Deutschland-Dresden: Anders als für dieses Jahr – wirbt Oberbürgermeisterin Orosz für einen Zusammenschluss von Demokraten – Auch im Jahre 2010 wollen Nazis wieder mit mehreren Tausend sogenannter Kameraden durch die Stadt marschieren –
Am 13./14. Februar 2009 präsentierten sich ca. 6.000 bis 7.000 Nazis in Dresden, bei ihrem geschichtsrevisionistischen Trauermarsch und vorigen Fackelmarsch. Wir gehörten zum Vorbereitungskreis GEH-DENKEN und waren für das Bühnenprogramm auf dem Theaterplatz vor der Semperoper sowie bei den Vorbereitungen mitverantwortlich. Auch 2010 wird die rechtsextreme Szene in Dresden zahlreich aufmarschieren. Im Gegensatz zu diesem Jahr, meldete sich jetzt die Oberbürgermeisterin Orosz zu Wort und wirbt für breite demokratische Zusammenschlüsse gegen den alljährlichen Nazispuk.
Hier die Artikel der sächsischen Zeitung:
Dienstag, 6. Oktober 2009
(Sächsische Zeitung)
Orosz will Dresdner für Gedenken zum 13.Februar einen
Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) will einen erneuten Streit um das Gedenken am 13. Februar verhindern und mit allen demokratischen Akteuren auch gegen den Missbrauch des Tags durch Rechtsextremisten Flagge zeigen.
Anlässlich des diesjährigen Braunen-Aufmarsches hatten sich die demokratischen Kräfte über Gegen-Aktionen zerstritten. Das soll sich nicht wiederholen. Seit Wochen sitzt Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) an einem Konzept für diesen Tag. Oberstes Anliegen: Die Einigkeit der Demokraten. “Ziel ist es, dass alle Veranstaltungen von Stadt, Kirchen und demokratischen Initiativen unter einem Dach stattfinden”, sagte Orosz der SZ. “Dazu bin ich in guten, konstruktiven Gesprächen.”
Das war nicht immer so. Anlässlich des diesjährigen 13. Februars stand Dresden bundesweit in den Schlagzeilen. Ein Bündnis aus vorwiegend linken Parteien, Kirchen und Gewerkschaften hatte unter dem Motto “Geh Denken” zu einer Kundgebung gegen den europaweit größten Neonazi-Aufmarsch aufgerufen. Allerdings ohne die CDU. Der “Geh Denken”-Aufruf sei in Teilen aggressiv und werde dem Ziel “Versöhnen durch Erinnerung” nicht gerecht, sagte CDU-Kreischef Lars Rohwer damals.
Die Folge: Auch Orosz schloss sich nicht an. Sie rief das stille Gedenken auf dem Altmarkt ins Leben. So entstand der Eindruck, dass Dresdner ohne ihre erste Bürgerin gegen Neonazis demonstrieren. Am Gedenken auf dem Altmarkt dürfte Orosz festhalten. Dort erinnert ein Spruchband an die Verbrennung Tausender Leichname 1945. Geplant sind zudem Gottesdienste, womöglich eine Andacht vor der Frauenkirche sowie Proteste gegen Rechtsextreme. Da der 13. Februar im kommenden Jahr auf einen Sonnabend fällt, rechnen Sicherheitskreise mit viel Zulauf für die Braunen. In diesem Jahr waren es rund 6000, die am 14. Februar — einem Sonnabend — durch Dresden zogen. (SZ/ale)
Dienstag, 6. Oktober 2009
(Sächsische Zeitung)
Gute Idee für den 13. Februar
Peter Ufer
Von Ufer.Peter@dd-v.de
über die Idee des Gedenk-Weges für den 13. Februar Gut, dass jetzt bereits darüber gesprochen wird, wie im kommenden Jahr öffentlich der Opfer des 13. Februars gedacht werden soll. Eine unentschlossene Veranstaltung wie in diesem Jahr sollte sich Dresden nicht noch einmal leisten.
Gut, dass sich die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) diesmal an die Spitze stellt. Von ihr muss die Aktion ausgehen, um von möglichst vielen Dresdnern getragen zu werden.
Gut, dass sich Ludwig Güttler intensiv Gedanken macht, um ein Konzept zu entwickeln, das nicht von einer Partei instrumentalisiert ist, sondern aus dem Wunsch entsteht, den Opfern würdig zu gedenken. Dazu ist der Weg des Gedenkens ein Vorschlag, über den sich zu diskutieren lohnt.
Gut, dass der Weg des Gedenkens einen Kreis um die Innenstadt zieht, an Plätzen vorbeigeht, die unmittelbar mit dem 13. Februar 1945 verbunden sind. Eine Bannmeile löst zwar nicht das Nazi-Problem, hält es aber draußen.
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