haben, weswegen er mit dem Vorwurf der schweren Körperverletzung mit mit einem Haftbefehl nach ihm gesucht wurde. Dies sind nur einige von vielen Beispielen der Verstrickung der JA mit der rechtsextremen IB. Jene verstecken ihren Rassismus wie die gesamte neue Rechte geschickt. Ihr sogenannter »Ethnopluralismus«, auch »Rassismus ohne Rassen« genannt, verwendet vereinfacht ausgedrückt, anstelle des Begriffs der »Rasse« den Begriff der »Identität«. So dürfe sich die »Identität« nicht mit Gruppen und Kulturen vermischen, weil sie ihre, die eine »Rasse« als hochwertiger erachten. Was den Schülern der 12. Klasse vermutlich so oder so ähnlich aus dem Geschichtsunterricht bekannt vorkommen dürfte. Darum ist auch Absage der Jusos nur als folgerichtig anzusehen, in der sie begründen, dass die JA »offenkundig rechte Hetze betreibt und menschenverachtende, nationalistische und rassistische Positionen vertritt«.

Die Reaktion der Schüler*innen, deren Podiumsdiskussion nun »verboten« wurde, ist allerdings auch nachvollziehbar. Aber der Schulleiterin einer Schule  ohne Rassismus – Schule mit Courage aufgrund dessen vorzuwerfen, sie habe keine Courage, »besagten Konflikten offen zu begegenen und das Risiko für eine wirskame politische Erziehung von Kindern und Jugendlichen einzugehen« ist falsch. Denn sie war sich mit ziemlicher Sicherheit darüber im Klaren, dass ihre couragierte Entscheidung einen Sturm der Entrüstung hervorrufen würde. Und die AfD bzw. die JA versuchen wird, sich zu einem Opfer zu stilisieren. Was schon geschehen ist, wie der Kommentar des Münchner Merkur Journalisten Toni Renner auf Facebook zeigte, der die AfD auf Facebook als »demokratische Partei« und von der »ultralinken Juso-Moralinstanz« spricht. Vermutlich nicht zuletzt, da die AfD und damit auch die JA es die letzten Jahre geschafft haben, sich ein demokratisches Deckmäntelchen, durch ihre wohldurchdachte Taktik umzulegen. Denn viele haben immer noch das Bild der glatzköpfigen, besoffenen Neonazis mit Springerstiefeln vor sich. Und keine intelligenten, hippen, jungen Menschen, deren Menschenbild in seiner Abscheulichkeit dem der Neonazis in nichts hinterhersteht. Was sich zuletzt offenbarte, als die IB Geld für eine Schiffsflotte sammeln wollte, um Rettungsschiffe für Geflüchtete im Mittelmeer zu stören. Angesichts Tausender ertrunkener Geflüchteter nicht weniger menschenfeindlich als ein Brandanschlag auf ein Haus mit Migrant*innen. Wie 1992 und im darauffolgenden Jahr in Mölln und Sollingen geschehen, als insgesamt acht Menschen, Kinder und andere Familienmitglieder starben. Niemand würde auf die Idee kommen, Neonazis zu einem Podiumsgespräch in eine Schule einzuladen.

 

Allerdings wäre wünschenswert gewesen, dass die Schulleiterin mit den Schüler*innen und Schülern, welche die Veranstaltung organisiert haben, bespricht, ja sogar diskutiert, weshalb der JA kein Podium in einer Schule geboten werden sollte. Nicht zuletzt, weil es in der Selbstverpflichtungserklärung von SOR-SMC heißt: » … Und (ich) setze mich (bei rassistischen Äußerungen) dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.« Genau so, wie man seinem Kind erklären sollte, warum man anderen Kindern nicht weh tut. Was auch die Chance erhöht, dass aus ihnen später tolerante Menschen werden, denen die Freiheit aller Menschen am Herzen liegt. Unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe.