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Nazis raus aus den Parlamenten!
Sechs Millionen AFD Wähler bremsen Engagement gegen Rechtsextremismus
-Eine Geschichte darüber wie der Rechtsruck sich wirtschaftlich auf Initiativen und Institutionen gegen Rechtsextremismus auswirkt-
Am 17. September 2017 zog die rechtsextremistische, rechtspopulistische AFD mit 12% der Wählerstimmen in den Bundestag ein. Dies bedeutet, sechs Millionen Menschen haben diese Partei gewählt, die mit Goebbels Imitaten wie Höcke, Gauland, Poggenburg und vielen anderen auffallen. Nazis im Anzug, offiziell gewählt, sitzen nach 69 Jahren wieder in einem deutschen Parlament. Ein Schlag in das Gesicht für die Opfer des Nationalsozialismus, aber auch die Opfer rechter Gewalt der letzten Jahrzehnte.
Die rechten Hetzer gießen Benzin in ein Feuer, welches wir löschen müssen. Rassismus, Antisemitismus und Menschenverachtung bahnen sich immer mehr ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft, an die Stammtische, auf die Straße und in die Stadien. Wie sehr die AFD; PEGIDA und andere Rechtspopulisten sowie die CSU an der Entwicklung mitwirken zeigen die Zahlen aus 2014 bis heute.
2014 gab es in Deutschland ca. 150 Angriffe auf Unterkünfte für Schutzbedürftige in Deutschland 2015 waren es über 1.000 und 2016 waren es sogar unfassbare 1.600.
Rechte Phrasen schüren Hass und Ängste. Denken wir an die Plakate der AFD bei Landtagswahlen und der Bundestagswahl, können wir schon deutlich erklären, wer rechtes Gedankengut in den Köpfen der Leute vorantreibt.
In der Bundesliga ziehen wir natürlich vor unserem eigenen Verein und den Fans des FC St. Pauli den Hut. Den Hut für das Engagement gegen Faschismus, Nazis und Menschenverachtung. Als erstes Kiezhelden-Projekt wurden wir lange Jahre von unserem Verein großzügig unterstützt.
Aber wo bleibt der große Aufschrei dieser Zivilgesellschaft, wenn es darum geht, dass Nazis in den Parlamenten, Ausschüssen, Ämtern wieder an den Hebeln sitzen. In Hamburg und Berlin funktioniert das, aber sonst? Wir haben eine neue Diskussionskultur-AFD Anhänger sind in den Kommentarleisten von Initiativen gegen Rechts zu finden und wollen dort diskutieren. Die Mär´, sie seien Orientierungslose die aus Protest rechte Parteien wählen, geht nicht auf. Nein, die AFD hat es geschafft Menschenverachtung salonfähig zu machen.
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 Von der Angst Kunden zu verlieren – Projekte gegen Rechtsextremismus nicht zeitgemäss
Der Einzug der AFD hat ungeahnte Folgen für Initiativen und Institutionen gegen Rechtsextremismus in Deutschland.  Die Beantragung von staatlichen Fördermitteln war nie leicht und wird immer schwieriger für Vereine und Initiativen die sich gegen Rassismus, Nazis und Menschenverachtung engagieren. Also bleibt nur der Weg Spender und Sponsoren zu suchen, um Projekte umzusetzen die tatsächlich Geld benötigen.
Im Rahmen unserer Arbeit von „Laut gegen Nazis“ können wir feststellen, dass die Spendenbereitschaft weit zurück gegangen ist. Gerade wenn wir Themen, wie das Sterben im Mittelmeer und an Europas Grenzen bearbeiten, erleben wir zunehmend ein mangelndes Interesse bei Unternehmen und Spendern.
Noch bizarrer wird es für uns, wenn wir klar Position gegen Nazis und rechtes Gedankengut beziehen. Dann nämlich, finden wir nach der Bundestagswahl 2017 kaum jemanden der ein Budget hat, um ebenfalls Stellung zu beziehen. Klar unsere langjährigen Unterstützer und Partner -wie „Die Fantastischen Vier“- sind weiterhin mit Herz dabei, unsere Projekte zu fördern, aber ansonsten wenig Land in Sicht.
Wir stießen bei der Akquise für „Laut gegen Nazis“ tatsächlich auf solche Antworten:
„schönes Projekt und auf jeden Fall unterstützenswert, aber „No Policy“ so das Argument- wir werden uns auf keinen Fall in eine politische Richtung äußern“ (mehrere Unternehmen nahmen dies als Begründung, als sie eine Unterstützung in welcher Form auch immer, ablehnten).
 „Also wir unterstützen Euch sehr gerne, aber bitte nicht öffentlich – wie wäre es, wenn Ihr einfach ein paar Fässer Bier als Freiware für eine  Eurer nächsten Veranstaltungen bekommt-das hilft“
„Ja auch, oder? Wir wollen allerdings auf keinen Fall mit Euch im Zusammenhang in der Öffentlichkeit benannt werden, weil dann verlieren wir eine ganze Menge Kunden (mit einem  Zwinkern in der Stimme)“
Hierbei handelte es sich um drei Bierbrauereien, die wir in den letzten Jahren gewinnen wollten, Projekte zu finanzieren.
Übrigens, einer der größten Kondomhersteller Europas, der uns für Festivals 2008 bis 2011 mehrere 10.000 Stück dieser Tütchen mit dem Slogan „(Ver-)hütet Euch vor Nazis“ sponserte, hatte tatsächlich von einem Institut ausrechnen lassen, wie viele Kunden sie damals verlieren würden. Es waren zwischen 12 bis 13% Verhüterliträger. Wir durften sie als Partner auf  unserer Homepage nicht erwähnen.
–  „So gerne wir Euch auch unterstützen würden, aber Ihr wisst schon, 6 Millionen AFD Wähler, sind potenzielle Kunden für uns und andere Unternehmen, aber wir wünschen Euch natürlich viel Erfolg“ –
   
Dies war die ehrlichste und zugleich erschreckendste Antwort, die wir im Dezember 2017 von einem Marketingleiter aus dem Klamotten-Bereich erhielten (wir nennen keine Namen!)
Wir sind auf Sponsoren angewiesen, um unsere Arbeit gegen Rechts auf Konzerten und Veranstaltungen fortsetzen zu können. Wir können auch in jeder Stadt in der wir Veranstaltungen durchführen, Unterstützerinnen gebrauchen, die tatkräftig mit anpacken, sei es an einem Stand zu stehen und Merch-Ware zu verkaufen, Flyer verteilen und ähnliches. Wenn ihr dabei sein wollt, dann besucht uns im Internet oder persönlich im Eschelsweg/Altona.
Wer direkt für unsere Arbeit spenden möchte, kann dies hier unkompliziert tun:
LAUT GEGEN NAZIS E.V.
IBAN: DE 38200505501261177925
BIC: HASPDEHHXXX
HAMBURGER SPARKASSE
Eine Spendenbescheinigung stellen wir sehr gerne aus (Freistellungsbescheid v. Mai 2017)
Direkte Projekt-Spenden:
Projekt „MITTENDRIN“ via
Projekt „Love Speech Therapy“
Man mag es vielleicht nicht immer merken, aber seitdem die AFD im Bundestag sitzt und in vierzehn Landtage eingezogen ist, werden die scheinbaren Anhänger, Wutbürger, Pegidioten, Nazis und Rassisten immer aufdringlicher, wenn es darum geht die Kommentarleisten hier bei Facebook und überhaupt im Internet diskussionsfreudig oder auch nur stumpf zu füllen.
Wir versuchen stets gegen zu steuern und es gelingt uns nur schwerlich. Wer unsere Posts betrachtet, stellt fest, wie oft wir damit zu kämpfen haben den Mist von braunen Gedankenträgern zu löschen.

Wir geben natürlich nicht auf und arbeiten an einer Lösung. Bei der Masse an Kommentaren ist es allerdings nicht so einfach sie zu löschen oder Leute zu sperren. Selbstverständlich sind wir von Euren Hinweisen abhängig, aber selbst dann werden wir es momentan nicht schaffen, alle Kommentare zu kontrollieren. dafür fehlt uns jegliche Kapazität.
Wir wollen die Situation verbessern und fragen uns auch, was alles nicht gegen die Richtlinien von Facebook oder anderen Portalen verstösst. Die Verantwortung scheint immer noch viel zu schwer bei Seitenbetreibern und Userinnen und Usern zu liegen. Die groß angekündigten Änderungen der großen Internetkonzerne finden immer noch nicht statt.
Bei YouTube sieht es nicht anders aus. Immer noch finden wir Nazivideos mit steigenden Fanzahlen und entsprechenden Kommentaren. Wir finden den Zustand sehr gruselig und mit dem immer größeren rechten Geist in unserer Zivilgesellschaft wird es für uns und alle die sich hier positionieren immer schwieriger, die rechten Hetzer zu verbannen. Gesetze scheinen auch nicht zu greifen.
Im Umfeld unseres Vereins suchen wir momentan ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die unsere Kommentarleisten kontinuierlich auf menschenverachtende Inhalte prüfen. Dabei haben wir doch gelernt, dass Facebook bereits eine solche Abteilung betreibt. Nur leider zu unseren Themen eher erfolglos. Es kann ja eigentlich nicht sein, dass z. B. ein einschlägiger Nazi-Shop nicht gegen die Richtlinien der Internetbetreiber verstösst und des Wegen nach der Meldung durch Userinnen und Usern weiter via Social Media verkaufen darf. Es kann nicht sein, dass Rassisten ihren menschenverachtenden Dreck einfach mal so innerhalb von Sekunden plakativ positionieren können. Und doch, das ist unser täglich Brot geworden.
Natürlich lassen wir uns nicht unterkriegen, aber wir haben die Schnauze voll vom braunen Dreck.
LGN

Keine Atempause – Geschichte wird gemacht – Es geht voran – „Vergessen macht sich breit!“ 

68 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland sitzen Nazis, Rechtspopulisten, Nationalisten, Anti Europäer im Bundestag – Für die Opfer rechter Gewalt und des Nationalsozialismus ein Schlag mitten ins Gesicht. Die AFD als drittstärkste Fraktion des Parlamentes, spiegelt den Zeitgeist wieder!

Foto: Quelle-Startbild YouTube Video www.youtube.com

Als ich vor 16 Jahren begann mich gegen den offenen wachsenden Rechtsextremismus zu engagieren, hätte ich nie gedacht, wie tief verwurzelt dieses Gedankengut in unserer heutigen Zivilgesellschaft etabliert werden kann. Nach der Bundestagswahl 2017 war klar, rechtes Gedankengut ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Selbstverständlich konnte man diese Entwicklung in den letzten Jahren stets feststellen. Die AFD hat der NPD schon längst das Wasser abgegraben. Die AFD stellt für mich heute eine viel größere Gefahr dar, als die offen bekennenden Nazis der NPD, die ihr Nazigedankengut zur Schau trugen und tragen.

Foto: Nazis beim Aufmarsch in Dresden 2009 npd-blog.info/2009/02/15/

Die Gefahr besteht zunehmend darin, dass die in Anzug und Kostümchen daher kommenden Rassistinnen und Rassisten der AFD offensichtlich die Gabe haben, Einfluss auf die etablierten Parteien zu nehmen. Wer den Wahlkampf in diesem Jahr halbwegs miterlebt hat, konnte feststellen wie hilflos Politikerinnen und Politiker dem Druck von Rechts begegnet sind. Wer glaubte, die von denen man es erwartet hätte wie Grüne, SPD, Linke würden die Forderungen der AFD auseinander argumentieren, wurde eigentlich stets enttäuscht. Selbst jene reihten sich in die Forderungen der AFD fast schon ein. Beispiele, wir müssen eine verschärfte Einwanderungspolitik schaffen, kriminelle Asylbewerber müssen sofort abgeschoben werden, man muss der Lage Herr werden. Wer glaubt diese Phrasen kamen aus dem Schlund von Gauland und Konsorten, der täuscht gewaltig. Statt den Phrasen der AFD massiv entgegen zu treten, hatte ich eher das Gefühl, man passe sich lieber an, um seine Wählerinnen und Wähler nicht ganz zu verlieren.

Die Bundesregierung passte sich über das Innenministerium schon während des Bundestagswahlkampfes den Forderungen der AFD gar sehr schnell an. Mehr Abschiebungen als je zuvor, die Erklärung, Afghanistan sei nun ein sicherer Staat in dem es keine Gefahren für Rückkehrer gäbe, war doch mehr als eine Farce. Nur dem Widerstand vieler und beherzter Menschen die sich dagegen stellten ist es zu verdanken, dass diese sinnlosen Abschiebungen  zeitweise gestoppt wurden. Der Forderung der Rechtspopulisten für eine Realisierung verschärfter Asylgesetze wurde doch bereits gefolgt. Abgesehen von den Milliarden die nach Libyen und in die Türkei flossen, um die europäischen Grenzen dicht zu machen. Die Bundesregierung war mit der Bundeskanzlerin auch eine treibende Kraft. Seitdem Libyen die Gelder aus Europa erhält, sterben wahrscheinlich mehr Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer als je zuvor.

2008 war ich bei einer Veranstaltung der NPD namens „Fest der Völker“ in Altenburg Thüringen. Dort stieß der damalige inzwischen tote Hamburger Nazianwalt und NPD Funktionär Rieger folgenden Satz aus: „Sollen die Schwarzafrikaner und Asylanten auf ihren Seelenverkäufern im Mittelmeer absaufen, dann erreichen sie uns wenigstens nicht…“. 1.500 Nazis applaudierten damals. Wo stehen wir heute, Heute schauen wir zu, wie Kinder, Frauen, Männer im Mittelmeer ersaufen, bitter ertrinken und eines der schlimmsten Tode erleben müssen. Ertrinken ist ein Erstickungstod! Über 3.000 Menschen starben allein 2017 auf dem offenen Meer, an dem die meisten Europäer ihren wohlverdienten Urlaub verrichten und in das wunderbare kühle Nass hüpfen. Dies will auch ich ihnen nicht verwehren, aber wie wäre es, wenn  man einfach mal darüber nachdenkt, was einige Seemeilen entfernt von Strand und Sonnencreme passiert?

Foto: Spiegel online 

Nach der Bundestagswahl hatten Gauland und Weidel Oberwasser, konnten grinsend vor die Kameras treten und kündigten an, die neue Bundesregierung „jagen zu wollen“. Damit das klar ist, die Nazis wollten früher schon alle „jagen“. Markige Sprüche von AFDlern ist man gewohnt. Sprüche die wie bei Höcke aus der Feder von Goebbels stammen könnten. Sprüche bei denen ich Gänsehaut bekomme, weil ich mich mit dieser verdammten Geschichte dieses Landes auseinander gesetzt habe. Viele Kolleginnen und Kollegen von mir vergleichen das was abgeht, vor Allem im Internet, gar schon mit den Verhältnissen in der Weimaer Republik, kurz bevor die Nazis damals an die Macht kamen. Und ganz ehrlich, diesem Gedanken kann ich viel abgewinnen.

Viele Menschen haben immer noch die Ansicht, dass die AFD sich zerfleischen wird und sich das Problem von alleine löst. Nein, das wird es nicht. Diese rechte Partei sitzt in vierzehn Landtagen, ist aktiv in der Kommunalpolitik und sitzt nun mit über 80 Abgeordneten im Bundestag. Mir wurde schon fast schlecht, als die erste konstituierende Sitzung des Bundestages am 24.10.2017 stattfand. Ich schaute mir dieses Schauspiel live an. Da gab es Linke, SPD Abgeordnete, Grüne die der Frage „wie gehen sie mit den Abgeordneten der AFD in Zukunft um?“ antworteten, wir werden unsere demokratische Diskussionskultur aufrecht erhalten und anständig, wie es sich im Parlament geziemt „respektvoll“ mit Kolleginnen und Kollegen umgehen. Vor noch ein paar Jahren war es undenkbar mit Rechtsextremisten, Rechtspopulisten öffentlich zu diskutieren. Naja, aber heute sitzen die ja auch schon fast in jeder Polit-Talkshow.

„Laut gegen Nazis“ hatte direkt nach der Bundestagswahl eine „lebhafte & wehrhafte“ Demokratie gefordert. Dieser Forderung schließe ich mich weiter an! 

Ich habe das Gefühl, ein Blick auf die deutsche Geschichte, sollte uns beflügeln zu verhindern, dass die AFD immer mehr Einfluss mit ihrer völkischen, nationalistischen, rassistischen und rechtsextremistischen Politik gewinnt.

J. M. für LGN

 

Liebe statt Hass!

Nie wieder solche Bilder! Die AFD sitzt im Bundestag. Nazis wie der Höcke werden von dieser Partei umgarnt.Menschen fallen wieder auf die Rhetorik und die Gestik von damals herein. Wir wollen mit der „Liebe“ zum Leben ein Gegenpol bieten. Wie lebendig unsere Demokratie sein kann, haben wir bei unserem Projekt „Love Speech Therapy“ gelernt. Nun starten wir durch. Der 27. Januar 2018 ist der Tag, an dem wir mit den besten Statements der Userinnen und User die an dem Projekt teilgenommen haben, auf die Straße gehen wollen

Gedenken statt Bundestag (Start der „Love Speech Therapy“)

Wir wollten die besten Statements aus über 700 Einsendungen von Userinnen und Usern eigentlich vor der Bundestagswahl 2017 umsetzen. Leider fehlten uns die finanziellen Mittel und Plakatierungsflächen zu erhalten war fast schier unmöglich. Die AFD zog in das Parlament und es ist unsere Pflicht als Institution ein anderes Bild zu vermitteln.

Wir baten die Userinnen und User im März 2017, uns ihr Statement und Foto zu senden. Nach dem bescheidenen Sommer, der uns nicht die Möglichkeit bot eine Plakataktion zur Bundestagswahl umzusetzen, haben wir nun ein neues Konzept für dieses wunderbare Projekt erarbeitet. Am 27. Januar 2017 kehrt der Gedenktag wieder, der uns allen Auftrieb geben sollte, rechte Phrasen im Bundestag hinzunehmen. Der „Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz“ ist nicht nur ein internationales Symbol, sondern sollte gerade uns Deutsche zum Nachdenken zwingen. Wie kann es sein, dass nach 68 Jahren Nazis in den Bundestag einziehen. Das ist beschämend und für die Opfer rechter Gewalt und der Naziherrschaft eine Ohrfeige ins Gesicht. Wir wollen mit den wunderbaren Menschen die uns ihre Statements gesendet haben, zum 27. Januar 2018 deutlich machen, dass wir eine bunte Welt wollen, in der wir leben. Die aktuelle Situation zeigt aber auch, wie schwierig dies in der Gegenwart umzusetzen ist. Unfassbare Entwicklungen weltweit. Rechte Tendenzen in Europa und Übersee.

Wir wollen mit der „Love Speech Therapy“ und Euch gegen halten. Neue Einreichungen nehmen an der Plakataktion nicht mehr teil, allerdings werden wir diese veröffentlichen,sofern Einsendungen stattfinden.

Am Montag, den 16.10.2017 werden wir mit den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule IGS Landau/Pfalz das neue Konzept auf den Weg bringen. Wir wollen die Jugendlichen dazu ermuntern, federführend die „Love Speech Therapy“mit uns und allen Partnern umzusetzen.

Weitere Informationen folgen in den nächsten Tagen.

„Love Speech Therapy“ auf Facebook: www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/

 

Nur eine wehrhafte lebendige Demokratie mit einem starken Gegenpol kann verhindern, das die AFD weiter auf Erfolgskurs bleibt und sich in unserem Parlament festigt!

   Hitler kam auch im Anzug

Jedem Menschen der sich mit der Vergangenheit Deutschlands beschäftigt hat, müssten die Schamesröte in das Gesicht gelaufen sein, als er das Wahlergebnis des 24. September 2017 sah. Geschichte wiederholt sich. Erstmalig ziehen mit der AFD  über 90 Abgeordnete in den deutschen Bundestag. Abgeordnete unter denen wir Nazis, Rassisten, Nationalisten und ewig gestrige wie den Vorsitzenden Gauland finden werden. Dieser hatte heute schon von einer Jagd auf die kommende Bundesregierung gesprochen. Die AFD kam im Anzug daher, bediente Ängste der Menschen vor dem Fremden, spricht von der Islamisierung Deutschlands, fordert starke Grenzen und Heimatländer in Europa. Sie schüren mit ihren rechten Parolen den Hass und die Gewalt, die wir allein 2015/2016/2017 in Form von Brandanschlägen, rechten Übergriffen und rechten Straftaten erlebt haben. Die AFD paktiert mit PEGIDA und so manch ein Parteimitglied sieht die AFD als echte Alternative zur NPD.

Genau diese Partei zieht in unser demokratisches Parlament ein, welches seit 68 Jahren versucht hat, nie wieder rechtes Gedankengut und rechte Hetzer zuzulassen. Die Versäumnisse der etablierten Parteien in den letzten Legislaturperioden sind nicht der einzige Grund für das Ergebnis von 13% der Wählerstimmen für die AFD. Statt im Wahlkampf über Sachthemen zu sprechen, war im Vordergrund die Angst zu spüren, dass die Rechtspopulisten ihnen die Stimmen klauen werden. Sie glichen ihre Forderungen in diversen Wahlsendungen den Forderungen der AFD eher hilflos an. Forderungen nach höherer Sicherheit, Verschärfung der Abschiebungsmodalitäten etc., um sich zu retten. Die Medien haben meist auch die Befürchtung eines Wahlerfolges der AFD in den Fokus gestellt. Wir haben einmal gelernt, dass Negativpresse auch Presse ist, die zum Erfolg führt. Jetzt haben wir den Salat!

Hoffnung auf eine lebendige Demokratie im Parlament

Nach der Wahl konnten wir geschockte Vorsitzende aller etablierten Parteien erleben. Sie kündigten vollmundig an, sich der Aufgabe, der AFD massiv nach demokratischen Regeln im Bundestag entgegenzutreten. Wir können dies nur hoffen. Wir müssen hoffen, dass der Rassismus von rechten Hetzern im Parlament durch kluges Handeln im Keim ersticken. Wir glauben daran, dass dies eventuell ein Weckruf für den politischen Idealismus sein kann, den das Parlamentspersonal eigentlich eh haben sollte. Wir bitten darum. Diese rechte Partei im Bundestag sitzen zu haben, ist schon beschämend genug und zeigt mehr und mehr, dass viele Menschen unsere eigene Geschichte längst vergessen haben oder gar damit liebäugeln. Für die Opfer von damals ist und bleibt dieses Bundestagswahlergebnis von heute ein Schlag ins Gesicht. Wir sind es genau jenen schuldig, uns gegen rechte Hetzer massiv zu wehren. Wehret den Anfängen!

Imponiert hat uns ausnahmsweise heute die SPD, die sich nunmehr in die Opposition zurückzieht. Das Argument ist, hier die stärkste Fraktion zu werden und den Rechtspopulisten nicht das Feld zu überlassen. deren Vorsitzender Martin Schulz spricht aus Erfahrung uns schmiss einmal Rechtspopulisten aus dem Europaparlament. Dies würde er mit der AFD auch machen, so sagte er nach der Wahl. Die SPD hat traditionell Erfahrungen aus der Geschichte. Sie stellte sich den Nazis damals entgegen wurde verboten und die Parteimitglieder wurden verfolgt!

 

 

Scheiße mit Erdbeeren v. Leonhard Seidl

»Scheiße mit Erdbeeren«, säuselt die Frau in der Pommesbude ohne eine Miene zu verziehen. Und das, obwohl auf der Tafel steht: »Heute Freibier und Pommes rot-weiß umsonst.« Worauf du brüllst: »Iiih, Erdbeeren!«

Sicher kennt ihr diesen Witz so oder so ähnlich. Nach der Bundestagswahl am 24. September könnte er Wirklichkeit werden. Nicht, dass dann Kackehaufen und Erdbeeren im Bundestag sitzen. An der Stelle, an der sonst die Politikerinnen und Politiker stricken, chatten, Zeitung lesen oder bestenfalls der Politikerin, die gerade spricht, zuhören.

Wie ihr wisst, finden alle vier Jahre, meist im September, die Bundestagswahlen in Deutschland statt. Wer wird da gewählt? Und von wem? »Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin«, werdet ihr sagen. Und: »Von allen über 18.« Jein. Wählen dürfen alle Menschen über 18, sofern sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Deine Freundin Réka aus Ungarn dagegen darf nicht wählen. Obwohl sie seit über 30 Jahren hier lebt, arbeitet und Steuern zahlt. Du siehst, es ist etwas besonderes, wählen gehen zu dürfen. Frauen dürfen in Deutschland seit knapp 100 Jahren wählen gehen, in der Schweiz gibt es ein Kanton, in dem die Frauen erst seit 1990 wählen dürfen. Dass die Frauen wählen dürfen, haben sie sich hart erkämpft, manche von ihnen gingen dafür sogar in den Knast.

Wie läuft die Bundestagswahl nun genau ab? Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin werden indirekt gewählt. Und zwar von den Abgeordneten des Bundestages, die du mit deinem Kreuzchen auf dem Wahlzettel gewählt hast. Das Kreuz auf der linken Seite des Wahlzettel, auch Erststimme genannt, entscheidet darüber, welche Kandidatin aus deiner Stadt, deinem Wahlkreis in den Bundestag kommt. Der oder die mit den meisten Stimmen gewinnt. Insgesamt sind es 299 Abgeordnete. Das Kreuz auf der rechten Seite des Wahlzettels, auch Zweitstimme genannt ist für eine Partei. Die Parteien haben zuvor festgelegt, welche Abgeordnete für sie in den Bundestag gehen.

Womit wir wieder bei der Scheiße und den Erdbeeren wären. Weshalb wir uns kurz die Wahlplakate ansehen wollen. Die CDU ist auf einem Plakat für »Sicherheit und Ordnung.« Kommt für dich nicht in Frage, weil dich aufräumen nervt. Auf einem SPD-Plakat lärmt eine Göre neben den Worten: »Unsere Familienpolitik ist genauso: laut und fordernd«. Wieder nichts für dich, weil dich die Nachbarsbälger jeden Samstag nach einer durchgefeierten Nacht aus dem Schlaf reißen. Die Grünen behaupten: »Gesundes Essen kommt nicht aus einer kranken Natur.« Auch Schwachsinn, wie du als heuschnupfengeplagter Mensch weißt, der von einer Ökomutter mit Dinkelbratlingen gequält wurde. Die LINKE sagt: »Kinder. Vor Armut schützen.« Wieder Kinder. Bäh! Die FDP: »Schulranzen verändern die Welt. Nicht Aktenkoffer«. Dass du wegen deines Schulranzens, den du von deinen zwei älteren Geschwistern geerbt hast, immer gedisst wurdest, kann die FDP ja nicht wissen.

Und die AfD: »Der Islam?« Passt nicht zu unserer Küche.« Du siehst deinen Muslim-Kumpel Erkan in deiner Küche stehen und überlegst, warum er hier nicht hineinpassen sollte. Auch nicht überzeugend.

Was nun? Nicht zur Wahl gehen? Du sprichst mit deinen Kumpels Réka und Erkan darüber. Réka kann überhaupt nicht verstehen, wie du auch nur daran denken kannst, nicht wählen zu gehen. »Leider kannst du mir deine Stimme nicht abgeben. Mir bleibt nur auf Demos zu gehen, weil die  da oben sonst machen, was sie wollen.«

Erkan hat es jetzt schon satt, als Schwarzkopf ständig von der Polizei am Hauptbahnhof kontrolliert zu werden. »Wenn die AfD gewinnt, muss ich eine Fußfessel tragen, und alle anderen Muslime auch. Dann haben wir irgendwann nur noch die Wahl zwischen Scheiße und Erdbeeren.«

»Scheiß Erdbeer-Allergie«, denkst du und beschließt dir die Walprogramme der Parteien noch einmal genauer anzusehen und am 24. September wählen zu gehen.

Beitragsbild: http://jusos-mg.de

Wochenlang haben wir den Wahlkampf der Parteien zur Bundestagswahl 2017 beobachtet. Die AFD wird ziemlich sicher in den Bundestag einziehen. Das ist erschreckend. Erstmalig in der Geschichte unseres Parlaments, wird eine rechtspopulistische, rechtsextremistische Partei mit ihrem Nationalismus und Rassismus unsere Demokratie bundesweit mitbestimmen. Bereits in 13 Landtagen sitzen die rechten Hetzer. Pseudo-Partei Ausschlussverfahren gegen Nazis in der AFD versickern im Nichts und wir müssen einfach plump feststellen, welcher Geist in den neuen Bundestag einziehen wird. Viel gravierender finden wir, dass sich die etablierten Parteien der AFD anpassen, damit sie Wählerstimmen retten können.

 Bild: http://weltweitwirr.de

Sarah Wagenknecht (Die Linke) fordert härtere Prüfungen gegen Flüchtlinge und die Abschiebung, sofern jemand kriminell würde. Sie fordert mit allen anderen 15.000 neue Polizisten zum Thema „Innere Sicherheit“ und gibt den Forderungen der AFD und Wutbürgern wie auch „Die Grünen“ es tun, nach. Diese empfinden Überwachungssysteme durch Videos auf einmal als Fortschritt und unterstreichen diese Forderungen in den Wahlsendungen der TV-Landschaft.  Über die FDP müssen wir uns gar nicht erst unterhalten. Trotz des smarten Fotomodels Lindner, sind die Forderungen die alten. Die Bundeskanzlerin ist wie immer schweigsam und verkauft sich als die Mutter der Nation und Martin Schulz (SPD), der in Europa ein breites Kreuz hatte und dort Nazis gar aus dem Parlament geschmissen hatte, eiert freundlich in den Wahlarenen dieser Welt herum und setzt sich zumindest mit einem Handschlag neben die  fragenden Bürgerinnen und Bürger die dort auf dringende Fragen Antworten warten.

