Deutschland-Dresden: Anders als für dieses Jahr – wirbt Oberbürgermeisterin Orosz für einen Zusammenschluss von Demokraten – Auch im Jahre 2010 wollen Nazis wieder mit mehreren Tausend sogenannter Kameraden durch die Stadt marschieren –

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 20:17 Uhr am 6. Oktober 2009

 GEH-DENKEN Plakat 2009

Am 13./14. Februar 2009 präsentierten sich ca. 6.000 bis 7.000 Nazis in Dresden, bei ihrem geschichtsrevisionistischen Trauermarsch und vorigen Fackelmarsch. Wir gehörten zum Vorbereitungskreis GEH-DENKEN und waren für das Bühnenprogramm auf dem Theaterplatz vor der Semperoper sowie bei den Vorbereitungen mitverantwortlich. Auch 2010 wird die rechtsextreme Szene in Dresden zahlreich aufmarschieren. Im Gegensatz zu diesem Jahr, meldete sich jetzt die Oberbürgermeisterin Orosz zu Wort und wirbt für breite demokratische Zusammenschlüsse gegen den alljährlichen Nazispuk.

Hier die Artikel der sächsischen Zeitung:

Dienstag, 6. Oktober 2009

(Sächsische Zeitung)

 

Orosz will Dresdner für Gedenken zum 13.Februar einen

 

Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) will einen erneuten Streit um das Gedenken am 13. Februar verhindern und mit allen demokratischen Akteuren auch gegen den Missbrauch des Tags durch Rechtsextremisten Flagge zeigen.

 

Anlässlich des diesjährigen Braunen-Aufmarsches hatten sich die demokratischen Kräfte über Gegen-Aktionen zerstritten. Das soll sich nicht wiederholen. Seit Wochen sitzt Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) an einem Konzept für diesen Tag. Oberstes Anliegen: Die Einigkeit der Demokraten. “Ziel ist es, dass alle Veranstaltungen von Stadt, Kirchen und demokratischen Initiativen unter einem Dach stattfinden”, sagte Orosz der SZ. “Dazu bin ich in guten, konstruktiven Gesprächen.”

 

Das war nicht immer so. Anlässlich des diesjährigen 13. Februars stand Dresden bundesweit in den Schlagzeilen. Ein Bündnis aus vorwiegend linken Parteien, Kirchen und Gewerkschaften hatte unter dem Motto “Geh Denken” zu einer Kundgebung gegen den europaweit größten Neonazi-Aufmarsch aufgerufen. Allerdings ohne die CDU. Der “Geh Denken”-Aufruf sei in Teilen aggressiv und werde dem Ziel “Versöhnen durch Erinnerung” nicht gerecht, sagte CDU-Kreischef Lars Rohwer damals.

Die Folge: Auch Orosz schloss sich nicht an. Sie rief das stille Gedenken auf dem Altmarkt ins Leben. So entstand der Eindruck, dass Dresdner ohne ihre erste Bürgerin gegen Neonazis demonstrieren. Am Gedenken auf dem Altmarkt dürfte Orosz festhalten. Dort erinnert ein Spruchband an die Verbrennung Tausender Leichname 1945. Geplant sind zudem Gottesdienste, womöglich eine Andacht vor der Frauenkirche sowie Proteste gegen Rechtsextreme. Da der 13. Februar im kommenden Jahr auf einen Sonnabend fällt, rechnen Sicherheitskreise mit viel Zulauf für die Braunen. In diesem Jahr waren es rund 6000, die am 14. Februar — einem Sonnabend — durch Dresden zogen. (SZ/ale)

 

 

 

Dienstag, 6. Oktober 2009

(Sächsische Zeitung)

 

Gute Idee für den 13. Februar

Peter Ufer

Von Ufer.Peter@dd-v.de

über die Idee des Gedenk-Weges für den 13. Februar Gut, dass jetzt bereits darüber gesprochen wird, wie im kommenden Jahr öffentlich der Opfer des 13. Februars gedacht werden soll. Eine unentschlossene Veranstaltung wie in diesem Jahr sollte sich Dresden nicht noch einmal leisten.

 

Gut, dass sich die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) diesmal an die Spitze stellt. Von ihr muss die Aktion ausgehen, um von möglichst vielen Dresdnern getragen zu werden.

 

Gut, dass sich Ludwig Güttler intensiv Gedanken macht, um ein Konzept zu entwickeln, das nicht von einer Partei instrumentalisiert ist, sondern aus dem Wunsch entsteht, den Opfern würdig zu gedenken. Dazu ist der Weg des Gedenkens ein Vorschlag, über den sich zu diskutieren lohnt.

 

Gut, dass der Weg des Gedenkens einen Kreis um die Innenstadt zieht, an Plätzen vorbeigeht, die unmittelbar mit dem 13. Februar 1945 verbunden sind. Eine Bannmeile löst zwar nicht das Nazi-Problem, hält es aber draußen.


Deutschland – GEH DENKEN Dresden: Nazis fühlten sich gestört – Grüner Stadtrat muss Bußgeld zahlen

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 10:41 Uhr am 2. Juli 2009

 Fackelmarsch in Dresden

Über die merkwürdige Rechtssprechung so mancherorts in Deutschland berichteten wir in den letzten Wochen des Öfteren. Nun ist uns noch ein bizarrer Fall aus Dresden zugespielt worden. Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte während die Nazis am 13. Februar 2009 mit ihrem Fackelmarsch durch Dresden liefen laut Musik in den eigenen Räumen gespielt. Die Nazis zeigten diesen wegen Ruhestörung offensichtlich an. Die Grünen wurden zu einem Bußgeld von 150,– € verurteilt. Schräg! Zeitgleich wurden drei Nazis in Meissen freigesprochen. Diese hatten mit Fackeln und Trommeln mit einem Marsch Rudolf Hess gehuldigt und wurden ebenfalls angezeigt.

Hier der Artikel aus der SZ v. 02. Juli 2009:

Neonazis gestört, Grünen-Stadtrat muss Bußgeld zahlen

Grünen-Sprecher und Stadtrat Stephan Kühn muss jetzt 150 Euro Bußgeld zahlen, weil er am 13.Februar beim Aufmarsch der Neonazis aus den Fraktionsräumen im Rathaus Klezmer Musik spielte. Er störte damit die Versammlung „Junger Landsmannschaften Ostdeutschland“. Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass aus dem Fenster der Stadtratsfraktion „laute, jüdische Musik“ (Originalton Anklageschrift) gespielt wurde, die eine „zu dieser Zeit gehaltene Rede störte.“ Diese Handlung sei, so die Staatsanwaltschaft, „strafbar als Störung von Versammlungen und Aufzügen“.

„Wenn es mir gelungen ist, die Verbreitung der braunen Verbalsoße zu stören, nehme ich die Zahlung der Strafe gerne in Kauf“, sagt Stephan Kühn. (SZ)

Die zweite Meldung zu Meissen:

“Am Amtsgericht Meissen dagegen wurden am Dienstag 3 Nazis freigesprochen, die im August 2006 an einem an die NS-Zeit erinnernden und glorifizierenden Hessaufmarsch (mit Fackeln und dumpfen Trommelschlägen um 22 uhr) teilgenommen hatten, weil nach Auffassung des Richters der “öffentliche Friede” nicht gestört gewesen wäre.”

Hierzu eine nachträgliche Pressemitteilung von “GEH DENKEN”:

Pressemitteilung des Bündnisses „Geh Denken“ mit der Bitte um Veröffentlichung

 Zivilcouragiertes Engagement bestraft , NS-Verherrlichung straffrei – Bündnis „Geh Denken“ empört über das Handeln der Justiz

Das Bündnis „Geh Denken“ ist empört über die Bewertung zweier sächsischer Justizentscheidungen zum Umgang mit Rechtsextremismus.

Während die Staatsanwaltschaft Dresden engagierten Protest gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar 2009 in Dresden mit Strafe belegte, sprach das Amtsgericht Meißen fünf einschlägig bekannte Rechtsextremisten, die 2006 an einem sog. „Hess-Gedenkmarsch“ teilgenommen hatten, frei.

Als sich hunderte Rechtsextremisten am Abend des 13. Februar vor dem Dresdner Rathaus versammelten, schallte ihnen Klezmer- und andere Musik entgegen. Ein zivilcouragierter Protest, der dem erschreckenden Bild aufmarschierender Nazihorden ein deutliches Zeichen entgegensetzte. Dies soll nun mit einer Geldbuße von 150 Euro bestraft werden.

Das Amtsgericht Meißen konnte dagegen in einem Aufmarsch von etwa 100 Nazis, die am Abend des 18. August 2006 mit Trommeln und Fackeln durch die Meißner Altstadt marschierten, keine „Störung des öffentlichen Friedens“ erkennen. Das im Prozess gezeigte Video lies allerdings eindeutig an einen Aufmarsch aus Zeiten des Nationalsozialismus erinnern. Monotone Trommelschläge und Fackelschein angeführt von einem Transparent mit dem Abbild des Hitler-Stellvertreters „Rudolf Hess – Märtyrer leben ewig. Unvergessen die Taten. Nie endend der Ruhm. Freie Kräfte Sachsen“ mit Parolen wie „Rudolf Hess – Märtyrer des Friedens“ ließen die Verbrechen des Naziregimes deutlich vor Augen erscheinen.

Dazu Kati Lang: “Die Zusammenschau beider Entscheidungen ist ein fatales Signal an die Öffentlichkeit. Während zivilcouragierter Protest verfolgt und mit Strafe belegt wird, werden den Nationalsozialismus verherrlichende Aufmärsche geduldet. Die Zurückdrängung des Rechtsextremismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese Entscheidungen weisen allerdings in die falsche Richtung.“

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 



Dresden-Deutschland: Brutaler Übergriff auf einen Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e. V. – wir sind mehr als nur entsetzt

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 14:35 Uhr am 10. März 2009

Eine neue Qualität rechtsextremer Gewalt ist schon länger zu beobachten. Der Fall Mannichl war im Dezember bereits ein Beweis für gezielte Angriffe auf Personen, die sich gegen die Menschenverachtung der Nazis und Rechtsextremen einsetzen. Der Angriff auf einen von uns sehr geschätzten Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e. V. am gestrigen Tage bestärkt uns in unserer Arbeit. Die Zivilgesellschaft ist gefragt. Wir schließen uns der Forderung der Kolleginnen und Kollegen aus Dresden  an und fordern eine schnelle Strafaufklärung mit entsprechenden Konsequenzen für die Täter und seitens der Politik und eines Jeden mehr Mittel und Unterstützung im Kampf gegen den wachsenden Rechtsextremismus. 

Hier die aktuelle Pressemitteilung des Kulturbüros:

“Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e.V. nach Prozessbeobachtung brutal von Neonazis angegriffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e.V. fordern schnelle und umfassende Strafaufklärung.

 

Auf dem Rückweg des Besuches einer Gerichtsverhandlung vor dem Dresdner Landgericht gegen die Übergriffe auf den Dönerimbiss während der Fußball EM 2008 wurde ein Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e.V. auf offener Straße und am hellerlichten Tag in der Dresdner Neustadt von fünf Neonazis angegriffen. Das beherzte Eingreifen zweier Passanten und das schnelle Eintreffen der Polizei verhinderten Schlimmeres. Der Mitarbeiter befindet sich, glücklicher Weise, auf dem Weg der Besserung.

 

Das Kulturbüro Sachsen e.V. ist bestürzt über diesen neuerlichen Beweis menschenverachtender Brutalität und über die offensichtliche Hemmungslosigkeit rechtsextremer Gewalttäter in Sachsen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsens danken dem Zeugenpaar für sein schnelles, umsichtiges und beherztes Eingreifen und der Polizei für Ihr schnelles Erscheinen.

 

Immer wieder wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e.V. in der Vergangenheit von Rechtsextremen verbal angegriffen oder in Presseartikeln und auf Internetseiten diffamiert. „Mit der heutigen Gewalttat ist eine neue Stufe erreicht.“ sagt Grit Hanneforth, die Geschäftsführerin des Kulturbüro Sachsen e.V. „Wir fordern alle staatlichen Behörden und nichtstaatlichen Initiativen auf, sich gerade im Wahljahr 2009 deutlich und wehrhaft gegen rechtsextreme Gewalttäter und deren geistige Brandstifter zu stellen“ so Hanneforth weiter.

 

Gerade an einem Tag, wie heute, wo am Landgericht Dresden ein mehrfach vorbestrafter rechtsextremer Straf- und Gewalttäter zwar wegen Landfriedensbruch in einem besonders schwerem Fall zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und sechs Monaten verurteilt wurde, das Gericht jedoch den rechtsextreme Hintergrund dieses Angriffes im Strafmaß nicht würdigte, stellen sich Fragen nach der Wehrhaftigkeit des freiheitlichen Rechtsstaates gegen rassistische und menschenverachtende Gewalttäter. Wo der demokratische Rechtsstaat keine klaren Grenzen setzt, wird bürgerschaftliches Engagement im Stich gelassen.

 

Das Kulturbüro Sachsen e.V. wird in seiner Arbeit, über Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt aufzuklären sowie die menschenverachtende Ideologie Rechtsextremer zu verurteilen und dagegen anzugehen, nicht nachlassen.”

 

 

Dresden, 09. 03. 2009


Dresden: Weiterer Angriff gegen Demonstrationsteilnehmer auf einem Rastplatz bei Chemnitz

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 16:54 Uhr am 16. Februar 2009

Nazis schlugen nach den Kundgebungen in Dresden nicht nur in Jena zu. Eine Gruppe von Teilnehmern aus Weimar, wurde Opfer rechter Gewalt bei Chemnitz. Hier die Pressemitteilung:

Über 70 Menschen aus Weimar und Umgebung sind dem Aufruf der
Bürgerbündnisse gegen Rechtsextremismus gefolgt und beteiligten sich an
den friedlichen Demonstrationen gegen den Neonazi-Aufmarsch am Samstag
in Dresden. Während die 6000 Nazis, die in einem gespenstischen Zug
durch Dresden marschierten, versuchten, sich durch Bomberjacken- und
Sonnenbrillen-Verbot ein harmloses Images zu geben, überfielen
anreisende ?Gesinnungskameraden? schon auf einem Rastplatz vor Chemnitz
einen Kleinbus aus Weimar. Als eine Gruppe von sieben Weimarern auf
einem Rastplatz in der Nähe von Chemnitz Halt machte, wurden sie ohne
Anlass von einer Horde von 60 Neo-Nazis überfallen, mit Flaschen
attackiert, zu Boden geschlagen und getreten, das Auto wurde demoliert.
Vier der Überfallenen mussten mit Prellungen, Platz-, Schnitt- und
Schürfwunden ambulant behandelt werden.Wir sind fassungslos über das, was unseren Leuten auf dem Rastplatz
passiert ist. Wer nun immer noch meint, dass Neo-Nazis nur harmlose
Verirrte sind oder die rechtsextremen Parteien eine wählbare Alternative
wären, kann sich gern einmal mit den Opfern unterhalten.? so Uwe Adler
vom Bürgerbündnis. ?Wir haben am eigenen Leibe erfahren, dass Nazis
schlimmste Verbrecher sind, die vor nichts zurückschrecken. Aber wir
lassen uns nicht entmutigen und werden nun gerade nicht ruhen, uns den
Nazis in den Weg zu stellen? sagt einer der Überfallenen, dem die Nazis
mehrmals ins Gesicht traten. ?Es kann nicht sein, dass Politiker aus
ihren warmen Amtsstuben heraus die Bürgerinnen und Bürger immer wieder
zu Zivilcourage gegen Rechtsextremismus aufrufen und diese dann ihre
Knochen dafür herhalten. Es ist hinlänglich bekannt, dass hinter den
Anmeldern für den alljährlichen Aufmarsch in Dresden die NPD steht. Wir
fordern endlich ein Verbot dieser Partei mit ihren menschenverachtenden
und verfassungsfeindlichen Zielen, die Gewalttäter zu Überfällen auf
Andersdenkende ermutigen? so Vertreter des Sprecherrates des Weimarer
Bündnisses.

– Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimarer Land bei Radio Lotte

 


Dresden: Über 15.000 Menschen demonstrierten am 14. Februar 2009 “Laut gegen Nazis” – ein voller Erfolg – 9.000 Menschen besuchten die GEH DENKEN Bühne am Theaterplatz vor der Semperoper – und trotzdem bleibt auch ein schaler Nachgeschmack

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 14:03 Uhr am

 Banda Comunale auf dem Theaterplatz

Großer Erfolg auf dem Theaterplatz. Ab 15.00 Uhr trafen am 14.02.09 die ersten beiden GEH DENKEN Demonstrationszüge vor der Bühne ein. Ca. 9.000 Menschen wollten mit den Rednern und den vielen Künstlern ein Zeichen aus dem Stadtzentrum versenden. Der dritte Demonstrationszug gelangte leider nicht zu uns und wurde auf der anderen Seite der Elbe festgesetzt. Um 18.00 folgte auf unserer Bühne eine einstündige Zwangspause aufgrund eines Gottesdienstes in der Kathedrale, bevor Sebastian Krumbiegel und Curse den Tag abrundeten und beendeten.

 Bis zu 9.000 Teilnehmer am Theaterplatz

Punkt 15.30 Uhr startete die Band Mastoles aus Jena das musikalische Programm auf der GEH DENKEN Bühne. Die Band hatte in den vergangenen Jahren auch auf demokratischen Gegenveranstaltungen zum “Fest der Völker” der Nazis in ihrer Heimatstadt gespielt. Ab 15.55 Uhr hielten Franz Müntefering (SPD), Michael Sommer (DGB), Claudia Roth (Die Grünen) und Gregor Gysi als Repräsentanten der Bundespolitik ihre emotionalen Reden zu den Verhältnissen in Dresden. Die Reden: http://www.geh-denken.de/joomla/aktuelles.html

 Stephanie und Wolfgang Stumph präs. Dresden

Bereits weit vor der Veranstaltung führten wir viele Gespräche mit dem Schauspieler Wolfgang Stumph, der sich für Dresden gewünscht hatte, dass die Stadt und ihre Bürger gemeinsam mit uns Position beziehen. Trotz der positiven Entwicklungen in den Gesprächen mit dem Oberbürgermeisterbüro, konnten wir dieses Ziel 2009 nur bedingt erreichen. Die aktuelle Pressemitteilung von dem Kreisvorsitzenden der CDU Lars Rohwer (soeben auf unserem Blog veröffentlicht) ging an dieser Zielsetzung vorbei. Die Hoffnung liegt im Jahr 2010.

 Smudo sprach nicht nur, sondern sang auch

 Um 17.20 Uhr leitete Smudo mit seiner Rede die Show von Rolf Stahlhofen (Söhne Mannheims) ein. Smudo appelierte an die Anwesenden und an die Stadt Dresden, dafür zu sorgen, dass die Naziaufmärsche in dieser Stadt nicht mehr stattfinden können. Gleichzeitig kritisierte er die CDU und FDP, die auf unserer Bühne eingeladen waren, aber doch bevorzugten fernzubleiben und betonte, dass dies ein falsches Zeichen im Sinne unserer Demokratie ist, verknüpft mit der Hoffnung für 2010, dass sich dieses ändert. Die Musiker von Rolf Stahlhofen und Smudo präsentierten dann zur Freude des Publikums den Hit “Einfach sein” der Fantas in abgewandelter Form. Eine halbe Stunde zuvor beschlossen beide Musiker dies spontan.

 Rolf Stahlhofen aus Mannheim

Eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst in der Kathedrale von Dresden betrat Rolf Stahlhofen mit Band die Bühne, im fließenden Übergang nach Smudo. Musikalisch top und sichtlich von der Situation drumherum angefasst, machte auch er deutlich, was er von den Naziaufmärschen und der Situation hält. Zeitgleich wurde immernoch der dritte Demonstrationszug auf der anderen Elbseite von der Polizei festgehalten. Grund hierfür waren Ausschreitungen, die leider das Gesamtbild in so manch einem medialen Beitrag schmälert. Jedoch müssen wir auch feststellen, dass unsere Teilnehmer wie wir selbst auch, nicht verstanden haben, dass dieser Zug komplett daran gehindert wurde zum Theaterplatz zu gelangen. Nicht ein Einziger konnte zu unserer Bühne gelangen. Um 18.00 Uhr mussten wir dann unsere Zwangspause aufgrund eines Gottesdienstes in der gegenüber liegenden Kathedrale einlegen.

 Sebastian Krumbiegel vor seinem Auftritt

Um 19.00 Uhr erklamm Sebastian Krumbiegel mit Band die Bühne. Aufgrund der Situation an der Elbe und des Gottesdienstes, hatte sich der Platz leider geleert und füllte sich nur langsam wieder. Vorab hatte er sich selbst ein Bild von dem Zustand auf der anderen Seite der Elbe gemacht. Entsetzt stellte er ebenfalls fest, dass die Sperrungen der Brücken völlig unsinnig sind. Er spielte mit seiner Band für die Verbliebenen eine Supershow. Verstärkt durch die 58köpfige Samba Truppe “Escola Popular” zogen wir zur Umbaupause zu Curse weitere Teilnehmer wieder auf den Platz.

 Escola Popular am Nachmittag

Um 20.00 Uhr startete Curse sein Bühnenprogramm und beendete eine perfekte Veranstaltung auf dem Theaterplatz direkt vor der Semperoper.

 Curse live bei GEH DENKEN

Für LGN J. M.

 

 

 


Dresden: Gespenstischer Abend – Fackelmarsch der Nazis am 13.02.09 verursacht Gänsehaut

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 09:56 Uhr am

 Beginn des Nazi-Fackelmarsches 13.0.09

Wir berichteten bereits vor einigen Wochen von den jährlich stattfindenden Fackelmärschen der Nazis in Dresden. Ein Abend vor dem großen Aufmarsch am 14.02. formierten sich in diesem Jahr etwa 1.500 Nazis und Rechtsextreme zu einem angeblichen Gedenkmarsch. Dieser Spuk dauerte ca.  ein bis zwei Stunden. Der bekannte Obernazi Thomas “Stürmer” Wulf organisiert solcherlei perverse symbolträchtige Kundgebungen für die Nazis und stellt seinen Bundeswehr-Bulli als Begleitfahrzeug zur Verfügung, von dem  Wagnerhymnen den Tross der Menschenverachter während ihres angeblichen Schweigemarsches zum Gedenken der Bombenopfer in Dresden begleiten.

Bereits am Freitag waren wir mit unserem eigenen Sicherheitspersonal in Dresden. Um 18.00 sammelten sich ca. 1.500 Nazis auf einem Platz in der Nähe des Hauptbahnhofes, um anschließend mit ihren Fackeln im Schweigemarsch durch Dresden zu marschieren. Uns gelang es, direkt an die Marschroute heranzukommen. Etwa 15 Min. vor dem Start unterhielten wir uns mit zwei Polizeibeamten, die dieses Treiben ebenfalls massiv verurteilten.

 Böse Erinnerungen an alte Zeiten

Gegen 18.15 Uhr passierte die stumpfe braune Masse unseren Standort in einem typischen Wohnviertel Dresdens. Wagners Kompositionen dröhnten durch die Straßen. Dazu dieses Bild, welches uns an die geliebten Fackelmärsche der Nazis vor über 60 Jahren erinnerte, die Masse an Brutalos, die angeblich in tiefer Trauer an die Dresdener Todesopfer der Bombardements auf die Stadt marschieren. Warum Wagner? Wagner war Hitlers Lieblingskomponist. Das zeigt dann schon, dass die Rechtsextremen von heute ganz bestimmte Vorbilder haben, nämlich die Nazis von gestern. Selbst unseren gestandenen Sicherheitsleuten und den Beamten mit denen wir vorher sprachen, lief es kalt den Rücken herunter. Ein Bild, welches selbst wir, obwohl wir uns täglich mit diesem Thema auseinandersetzen, nicht zu glauben vermochten. Und das Schlimme daran ist, dass dieses Gespenst seit zehn Jahren regelmäßig durch die Straßen der Stadt marschiert. Ein Grauen, welches die Opfer des Nationalsozialismus in einen Schockzustand versetzen muss.

Übrigens empfahlen uns gestandene Dresdener, die Innenstadt nach der Auflösung dieses Marsches dringend zu verlassen, da die nach aussen hin so tief trauernden Nazis, nach der offiziellen Beendigung jährlich in der Nacht Treibjagden auf Andersdenkende und Ausländer, mit kleinen Gruppen veranstalten, bei denen in den letzten Jahren immerwieder Menschen zu Opfern rechter Gewaltausbrüche wurden. Zudem griffen Rechtsextremisten in den letzten Jahren regelmäßig die Dresdener Synagoge an, die von beherzten Bürgern der Stadt geschützt wurde. So auch, in diesem Jahr.

Das dies auch 2009 nicht abwegig war wurde uns sehr schnell klar. Ein Block der massiv gewaltbereiten “Autonomen Nationalisten” befand sich ebenfalls in diesem gruselig gesitteten Gedenkmarsch der Menschenverachter.

Nachtrag: Am nächsten Morgen berichtete uns ein LKA Beamter von mehreren kleinen (sehr abgemildert) Rangeleien in der Nacht. Das Ausmaß dessen ist uns nicht bewusst. Hier gibt es keine offiziellen Angaben über Verletzte oder Sachbeschädigungen. Für LGN J. M.


Unsere Erstmeldung zu Dresden: Während der rechtsextremen Märsche “brav” – danach: brutale Nazischläger – Teilnehmer von GEH DENKEN auf der Autobahn von Nazis brutal überfallen

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 22:14 Uhr am 15. Februar 2009

Nach erfolgreicher Veranstaltung “GEH DENKEN” und den am Tage vorangegangenen Demonstrationen, wurden Teilnehmer (DGB) des Protestes gegen die wahnsinnigen Naziaufmärsche in Dresden bei Ihrer Rückfahrt auf einer Autobahnraststätte überfallen. Fünf Verletzte waren die erste Folge. Hier zunächst der Link zu Spiegel Online:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,607712,00.html

Gruseliges Szenario:

Am Freitag marschierten bereits ca. 1.500 Nazis mit Fackeln durch ein Wohngebiet von Dresden. Wir haben diese von der Nähe aus beobachten können. Selbst wir und die Polizisten bekamen bei diesem Anblick Gänsehaut. Hier ein Eindruck dieses unglaublichen Vorgangs auf Spiegel Online:

http://www.spiegel.de/video/video-51467.html

Im Laufe des Montags erhalten Sie auf diesem Blog unseren aktuellen Bericht zur Veranstaltung und dem Bühnenprogramm auf dem Theaterplatz in Dresden mit Curse, Sebastian Krumbiegel, Rolf Stahlhofen, Smudo und den vielen Gästen. Immerhin, zeitweise zählten wir bis zu 9.000 Zuschauer vor der Bühne. Mehr im Laufe des Tages


Dresden: Jetzt gehts los-ab Morgen steht Dresden im Mittelpunkt des Geschehens – GEH DENKEN ist auch der Aufruf zu einem friedlichen Protest gegen die Naziaufmärsche – auch ohne Bier auf dem Theaterplatz – Über 12.000 Teilnehmer/innen werden erwartet

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 19:52 Uhr am 12. Februar 2009

 Landespressekonferenz Montag 09. Februar 2009

Die Nervosität in der Stadt Dresden ist deutlich zu merken. Immerhin finden ab morgen die ersten Veranstaltungen zum Gedenken der Bombenopfer Dresdens vom 13./14. Februar 1945 statt. Am Samstag folgen die Großkundgebungen. Neben den GEH DENKEN Teilnehmern werden mehrere Tausend Rechtsextreme am Wochenende in der Stadt erwartet. Schon morgen Abend planen diese ab 18.00 Uhr einen großen Fackelmarsch durch die Stadt. In den vergangenen Tagen zerstörten Rechtsextreme bereits GEH DENKEN Plakate.

Das Innenministerium Sachsens sprach betreffend des Samstags bereits von dem größten Polizeieinsatz des Landes in den letzten Jahren.

Wir hoffen, dass es zu keinen gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Oft ist zu hören und zu lesen, dass auch Linksextreme an den Kundgebungen teilnehmen. Wir rufen ganz klar dazu auf friedlich seinem Protest Ausdruck zu verleihen. Unsere Aufrufe werden allerdings mit Sicherheit nicht in der rechtsextremen Szene erhört. Hier besteht durchaus eine große Gewaltbereitschaft. Insbesondere die “Autonomen Nationalisten” haben bereits in Hamburg gezeigt, was sie von einem friedlichen demokratischen Protest halten. Am 01. Mai 2008 ging die Gewalt in der Hansestadt laut Hamburger Polizei von dieser Gruppierung aus. Diese neue Szene ist massiv gewaltbereit und wird vermutlich ebenfalls an den Naziaufmärschen in Dresden teilnehmen.

Auch wir gehören dem Vorbereitungskreis GEH DENKEN an und können nunmehr feststellen-Alle Vorbereitungen für die Demonstration und Kundgebung demokratischer Kräfte sind abgeschlossen. Hierzu folgende Meldung:

Vom GEH DENKEN Vorbereitungskreis:

Die Organisatoren der Veranstaltung GEH DENKEN am 14. Februar 2009 haben ihre inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungen abgeschlossen. Wie der Vorbereitungskreis am Donnerstag in Dresden mitteilte, sind die Rückmeldungen zur Beteiligung aus den mitwirkenden Organisationen überaus zahlreich. Insgesamt werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer in mehr als 80 Bussen aus dem gesamten Bundesgebiet die Reise zu der Protestveranstaltung gegen den geplanten Neonaziaufmarsch der JLO am Sonnabend in Dresden antreten. Zusätzlich werden 2.500 Teilnehmer per Bahn anreisen. Die Organisatoren rechnen mit deutlich über 12.000 Teilnehmer/innen.

Wie Ralf Hron vom Vorbereitungskreis GEH DENKEN am Donnerstag mitteilte, steht nunmehr der genaue Veranstaltungsplan. Neben den drei Demonstrationsrouten steht auch die Abschlussveranstaltung ab 15.30 Uhr auf dem Theaterplatz im Zentrum der Sächsischen Landeshauptstadt. Es werden die Bundesvorsitzenden der dem Vorbereitungskreis angehörenden Organisationen erwartet, darüber hinaus Künstler wie der Sänger Smudo und es treten zahlreiche Musiker wie Sebastian Krumbiegel von den Prinzen auf der Hauptbühne auf. Nach einigen Verzögerungen konnte sich der Vorbereitungskreis auch mit den Behörden abschließend über das Veranstaltungskonzept und dem dazugehörigen Genehmigungsverfahren einigen. Die Demonstrationen starten 13.00 Uhr Goldener Reiter, 13.00 Uhr Neustädter Bahnhof und 13.00 Uhr Wettiner Platz. Bei mehreren Zwischenkundgebungen, wie an der neuen Synagoge in Dresden, werden zahlreiche Gastredner zu den Teilnehmern sprechen

 „Wir erwarten jetzt sicher die größte Protestveranstaltung gegen Neonazis, die es in Dresden bisher gegeben hat. Der Vorbereitungskreis GEH DENKEN sieht dieses Engagement von tausenden Dresdnern und zahlreichen Gästen nicht nur als solidarischen Akt, sondern auch als ein deutliches Zeichen an die Politik zu einem offensiveren Umgang mit der Gefahr der politischen Rechten in Deutschland. Dieses deutliche Signal wird künftig ein wichtiges Fundament in der Arbeit gegen die rassistische Intoleranz sein“, so Grit Hanneforth vom Vorbereitungsreis abschließend.

Abschluss auf dem Theaterplatz:

Laut Verwaltungsgericht wurde der Alkoholverzehr bei der Abschlusskundgebung untersagt. Natürlich hätten wir uns dies anders gewünscht, da die großen sächsischen Brauereien dieses Ereignis sehr gerne untersützt hätten. Allerdings ist Biertrinken nicht die Priorität dieses Abschlusses. Vielmehr wollen am Samstag mehrere tausend Menschen mit bundesweiter Unterstützung von Künstlern und Politikern klar stellen, dass Naziaufmärsche während solcherlei Gedenkfeierlichkeiten nicht tragbar sind und wir alle zum Handeln aufgerufen sind.

   Curse (musikalisch)   Smudo (verbal)

 

Die Musiker Curse, Sebastian Krumbiegel, Rolf Stahlhofen und weitere Bands werden die Reden unserer Gäste musikalisch unterstützen.

 

Unter den Rednern: Smudo (Die Fantastischen Vier), Franz Müntefering (SPD), Claudia Roth (Die Grünen), Gregor Gysi (Die Linke) und viele weitere Persönlichkeiten. Start auf der Hauptbühne vor der Semperoper ist 15.30 Uhr.

Weitere Informationen auch auf: www.geh-denken.de

 

 

 

 

 


Dresden: GEH DENKEN – Plakate abgerissen-erste Sachbeschädigungen durch Rechtsextreme

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 19:17 Uhr am 11. Februar 2009

Rechtsextreme haben an verschiedenen Stellen der Stadt Dresden heute am hellichten Tage bereits gezeigt, was sie von unserer Veranstaltung halten. Unmittelbar in der Nähe des Rathauses, rissen Sie GEH DENKEN Plakate von den entsprechenden Klebeorten ab und zerstörten die Pappen. Strafanzeige wegen Sachbeschädigung wurde gestellt. Wir rufen weiterhin alle Dresdener und Demokraten zum friedlichen Protest am 14. Februar 2009 auf.

