(Foto: Pressekonferenz 19.08.2010-Hamburg)
Am 23. Juli 2010 veröffentlichten wir eine Pressemitteilung zu dem Zustand des Betreibers unserer Kampagne, der HeadUp Promotion GmbH. Gestern erfuhren wir eine große prominente Unterstützung. Auf unserer für die Großkundgebung “Hamburg und alle stehen auf!” organisierten Pressekonferenz im Schmidt´s Tivoli-Hamburg, machten wir die finanzielle Situation ebenfalls zum Thema. Auf dem Podium begrüßten wir Corny Littmann & die Ikone Valerie, Smudo (Die Fantsatischen Vier), Timo Schultz (FC St. Pauli-Spieler) und für die geplante Großkundgebung am 04. September in Hamburg, den Schirmherren-Justizsenator Dr. Till Steffen, den DGB Vorsitzenden/Hamburg Uwe Grund, den Musiker Nosliw und Tobias Wegmann von der United Ambient Media AG.
Wir fordern mehr zivilgesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft:
In der Begrüßungsrede zur Pressekonferenz, erläuterte unser Kampagnenleiter und Pressesprecher des Vereins “Laut gegen Nazis e. V.”, Jörn Menge, noch einmal die aktuelle Situation zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland. Angesichts der wieder steigenden Zahlen von Opfern rechter Gewalt und rechtsextremer Straftaten im ersten Halbjahr 2010, wies er darauf hin, dass ein Handeln der Zivilgesellschaft unabdingbar ist. Seit sechs Jahren arbeitet die Kampagne darauf hin. Großer wirtschaftlicher Erfolg bleibt stets aus. Zwar konnten alle Projekte und Kosten in den ersten fünf Jahren gedeckt werden, allerdings ist seit Beginn dieses Jahres ein Einbruch finanzieller Unterstützungen von bis zu 60% zu merken. Bei der knapp kalkulierten Arbeit, ist dies im höchsten Maße gefährdend für die Zukunft. In einer Akquisitionsaktion, musste der Kampagnenleiter feststellen, dass bei 200 angefragten Unternehmen lediglich eine Erfolgsquote von 0,5% erzielt wurde. Marketingleitungen und Geschäftsführungen argumentieren meist mit leeren Kassen aufgrund der Wirtschaftskrise, ein Großteil der Unternehmen befürchtet eine negative Wirkung mit einer Präsentation zum Thema Rechtsextremismus. Davon gab ein Teil der Unternehmen an, man befürchte einen Umsatzeinbruch von bis zu 30%, würde man sich entsprechend engagieren. Menge wies darauf hin, dass dieses Argument meist von Großunternehmen als Begründung der Nichtunterstützung, verwendet wird und deutete nochmals auf die stastischen Erhebungen des Bundestages und eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung, die besagen, dass 30% der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger rechtsradikales (nicht rechtsextremes) Gedankengut in ihren Köpfen tragen. Also, kein Wunder-Umsatz ist eben für so manch einen, wichtiger. Anschließend übergab er das Wort an die Podiumsteilnehmer.
Foto: Corny Littmann und die Ikone Valerie
Der Ex- Präsident des FC St. Pauli, Kiezgröße und Theatermacher Corny Littmann und Valerie kündigten eine sofortige Spende i. H. v. 5.000,– € an und wiesen auf Angriffe durch Rechtsextreme auf die Schwulenszene hin
Corny Littmann und Valerie wiesen sehr deutlich auf Angriffe von Nazis auf Homosexuelle hin. Erst neulich, so wusste Valerie zu berichten, wurde jemand angegriffen und nach einer Party überfallen und zusammengeschlagen. Homophobie ist ein großes Thema, wenn es um das rechtsextreme Gewalt geht. Corny Littmann unterstrich noch einmal deutlich, dass rechtsextreme Tendenzen in diesem Lande nichts mehr zu suchen haben und darauf, dass die Szene sich immer mehr festige. Zudem kritisierte ebenfalls die Wirtschaft und äußerte die Hoffnung, dass die Kampagne “Laut gegen Nazis” nunmehr durch Spenden und Investoren gerettet werden kann. Als Anreiz für mögliche weitere Spender, verkündeten beide eine Spende des Schmidt´s Tivoli, der Wunderbar und vieler angeschlossenen Läden, in Höhe von 5.000,– €/ Soforthilfe verbunden mit der Ankündigung, dass dies nur ein Anfang sei. Corny rief nochmals zur Kundgebung am 04. September 2010 auf.
Foto: Smudo (Die Fantastischen Vier)
Die Kampagne darf nicht sterben und Smudo fordert auch Großunternehmen auf umzudenken
Smudo engagiert sich bereits seit sechs Jahren im Rahmen unserer Kampagne und für unseren Verein. Bereits 2007 sammelten die Fantas 20.000,– € für die Kampagne auf der damaligen Tournee. Er unterstützte viele Veranstaltungen, nahm Hörbücher auf und ist immer wieder präsent. Von ihm stammt der Satz “Diese Kampagne darf nicht sterben”. Auch er kritisierte ganz klar die Wirtschaft. Es wäre zum Beispiel einfach, wenn ein KULT-Bier Hersteller 0,25 € pro Flasche an Initiativen gegen den wachsenden Rechtsextremismus zu spenden. Ebenso kritisierte er eine traditionelle Fluggesellschaft, die bisher nicht einmal die eigene Zwangsarbeitergeschichte aufgearbeitet hat. Diese könne doch ebenfalls jetzt ein deutliches Engagement zeigen. Smudo kündigte zudem an, dass die Fantas und er sicherlich auch noch Wege der Unterstützung von LGN anstreben werden.
Foto: Timo Schultz – Spieler des FC St. Pauli
Timo Schultz macht noch einmal deutlich, dass der FC St. Pauli die Kampagne bereits seit fünf Jahren unterstützt und dass der FC St. Pauli mit seinen Fans und eben auch der Mannschaft selbst absolut hinter Laut gegen Nazis stehen. Mit vielen Aktionen konnten wir gemeinsam am Millerntor agieren. Die Kampagne sei wichtig, weil sie gerade auch mit anderen Mitteln ohne erhobenen Zeigefinger Kinder und Jugendliche erreicht. Ihm persönlich sei dies wichtig. Timo Schultz studierte das Thema Geschichte auf Lehramt. Der FC St. Pauli steht bereits seit Jahren gegen rechtsextreme Tendenzen. Eben auch die Mannschaft rufe alle Hamburger, Rostocker und Gäste der Stadt auf, am 04. September 2010, vielleicht-wenn terminlich möglich, sogar mit Spielern und Fans gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Wir freuen uns ganz besonders, vor allem weil der FC St. Pauli für andere Bundesliga Clubs ein Anreiz sein könnte, auch unangenehme Themen wie das des Rechtsextremismus öffentlich zu behandeln.
“Hamburg und alle stehen auf” am 04. Spetember auf dem Spielbudenplatz Hamburg unter der Schirmherrschaft des Justizsenators Dr. Till Steffen auch in Hinsicht auf den zeitgleich stattfindenden Naziaufmarsch in Dortmund und eventuell mit einer gemeinsamen Aktion des FC St. Pauli und Hansa Rostock
In der Einleitung wies Jörn Menge auf eine kleine Sensation hin: Er führte einen Tag zuvor Gespräche mit dem Vorstand des Fußballclubs Hansa Rostock. Nach Absprache mit Corny Littmann wollen sich voraussichtlich beide Clubs auf der Kundgebung gegen Menschenverachtung, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie präsentieren. Corny Littmann und der Vorstand von Hansa Rostock äußerten sich mehr als positiv über dieses Vorhaben. In einem gesonderten, folgenden Artikel werden wir die Situation genauer beschreiben.
Foto: Justizsenator der Stadt Hamburg Dr. Till Steffen
Schirmherr des 04.09.2010 Justizsenator Dr. Till Steffen wies auf die Verantwortung der Zivilgesellschaft und der Politik und gab eine Situationsbeschreibung der rechtsextremen Szene
Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass die Hansestadt Hamburg sich mit dem Justizsenator zu unserer Kundgebung “Hamburg und alle stehen auf!” engagiert. Erstmalig können so zivilgesellschaftliches und politisches Engagement verknüpft werden. Auch der Senator rief dazu auf, zahlreich am 04.09. 2010 auf dem Spielbudenplatz zu erscheinen. Hinter “Hamburg steht auf” steht auch die Stadt Hamburg. “Wir wollen damit das bunte Leben gerade auch auf St. Pauli fördern und wenden uns gegen die, die das verhindern wollen”, sagt Justizsenator Till Steffen. Hamburg habe mittlerweile ein großes Problem mit rechter Gewalt. “Die Szene tritt nicht öffentlich auf, ist aber gut vernetzt.” Der Senat habe sich Berlin zum Vorbild genommen und die Arbeitsstelle Vielfalt eingerichtet, die sich um Gleichstellung Homosexueller bemüht und gegen Rechtsextremismus vorgeht. “Die Straße gehört eben nicht den Nazis. Das wollen wir zeigen.” (TAZ)

Foto: Vorsitzender DGB Hamburg Uwe Grund
Der DGB Hamburg ist überall engagiert-wenn es um das Thema Rechtsextremismus geht
Der DGB – Hamburg wird sich mit der Kostenübernahme eines Künstlers engagieren. Im Übrigen werden wir das Programm für den 04. September 2010 in der nächsten Woche veröffentlichen. Gerade als Vertreter der Arbeiterschaft sei der DGB in der Verantwortung. Das Problem des Rechtsextremismus sei auch in den Betrieben durchaus merklich. Aus diesem Grunde werde der DGB zur Kundgebung aufrufen und dafür werben, dass viele Menschen aufstehen, um ein Zeichen zu setzen. Mit dem DGB haben wir eine sehr wichtige Institution als Partner gewonnen.

Foto: Tobias Wegmann – United Ambient Media
United Ambient unterstützt Laut gegen Nazis mit einem Award im Wert von 60.000 Euro und ruft mit zu Spenden auf
Tobias Wegmann engagiert sich privat und beruflich bei unserer Kampagne und organisiert zudem mit uns gemeinsam die Kundgebung am 04.09.2010. Er sorgt für die Abwicklung der Veranstaltung, erstellt die Werbemittel für United Ambient Media und ist überall da, wo er helfen kann. Auch in der Akquisition von neuen Partnern und Sponsoren für die Kampagne ist er aktiv. Auf der Pressekonferenz unterstrich er das Engagement des Unternehmens United Ambient Media mit einer Aktion und einem Postkarten Award im wert von 60.000,– €. Zudem unterstrich er ebenfalls die Notwendigkeit, dass sich Unternehmen zu dem Thema engagieren, rief allerdings auch alle dazu auf, zu spenden. Seine Rechnung ist real. Wenn nur 20.000 Menschen 10,– € spenden würden, dann wäre der Bedarf von Lgn für ein Jahr gedeckt.
Foto: Nosliw
Nosliw schrieb nicht nur unsere Hymne “Nazis raus” – heute erscheint dieses Lied als Single in Deutschland zum Download. Die Erlöse kommen LGN zugute
Zu den Maikundgebungen der Nazis, erklärten wir das Stück “Nazis raus” zu unserer Hymne. Der Musiker Nosliw wies auf der PK nohmals energisch darauf hin, dass man immer wieder auf unangenehme Themen aufmerksam machen muss. Er hätte das Gefühl, dass die Menschen vorallem Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche immer wieder sensibilisiert werden müssen. Seine Erfahrungen aus Gesprächen zeige, dass man sich heute kaum noch mit der rechten Vergangenheit Deutschlands auseinandersetzen wolle. Ihm sei sein Engagement in unserem Rahmen eben genau deshalb sehr wichtig. Zum Abschluss der PK führten wir den Journalisten das Video der Single vor. Auf den Stühlen war so etwas wie musikalisches Taktgefühl zu spüren. Mit Beifall schloss Jörn Menge dann die Veranstaltung.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten der Pressekonferenz und vor allem bei den ersten Spendern: Corny Littmann & Valerie mit dem Schmidt´Tivoli, der Wunderbar, der Spielbudenplatz Betreiber GmbH und weiteren sowie bei Skoda Deutschland und den Spendern, die unkompliziert schon jetzt ein Zeichen mit einer Zahlung auf unser Vereinskonto gezahlt haben.
