11.10.2010: Netz-gegen-Nazis ist es gelungen mit 20 Betreibern von Social Networks eine Aktionswoche gegen Nazis in das Leben zu rufen – Vom 11.10. bis 17.10.2010 – ohne Facebook

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Es ist dem Engagement der Journalistin und lieben Kollegin Simone Rafael zu verdanken, dass fast alle wichtigen „Social Network“-Betreiber sich in den nächsten sechs Tagen gegen Nazis im Netz positionieren. Aber eben nur fast alle. 20 Provider konnte sie für die Aktion des Portals „Netz gegen Nazis“ gewinnen. Alte Bekannte wie YouTube (361 Grad Respekt), MySpace und natürlich auch die mit dem Portal www.netz-gegen-nazis.de verknüpften Portale der VZ-Gruppe (SchülerVZ/StudiVZ) beziehen Stellung gegen die Umtriebe von Rechtsextremen auf ihren Plattformen.

Wir selber haben vor etwa drei Jahren die ersten Aktionen gegen Nazis mit unserem Partner YouTube angeschoben. Übrigens auch ein Thema im Rahmen der laufenden gemeinsamen Aktion „361 Grad Respekt“ (Videowettbewerb). Wir rufen mittlerweile seitdem alle User dazu auf, entsprechende Seiten mit menschenverachtenden Inhalten an die Internetbetreiber zu melden. Ob die Aktion der nächsten sechs Tage Sinn macht und mit Nachhaltigkeit geprägt sein wird ist zu hoffen, aber eher unwahrscheinlich. Letztendlich ist das Internet ein Spiegelbild der Gesellschaft. Auch hier gilt, jeder Einzelne trägt Verantwortung im Netz. Wenn man so will, kann diese Aktionswoche nur ein Appell für Courage an alle sein. Eben wie auf der Straße oder in der Kneipe. Wir sprechen Betreiber solcher Portale nicht frei von der Verantwortung, wenn es um Obacht gegenüber rechtsextremer Tendenzen im Netz geht, aber die Masse an Usern ist kaum zu bewältigen. Wenn wir allein davon ausgehen, dass bei YouTube in der Minute 10.000 Videos hochgeladen werden, wieviel Personal wäre notwendig, um jedes einzelne auch noch so rassistische, antsiemitische, menschenverachtende Werk zu löschen.

Wir sagen, diese Woche ist eine charmante Aktion, die sicherlich Menschen zum Nachdenken zwingt. Die Anzahl der rechtsextremen Auftritte im Netz, wird sich hierdurch nicht verringern. Wir fordern nach wie vor die User mit dazu auf, endlich auch im Netz selbst rechtsextreme Inhalte zu flaggen, zu melden und dagegen zu agieren. So wie wir es vor zwei Jahren mit „Smudo“ und „Wir sind Helden“ und vielen anderen Künstlern gefordert haben. Siehe Videos.

Ein fraglicher Punkt ist bei der aktuellen Situation auch, warum das größte „Social Network“-Portal „Facebook“ sich nicht klar gegen Nazis auf der heutigen Pressekonferenz in Berlin positioniert.

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/soziale-netzwerke-gegen-nazis-kampagne-1110-bis-17102010

http://www.tagesschau.de/inland/sozialenetzwerke112.html

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