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Hamburg, 13.11.2018 – Seit dem 9. November läuft die Social-Media-Aktion #unfollowme der gemeinnützigen Organisation „Laut gegen Nazis“. Neben zahlreichen Prominenten, Influencern und Organisationen unterstützen Tausende die Aktion und fordern Follower mit rechtem Gedankengut dazu auf, ihnen nicht mehr zu folgen. „Laut gegen Nazis“ hat bislang allein über Facebook mehr als 500.000 Menschen erreicht.

Seit dem Start der Kampagne am vergangenen Freitag sind bereits beachtliche Ergebnisse zu verzeichnen: Noch am Tag der Veröffentlichung knackte der Kampagnenfilm mit Sido, Smudo, Frederick Lau und vielen weiteren Influencern die Marke der 1 Millionen Views. Allein über die Facebook-Seite von „Laut gegen Nazis“ wurden bisher mehr als 500.000 Menschen erreicht, die sich in mehr als 60.000 Interaktionen mit #unfollowme auseinandergesetzt und diskutiert haben.

Nicht nur der Aufruf von „Laut gegen Nazis“ sorgte für jede Menge Aufmerksamkeit und Diskussionsstoff. Die Posts der Teilnehmer und Prominenten verbeiten die Botschaft mit einer Reichweite in Millionenhöhe. So bekamen beispielsweise allein die Posts von Fynn Kliemann und Lena Meyer-Landruth über 53.000 beziehungsweise 32.000 Likes.

Die Reaktionen und Kommentare auf die Posts sind vielfältig. #unfollowme hat bewusst provoziert, viele Menschen wachgerüttelt und zur Meinungsäußerung bewegt. Kritikpunkte zu #unfollowme beziehen sich auf den Abbruch einer offenen Kommunikation.

Jörn Menge von „Laut gegen Nazis“ dazu: „Offener Rassismus und aggressive Fremdenfeindlichkeit werden im Internet leider immer demonstrativer zur Schau gestellt. Wir lehnen Dialoge keineswegs ab, allerdings hat es sich leider zu oft als unmöglich erwiesen, mit Menschen zu diskutieren, die ihre Menschenverachtung felsenfest im Kopf verankert haben. So hat unser bewusst provokant gewählter Hashtag in den letzten Tagen unzählige Diskussionen und Dialoge angeregt. Das finden wir eine großartige Sache. Doch wenn verbale Gewalt, blanker Hass und Intoleranz unverbesserlich und hoffnungslos dominieren, dann verabschieden wir uns lieber mit einem herzlichen #unfollowme.“

Die Kampagne soll zum einen eine Diskussion in Bewegung setzen, wie wir mit rechtsradikalem Gedankengut umgehen können. Zum anderen soll sie jeden einzelnen dafür sensibilisieren, auf rechtsradikale Handlungen und Äußerungen im Alltag zu achten und sich dagegen stark zu machen. Daher kann auch jeder, der ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzenmöchte auf unfollowme.org teilnehmen.

Weiteres Material ist hier zum Dowload bereitgestellt•Kampagnenfilm #unfollowme (Credit: EASYdoesit)•Visuals und Statements von Johannes Oerding, Antje Schomacker, Smudo und Jörn Menge•Pressebild: Jörn Menge, Antje Schomacker, Johannes Oerding und Smudo (Credit: Abir Haltermann)•Logo „Laut gegen Nazis“•Logo der Aktion „UnfollowMe“

Über „Laut gegen Nazis“

„Laut gegen Nazis“ ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem wachsenden Rechtsextremismus aktiv entgegenstellt. Seit der Gründung am 01. August 2004 steht ihre Arbeit unter dem Leitsatz „Wir schaffen Zusammenschlüsse gegen den wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland.“ Sie fördern damit Initiativen und Projekte gegen Menschenverachtung, Ausgrenzung und Rassismus.

Neben Beratung und Begleitung bei Veranstaltungen vor Ort nutzt „Laut gegen Nazis“ populäre Partner aus Musik, Sport, Unterhaltung und Gesellschaft, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Dieses Ziel verfolgen sie oft mit ungewöhnlichen Konzepten und Aktionen, die bewusst provozieren sollen.

Culcha Candela 01/2017 Foto Katja Kuhl

Die „Love Speech Therapy“ die im März 2017 von uns in das Leben gerufen wurde, geht in die nächste Runde. Heute ist der Einsendeschluss für unsere Bundestagswahl-Plakataktion. Ab dem 30.06. tagt eine zehnköpfige Jury darüber, welche zehn Statements von bisher über 800 Einreichungen auf einem Plakat verewigt werden. Natürlich wären wir nicht im Auftrag von „Laut gegen Nazis“ aktiv, wenn wir mit diesen Plakaten nicht etwas vor hätten. Wir alle kennen die Plakatwälder in unseren Straßen, wenn Wahlen anstehen. Wir wollen uns mit den 10 besten Statements von Menschen die etwas zu sagen haben in fünf Medienstädten einmischen. Wir wollen Menschen motivieren ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Wir wollen aus den mit parteipolitischen Slogans besäten Parteiplakaten-Wäldern einen bunten Wald machen. Wir wollen diese Statements mit Liebe zwischen den üblichen Plakaten positionieren. Wir wollen, dass der Hass und Rassismus nicht in unser Parlament einziehen. Derzeit führen wir Gespräche mit entsprechenden Partnern betreffend der Distribution. Selbstverständlich freuen wir uns über jede Unterstützung, wirtschaftlich und nicht nur monetär.

Ferner wollen wir den Menschen unser Wahlsystem zum Bundestag charmant und spannend durch eine gezielte Aufklärungsarbeit nahebringen. Online und per Prints.

Erste bestätigte Jury – Mitglieder für die besten Statements aus der Love Speech Therapy-Plakataktion:

– Culcha Candela http://culchacandela.de

– Hans Häge / Janosch medien & film AG http://janosch-medien.de/de/

– Micky Beisenherz /TV-/Buch Autor http://www.micky-beisenherz.de

– Lena Winkel (Grafikdesign) http://www.lenawinkel.com

weitere Mitglieder werden wir in kürzester Zeit auf www.lautgegennazis.de bekannt geben.

Links: Love Spech Therapy: http://www.lautgegennazis.de/love-speech-therapy-2/ http://www.lautgegennazis.de/news_lgn/ https://www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/

Möglichkeiten für eine Unterstützung:

Egal wo Du herkommst – Gemeinsam sind wir stark“ Crowdfounding/Janosch Aktion bis 15. August 2017: Sommeraktion https://www.seedshirt.de/janosch-sommeraktion-2017 

Kids https://www.seedshirt.de/kids-sind-stark weiß https://www.seedshirt.de/egal-organic-tank-shirt

Wir freuen uns über eine Verbreitung dieser Links und über etwaige neue Partner und Unterstützer. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an jm@makeanoise.de 

Für Sponsoring-/ und Präsentationsmöglichkeiten, wenden Sie sich bitte ebenfalls an: jm@makeanoise.de

Ein heißer Sommer mit „Die Fantastischen Vier“ https://diefantastischenvier.de

Die Zeit rennt so schnell und es ist wieder so weit. Der Hammer, die „Vier & Jetzt“-Wintertour war doch erst gestern, oder? Nun starten wir von Juni bis September wieder durch und bedanken uns bei Michi Beck, Thomas D, Smudo und And.Ypsilon also „Die Fanatischen Vier“ für ihre Einladung. Ohne sie würden wir nicht schon 13 Jahre bestehen. Dank ihnen und ihrer wahnsinnig großen Unterstützung, nicht nur wirtschaftlich, hätten wir die vielen großen und kleinen Projekte nicht umsetzen können. Das ist Nachhaltigkeit. Wir freuen uns riesig und dürfen an unserem Stand bei den Events wieder regionale Initiativen vorstellen. Wir würden uns über einen Hinweis von Ihnen sehr freuen. 

Hier geht es zu den Tourdaten:

https://diefantastischenvier.de/news/live/

Zu Beginn der Tournee werden die „Vier“ uns offiziell eine Spende aus der „Vier & Jetzt“-Wintertournee überreichen. Wir verneigen uns und sagen ein fettes „Danke“.

Mit besten Grüßen

Pressestelle: Laut gegen Nazis e.V. /Make A Noise – Büro LÄRM

Die Initiativen aus Freital und Sachsen setzten am 02. Mai 2016 ein großes Zeichen – an diesem Tage hatten Nazis und Wutbürger keine Chance

13466103_10150963519169945_6569003873690442735_nFoto: „Banda Communale“

Wer bei dieser Headline glaubt wir sind auf Irrwegen, der täuscht gewaltig. Der 02. Mai 2016 hat in Freital/Sachsen ein Riesenzeichen gesetzt. Da sind wir eigentlich mit der „Counter Speech Tournee“ selbst eine Randerscheinung. Naja vielleicht nicht ganz. Als wir die Stadt in Form ihres Oberbürgermeisters Wochen vor der Veranstaltung für eine Unterstützung anfragten, bekamen wir die nicht fundierte Ablehnung unseres Ersuchens. “

„Die Stadtverwaltung hatte der Aktion vor Kurzem noch die Unterstützung verweigert, weil die Veranstaltung nach Ansicht der Stadt „nicht nur zu einer Aufheizung der öffentlichen Debatte führen, sondern das leider überregional bei manchen eingebürgerte Klischee, gerade in Freital gäbe es eine nennenswerte (Neo)Nazi-Szene, bestätigen würde“, schrieb Helmut Weichlein, der juristische Referent von Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) an den Verein. Das hatte Kritik ausgelöst. Um das Konzert kümmert sich nun die Freitaler „Organisation für Weltoffenheit und Toleranz. (SZ/07.04.2016)

bild-9682-resimage_v-variantsmall16x9_w-640Foto: Smudo und Mal Élévé von Irié Révoltés vor Veranstaltungsbeginn am 02. Mai 2016/Freital (mdr)

Sprich, erst nach langem Ringen, durften wir mit dieser Veranstaltung auf den „Platz des Friedens“. Dank der Initiativen vor Ort und des medialen Drucks lenkte die Stadt zweieinhalb Wochen vor unserem eigentlichen Tourstart ein. Wir wären trotz Absage gefahren, da wir mit einem Betreiber eines Privatgrundstückes bereits verhandelten, der wohl doch noch auf seinen Oberbürgermeister einwirkte. Direkt bei einem Begehungstermin in Freital wurden wir spontan in das Rathaus geladen. Dort offerierte uns der Oberbürgermeister selbst innerhalb von 10 Minuten, dass der „Zirkus“ der eigentlich für den 02. Mai 2016 auf dem Platz geplant war, nun doch an diesem Tage nicht dort stattfindet. So kam es dann doch dazu, dass wir die Veranstaltung auf dem geplanten „Platz des Friedens“ mit sportlicher kurzfristiger Organisation umsetzten.

hitlergruss-freital-100-resimage_v-variantbig1xn_w-1280Foto: Begrüßung mit dem Hitlergruß- Ein paar der Freitaler Nazis hätten unsere Veranstaltung sicherlich gerne gestört

Dieser Tourstopp war wohl das wichtigste Zeichen, welches wir mit und für die Initiativen in Freital und Sachsen setzen konnten. Die Menschen die sich jeden Tag gegen die Präsenz von Nazis in diesem Ort und Bundesland engagieren präsentierten sich auf dem Gelände. Das Medieninteresse war so groß, dass wir in der 20:00 Uhr / Tagesschau in den ARD-Tagesthemen, sämtlichen Formaten  der ARD (Morgenmagazin/Brisant), bei ZDF Heute/Plus und vielen renommierten Medien landeten. Wir stachen mitten in ein Wespennest, jedoch mit weniger Naziwespen als erwartet. Diese hatten sich zwar in unmittelbarer Nähe und in dem Ort versammelt (man sprach von ca. 100 Personen), jedoch gab es keine Chance uns ihren Hass zu zeigen. Die Polizei hatte das Gelände mit sehr viel Personal abgesichert. Man könnte auch sagen, hermetisch abgeriegelt, damit keiner der Rechtsextremisten auf das Gelände kam. Ca. 1.000 Menschen besuchten unsere Veranstaltung. Die Stimmung war ausgelassen. Wir hatten das Gefühl, endlich kamen die Menschen zu Wort, die sich seit Jahren gegen die dort ansässigen Rechten engagieren. Mit dabei waren auch Dresdener Zusammenschlüsse wie „Dresden nazifrei„. Ein Bündnis welches seit 2009 existiert und sich gegen die großen Aufmärsche von Nazis und immerwieder gegen PEGIDA quer stellt.

Foto: Smudo und Mal Élévé (Irie Révoltés) im Rahmen der "Counter Speech Tournee 2016" in Freital (02. Mai 2016) - Bildquelle: www.radiodresden.de/uploads/pics/Smudo2.jpg

Foto: Smudo und Mal Élévé (Irie Révoltés) im Rahmen der „Counter Speech Tournee 2016“ in Freital (02. Mai 2016) – Bildquelle: www.radiodresden.de/uploads/pics/Smudo2.jpg

Die Show wurde eher zur Nebensache. Das Gefühl war wichtig. Das Gefühl endlich nachhaltig gemeinsam mit den Künstlern und dem Publikum ein Zeichen gegen den Hass zu setzen. In einer Stadt in der der rechte Mob zu Beginn des letzten Jahres seinen Hass vor der dortigen Flüchtlingsunterkunft auslebte. In einer Stadt in der sich eine rechte Terrorzelle namens „Gruppe Freital“ formiert hatte und zum Glück aufflog.

Wir bedanken uns noch einmal bei „Leslie Clio„, der syrischen Band „Khebez Dawle“ , der Dresdener „Banda Communale“ und bei den beiden Headlinern „Smudo“ (Die Fantastischen Vier) und „Mal Élévé“ (Irié Révoltés) die anschließend mit dem nach Konzertende verbliebenen Publikum gemeinsam eine Polonäse hinlegten.

Unser größter Dank gilt allerdings den vielen Menschen vor Ort, die sich gegen rechte Tendenzen, Rassismus, Antisemitismus und Menschenverachtung wehren. Ihr seid diejenigen die am meisten bewegen und sich etwaiger Gefahren aussetzen. Wir hoffen, dass wir mit dieser Veranstaltung Nachhaltigkeit produzierten. Wenn wir können, kommen wir sehr gerne wieder nach Freital.

Einen sehr bitteren Nachgeschmack hatte dieser Tag jedoch. Die syrische Band „Khebez Dawle“ musste nach Freital die weitere Tour absagen. Eines der Bandmitglieder bekam einen Abschiebungsbescheid. Die bittere Realität in Deutschland. Er hatte schon fest ein Studienplatz und lebte in Berlin. Wir wissen leider nicht, was daraus geworden ist. Alle Beteiligten waren geschockt über diese Nachricht.