(Foto: Bundestag.de)
Zwar seien die Zahlen der Gewaltdelikte durch Rechtsextreme leicht rückläufig, aber von einer Beruhigung kann keine Rede sein. Zudem fehlen Auswertungen aus den westlichen Bundesländern. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen und Nachmeldungen finden immer noch statt. Viele Opfer, die von Rechtsextremen attakiert werden, trauen sich nicht diese anzuzeigen. Auch die Statistiken des Verfassungsschutzes sind ungenau. Die Polizei muss am jeweiligen Tatort feststellen, dass die verübte Gewalttat tatsächlich rechtsextrem, rassistisch oder antisemitisch motiviert war. Wie oft hierbei etwas übersehen wird, wollen wir nicht schätzen. Fakt ist, die Rechtsextremen hauen weiterhin drauf und verletzen Menschen.
Für uns sind die Opferberatungsstellen die zuverlässigste Quelle, wenn es um die Ermittlung rechter Gewaltanwendung geht. In den westlichen Bundesländern gibt es trotz bundesweiter Fördermittel gegen Rechtsextremismus nur selten Beratungsstellen, die sich lediglich um diese Opfer kümmern und diese ebenfalls registrieren. Beispielsweise gab es in Hamburg bis vor kurzem eine staatliche Mobile Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt, besetzt mit einer Person, die gerade mal darauf gewartet hat angerufen zu werden. Dieser Zustand wird in vielen Städten und Ländern nicht anders sein. Gerne schaut Landes-/Kommunalpolitik auch mal weg. Ist ja auch ein unangenehmes Thema, zumal wir nun erst einmal registrieren sollen, dass die Gefahr linksextremer Gewalt stets steigt. Der Stand rechtsextremer Gewalttaten und die dadurch entstandenen Opfer dürfte hier aber deutlich und unmissverständlich höher sein. Zumal Rechtsextreme ihre Opfer gezielt suchen bevor sie zuschlagen. Wir möchten auch noch einmal daran erinnern, dass allein seit der Wende 149 Menschen durch Rechtsextreme ermordet wurden.J. M. für LGN
An dieser Stelle möchten wir auf unsere Kollegen von www.netz-gegen-nazis.de verweisen, die die Zahlen der Opferberatungsstellen veröffentlichten: