Gera 2009 (4.000 Rechtsextreme). “Rock für Deutschland”. Nazis veranstalten jährlich ein bedenkenswertes Festival in dieser Stadt. Sie bedienen sich typischer Subkulturen wie “Hardcore”, “Punk”, “Metal” und sind eben doch ganz “deutsch”.
Die NPD veranstaltet das “Rock für Deutschland”-Festival. Unweigerlich muss ich an eine Diskussion in der Musikindustrie denken, die vor einigen Jahren stattgefunden hat. Die “Deutschquote” bei Rundfunksendern. Den damaligen Befürwortern einer solchen Quote, sollte das, was in Gera jährlich stattfindet doch zu denken geben. Die Nazis nehmen sich solcher Themen inzwischen gerne an. Vielleicht vermische ich zwei Themen, die miteinander wenig zu tun haben. Aber “Rock für Deutschland” klingt soo normal, wie eben die damals verlangte “Quote für deutsche Musik” die bewirken sollte, dass wir nicht mehr ganz so viele internationale Acts über den Ether hören sollten. Nun, ich bin abgewichen.
Am 06. August 2011 wollen die Nazis wieder Ihr eigenes Festival ganz “deutsch” in Gera feiern – Ein großer Zusammenschluss der Zivilgesellschft will dies verhindern. Wir unterstützen massiv die Aufrufe zu Gegendemonstrationen, Sitzblockaden und alle weiteren Maßnahmen des “Aktionsbündnisses Gera”, um den Nazis die Suppe und somit ihr Open Air-Festival zu versalzen. J. M. für LGN
Die Pressemitteilung des Pfarramtes Gera:
EVANGELISCHES STADTJUGENDPFARRAMT GERA
Pfarrer Michael Kleim Talstraße 30 Gera 07545
Tel.: (0365) 26843 email: stadtjugendpfarramt.gera@gmx.de
PRESSEMITTEILUNG
Gera, am 27. Juni 2011
„Rock für Deutschland“ – Hassmusik in Gera
Aufruf zum zivilen Widerstand am 06. August
Am 06. August soll in Gera zum wiederholten Mal das Großereignis „Rock für Deutschland“ stattfinden. Die Veranstalter von NPD und militanten Kräften werben unter dem Motto „Nie wieder Kommunismus – Freiheit für Deutschland.“ Sie beziehen sich dabei gezielt auf die Opfer der stalinistischen Diktatur in der DDR. Bei den angekündigten Bands deutet bereits der Name auf die politische Haltung: „Brutal Attack“, „Burning hate“ und „Natural Born Haters”.
Als christliche Kirchen verwehren wir uns über diesen Missbrauch der Opfer des Kommunismus und werden in eigener Weise und ökumenisch gemeinsam unseren Widerstand gegen Rock für Deutschland gestalten. Wir laden am 06. August 10:00 Uhr zu einem Friedensgebet in die St. Trinitatiskirche ein. Außerdem ermutigen wir unsere Gemeindeglieder, sich an diesem Tag in die zivilen, gewaltfreien Protestaktionen einzubringen.
Geraer Menschen wehren sich mit unterschiedlichen Formen gegen das Hasskonzert in ihrer Stadt. Der Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit ruft Parteien, Kirchen, Vereine und Einzelpersonen auf, sich auch überregional an diesem zivilen Widerstand zu beteiligen: „Kommt am 06. August nach Gera – wir brauchen Eure Unterstützung, um „Rock für Deutschland“ zu verhindern. Gebt diese Information weiter, damit die demokratische Gegenöffentlichkeit mobilisiert werden kann. Beispiele aus anderen Städten haben gezeigt, dass ein solcher Widerstand Erfolg hat, wenn wir uns untereinander unterstützen.“
Wer seinem Protest gegen das Hasskonzert bereits jetzt Ausdruck geben will, kann den vom Bürgerbündnis Gera verfassten Aufruf unterzeichnen. Dies ist unter der Webadresse: http://www.gera-nazifrei.com/cms/aufruf/ auch per Internet möglich.
Weitere Informationen:
Pfarrer Michael Kleim Tel 0365/ 26843 stadtjugendpfarramt.gera@gmx.de