Am ersten Tag der Rettung sind somit bereits knapp 7.000,– € eingegangen. Wir hoffen nunmehr auch auf einen Investoren aus der Wirtschaft, der gewillt ist sich gegen Menschenverachtung zu positionieren und nicht auf einen großen Profit hofft, sondern Zivilcourage zeigt.
Weitere Pressestimmen zur PK:
http://www.welt.de/die-welt/regionales/hamburg/article9102035/Laut-gegen-Nazis-fehlt-Geld-Prominente-werben-um-Spenden.html
http://www.ad-hoc-news.de/laut-gegen-nazis–/de/News/21556051
http://www.mopo.de/2010/20100820/hamburg/panorama/laut_gegen_nazis_droht_die_pleite.html
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/?dig=2010%2F08%2F20%2Fa0170&cHash=e804af5b5d
TV:
http://www.rtlregional.de/player.php?id=11944&r=1&seite=0
http://www.hamburg.1730sat1.de/sendungen-hh.html
Wir möchten uns bei allen Beteiligten herzlich bedanken und hoffen nunmehr auf eine breite Unterstützung.
Ein Bericht zum gemeinsamen Engagement des FC St. Pauli und Hansa Rostock am 04. September 2010 bei “Hamburg und alle stehen auf!” (Die Welt berichtet bereits) folgt in Kürze auf www.lautgegennazis.de/blog.
Spendenkonto:
Verwendungszweck: Hamburg und alle stehen auf!
Laut gegen Nazis e.V.
Kontonr. 545 686
BLZ 21060237
EDG Kiel
Es ist nur peinlich wie von Dortmund abgelenkt werden soll, spätestens damit ist “Laut gegen Nazis” für Antifaschistische Gruppen und Strukturen gestorben.
Schönen guten Tag lieber Gast, es grüßt Dich die Redaktion. Falls es Dir aufgefallen ist. Wir lenken überhaupt nicht ab. Ganz im Gegenteil. Unsere Arbeit besteht darin auf Naziaufmärtsche ebenso aufmerksam zu machen, als auch auf andere Missstände in Bezug auf das Thema Rechtsextremismus. Wir fordern eben halt nur nicht dazu auf “Nazis klatschen” zu gehen, weil wir Gewalt nicht als das richtige Mittel sehen.
Zudem teilen wir Euch mit, dass wir die Menschen auf dem Spielbudenplatz Hamburg am 04. September 2010 bitten, solidarisch mit den Gegendemonstranten in Dortmund auf die Straße zugehen. Ebenso ist eine Liveberichterstattung für die Hamburger geplant. Die Redaktion
Doofe Frage eines Außenstehenden: wofür werden denn jährlich die 200.000€ ausgegeben?
Hallo Heinz, wir werden in den nächsten Tagen den Kostenbedarf pro Jahr hier auf dem Blog veröffentlichen. Die Redaktion
Warum ist dieser Artikel mit dem (bekloppten) Schlagwort “Linksextremismus” getagged?
Weil St. Pauli ein “linksextremer” Verein ist? Weil ihr “Linksextremisten” seid? Weil jedes Engagement (wie Christina Schröder es propagiert) “linksextrem” ist? Was soll das?
Das ist doch bescheuert. Bitte löscht doch mal diese unsägliche Kategorie in Eurem Blog oder ersetzt sie durch “aktiv gegen Nazis” oder Ähnliches…