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AFD heiratet PEGIDA! In Kandel marschierten 4.000 Wutbürger und Nazis gemeinsam mit der AFD! Ca. 500 Gegendemonstranten  _ Anmelder der rechten Veranstaltungen möchte diesen Spuk monatlich „manifestieren“!
Foto: 2009 – erster großer Protest und Zusammenschluss der Zivilgesellschaft gegen die damaligen Naziaufmärsche rund um den 13. Februar
Seit 18 Jahren versuche ich persönlich Aufklärungsarbeit gemeinsam mit “Laut gegen Nazis” zu leisten. Die Entwicklung war abzusehen. Die Entwicklung, dass rechtsextremistisches Gedankengut sich salonfähig gestalten wird. Es wird Zeit “denken zu gehen”. Ende 2014 versammelten sich in Dresden bis zu 25.000 Wutbürger, um gegen die “Islamisierung des Abendlandes” zu demonstrieren. Die Empörung war damals groß. Es entstanden große Gegenströme. PEGIDA verlor immer mehr an Gesicht, vor Allem das des Bachmanns. Nazis mischten sich immer dort in Dresden unter die Beteiligten und eben auch die AFD. Fast 3 1/2 Jahre später besiegeln AFD und PEGIDA eine Zusammenarbeit. Die AFD sitzt inzwischen in 14 Landtagen, wirkt in der Kommunalpolitik und nun auch im Bundestag. Rechte Phrasen schüren Hass und Ängste. Denken wir an die Plakate der AFD bei Landtagswahlen und der Bundestagswahl, können wir schon deutlich erklären, wer rechtes Gedankengut in den Köpfen der Leute vorantreibt.
Am 17. September 2017 zog die rechtsextremistische, rechtspopulistische AFD mit 12% der Wählerstimmen in den Bundestag ein. Dies bedeutet, sechs Millionen Menschen haben diese Partei gewählt, die mit Goebbels Imitaten wie Höcke, Poggenburg oder alten Männern wie Gauland, und vielen anderen auffallen. Rechte Phrasen schüren Hass und Ängste. Nazis im Anzug, offiziell gewählt, sitzen nach 69 Jahren wieder in einem deutschen Parlament. Ein Schlag in das Gesicht für die Opfer des Nationalsozialismus, aber auch die Opfer rechter Gewalt der letzten Jahrzehnte.
Im pfälzischen Kandel marschierten heute 4.000 Wutbürger, Mitläufer und Nazis durch die Straßen. Mitgerissen schienen die Mitläufer, die sich von dem Geist der braunen rassistischen Hetzer (die das geschickt machen) inzwischen leicht beeinflussen lassen. Die Nazi-Hooligan Band Kategorie C rief ebenfalls zu diesem Spuk auf. In den Mainstream Medien konnten wir nur wenig über die Naziaufrufe zu dieser Veranstaltung erfahren. Lediglich die AFD wurde zum Beispiel im Heute Journal oder der Tagesschau als Veranstalter benannt.
Momentan scheinen viele Menschen die Haltung einzunehmen, dass man ja nicht zu viel über das Problem reden sollte. Lediglich 400 bis 500 Gegendemonstranten haben sich in Kandel gefunden. Ein Initiativenvertreter berichtete uns auch von der Angst vieler Bürgerinnen und Bürger, gegen den rechten Mob zu demonstrieren. Das kommt mir sehr bekannt vor. In Dresden beispielsweise gab es erst 2009, nachdem die Nazis bereits zehn Jahre lang jährlich rund um den 13. Februar mit tausenden Anhängern durch die Straßen marschierten eine große erstmalige Gegenbewegung. Nur durch einen breiten zivilgesellschaftlichen Widerstand und Großkundgebungen konnte nach 2009 verhindert werden, dass die Naziaufmärsche noch größere Ausmaße annehmen. Heute gibt es dort das starke zivilgesellschaftliche Bündnis Dresden Nazifrei . Die Anzahl der rechten Marschierer ist im Vergleich zu früher nur noch ein kleiner Haufen. Aber trotzdem gefährlich.
Schaue ich auf den Rest des Landes, wird die Präsenz von Nazis und Rassisten immer größer, sei es wie letztes Jahr in Themar, bei einem Großkonzert mit 6.000 Rechten die gar während des Konzertes den rechten Arm hoben und “Sieg Heil” grölten, während Polizisten Zaungäste waren, oder eben der Einzug der AFD in sämtliche Landesparlamente und den Bundestag, die es immer wieder schaffen Leute zu überzeugen. In Prognosen ist zu ersehen, dass die AFD jetzt bei Neuwahlen bei 15% der Wählerstimmen stehen.
Bei “Laut gegen Nazis” gehen inzwischen aus vielen großen und kleinen Orten Hilferufe von Initiativen ein, die wir gerne unterstützen würden. Sie organisieren Kundgebungen gegen regionale Aktivitäten von Rechtsextremisten, stehen für Menschlichkeit und wollen sich vor Ort positionieren. Bundesweit sind rechtsextremistische Gruppierungen und Lenker so aktiv, dass klar wird, wir haben ein massives Problem. Ein großes Problem ist vor Allem aber auch, dass immer mehr Menschen den rechten Hetzern Glauben schenken. Die die mitlaufen, glauben daran, dass wir eine Flüchtlingswelle erleben, die es schon lange nicht mehr gibt, weil sämtliche Grenzen Europas inzwischen dicht sind und auf der Flucht Menschen sterben. Nicht einmal 460.000 Asylanträge gab es 2017 in ganz Europa. Sie glauben jedoch Frau Storch und Frau Weidel, wenn diese Ihnen suggerieren, dass nur Kriminelle, Sexualverbrecher und Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland gelangen. Die AFD propagiert Muslime als Feindbild und spricht von einer Islamisierung. Wahnsinn!
Der größte Wahnsinn ist allerdings, dass so viele Menschen diesem braunen Müll Glauben schenken. Selbst in meinem wohl denkbar gebildeten Freundeskreis, erfahre ich inzwischen Zustimmung für rechte Phrasen, so dass ich manchmal darüber nachdenke, ob mein / unser Job einen Sinn macht. Wenn selbst Leute die früher loyal und menschlich erschienen, auf einmal AFD Phrasen nachplappern oder es gut finden, dass diese Partei ein Gegenpol in Parlamenten darstellt und man sich dort auf dem demokratischen Wege auseinandersetzen könne. Dann fange ich an zu zweifeln. Vor Allem erinnert das Ganze inzwischen an Weimaer Zeiten. Wir erinnern uns, auch die NSDAP gewann immer mehr an Zustimmung durch aggressive Parolen und geschaffene Feindbilder. Der Mechanismus scheint heute der gleiche zu sein.
Wenn diese Zivilgesellschaft hier in Deutschland und Europa nicht umdenkt, wird der Hass gewinnen. Nationales Getümmel gibt es schon genügend. Die AFD verkörpert völkisches, rassistisches Denken gespickt mit dem Gedankengut der alten Nazis.
Ehrlich gesagt muss ich mich persönlich manchmal fragen, ob ich noch Lust habe, mich immer wieder gegen diese Menschenverachtung zu stemmen. Das geht, ist mir nach vielen Gesprächen mit Menschen die das Gleiche tun klar geworden, an die Substanz. Natürlich kann ich meine Arbeit genauso wenig aufgeben, wie Kolleginnen und Kollegen.
Mir ist nur klar geworden, mit den Erfahrungen die ich in den letzten Jahren gesammelt habe: Wir brauchen wieder einen starken Gegenstrom gegen die rechten Tendenzen hier in Deutschland und Europa. Wir müssen eine in der Politik etablierte Menschenverachtung verhindern. Durch Aufklärung und Protest. So macht die Arbeit so vieler Initiativen und uns Sinn.
Ich erbitte mehr Empörung über das, was jetzt gerade passiert!
J. M. für LGN

Offizielle Pressemitteilung vom 20. November 2017

MITTENDRIN: „Musik ist die einzige Sprache, die jeder Mensch versteht, die berührt und die sich über alle Grenzen hinwegsetzt.”

In Zusammenarbeit mit „Laut gegen Nazis“ präsentiert „MITTENDRIN“ die „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2018“ und produziert das offizielle Video.

„MITTENDRIN ist ein Lied, das helfen will. Es möchte aufmerksam machen ohne zu urteilen. Es möchte zum Nachdenken anregen und Bewusstsein schaffen. Das Bewusstsein, dass wir alle in einem Boot sitzen, wir sind alle “mittendrin”. Die deutsche Singer/Songwriterin MAI hat dieses wunderbare Lied geschrieben, das nun in Kooperation mit „LAUT GEGEN NAZIS“ und zusammen mit dem Produzenten Peter Keller (u.a. Peter Maffay & Tabaluga-Chefrock Studios Hamburg) produziert wird.“

Mit der Unterstützung von weiteren tollen Künstlern und der möglichen Einbindung eines syrisch-deutschen Philharmonie Orchesters, sowie eines internationalen Kinderchors, werden wir dieses Projekt nun als offizieller Partner der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2018“ (über 1.700 Veranstaltungen 2017/bundesweit) realisieren.

Die Single wird im März 2018 veröffentlicht. Schon vor Weihnachten werden wichtige Informationen sowie ein kurzes Video veröffentlicht. Geplant ist ein Musikvideo unter Beteiligung vieler weiterer Künstler. Bestätigt sind hierfür bereits u.a der syrische Pianist und Buchautor Aeham Ahmad http://www.aeham-ahmad.com/de/ und der Liedermacher und Autor Heinz Ratz http://strom-wasser.de/ . Weitere größere Künstler werden derzeit für eine Mitwirkung am Song und für Appell Videos angefragt.

Alle Entwicklungen zum Projekt auf:

https://www.facebook.com/wirsindallemittendrin/  

www.lautgegennazis.de 

Von Mai:

„Das Bild, wie ein kleines Boot aus Papier, verpackt in Musik, den Text trägt und sich den Weg durchs Meer zu den Menschen sucht, zu den Menschen, die Hilfe brauchen und zu denen, die Hilfe geben, als Hoffnungsanker und als Zeichen, dass hier sehr wohl Menschen sind, die wahrnehmen, was da draußen passiert und nicht wegsehen, ließ mich nicht mehr los.

Es darf nicht sein, dass wir wirklich wieder wegsehen, dass wir noch immer nicht verstehen. Nicht verstehen, dass, wenn wir Menschen im Meer ertrinken lassen, sich das auch auf uns, unsere Leben auswirkt – früher oder später. Alles ist mit Allem verbunden und ich werde nicht irgendwann in die Augen meiner Tochter sehen und ihr sagen: “Ich hab von nichts gewusst, ich konnte daran nichts ändern.“ Jeder von uns kann etwas verändern, wir sind alle mittendrin und wir tragen alle die gleiche Verantwortung für das Hier, das Jetzt und das Morgen.“

https://www.facebook.com/maiwelt 

Crowdfunding www.seedshirt.de 

Motiv 1: https://www.seedshirt.de/fem-hoffnung-mittendrin

Motiv 2: https://www.seedshirt.de/me-hoffnung-mittendrin

Motiv 3: https://www.seedshirt.de/ganz-hoffnung-mittendrin

Kinder: https://www.seedshirt.de/kids-hoffnung-mittendrin

Spendenmöglichkeiten: Über Betterplace:  https://www.betterplace.org/de/projects/57747-mittendrin  

Über „Laut gegen Nazis e. V.“ / zweckgebunden:

LAUT GEGEN NAZIS E.V.

IBAN: DE 38200505501261177925

BIC: HASPDEHHXXX

HAMBURGER SPARKASSE

BETREFF: MITTENDRIN

Am 24. September 2017 wird gewählt. Die AFD gewinnt laut aktueller Prognosen in den Prozentpunkten wieder leicht dazu. Erstmalig werden Rechtspopulisten und Rechtsextremisten wieder in ein deutsches Parlament einziehen. Soviel ist wohl leider sicher. Zivilgesellschaftliches Engagement ist in dieser Zeit das wichtigste Gut, um rechten Hetzern und dem steigenden Hass etwas entgegen zu setzen. Wir bewundern seit Jahren die vielen wunderbaren Initiativen in Deutschland die sich tagtäglich für demokratische Werte und für die Freiheit des Denkens engagieren. Menschen die sich gegen all die Menschenverachtung, die sich immer mehr etabliert, stemmen. Menschen die nicht zulassen wollen, dass der Hass und Vorurteile gewinnen.

Wir haben ein sehr einfaches T-Shirt mit dem Slogan „Moin Liebe-Tschüss Hass“ produziert. Eine einfache Botschaft die sehr deutlich ist und sich bei vielen einer steigenden Beliebtheit erfreut. Sicher, wir müssen bei unserer Berichterstattung und im Social Media in die Tiefe gehen. Das tun wir. Wichtig ist jedoch auch, dass wir mit einfachen Worten gegen all diesen Populismus agieren.

Wir rufen schon jetzt in der Sommerpause zur Bundestagswahl auf und appellieren an alle: Engagiert Euch in den vielen Initiativen die in Deutschland etwas bewegen. In jeder Stadt gibt es sie. Stärkt ihnen den Rücken. Nur so kann der Hass keine Oberhand gewinnen. macht es mit Liebe!

Shirt Links:
www.seedshirt.de/moin-lst
www.seedshirt.de/liebeiststaerker

Die „Counter Speech Tournee 2016“ vom 27. April bis zum 04. Mai war nicht nur medial ein großer Erfolg. Sie stärkte vielen Menschen den Rücken und weckte Emotionen!  

13177292_10150946913239945_7415707752805624877_nEin Team aus drei Leuten plante bereits im Oktober 2015 eine Tournee zu den Flüchtlingsunterkünften und Initiativen die sich täglich gegen rechtes Gedankengut engagieren. Wir wollten zu denjenigen die während der so genannten Flüchtlingskrise und der Zeit in der Bundeskanzlerin Merkel „Wir schaffen das““ ausrief, sich ehrenamtlich weit über die Maße eines normalen Engagements aufrieben. Die Menschen die den zu uns kommenden Schutzbedürftigen aus Kriegsgebieten eine seelische, moralische und auch materielle Stütze geben. Die Menschen die ihre Zeit gaben und geben, damit Menschlichkeit in diesem Lande nicht nur ein Traum bleibt.

Die Tournee: +++ 27.04. Passau +++ 28.04. Köln +++ 29.04. Münster  +++ 02.05. Freital +++ 03.05. Wismar +++ 04.05. Flensburg +++

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Foto: Pressekonferenz zur „Counter Speech Tournee 2016/Hamburg-Januar

Die Namensgebung der Tournee entstand durch das massive Problem der „Hassreden“ im „Social Media“, insbesondere Facebook stand damals im Fokus der Öffentlichkeit und der Justiz in Deutschland. Einberufene Task Forces des Justizministeriums motivierten Facebook, YouTube, Twitter und Co. letztendlich zu größeren Handlungen. Unsere Tournee sollte die Gegenargumentation zum Hass auf die Straße bringen. Eben das Prinzip „Counter Speech“, welches von Facebook als adäquates Mittel gegen Hasskommentare forciert wird. Nach Absprache mit Facebook Deutschland entstand so der Name. Das Unternehmen trat als Sponsor auf. Die Kosten für die Tournee verwalteten wir eigenständig und bekommen diese noch heute zu spüren. Ca. 70 % der Gesamtkosten wurden von Facebook übernommen. Trotz weiterer Sponsoren müssen wir  heute immer noch ein Defizit feststellen. Dank der Janosch AG , Warner Music und vielen weiteren Unterstützern sind wir nun bis zum Winter gekommen und bauen neue Projekte und Konzepte auf. Derzeit befinden wir uns mit „Die Fantastischen Vier“, unseren jahrelangen Unterstützern auf bundesweiter Tournee, um neue Budgets zu erwirtschaften.

Unsere beiden Headliner für die Tournee: „Leslie Clio“ und „Khebez Dawle“

Die Stimmung kippte vor dem Tourstart

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Foto: Grenzzaun – Ostgrenze Europa www.migazin.de

Als wir am 27.04.2016 in unserer ersten Tourneestadt Passau ankamen, wurde uns klar, dass wir schon ein kleines bisschen zu spät dran waren. Seit Wochen gelangten keine syrischen Schutzbedürfigen mehr in die bayrische Stadt. Die Unterkünfte waren schon leer. Die Menschen die dort im Herbst über Österreich nach Deutschland kamen, waren schon im Bundesgebiet verteilt worden. Wir arbeiteten mit der wunderbaren Initiative „Passau verbindet“ zusammen, die sich auf der Open Air Veranstaltung bei 5 Grad und Schneeregen wacker präsentierten und uns logistisch stark unterstützten. Diese berichtete von dem Herbst 2015. Von der Nacht in der 8.500 Menschen nach Grenzöffnung in die Stadt strömten. Sie berichteten uns von dem wunderbaren Engagement der meisten Passauer die alles darum gaben den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben.

„Passau verbindet“ hatte unsere gemeinsame Veranstaltung trotz der vorhergegangenen Unterstützungsabsage des Passauer Bürgermeisters an uns mit getragen. Auf  der gesamten Tournee trafen wir anschließend in allen Städten auf so viele tolle Menschen, die Schutzbedürftige unterstützen und ihnen ein Leben lebenswerter machten. Ohne große Politik, ohne staatliche Mittel. Unser Anliegen diese Menschen moralisch mit der „Counter Speech Tournee“ zu unterstützen, war allerorts gelungen.

Unvergessene Momente in Wismar und Münster

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Foto: Wismar 03.Mai 2016 – Gedenkminute für Aleppo

In Münster kehrten wir am 29. April 2016 in der größten Flüchtlingsunterkunft der Region ein. Dank des ASB werden und wurden die Menschen dort wunderbar betreut. Unser Konzert war ein Rahmenprogramm für all die Hilfe die den syrischen Schutzbedürftigen hier zuteil kamen und kommen. Der Moment, als die syrische Band „Khebez Dawle“ die Bühne betrat, bleibt für uns unvergesslich. Ein Stück Heimat derer die vor dem Tode und Krieg flohen stand nun dort und gab ein Konzert. Wir sahen glückliche Gesichter und viele Tränen im Publikum. Dies waren die Momente, die uns für unsere Tour bestärkten. Diese Tournee haben wir für die Menschen und nicht für die Sponsoren veranstaltet. Auch die mitreisende „Leslie Clio“ schien gerührt. Enno Bunger, der nur in Münster zugegen war, war gerührt und beeindruckt, welch Freude und Glücksgefühl Musik schaffen kann. Eines dieser unvergessenen Tage in einer Zeit, in der die Stimmung der Willkommenskultur in Deutschland durch Rechtspopulisten sich gerade stark veränderte. Eine Zeit in der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte wieder bereits zahlreich stattfanden. Eine Zeit in der Europas Grenzen wieder geschlossen wurden.

14291635_10151014661484945_8578995659479980474_nFoto: Gedenkminute für Aleppo am 03.Mai 2016 in Wismar

Dieser Moment in Wismar ist und bleibt unvergesslich. Menschen deren Familienangehörige damals noch in Aleppo lebten, also mitten im Krieg, gedachten auf unserer Veranstaltung ihren Lieben in dieser von Bomben und Krieg zerstörten Stadt. Die Halle war still. Alle Anwesenden dürften Gänsehaut gehabt haben. Dies war merklich. Auf einmal war dieser unnötige bittere Krieg und diese Stadt auf unserer Tournee angekommen. Ein Moment den wir nie vergessen werden. Ein Moment, den wir allen Wutbürgern und rechten Denkern gerne ins Hirn gebrannt hätten. Keine Show. Nein. Hier haben wir die Gefühle dieser Menschen hautnahe erlebt. Männer, Frauen, Kinder und viele der Beteiligten brachen in Tränen aus. Ein Symbol für die Unsinnigkeit von Kriegen. Ein Symbol für die Menschen die alles verloren haben und um ihre in Aleppo hinterlassenen Familien bangten und und an sie gedachten. J. M. für LGN

Was wir in Freital bewegen konnten, berichten wir im 4. Teil unseres Jahresrückblicks. Von einem Bürgermeister und vielen wunderbaren sächsischen Initiativen, die sich den Nazis in ihrem Ort entgegenstellen.