Laut gegen Nazis will Marke „Druck18“ an das Bundesinnenministerium verschenken

Hamburg/Berlin, 27. August 2025 – vor wenigen Tagen hat Laut gegen Nazis e.V. die gesicherten Markenrechte an Druck18 öffentlich gemacht. Nun geht die Initiative einen Schritt weiter: Der Verein möchte die eingetragene Wortmarke „Druck18“ kostenfrei an das Bundesministerium des Innern sowie das Innenministerium Thüringen übertragen – zu jeweils gleichen Anteilen.


„Niemandem sollte Druck18 gehören. Wenn die Konsequenz ist, dass auch wir druck18.com schließen müssen, ist das so“, erklärt Jörn Menge, Gründer von Laut gegen Nazis. „„Wir haben alles getan, was als zivilgesellschaftlicher Verein in unserer Macht steht, um diesen Shop zu stoppen. Jetzt ist die Politik am Zug. Rechtsextremer Onlinehandel darf nicht weiter unter dem Radar laufen. Der Schritt ist auch eine Reaktion auf die öffentliche Unterstützung durch Thüringens Innenminister Georg Maier, der die Aktion gegenüber der Thüringer Allgemeinen als „wirksame Strategie der Nadelstiche“ bezeichnete. Maier hatte betont, dass derartige Maßnahmen bereits in der Vergangenheit dazu beigetragen haben, größere rechtsextreme Strukturen einzudämmen.

Die Aktion ist Teil der Kampagne „Recht gegen Rechts“. Zusammen mit der Agentur Jung von Matt hat Laut gegen Nazis bereits mehrere Begriffe aus der rechten Szene als Marke eintragen lassen, darunter „enness“ oder „VTRLND“. Ziel ist es, die Verwendung dieser Begriffe im rechtsextremen Merchandise-Bereich rechtlich einzuschränken. Die Maßnahmen werden durch Spenden finanziert. Auch weiterhin ist Unterstützung über betterplace.org – Recht gegen Rechts notwendig, damit Laut gegen Nazis aktiv gegen Hass und Hetze vorgehen und zugleich eine der wichtigsten Einnahmequellen von Rechtsextremen unterbinden kann.


Auch im aktuellen Fall hat sich der Verein rechtlich abgesichert: Die Marke „Druck18“ ist offiziell beim EUIPO registriert. Da jedoch bereits angekündigt wurde, dass der Shopbetreiber juristisch gegen das Nutzungsverbot vorgehen will und der Verein laut Satzung keine langfristigen Prozesskosten tragen kann, wird die Marke nun an die zuständigen staatlichen Stellen weitergereicht – mit einer Frist: Innerhalb von 24 Stunden müssen das Bundesinnenministerium sowie das Thüringer Innenministerium mitteilen, ob sie diese Schenkung annehmen.
„Wir und all die anderen NGOs sind an einem Punkt, an dem zivilgesellschaftliches Engagement allein nicht mehr reicht“, so Jörn Menge weiter. „Wenn der Staat und die Behörden es ernst meinen, bekommen sie jetzt die Mittel direkt in die Hand. Wir sind gespannt, wie sie sich entscheiden.“


Die vollständige Dokumentation der Abmahnung sowie Hintergrund zur Markenregistrierung ist auf Anfrage verfügbar.


Über Laut gegen Nazis Der Verein „Laut gegen Nazis“ stellt sich dem weiter wachsenden Rechtsextremismus aktiv entgegen.Seit 2004 hat er es sich zur Aufgabe gemacht, einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft und eine starke Öffentlichkeit gegen den stets wachsenden Rechtsextremismus zu erwirken. Dabei unterstützen die NGO Initiativen und Bündnisse gegen Rechts bei der Öffentlichkeitsarbeit, bildet Netzwerke und bietet kontinuierliche Beratung und Begleitung bei Veranstaltungen vor Ort.

So kann der Verein zur Meinungsbildung beitragen und den zivilgesellschaftlichen Widerstand stärken – für demokratische Grundwerte und Freiheit.

Pressekontakt:
www.rechtgegenrechts.com

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