27.01.2012: “Erinnern heißt Leben” – Heute ist ein Tag, den wir nie vergessen dürfen – Der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – Das “Theater Sehnsucht” würdigt im Rahmen von “Hamburg steht auf!” die Opfer mit der Aufführung des Stückes “Korczak und die Kinder” von Erwin Sylvanus”… – Die Steine weinten…

“Janusz Korczak wurde 1878 in Warschau als Henryk Goldszmit geboren. Schon früh entwickelte er die Vision einer besseren Welt, in der Kinder nicht leiden müssen. Der polnische Pädagoge, Arzt und Schriftsteller gründete Anfang des 20. Jahrhunderts ein Waisenhaus für arme und verwahrloste jüdische Kinder in Warschau.”

Heute ist ein Tag, der uns an die Greueltaten der Nazis stets erinnern sollte. Dieser Tag ist als “Befreiung von Auschwitz” in die Geschichte eingegangen. Umso mehr müssen wir daran erinnern, dass wir heute immer noch eine ausgeprägte Naziszene in Deutschland haben. Gerade jetzt müssen wir erleben, wie Verdrängungsstrategien noch heute funktionieren. Aktuell vernehmen wir die Meldung, dass der Bundestag nunmehr eine lückenlose Aufkärung der Morde und Taten durch die Zwickauer Nazis fordert. Wir fordern mehr. Die Aufarbeitung deutscher Geschichte und aller Gewaltdelikte von Rechtsextremisten oder Nazis in den letzten Jahrzehnten. Die Deutschen scheinen Meister der Verdängung zu sein. Kriegsverbrechen, Morde der Nazis von damals und heute, schafften es bis zum November 2011 nur selten beachtet zu werden. Es geht nicht darum, unsere heutige Generation “schuldig” zu sprechen. Wir müssen uns erinnern, so wie das Hamburger Abendblatt erst vorgestern richtig schrieb: “Erinnert Euch”.

Ein wunderbares Beispiel für die Funktionalität von Projekten ist nach wie vor der von Schülerinnen und Schülern organisierte “Erinnerungsgang” in Oldenburg, der ohne großen Zeigefinger Menschen jährlich dazu bewegt, die Greueltaten der damaligen Nazis nicht zu vergessen. Ein Projekt, welches Schule machen sollte. Nur wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, begreift letztendlich auch den heutigen Rechtsextremismus mit seinen Folgen, die die Deutschen ja erst seit drei Monaten offensichtlich wahrnehmen. An einem Tag wie heute noch daran zu erinnern, dass wir über 180 Tote durch rechte Gewalt (also durch neue Nazis) seit der Wende zu registrieren haben, ist eine Schande. Für die traumatisierten Opfer von damals, müssen die Headlines der letzten Wochen mehr als schmerzhaft sein. Vielleicht verbunden mit der Feststellung, dass viele Menschen in Deutschland aus der Geschichte nichts gelernt haben.
http://www.lautgegennazis.de/blog/2011/11/11/11-11-2011-weit-uber-1-500-menschen-nahmen-an-dem-erinnerngsgang-in-oldenburg-teil-schirmherr-sebastian-krumbiegel-und-die-schulerinnen-und-schuler-der-bbs-wechloy-freuten-sich-uber-die-hohe-teilna/

Das “Theater Sehnsucht” ist mit einem Beratungsstipendium zu den Themen “Sucht- Mobbing- Gewaltprävention – Empathie – Zivilcourage – Gesellschafliche Verantwortung” ausgezeichnet worden und stellt eine wichtige Kompenente der Jugandarbeit in Hamburg dar. Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft im Rahmen unserer Aktion “Hamburg steht auf!”. Den Termin für die Aufführung geben wir in den nächsten Tagen bekannt.

“Janusz Korczak wurde 1878 in Warschau als Henryk Goldszmit geboren. Schon früh entwickelte er die Vision einer besseren Welt, in der Kinder nicht leiden müssen. Der polnische Pädagoge, Arzt und Schriftsteller gründete Anfang des 20. Jahrhunderts ein Waisenhaus für arme und verwahrloste jüdische Kinder in Warschau. Davon überzeugt, dass Kinder in Selbstverwaltung leben könnten, ermutigte er seine Schützlinge dazu, ein Parlament zu wählen, ein Gericht zu halten und eine eigene Wochenzeitung herauszubringen. Seinen Namen änderte er, als er eine akademische Karriere für ein Leben mit den Armen aufgab. Er wurde 1942 mit den Kindern eines jüdischen Waisenhauses in Treblinka ermordet. Der Film berichtet vom Schicksal des Waisenhausleiters Janusz Korczak und seiner jüdischen Waisenkinder von Warschau. Dabei wird die von Janusz Korczak geschaffene Welt im Waisenhaus der durch die deutsche Besatzungsmacht in Polen gegenübergestellt.”

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