 Hier hing eines von vielen GEH DENKEN Plakaten


Dresden: Diese Stadt hat Nazis satt-nur noch vier Tage – dann sind alle Demokraten gefragt

Kategorie: Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Politik, Spenden, Verein, YouTube geschrieben von: admin um 10:17 Uhr am 10. Februar 2009

   www.lautgegennazis.de

Auf der gestrigen Pressekonferenz in Dresden bekräftigten Mitorganisatoren aus dem Vorbereitungskreis GEH DENKEN nochmals ihren Aufruf an alle Demokraten in diesem Lande. Politik ist ein schweres kompliziertes Geschäft. Da lasen wir in Agenturmeldungen wieder einmal. Linke Parteien unterstützen GEH DENKEN. Nun, das mag richtig sein, aber durchaus auch bürgerliche und konservative Vertreter in diesem Lande, unterstützen den Aufruf. Z. B. Bundespräsident a. D. Richard von Weizsäcker.

Da haben wir es wieder. Seit Jahren versuchen wir klar zu machen, dass es sich bei Rechtsextremen und Nazis um demokratiefeindliche und menschenverachtende Gruppierungen handelt. Unsere Kampagne haben wir bewusst “Laut gegen Nazis” genannt. “Nazis” als Symbol für Nichtdemokraten und Vertreter von ewig gestrigem Rassismus und Antisemitismus. In der Vergangenheit haben wir durchaus mit Politikern und Menschen aller demokratischen Parteien, Aktionen und Projekte umgesetzt. Auch in Dresden wird der Versuch gestartet alle demokratischen Kräfte zu vereinen, um Europas größten Menschenverachter-Marsch in Zukunft zu verhindern. Hier geht es nicht um die Profilierung einzelner Parteien, sondern ganz klar um ein Zeichen aller Demokraten und einen gesunden Menschenverstand.

Gegen Nazis sein, heißt nicht links zu sein. Gegen Nazis sein heißt nicht Gewalt auszuüben. Und doch stossen wir immerwieder auf die gleichen Reaktionen wie z. B. “Warum seid Ihr eigentlich nicht gegen Linksextreme, die üben doch auch massive Gewalt aus?” oder “…wenn Ihr so eine Veranstaltung durchzieht, dann zieht Ihr linksextreme Gewalttäter an, die Steine schmeissen…” etc. Ehrlich gesagt, wir können solche Aussagen nicht mehr hören.

Politische Interessen aufgrund von unterschiedlichen Meinungen zu vertreten, ist legitim. Aber alle Demokraten von der CDU/CSU bis zu den Linken (im Bundestag vertretene Parteien), sind in einem solchen Fall wie Dresden dazu aufgerufen, gemeinsam die Grundwerte der Demokratie die in unserem Grundgesetz verankert ist und damit unser aller Meinungsfreiheit, friedlich zu verteidigen. Die rechtsextreme Szene erfreut sich an zuviel öffentlicher Diskussionskultur und Interessensvertretung im Sinne der Parteiideologien, auch im Superwahljahr 2009. Geradezu jubeln diese, wenn wir es auch in Zukunft nicht schaffen uns selber manchmal nicht im Wege zu stehen. An einem solchen Tage wie dem 14. Februar sollten alle ihre im Rahmen der Parteiprogramme verankerten ideologischen Grundsätze bei Seite packen, zumindest bis das Ziel erreicht ist, dass die Nazis nicht mehr marschieren können. Dies sind wir den Opfern des Nationalsozialismus schuldig.

In Dresden ist es zumindest gelungen, fast alle wichtigen Institutionen über die Parteigrenzen hinaus zu mobilisieren und trotzdem konnte man mit so manch einem, keinen gemeinsamen Konsenz finden. Unsere Appelle bleiben bestehen. Schaut über Eure politischen Grundlagen hinaus, um gemeinsam mit uns dafür zu sorgen, ein Zeichen für Demokratie und Toleranz zu setzen. Dresden können wir als Chance begreifen. Wunsiedel hat es vorgemacht, mit Unterstützung aller demokratischen Parteien und vielen anderen Initiativen und Institutionen wie der Kirche. Hier marschieren die Nazis seit 2005 nicht mehr. Wenn wir das in den nächsten Jahren für Dresden gemeinsam erreichen, dann haben wir im Sinne unserer Freiheit gewonnen. Für LGN J.M.

Kommen Sie nach Dresden:

Alle Informationen zu den Demonstrationszügen und unserer Veranstaltungen finden Sie unter: www.geh-denken.de

Abschlussveranstaltung auf dem Theaterplatz vor der Semperoper Dresden am 14. Februar 2009 ab 16.00 Uhr:

Musik: Curse, Sebastian Krumbiegel, Rolf Stahlhofen, Samba Escola Popular, Mastoles

Redner/Interviewpartner: Franz Müntefering, Claudia Roth, Gregor Gysi, Smudo, Michael Sommer, Stephanie Stumph, Wolfgang Stumph, anetta Kahane und viele weitere Gäste


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