Wolfgang Rose (Ver.di)
Am gestrigen Freitag stand der Verkehr in der Stadt Hamburg still. Die angekündigte Kundgebung von Jürgen Rieger und der NPD gegen das geplante Schanzenfest fand mit 100 Teilnehmern im Herzen der Stadt statt. Zuvor begann direkt vor dem Hauptbahnhof eine Kundgebung des “Bündnis gegen Rechts” mit vielen Rednerinnen und Rednern von verschiedenen Institutionen und Organisationen die klar machten, dass die NPD und dieses ewig gestrige Nazigedankengut in der Hansestadt und überall in Deutschland unerwünscht sind. Darunter bewegten Zeitzeuginnen wie die Journalistin und Autorin Peggy Parnass (wirkte auch bereits bei unserem Jubiläum auf dem Spielbudenplatz mit), deren Eltern und große Teile ihrer Familie von den Nazis umgebracht wurden mit. Viele Redner wie der Ver.di Chef Wolfgang Rose forderten ein NPD – Verbot. Auf diese Forderung gehen wir zunächst nicht ein.
Transparent am Hamburger Schauspielhaus
Die Anfangskundgebung vor dem Hauptbahnhof wurde bereits von 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begleitet bevor sich der Demonstrationszug durch die Innenstadt zum Berliner Tor (NPD-Kundgebung) bewegte. Insgesamt demonstrierten ca. 3.000 Menschen gegen die Nazis. Am Berliner Tor direkt blieb es ruhig. Dort versammelten sich zusätzlich Antifa-Gruppen. Im weiteren Umfeld der Kundgebungen kam es dennoch zu Ausschreitungen zwischen der Polizei (die mit ca. 2.300 Beamten im Einsatz war) und Autonomen der linken Szene, die den friedlichen Grundtenor der Gegendemonstration nicht beeinflussten. Der Nazianwalt Rieger wurde daran gehindert an seinen Kundgebungsort zu gelangen und musste verspätet in Begleitung von dem Nazi Thomas “Stürmer” Wulf seine Hetzrede beginnen.
Kundgebungsort der Nazis
Gegen 21.30 Uhr wurde die Situation angespannter. Aufgrund einer Sicherheitslücke konnten mehrere Demonstranten nahe an die Kundgebung der NPD gelangen. Ein kleiner Weg wurde von der Polizei nicht bewacht. Durch die Ansammlung mehrerer Personen direkt an der Absperrung vor der Nazikundgebung, schienen die Beamten nervös zu reagieren. Jedoch kam es glücklicherweise nicht zur Konfrontation. Diese fand in der Innenstadt statt. Hier lieferten sich nach der Beendigung der Veranstaltungen Linksautonome und Polizei Straßenschlachten, die mit dem eigentlichen Aufmarsch der Nazis und der Gegenveranstaltung überhaupt nichts mehr zu tun hatten.
Grundsätzlich können wir sagen, dass die Gegenkundgebungen des “Bündnis gegen Rechts” klar friedlich und deutlich gemacht haben, dass Demokraten in diesem Lande noch die Mehrheit der Gesellschaft darstellen. Für Rieger und seine sogenannten Volksgenossen war die Kundgebung kein wahrer Erfolg. Zu unserer Freude konnten wir heute zudem feststellen, dass sämtliche NPD Plakate zur Bundestagswahl offensichtlich von beherzten Bürgern sogar in den noblen Hamburger Stadtteilen wie Othmarschen und Nienstedten entfernt wurden.
Weltpremiere des extra3-Rieger Songs im Rahmen unserer Veranstaltung im “Kulturhaus 73″ am Schulterblatt im Schanzenviertel:
Die Redaktion des NDR Satire-Magazins extra3 mit Tobi Schlegel, stellte uns für den gestrigen Abend eine DVD mit einem Rieger – Lied zur Verfügung, welches Sie am Sonntag in der TV-Sendung genießen können. Wir können dieses Video nur empfehlen und denken, dass unsere Partygäste des gestrigen Abends dies auch tun würden. Wir wollen uns auch noch einmal bei den Betreibern des “Kulturhauses 73″ für den gestrigen Abend bedanken.
Banner am Kulturhaus 73-Schanzenviertel