Immer noch haben die etablierten Parteien nicht gemerkt, dass wir es bei der AFD leider nicht mit Eintagsfliegen wie der NPD zu tun haben. Wir haben manchmal das Gefühl, dass so manch einer denkt, diese Partei sei nur ein kleiner Spuk der schnell vorbei geht. Die AFD wird in den Bundestag einziehen und die Opposition mit gestalten dürfen. Rechte Hetzer werden blockieren, unendlich schlechte und aggressive Reden halten. Eine Partei die das Wort „Lügenpresse“ so häufig verwendet und „National“- „Anti-Europäisch“ denkt und handelt.

Gauland und Weidel sind ein Dreamteam mit ihrem Frust Wählerstimmen zu fangen. Sie sprengt Wahlsendungen indem sie sie empört verlässt und somit den Vorwurf der „lügenden Presse“ untermalt. Er sitzt trotz seiner verbalen Ausfälle, in denen er „Boateng nicht als Nachbarn haben wollte“ oder erst jüngst den Deutschen einreden wollte, sie sollten „stolz auf ihre Leistungen im 2. Weltkrieg“ sein, in diversen TV Sendungen. Hammer. Erst gestern hatten wir im ZDF die letzte Wahlrunde gesehen in der zudem „von der Leyen“ (CDU), Schwesig (SPD) und Hermann (CSU) neben Lindner (FDP), Wagenknecht (Die Linke) und Gauland (AFD) präsent waren. Mit welcher Hilflosigkeit die Moderatoren versucht hatten Gauland anhand des Wahlprogramms der AFD auseinander zu nehmen, war kaum erträglich. Gauland saß die Sendung einfach aus und gab den Ausführungen von Hermann (der für diverse Fehlinterpretationen seiner Politik bekannt ist und Innenminister werden möchte) oder gar manchmal Wagenknecht recht. Soweit sind wir also schon, dass demokratische Parteien nicht mehr in der Lage dazu sind einen Gauland verbal in die Ecke zu drängen, damit die Wählerinnen und Wähler ein Gefühl für den rechtsextremistischen Geist der AFD bekommen. Lindner war die Krönung. Man solle nicht über Fehlverhalten und Naziausfälle mit dem Gauland diskutieren, sondern die Gelegenheit nutzen, die AFD und ihr Programm bloß zu stellen. Ein frommer Ansatz der auch gestern gescheitert ist. Wären wir nicht politisch sensibilisiert, könnte man meinen, wow der Gauland ist ja eine coole Sau. Eine unerträgliche Situation die wir hier in Deutschland haben.

Wir fordern diejenigen die verhindern wollen, dass neue Nazis in den Bundestag einziehen auf, am kommenden Sonntag wählen zu gehen. Auch wir sehen in den Richtungen der etablierten Parteien und deren hinterher hecheln nach AFD Forderungen ein Problem, trotzdem sind Eure Stimmen dort immer noch besser aufgehoben.

Wir schämen uns dafür, dass es nach 68 Jahren wieder möglich ist neue Nazis die im Anzug daher kommen, in den Bundestag einziehen zu lassen. Wir schämen uns, weil die Opfer des Nationalsozialismus und Opfer rechter Schläger nie geglaubt hätten, das wir irgendwann in diesem Land mit dieser Schuld, wieder rechte Hetzer im Bundestag ertragen müssen. 

 

Keine Plakatflächen & wenig Sponsoren zwingen uns die „Love Speech Therapy“- Plakataktion zu verschieben!

-Wir wären nicht wir, wenn wir uns davon beeindrucken lassen-

Ca. 800 Einsendungen haben wir von Euch erhalten, knapp 700 Statements und Fotos sind in das Rennen gegangen. Wir hatten das Ziel fünf Medienstädte mit den zehn besten Einsendungen, professionell layoutet kurz vor der Bundestagswahl mit Plakaten auf die Straße zu bringen. Eine Produktion der Plakate können wir momentan nicht finanzieren (mangelnde Sponsoren). Der T-Shirt Verkauf reicht nicht aus, um ohne Risiko die Kosten zu tragen. Abgesehen davon sind sämtliche Plakatflächen mit Partei-Plakaten und den üblichen Großkunden gebucht. Lassen wir uns davon unterkriegen? Nie im Leben! 800 Menschen haben uns ihr Vertrauen geschenkt und genau das werden wir nicht enttäuschen. Vor Allem wollen wir mit Euch ein Zeichen setzen!

 Ihr seid die wichtigsten – Zusammen können wir etwas bewegen!

Ab dem 10. September 2017 könnt Ihr bereits online voten

Abgesehen davon, dass wir alle Informationen zur Bundestagswahl ab dem 01. September 2017 veröffentlichen werden, seid Ihr gefragt. Vom 04./bis zum 24. September 2017 werden wir Eure Statements auf Facebook präsentieren www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/ . Wir veröffentlichen täglich 35 Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ihr werdet aufgerufen, die Statements zu „liken“. Die 40 Statements mit den meisten „Likes“ gehen in das Rennen. Zuviel Arbeit für Euch? Nein. Diese 700 Menschen haben etwas zu sagen und rütteln wach. Nachdenklich, provokant, bunt, rührend und fordernd. Wir würden uns freuen, wenn Ihr jene unterstützt, die dieses Land und diese Welt mit Liebe und Vielfalt erhalten wollen. Der Aufruf an die ca. 195.000 Fans von „Laut gegen Nazis“ bei Facebook www.facebook.com/istlaut/ wird zum Start der Voting-Aktion erfolgen. Selbstverständlich leisten wir zeitgleich Pressearbeit und werden alle Tools nutzen, die man heutzutage nutzen muss.

Zeitgleich gehen wir auf die Suche weiterer Partnerinnen und Partner, die die Wirtschaftskraft haben, die Plakataktion mit uns gemeinsam umzusetzen!

Timeline:

04. September 2017 – Start der Online Voting Aktion bei www.facebook.com/LoveSpeechTherapy/

24. September 2017 – Ende de Online Votings

06. Oktober 2017 – Vorstellung der besten Statements (von den Userinnen und Usern ermittelt)

20. Oktober 2017 – Bekanntgabe der besten 10 Statements (Ermittelt durch unsere Jury)

03. bis 07. November 2017 – Fotoshootings mit den besten 10 Statement Geberinnen und Gebern (Fotograf S. Mietzner)

15. bis 30. November 2017 – Professionelle Erstellung der Plakatlayouts durch Lena Winkel www.lenawinkel.com 

01. bis 15. Dezember 2017 – Produktion der Plakate (2.500 Stück)

13. bis 27. Januar 2018 – Plakatieren von jeweils 500 Plakaten in fünf Großstädten (Hamburg, Berlin, Köln, München, Dresden)

Der 27. Januar ist der „Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz“ – Gegen das Vergessen!

Wenn Ihr uns direkt unterstützen wollt-könnt Ihr dies hier tun:

www.seedshirt.de/liebeiststaerker

 

 

 

 

Unsere „Love Speech Therapy“ mit über 800 Statements von Userinnen und Usern 
 
„Wenn in diesem Land Hass ganz offensichtlich organisiert wird, wieso organisieren wir dann nicht auch die Liebe?“ Fragte bereits die Bloggerin und Netz- Aktivistin Kübra Gümüşay in ihrer Rede auf der re:publica 2016. Liebe organisieren. Das bedeutet konkret: Wir feiern unsere demokratischen Werte, die Freiheit – und die Liebe. Wir brauchen Dialog, Austausch, Kontakt, um Ängste vor Unbekanntem zu nehmen und Chancen für neue Wege aufzuzeigen. Wir fordern Bildung und Aufklärung um die Immunität unserer Gesellschaft im Umgang mit rechtspopulistischer Meinungsmache zu stärken. Wir möchten Zusammenschlüsse bilden, deren Merkmale und gemeinsamer Nenner sich nicht darin äußern gegen ein konstruiertes Feindbild zu sein. Ein Impfmittel für die Liebe und für die Menschlichkeit.
Die „Love Speech Therapy“ geht in die Entscheidungsphase/ 6 Jury Mitglieder sind bestätigt:
 
Der Zeitplan:
31. Mai `17 Einsendeschluss für Statements/Plakataktion (ca. 800 Einreichungen) http://www.lautgegennazis.de/love-speech-therapy-2/ (noch nicht alle veröffentlicht)
21. bis 30. Juni ’17 Online Voting (Userinnen & User) für die besten 20 v. 40 eingereichten Statements/Facebook (Vorauswahl wird von uns erstellt)
10. Juli ’17 Offizielle Jury-Entscheidung für die besten 10 von 20 online ermittelten Motive
15. bis 21. Juli ’17 Foto-Shooting mit dem Fotografen Sebastian Mietzner mit den Gewinnern/Plakataktion
24. bis 28 Juli ’17 Layout/Plakatdruck
ab 10. August ’17 Distribution/Plakate in fünf Städten
Begleitend werden wir ab dem 01. August 2017 Online Broschüren zur Bundestagswahl erstellen. Diese werden locker und mit Spaß von einem Buchautor geschrieben und erstellt. Alle Schritte begleiten wir online.

Ziele der Kampagne

– Interaktive Aktion, um Menschen im Social Media zu motivieren mitzumachen

– eigene Statements und Portraits gegen den Hass für die Liebe

– Installation einer Onlinebewegung gegen den Hass, gegen Mobbing und Ausgrenzung im Internet

– Aufklärungsarbeit zum Thema Hassreden und Medienkompetenz

– Einbindung von Counter Speech Elementen (Argumentationen gegen den Hass)

Projektleitung: Jörn Menge jm@makeanoise.de / Grafik Design: Lena Winkel, lenawinkel.com

Wohin geht die Reise?

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2004 starteten wir mit einer breiten bundesweiten Kampagne die zum Ziel hatte einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft gegen den wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland zu schaffen. Wenn ich 2016 betrachte, dann kann mir nur schlecht werden. Rassismus, Hass, Menschenverachtung waren so präsent wie nie. Rechtspopulisten wie die der AFD schüren Ängste, die bei Teilen der Bevölkerung gut ankommen. Die Nazis der NPD die uns von 2004 bis vor etwa vier Jahren täglich beschäftigten haben das Zepter rechtsextremistischer Politik (wenn man das so nennen kann) an die salonfähige AFD abgetreten und leisteten in Mecklenburg Vorpommern & anderer Orts gar Wahlkampfhilfe. Die Vorsitzende der AFD Frauke Petry ist ein Symbol für altes nationalsozialistisches Gedankengut. Sie forderte beispielsweise den Begriff „völkisch“ positiv zu besetzen. Sie ließ sich in Hitlers Wirkungsstätte dem Hofbräukeller in München feiern. Die Forderungen der AFD sind so offensiv rechts wie sie nie eine andere Partei so ausstossen hätte können. In neun Landtagen sitzt diese antieuropäische, nationalistische Partei die sich als „Alternative für Deutschland“ bezeichnet, nun schon als Opposition fest im Sattel. Die Bundestagswahl rückt immer näher und die Prognosen sehen diese Partei bereits mit mindestens 13% dort einziehen.

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Bild: Mit solchen einfachen Slogans gelang es der AFD große Erfolge bei den Landtagswahlen zu erzielen (gefunden auf www.handelsblatt.de)

Die AFD spielt nicht nur mit den Ängsten von Menschen, sondern nutzt strategisch klug jedes Ereignis. Die Terroranschläge des IS in Paris, Brüssel, Berlin und jede etwaige durchaus wie jede andere kriminelle Handlung zu verurteilende Tat eines Schutzbedürftigen in Deutschland sind die Grundlage dieser Partei, ihren Rassismus auszuleben. Die Menschen werden als Empfänger sensibler und sind ein hervorragendes Auffangbecken für „rechte Hetze“. Selbstverständlich sehen wir nicht schwarz. Genug Gegenpole zu den rechten Attitüden finden wir durchaus in dieser Zivilgesellschaft , aber eben leider auch immer mehr Leute, die die rechten Phrasen nachplappern und mit Inbrunst der Überzeugung vertreten. Anders als noch vor Jahren sind es eben nicht nur die Dumpfbacken die von vielen in den Vordergrund geschoben werden. Nein, wir treffen neuerdings auf Akademiker, Intellektuelle die rechtspopulistische Ideologien in Diskussionen verteidigen. Menschen, die von der so genannten „Flüchtlingskrise“ philosophieren und uns erklären, dass der Islam nicht zu Europa gehört und ihr Kreuz dann bei der AFD machen. Sie sprechen von der anderen nicht zu uns gehörenden Kultur, die die „Flüchtlinge“ mit zu uns bringen. Von Vergewaltigungen, weil die Muslime ein anderes Frauenbild haben, von den möglichen Terroranschlägen die aufgrund von Merkels  Flüchtlingspolitik stattfinden werden.

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Foto: Geben sich mit dem verabschiedeten Asyl-Gesetzespaket nicht zufrieden: Horst Seehofer und Andreas Scheuer (beide CSU). (Quelle: dpa) /t-Online

Mir erscheint es manchmal so, als hätten sich die Attitüden der Rechtspopulisten in die Hirne dieser Menschen gebrannt. Genau dies ist die Gefahr. Wir sprechen nicht über Leute, die nicht in der Lage sind ihre Argumente wenn auch mit Falschinformationen zu untermauern. Diese haben eine ungeahnte Kraft entwickelt. Eine Kraft die dazu führte, dass man sich in der Union, vorrangig die CSU der AFD Forderungen annimmt und Gesetzesverschärfungen zum Asylrecht, dichtere Grenzen für Europa und das Zurücksenden von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer nach Afrika fordert. Das ist beängstigend und zeigt welchen Einfluss Rechtspopulisten auf demokratische Parteien nehmen.

damit-donald-trump-aufFoto: Donald Trump /FAZ

Viele Demokratinnen und Demokraten machen wie auch in der Vergangenheit einen für mich fatalen Fehler. Sie nehmen diese so genannten „Rechtspopulisten “ nicht ernst. Genau dies ist auch eine Grundlage dafür, dass sie erfolgreich sind. Wie auch damals bei der NPD hören wir heute: „Die AFD ist nur eine Modeerscheinung und wird sich selbst zerfleischen“, „Die Pappfiguren Petry und Gauland kann man doch nicht ernst nehmen“ – „…wer glaubt, dass Trump in Amerika gewählt wird, der ist doch verrückt“.

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Foto: Gruppenbild für Maischberger (Das Erste) – Überschrift der Sendung „Tabupartei AfD – Deutschland auf dem Weg nach rechts?“

AFD, NPD, Trump/USA, Le Pen/Frankreich, Gerd Wilders/Niederlande, Hofer/FPÖ-Österreich. Die Gegner neigen oft dazu, diese als Pappfiguren zu bezeichnen. Das ist gefährlich. Wir sollten an Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ aus 2010 denken. Selbst wir haben ihn damals belächelt. Heute ist er wieder im Rennen und hält Vorträge bei rechten Institutionen und Kadern. Überhaupt sollten wir alle merken, dass die öffentliche Präsentation von Rechtspopulisten in den Medien normal geworden ist. In sämtlichen Talkshows erleben wir AFDler, die frei unter dem Einfluss ihrer kruden Meinungen mit anderen diskutieren. Wir bieten diesen Menschen neuerdings eine breite mediale Plattform und laden Nichtdemokraten zu demokratischen öffentlichen Diskussionen ein. Wie sollen wir uns dann wundern, dass jene rechten Köpfe bei manch einem punkten. Hinzu kommt, dass selbst die Tagesschau Redaktion seit neuester Zeit darauf verzichtet, die AFD als rechtspopulistisch einzuordnen. Mit dem Argument des Chefredakteurs, „… die Menschen würden dieses Wissen haben und man bräuchte sie nicht mehr darauf hinweisen“. http://blog.tagesschau.de/2016/10/19/ist-die-afd-rechtspopulistisch/ . Wir nehmen all diese Entwicklungen inzwischen als „normal“ hin.

Die Mahner fehlen

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Foto: Die noch heute sehr engagierte Zeitzeugin des Holocaust Esther Bejarano bei einem Schulvortrag in Hamburg (sts Finkenwerder)

Mit „Laut gegen Nazis“ haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der NS-Diktatur Projekte umgesetzt. Wer einmal erlebt hat, wenn diese Menschen vor Schülerinnen, Schülern und Erwachsenen über ihr Leben berichten, kann sich vielleicht vorstellen was ich meine. Mahnende Worte von ihnen sind es nicht allein, die die Zuhörerinnen und Zuhörer wahrnehmen. Meistens reicht es, wenn nur die Einzelschicksale dieser Menschen direkt präsent sind. Diese Mischung aus Erlebten und die Warnung vor menschenverachtenden rechten Tendenzen, die wir heute einfach nur so hinnehmen, sind wichtig. Fernab von der Internetkultur und dem „Social Media“ nehmen lebende Menschen mehr Einfluss, um Menschlichkeit zu fördern. Die Emotionen bei solcherlei Vorträgen sind echt und sie graben sich in die Köpfe der Zuhörerinnen und Zuhörer. Vielleicht ist die zeitliche Entfernung zu unserer eigenen Geschichte eine der vielen Gefahren, warum rechte Hetzer und Ideologien wieder eine größere Chance erhalten.

Ich selbst komme aus einer Familie die mit Nazis verseucht war. Darunter ranghohe SS Offiziere, die für das Morden Unschuldiger verantwortlich waren. Diese Menschen haben mich mit ihrem Hass einfach schon sehr früh angeekelt und ich wehrte mich gegen deren Gedankengut und Phrasen.  Vielleicht ist dies der Grund, warum ich „Laut gegen Nazis“ gegründet habe. Diese Zivilgesellschaft muss aufpassen, dass sie die Gräuel unserer Vorfahren nicht vergisst.  Vielleicht sind wir dann in der Lage zu erkennen, dass das was jetzt in Deutschland, Europa und der Welt passiert für uns alle, brandgefährlich ist.

Jörn Menge („Laut gegen Nazis“)