Deutschland: Wohin fahren wir 2010 – Rechtsextremismus nur noch zweite Wahl – wenn es um Gegenmaßnahmen geht? Und überhaupt…

Kategorie: Allgemein, Linksextremismus, Musik, Politik, Rechtsextremismus, Verein, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 18:15 Uhr am 30. Dezember 2009

welle sonneBild1 

Wir verabschieden das Jahr 2009 und begrüßen das Jahr 2010. Das Jahr 2009 hatte es in sich. Aber, wie ich jenes Jahr sehe, habe ich in meinem Jahresrückblick ja bereits geschrieben. 2010! Mit einer Randmeldung, die man nur gezielt zur Kenntnis nehmen kann, schlittern wir in das neue Jahr. Diese Meldung schockierte mich noch einmal, zumal sie als kleiner Artikel in Zeitungen zu ersehen war (schätzungsweise 15 Zeilen). Ca. 12 Millionen Menschen leben in Deutschland an der Armutsgrenze. 12 Millionen!!! Verbände rechnen bei anhaltendem Zustand mit sozialen Unruhen und forderten die Bundesregierung zum Handeln auf. So wie wir die Bundesregierung immer wieder zum Handeln auffordern, wenn es um das Thema Rechtsextremismus geht.

Meist bleiben derlei Forderungen ungehört. Wir können nur hoffen, dass wir im nächsten Jahr eine Wende in den Köpfen der regierenden Politik feststellen. Bislang können wir davon jedoch nicht ausgehen. Zum Thema Extremismus verharrt die Bundesregierung offensichtlich auf ihrem Standpunkt. Ein deutliches Augenmerk wird wohl im nächsten Jahr auf die linksextreme Szene fallen. Die Angst vor einer neuen RAF geht in gewissen Kreisen herum, nicht zu vergessen die Bekämpfung des Islamismus. Scheinbar unbemerkt, wächst jedoch eine ganz andere Szene, die für 143 bestätigte Todesopfer seit 1990 und für jährlich ca. 1.000 Gewaltopfer verantwortlich ist. Nun sicher, hier trifft es keinen Politiker, und nur selten Polizisten (diese Form der Auseinandersetzung, verurteilen wir ebenfalls auf das Schärfste, weil wir Gewalt immer ablehnen), wenn diese von rechtsextremen Wirrköpfen geleitete Szene zuschlägt. Nein, die rechtsextreme Szene schlägt weiterhin im Dunkeln zu. Und genau dieser rechtsextremen Szene will man offensichtlich im Jahre 2010 nicht mehr massiv entgegentreten oder ihr eine erhöhte Aufmerksamkeit zuteil kommen lassen. 24 Millionen Euro sollen 2010 zur Extremismusbekämpfung zur Verfügung stehen. Jedoch für alle Richtungen. Das ist beschämend. Wie so vieles, was man 2009 lesen konnte.

Die Lage wird sich im ersten Halbjahr des neuen Jahres wohl nicht verbessern. Die Prognosen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie kleine Unternehmen ist düster. Allein im letzten Halbjahr 2009 stieg die Zahl der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um ca. 38%, während die Börse sich mit knapp 6.000 Punkten wieder erholt. Genug Argumentationsfläche für rechtsextreme Parteien und Funktionäre, die leider mehr Gehör finden. Dies mag auch für die linksextreme Szene gelten, aber sie unterscheidet sich noch massiv in der Wirkung.

Also, noch einmal-wohin fahren wir in nächster Zeit mit unserem Schiff und wie reagieren die Kapitäne der Demokratie auf den handfesten Sturm der uns nächstes Jahr erwartet? Ich vermag das nicht einzuschätzen und kann nur hoffen, dass ein Umdenken in der Gesellschaft und in der politischen Führungsebene stattfindet.

Trotz aller negativen Schwingungen, wünsche ich allen Userinnen und Usern unseres Blogs ein erfolgreiches und vor allem (das wird oft ausgelassen und spielt eigentlich die wesentlichste Rolle) ein gesundes neues Jahr!

J. M. für LGN

Informationen zur Extremismus-Politik der Bundesregierung finden Sie hier:

http://npd-blog.info/2009/12/22/fatale-gleichsetzung-die-entsorgung-des-rechtsextremismus/

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/kommentare/bundesprogramme-gegen-extremismus


www.laut.fm/gegennazis: Eine Silvesterparty mit guter Musik von Melanie und Tobias Schlegl

Kategorie: Allgemein, Musik, Online Radio, Rechtsextremismus, Verein, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 16:48 Uhr am

FM_Banner neu_2 feuerwerkthumb_58049 Ein wahres Feuerwerk

Jahreswechsel. Party! Musik! Jedes Jahr immer das Gleiche. Deutschland feiert. Laut und heftig. Der Einzelhandel rechnet mit 100 Millionen Euro Einnahmen durch Feuerwerkskörper und immer wieder die gleiche Frage der Feierwütigen. Wer macht wo, gute Musik? Wie wäre es denn, wenn Ihr einfach nur in das Internet geht, www.laut.fm/gegennazis anklickt und Euren Rechner an einen Verstärker anschließt. Schon ab 14.00 Uhr lohnt es sich, sich auf die Silvesterparty mit einem wertvollen tanzbaren und stimmungsvollem Tracklisting unserer Grafikerin Melanie einzustimmen. Hier finden sich aktuelle Highlights wie Gossip, Franz Ferdinand und allerlei.

Ab 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr verspricht der allseits beliebte Tobias Schlegl tanzbare Musik auch für Mädchen, wie er bereits live am 21. November 2009 im Kulturhaus III & 70 bewies. Dann kann es zum Knallen gehen und der Sekt geschlürft werden. Wer dann immer noch gute Musik bevorzugt, kann ab 0.00 Uhr das Programm vom Kulturhaus III & 70 selbst aufdrehen. Und das Gute , wer uns laut hört, ist auch “Laut gegen Nazis. Viel Spaß!!! & guten Rutsch!J. M. für LGN


Frohe Weihnachten 2009

Kategorie: Allgemein, Fußball, Linksextremismus, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, Verein, YouTube, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 20:40 Uhr am 23. Dezember 2009

LGN_xmasWeb

So ein Jahr geht schnell um. Im letzten Jahr bereiteten wir zu dieser Zeit gerade intensiv Veranstaltungen gegen den Naziaufmarsch in Dresden am 13./14. Februar 2009 vor. Wir hoffen, dass die Zivilgesellschaft am 13. Februar 2010 dem braunen Spuk in der Elbe-Stadt, etwas entgegen zu setzen weiß. Aber auch so, müssen wir im nächsten Jahr aktiv gegen Menschenverachtung, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und krankem Nationalismus agieren. Zwischen den Tagen ist unsere Redaktion sporadisch besetzt und wird über aktuelle Entwicklungen nach Bedarf berichten. Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern ein schönes Weihnachtsfest.

Die LGN Redaktion


Deutschland: In Dresden bereitet man sich auf den größten Naziaufmarsch Europas am 13. Februar 2010 vor

Kategorie: Allgemein, Linksextremismus, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, Verein, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: admin um 18:58 Uhr am 22. Dezember 2009

nazis dresden untitled Nazis-Dresden 2008

Wie wir bereits berichteten, bereitet sich ein Zusammenschluss der Zivilgesellschaft in Dresden auf den Naziaufmarsch (voraussichtlich bis zu 8.000 Teilnehmer) am 13. Februar 2010 vor. Der “GEH DENKEN”-Kreis, zu dem wir im letzten Jahr gehörten, bezog nunmehr Stellung zu den Aktivitäten, sich gegen die Menschenverachter zu stellen.

Der 13. Februar 2010 in Dresden

Position des Geh Denken Kreises zur Vorbreitung

Nach Auswertung der Veranstaltungen von Geh Denken am 14. Februar 2009 hat sich der Vorbereitungskreis Geh Denken entschlossen, keine Geh Denken-Demonstration für den 13. Februar 2010 vorzubereiten und anzumelden. Das Ergebnis des Jahres 2009 war erfolgreich und bitter zugleich: Erfolgreich war das Bündnis Geh Denken, weil die Kernbotschaft, dass Dresden der derzeit europaweit größte Aufmarschort der Rechtsextremen ist, in der Öffentlichkeit angekommen ist und sich damit zentral alle Aktivitäten auseinandersetzen müsse.

Bitter sind die Ergebnisse des 14. Februar 2009, weil mit den Veranstaltungsformen von Geh Denken, die in Dresden gebräuchliche Polizeitaktik des Trennungsgebotes ungewollt unterstützt wurde. Dem Bündnis Geh Denken gelang es nicht, den Rechtsextremismus in Dresden zu stoppen und die Dresdner Bürgerinnen und Bürger zahlreicher als bisher zum demokratischen und gewaltfreien Protest gegen Rechtsextremismus in die Innenstadt zu bewegen. Deshalb wird es 2010 kein Geh Denken-Bündnis mit den bekannten Veranstaltungsformen geben. 

Gemeinsame Aktion der Bürgerinnen und Bürger mit den demokratischen Organisationen am 13. Februar 2010 in Dresden  

Die demokratischen Fraktionen des Dresdner Stadtrates, die Jüdische Gemeinde, die Industrie- und Handwerkskammer, der DGB Region Dresden Oberes Elbtal, der Kirchenbezirk Dresden Mitte, das Kulturbüro Sachsen e.V., die TU Dresden und zahlreiche weitere Institutionen und Organisationen  haben sich entschlossen, der Einladung der Dresdner Oberbürgermeisterin in ein stadtweites bürgerschaftliches Bündnis zu folgen. Anlass ist der Jahrestag der Zerstörung der Stadt und der geplante Aufmarsch der Neonazis. Wir verbinden damit die Hoffnung, die politische „Aufspaltung“ der demokratischen Akteure zu überwinden und zu einem klaren Signal gegen den rechtsextremen Aufmarsch für 2010 zu kommen.

Die unterschiedlichen Zugänge zur Erinnerungskultur und vielfältigen Aktivitäten für Demokratie und gegen Rechtsextremismus sind am 13. Februar in Dresden von den den Aufruf der Oberbürgermeisterin unterstützenden Organisationen ausdrücklich erwünscht und unterstützt! Die Stadt will dies von den Behörden begleitend unterstützen. Es geht darum, ein gemeinsames Signal zu setzen. Darüber hinaus haben die beteiligten Organisationen eigene weitergehende Vorstellungen und es werden zahlreiche Veranstaltungen in Dresden durchgeführt.

Im Folgenden sind Punkte benannt, die von den o. g. Organisationen des Geh Denken Kreises unterstützt werden und die vom Bündnis Dresden für Demokratie einstimmig beschlossen worden sind:

1. Die Landeshauptstadt Dresden und die gemeinsamen Akteure unterstützen ausdrücklich alle friedlichen Aktivitäten zum Erinnern, Mahnen und gegen Rechtsextremismus. Friedlicher und gewaltfreier Protest gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen muss in Hör- und Sichtweite möglich sein. 

2.Die Behörden der Stadt und die Polizeibehörden ermöglichen allen Bürgerinnen und Bürgern die friedliche Teilnahme an den initiierten Veranstaltungen und unterstützen nach ihren Möglichkeiten.

3.Die Landeshauptstadt versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen rechtsextremistischen Aufmarsch in Dresden zu verhindern!

4.Die Landeshauptstadt unterstützt im Rahmen des Lokalen Handlungsplanes die inhaltlichen Aktivitäten der Zivilgesellschaft für den 13. Februar 2010.

5.Die Aktivitäten der verschiedenen Bündnispartner am 13. Februar werden unter einem gemeinsamen Dach als gemeinsame Anstrengung für Demokratie verstanden.

Zur inhaltlichen Position des Geh Denken-Kreises zum Umgang mit dem Neonazi Aufmarsch in Dresden verweisen wir auf den Aufruf „ein klares Stopp dem Rechtsextremismus“ zur Geh Denken-Demo 2009. http://www.geh-denken.de/joomla/aufruf.html

Erste organisatorische Informationen zum 13. Februar 2010

Aufruf der Oberbürgermeisterin

Die Arbeitsgruppe am Tisch der Oberbürgermeisterin wird alle Bürgerinnen und Bürger einladen, sich an einer Menschenkette ”ERINNERN – MAHNEN – HANDELN” (Arbeitstitel) zu beteiligen. Diese Menschenkette steht als symbolischer Wall um die Innenstadt und schützt diese vor dem Eindringen von Rechtsextremen. Sie soll die gemeinsame Aktion aller Demokraten bilden und wäre eine neue Vorgehensweise in der sächsischen Landeshauptstadt.    

Beginn ist 13.00 Uhr an der Trümmerfrau vor dem Rathaus. Im Moment steht die Menschenkette vor dem Rathaus auf dem Dr.-Külz-Ring, St. Petersburger Strasse Richtung Synagoge/Elbe. Sie soll nach derzeitigen Planungen bis ca. 14.30 Uhr dauern.  Der Aufruf der Oberbürgermeisterin wird in der zweiten Januarwoche der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aufruf vom Bündnis „Nazifrei! Dresden stellt sich quer!“

Weiterhin gibt es den Aufruf des Bündnisses „Nazifrei! Dresden stellt sich quer!“ die zu Blockaden des rechtsextremen Aufmarsches aufrufen.

http://www.dazwischengehen.org/story/2009/12/nazifrei-dresden-stellt-sich-quer

Friedensgebete aller Menschen guten Willens

In der Tradition der Friedensgebete werden kirchliche Veranstaltungen unter freiem Himmel geplant.

Nähere und weitergehende Informationen zu organisatorischen Fragen werden zu Beginn des kommenden Jahres veröffentlicht.

 

 


Jahresrückblick unseres Kampagnenleiters: Nazis – Wirtschaftskrise – Klimawandel – ein Jahr auf das wir stolz sein können?

Kategorie: Allgemein, Fußball, Linksextremismus, Musik, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, Verein, YouTube, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 19:58 Uhr am 20. Dezember 2009

erde3 Die Erde brodelt

Wie war das noch? Wir haben die Zeit der Besinnlichkeit und des romantischen Rückblicks auf ein vergangenes Jahr. Zur Jahreswende ist ja bekanntlich alles anders. Weihnachten, Beschaulichkeit, Romantik und heile Welt. Ich will das garnicht zu kritisch betrachten. Vielleicht tut diese Zeit den Menschen wirklich gut. Zwei Wochen Traumleben fernab von der Realität-schön. Auch ich besinne mich auf das was war und das was werden wird, mache ein paar Tage frei um Energie zu tanken und dann neue Aufgaben anzugehen und Altlasten abzuarbeiten. Das ist ohne Zweifel ein schöner Zustand. Im Zuge meines Rückblicks auf das Jahr 2009 muss ich jedoch feststellen, dass mich der allgemeine Zustand hier auf unserem Planeten und in unserem Lande nicht beruhigt. In diesem Jahr konnten wir Schlagzeilen lesen, die in den achtziger und neunziger Jahren noch als Utopie galten. Abgesehen davon, dass man damals kein Internet kein Handy hatte und sich medial zuhämmern konnte. Da gab es ja nur eine handvoll TV Sender bei denen man sich informieren konnte und Aufklärung über aktuelle Entwicklungen erhoffte. In meinem Jahresrückblick schaue ich auf Schwerpunkte, die hängen geblieben sind.

bankenkrise

Die Banken-/u. Wirtschaftskrise:

Bis zum Sommer 2008 stellten Wirtschaftsfachleute und Politik rosige renditenreiche Prognosen. Die Börse und Unternehmen die heute bereits Insolvenz angemeldet haben oder mit Kurzarbeit weiter existieren, standen im Mittelpunkt der medialen Bearbeitung. Tolle Zeiten versprach man der westlichen Welt. Reichtum, Wohlhaben und unendliche Weiten des deutschen Selbstbewusstseins. Größtes Exportland mit tollen Managements in Banken und Großunternehmen sollten uns in eine glorreiche Zukunft steuern. Och-wie schön. Plötzlich flogen Spekulanten auf, die unser brav in Sparverträge und Depots eingezahltes Geld bei Immobiliengeschäften in Amerika in den Wind schossen. Unsere Bundeskanzlerin, damals noch Leiterin einer großen Koalition mit der SPD schockte mit der Erklärung, das Jahr 2009 werde das schwerste Jahr in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Alle Bürgerinnen und Bürger sollten sich darauf einstellen. Sippenhaft für alle, obwohl die Führungsetagen doch verantwortlich waren. Die Banken stürzten ab. Und weil die ja wichtig für das weltweite Gleichgewicht der Wirtschaft seien, müssen sie gerettet werden. Einer der großen Wirtschaftsfachleute Deutschlands wünschte sich für die armen geläuterten Bankmanager gar psychologische Hilfe, um mit dem durch die Krise entstehenden Druck umgehen zu können. Die Armen-hatte ich damals gedacht. Sie gaben unser Geld mit warmen Händen aus und haben jetzt einen Kopfschaden. Hola.

Dann wurde kräftig aufgeräumt und eingeräumt, dass jetzt alle sparen müssten. Gleichzeitig ging OPEL pleite, deren Zukunft ist immer noch ungewiss und wir erlebten wie sich Politiker in Rüsselsheim und Bochum die Klinke mit Rettungsversprechen (die sehr teuer sind) vor der Bundestagswahl in die Hand gaben. Wow-was für ein Einsatz. Fast gleichzeitig meldeten Unternehmen wie Schiesser (bekannt durch Feinripp Unterwäsche) und Märklin (ich hatte damals eine Minitrix Eisenbahn) Insolvenz an. Ein Banker erzählte mir neulich, dass es im letzten Halbjahr 2009 wohl 38% mehr Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr geben wird. Wo sind die wunderbaren Träume aus 2008 bloß geblieben. Wie weggepustet. “Such as Life” könnte man sagen. Ein Problem sehe ich dann doch. Die Spekulanten, die im letzten Jahr das schöne Geld in den Wind schossen, erholen sich langsam wieder und in der Bankenstadt Frankfurt feiern diese wieder ihre Afterwork Partys mit Wein, Weib und Gesang während der Rest untergeht. Naja, wir brauchen sie eben. Da muss man dann auch mal ein paar Milliarden zur Rettung investieren oder? Frage ist nur, wie wollen wir denen, denen es wirklich schlecht geht, solcherlei Vorgänge erklären? Neulich Nacht fuhr ich auf der Autobahn von Süddeutschland nach Hamburg und hörte Deutschlandfunk mit einer Kurznachricht, die besagte: “Jeder Siebte in Niedersachsen lebt an der Armutsgrenze”- abgesehen von den anderen Bundesländern. Herzlichen Glückwunsch und ein schönes neues Jahr 2010 an die Broker und Banker. Weiter so! Die Frage ist für mich, wieviele Menschen wir in extremistische Richtungen treiben. Eine dieser Richtungen, ist mein Tagesgeschäft und wir spüren einen deutlichen Zuwachs der Frustrierten.

Afghanistan ist doch kein Kriegseinsatz:

afghanistan-2 Aufbau in Afghanistan?

Also, wenn ich das denn richtig verstanden habe, bauen deutsche Soldaten gemeinsam mit Soldaten anderer Nationen Afghanistan wieder auf, bilden Polizeikräfte aus und wollen die Zivilgesellschaft des Landes der Demokratie nahebringen. Mmh, um Zivilisation in ein Land zu bringen, sollte man sich (wie der Mann auf dem Bild) entsprechend kleiden und entsprechende Ausrüstung mit sich führen. Richtig? Aah, jetzt vertehe ich, warum ein General über den armen gescholtenen Ex-Verteidigungsminister Jung 2008 einen Tapferkeitsorden für die Soldatinnen und Soldaten, ganz nach deutscher Tradition einführen wollte und dieser mittlerweile meines Wissens durch Bundespräsident Köhler legitimiert wurde. Also, für den Aufbau des Landes und die Leistungen des dort eingesetzten Personals. Aber auch unser aktueller Verteidigungsminister von Guttenberg spricht von humanitären Einsätzen und stellt sich schützend über Generäle, die Tanklaster bombardieren lassen und kommt ins Wanken. Immerhin, um festzustellen warum bei diesem Angriff auch Zivilisten gleich mitbombardiert wurden, richtete man jetzt aktuell einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein, anberaumt für ungefähr ein Jahr, um die Sache zu klären. Vielleicht sollte Politik auf die hören,die direkt vor Ort sind. Kriegseinsatz oder Kampfeinsatz? Die Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan sagen deutlich, wie sie ihre Rolle dort sehen. Sie sprechen offen über einen Kriegseinsatz, zumindest in den Interviews, die ich gesehen habe. Mit anderen Worten, die Bundeswehr, die eine Armee aus Zivilisten laut Grundgesetz darstellt und zu reinen Verteidigungszwecken der Bundesrepublik Deutschland legitimiert wurde, befindet sich aktuell weit weg von hier in einem massiven Kampf-/Kriegseinsatz. Wie soll ich das jetzt deuten-wegen des Bündnisses, dem wir angehören, eine Selbstverständlichkeit? Oder ist es doch das Bestreben, wieder im Weltgeschehen mitmischen zu können?

Klimawandel-kein Problem!

meer

Heute ereilte mich eine Kurzmeldung. Die Deiche in den Küsten – Bundesländern sollen kurzfristig um mehrere Meter erhöht werden. Nun, wenn der Meeresspiegel steigt, bauen wir die Deiche eben einfach etwas höher. Tolle Lösung. Wenn denn 191 Staatspräsidenten in Kopenhagen zusammentreffen und sogar ob der aktuellen Situation Nachtsitzungen unternehmen, um eine Einigung zu dem CO2 Ausstoss weltweit zu treffen und an sich bzw. am Geld scheitern, dann müssen wir halt andere Wege gehen. Deiche erhöhen, einen Ganzjahres-Bikini für die steigenden Temperaturen in Deutschland kaufen, hoffen, dass hier bald Palmen wachsen und alles ist gut. Der Mensch ist ja anpassungsfähig. Wenn die Malediven, Bangladesh und andere Gebiete der Welt im Schlamm und Wasser aufgrund von Nichteinigungen derer mit Kapital versinken, dann ist das Pech. So stelle ich mir wahre Verhandlungen vor. Ich schicke vorweg, dass auch ich Auto fahre, meine Wohnung heize und auch sonst den Komfort aller möglichen Umweltsündermöglichkeiten nutze. Vor knapp 20 Jahren prognostizierten Wissenschaftler bereits einen Klimawandel, Ozonlöcher in der Atmosphäre und massive Probleme in Bezug auf die Zerstörung der Erde. Naja, da haben alle gedacht-das sind doch Spinner. Manchmal wird man eines Besseren belehrt. So jetzt wohl geschehen. Besonders attraktiv finde ich Menschen, die in Zusammenhang mit dem prognostizierten und bereits stattfindenden Klimawandel behaupten, dies sei ein normaler Vorgang im Zyklus der Weltgeschichte. So so, na dann bin ich ja beruhigt und mache weiter wie bisher oder?

Zu meiner eigentlichen Aufgabe

LautgegenNazis_Logo

Seit mittlerweile knapp zehn Jahren beschäftige ich mich mit der Entwicklung und dem Wachstum in der rechtsextremen Szene und der damit verbundenen Nazigeschichte in Deutschland. Das Jahr 2009 war ein Indiz dafür, dass wir ein massives Problem haben, welches weiterhin stärker wird. Von hier aus werden wir dieses Problem nicht allein in den Griff bekommen. Eine sehr erfreuliche Entwicklung ist im Rahmen unserer Kampagne festzustellen. Wir konnten in diesem Jahr eine ganze Menge Dank unserer Unterstützer und Partner in die richtige Richtung bewegen. Prägend war zu Beginn des Jahres der 13. und 14. Februar an dem 7.000 Nazis wie gewöhnlich durch Dresden marschieren konnten und wir gemeinsam mit dem Vorbereitungskreis “GEH DENKEN” ein bundesweites Signal eines Missstandes versenden konnten. Am 13. Februar 2010 rechnet man mit einem Aufmarsch von 8.000 Nazis in der Stadt. Erstmalig wurden Brücken zwischen den unterschiedlichsten zivilgesellschaftlichen Institutionen gebaut, um dem entgegenzutreten.

Aber auch unser eigenes Jubiläum am 01. August 2009 in Hamburg werde ich nicht vergessen. Ein Highlight für uns alle war unbestritten die mit YouTube/Google Deutschland umgesetzte Kampagne 361 Grad Toleranz, deren Fortführung derzeit besprochen wird. Diese Kampagne war für alle Betroffenen ein emotionales Highlight und wirkte nachhaltig auf das Bewusstsein vieler. Das Bewusstsein dafür, das wir menschenverachtenden Tendenzen entgegentreten müssen.

Vielleicht ist mein kleiner Jahresrückblick, obwohl er klein ist, viel zu groß. Ich könnte noch stundenlang über Dinge die mich in diesem Jahr bewegten, berichten. Aber ich will das Ganze nicht überstrapazieren. Klar ist, dass wir im nächsten Jahr und in weiterer Zukunft, alle eine ganze Menge zu tun haben werden. 2009 war für mich persönlich ein spannendes, manchmal schönes, aber auch (wahrscheinlich wie bei jedem) ein Jahr mit kleinen und großen Erfolgen und Niederlagen. Für 2010 wünsche ich mir natürlich, und das muss jetzt sein, den Aufstieg des FC St. Pauli in die Bundesliga. Und für alle sollte außerhalb des Fußballs gelten “You´ll never walk alone”.

In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen, die uns unterstützen und partnerschaftlich mit uns arbeiten und auch bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Bis zum nächsten Jahr und alles Gute. J. M. für LGN


Europa-Auschwitz: Der Diebstahl des Schriftzuges “Arbeit macht frei” ist mehr als eine Schändung

Kategorie: Allgemein, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 17:32 Uhr am

4-2-2_01_tor_auschwitz Symbol des Völkermords

Bisher haben wir zu dem Diebstahl des Schriftzuges “Arbeit macht frei” in Auschwitz noch nicht reagiert. Für uns ist diese Tat mehr als ein Schock. Hier geht es nicht nur um den Diebstahl eines Symbols des Völkermordes an sechs Millionen Juden durch die Nazis. Hier geht es um mehr. Wie aus polnischen Polizeikreisen vermutet wird, haben offensichtlich Neonazis die Tat begangen. Wie pervers müssen deren Denkweisen sein, denn sollte sich dies bewahrheiten, kann man sich vorstellen wie diese damit umgehen. Ein blanker Horror, wenn wir davon ausgehen, dass der Schriftzug auf Kameradschaftstreffen zum Einsatz kommt und gröhlende Nazis sich daran erfreuen. Uns zeigt dieser Fall aber auch wie verquickt die neue rechtsextreme Szene mit den traditionellen Nazis ist. Vorausgesetzt es waren Nazis, die in einer Nacht am Werke waren. Wenn wir ehrlich sind, vermuten wir genau das. Wer sollte sonst so pervers sein, sich an einem solchen Symbol zu vergehen.

Tragisch ist die Tatsache, dass die damaligen Überlebenden geschockt sein müssen. In den letzten 64 Jahren dürften diese gehofft haben, dass antisemitische Tendenzen in Europa und die Erinnerung an das Vernichtungslager Auschwitz, Erinnerungen bleiben. Durch diesen Diebstahl wird deutlich, dass die Geschichte nicht geholfen hat, das Treiben von Nazis zu unterbinden. Hier sind wir wieder bei dem Thema Geschichtsaufarbeitung. Dieser Diebstahl ist mehr als eine Kriegserklärung, wie ihn der “Zentralrat der Juden in Deutschland” bezeichnet hatte. Dieser Diebstahl ist ein Synonym für den aktuellen Zustand in Europa und Deutschland. Das Aufleben rechtsextremistischen und menschenverachtenden Gedankengutes geht einher mit dieser Tat. Wir müssen angesichts der letzten Prognosen damit rechnen, dass wir mit der rechstextremen Szene noch arge Probleme bekommen werden. Diese wächst wieder unverhohlen und das ist wirklich traurig . J. M. für LGN


Jahresrückblick 2009: Seit einem Jahr arbeitet Alexander Schmitz für die Kampagne und schildert seine persönlichen Eindrücke 2009

Kategorie: Allgemein, Festival, Musik, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, Verein, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 18:54 Uhr am 18. Dezember 2009

alex untitled Alexander Schmitz – Laut gegen Nazis

Der Rückblick von Alexander beschreibt die von uns durchgeführten Projekte des letzten Jahres und gibt seinen persönlichen Eindruck wieder.

Wenn man mitten drin steckt fällt es kaum auf, jetzt, mit etwas Abstand und dem Ausblick aufs neue Jahr wird mir schnell klar, dass das Jahr 2009 ein besonderes Jahr war. Positiv wie negativ.

Kaum war das erste Highlight des Jahres – unsere 5. Offizielle Pressekonferenz im SIDE-Hotel Hamburg zu Ende stand schon die nächste Großveranstaltung an. Das Wochenende um den 13. Februar in Dresden. Ein trauriger Anlass, gewiss, aber was alle noch viel trauriger stimmen sollte ist der Grund, der uns an diesem Wochenende nach Dresden verschlug.

2000 Nazis die an einem geradezu romantisch beschaulichen Freitagabend mit Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt durch die Dresdener Innenstadt marschieren. Ordentlich, vernünftig, in Reih und Glied, mit Skelettkostümen und Fackeln, die fein säuberlich durch die sogenannten „Scharführer“ am Bahnhof ausgehändigt wurden. Gruselig und – hautnah erlebt – noch schlimmer als in allen Schilderungen und Vorstellungen im Vorfeld der Veranstaltung. Gänsehaut.

Gänsehaut aber auch am 2. Tag des Dresden-Wochenendes. „Laut gegen Nazis“ war federführend für die Gegenveranstaltung der Nazi-Aufmärsche, ein buntes Programm mittem auf dem Theaterplatz in Dresden. Es tut gut zu sehen, dass sich viele viele Menschen aus ganz Deutschland auf den Weg gemacht haben um ein Zeichen zu setzen, gegen rechtes Gedankengut und im wahrsten Sinne des Wortes „laut gegen Nazis“ zu sein. Großartig!

Durch unseren Umzug in die künstlerisch gestalteten neuen Büroräume kam auch schon bald die Zeit der Konzerte und Festivals auf uns zu. Leider waren wir in diesem Jahr nicht in dem Umfang vertreten wie in den Jahren zuvor, dass Area4 Festival, das Splash!, die Campus Open Airs in Erfurt, Cottbus und Hamburg gehörten aber sicherlich auch zu den Highlights des Jahres 2009, da wir wieder die Möglichkeit hatten uns einem breitem Publikum zu präsentieren, über unsere Arbeit zu informieren und neue, interessierte und engagierte Leute zu finden, die uns in unserer Arbeit unterstützen und auch heute noch „Laut gegen Nazis“  sind. Vielen Dank an alle die uns in ihre Veranstaltung mit einbezogen haben, mit der Hoffnung in 2010 wieder voll durchstarten zu können!

Eine Veranstaltung die natürlich gerade uns sehr am Herzen lag war unser diesjähriges Jubiläum anlässlich des „5. Geburtstags“ der Kampagne. Im Herzen Hamburgs, inmitten von St.Pauli direkt auf dem Spielbudenplatz konnten wir eine runde, gelungene Veranstaltung feiern, gespickt mit Hamburger Musikern, vielen bundesweit bekannten Gesichtern auf und neben der Bühne, einer großartigen Mischung verschiedenster Musikstile und alles mit freundlichster Unterstützung von Corny Littmann, Präsident des FC St. Pauli,  der uns mit seinem persönlichen Engagement erst ermöglicht hat diese Veranstaltung so durchzuziehen wie wir es am Ende gemacht haben. Danke!

Kaum waren die Stimmen nach unserem gelungenen Jubiläum abgeklungen stand das nächste große Projekt in den Startlöchern und feierte Ende August mit einer Pressekonferenz im Museum für Kommunikation in Berlin bundesweit seinen Startschuss: „361° Toleranz – Der Schülerwettbewerb gegen Ausgrenzung“. Viele prominente Unterstützer begleiteten das Projekt mit ihren Ideen, mit ihrer Stimme und natürlich auch mit ihrem persönlichen Einsatz. Fast 400 Videos wurden aus allen Regionen Deutschlands eingereicht um den Hauptpreis – ein exklusives und vor allem kostenloses Konzert unserer Partner „Silbermond“ in der schuleigenen Sporthalle zu genießen.

Die Sieger – das Humboldt Gymnasium aus Gifhorn – haben gezeigt, welche Energien ein solcher Wettbewerb freisetzen kann. Schüler, Lehrer, alle arbeiteten Hand in Hand, unterstützen uns und feierten schließlich zusammen mit uns das großartige Abschlusskonzert in der Sporthalle. Diese war – am Freitag noch zum Schulsport benutzt – innerhalb von wenigen Stunden zur Konzertlocation umgestaltet und ließ den ein oder anderen wohl schnell vergessen, dass man eigentlich ja doch in der Schule ist – die ja soooo schön sein kann.

Eine der überraschendsten und zugleich natürlich erfreulichsten Nachrichten ereilte uns jedoch in der letzten Woche. Heimlich still und leise hat Bela B., seines Zeiches Mitglied der „Besten Band der Welt“ über die Gästeliste seiner kürzlich zuende gegangenen Tour mehr als 6.000 Euro zugunsten unseres gemeinnützigen Vereins „Laut gegen Nazis“ e.V. gesammelt. Wow!

So eine Nachricht kurz vor Weihnachten lässt eigentlich nur optimistisch ins Jahr 2010 blicken, das mit der ersten offiziell bestätigten Großveranstaltung, der D-Jugend WM in Kiel im Mai wie auch das alte Jahr jede Menge Arbeit verspricht. Bei allen positiven Seiten und dem Spaß den unsere tägliche Arbeit auch mit sich bringt sollte man jedoch nie vergessen, dass wir es leider weiterhin bitter nötig haben aufzuklären, zu informieren, zu bewegen und alle Leute aufzufordern ihre Stimme zu erheben.

Wir müssen verhindern, dass alte und ewiggestrige Parolen wieder Einfluss in unser alltägliches Leben halten, deswegen heißt es auch für 2010: „Laut gegen Nazis!“

 Alexander Schmitz 18.12.2009


Laut gegen Nazis e. V.: Bela B. sammelte auf Tournee Spenden für unsere Arbeit

Kategorie: Allgemein, Fußball, Musik, Politik, Rechtsextremismus, Spenden geschrieben von: Joern um 19:57 Uhr am 17. Dezember 2009

BELAB_photo_02 Bela B. sammelte auf Tournee

Manchmal passieren Dinge, die Überraschungen nach sich bringen. So jetzt geschehen. Bela B. ist Partner unserer Kampagne. Heimlich sammelte er auf seiner gerade beendeten Tournee Spenden für unseren Verein “Laut gegen Nazis e. V.”. Insgesamt kamen hierbei knapp 6.000,– € zusammen. Eine unverhoffte Stütze und Hilfe, mit der niemand gerechnet hatte. Bela engagiert sich seit Jahren gegen Nazis in Deutschland. Zudem ist er begnadeter Fan unserer Nazi-Eierbecher. Wir wollen uns mehr als nur bedanken und freuen uns, wenn wir auch in Zukunft vielleicht einiges gemeinsam anschieben können. Cheers und thanks a lot!


In eigener Sache: Wir blicken zurück – ein ganz persönlicher Jahresrückblick unserer Kollegin Denise Roth

Kategorie: Allgemein, Musik, Online Radio, Rechtsextremismus, Verein, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 19:53 Uhr am

denise 1-e5adb9abb4c75100 Denise Roth von LGN

Wir haben unsere Kolleginnen und Kollegen gebeten, einen ganz persönlichen Blick auf das Jahr 2009 zu werfen. Unsere neue geschätzte Denise Roth macht den Anfang.

Mein persönlicher Jahresrückblick:

Ein aufregendes Jahr geht zu Ende – das Jahr in dem es heißt Abschied nehmen von der gewohnten Schulumgebung, der große Schritt in die weite Welt hinaus stand an. Das erste halbe Jahr war jedoch noch Schulbank drücken angesagt, die letzten Klausuren und die Vorbereitungen auf die Abitursprüfungen liefen auf Hochtouren. Dann war es soweit, jetzt oder nie, also rein in die Prüfung und ich muss gestehen, so schlimm war es gar nicht, auch die mündliche Prüfung hat man überstanden, denn es sind auch nur Menschen, die einem da gegenüber sitzen. Jetzt hält man das Papier in den Händen und wird in die Welt entlassen. Hierzu ein kurzer Spruch, den ich ganz nett finde: „ I can’t believe that I did this for a handshake and a piece of paper”. Feiern und die vorübergehende Freiheit ist der nächste Punkt auf der Liste eines Schülers der gerade sein Abitur bestanden hat, jedoch hat auch das einmal ein Ende. Mit dem Abitur ist das Leben jedoch noch lange nicht zu Ende, irgendwie hat man noch so ein paar Jahre vor sich. Wie man diese nächsten Jahre gestaltet, das ist jetzt jedem selbst überlassen. Die Lehrer haben ihren Teil der Arbeit für unser Leben getan, jetzt sind wir selbst an der Reihe. Zu Beginn der 13. Klasse wurde mir langsam bewusst, was ich nach dem Abitur machen möchte, ein Studium an der Dualen Hochschule, das wäre schon ausgezeichnet, doch als ich den festen Entschluss gefasst hatte, mich dafür zu bewerben, war die Bewerbungsfrist für 2009 bereits abgelaufen. Dumm gelaufen – keiner hat mich darauf aufmerksam gemacht, wie man es aus Schulzeiten gewohnt war. Nächste Möglichkeit um meinen Wunsch zu verwirklichen war, dass ich die Zeit bis Oktober 2010 mit Praktika überbrücke um bereits praktische Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln – Stand jetzt: Das war das Beste was ich machen konnte. Es ging los: Geeignete Stellenangebote suchen neue geeignete Stellenangebote suchen und Bewerbungen bis zum Umfallen schreiben, eine dieser vielen Bewerbungen ging zu HeadUp Promotion, in Ihrer Stellenanzeige schrieben sie von der Kampagne „Laut gegen Nazis“ und das machte mich sehr neugierig – natürlich bin ich Laut gegen Nazis, aber was genau hat das mit der Kampagne auf sich?  „Laut gegen Nazis“, die bundesweit größte Kampagne gegen den stark wachsenden Rechtsextremismus – das klingt super spannend – die Kampagne, die mit Projekten, Veranstaltungen und Werbemaßnahmen Öffentlichkeit schafft um einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft zu schaffen – das wird ja immer besser, wenn das nichts ist. Meine Bewerbung bahnte sich natürlich den Weg nach Hamburg, es wurde wahr, jetzt bin ich hier und ich weiß jetzt wie aktuell doch der Rechtsextremismus ist, das war mir vorher so nicht bewusst. Jetzt bin ich auf jeden Fall ein kleiner Teil der Kampagne und arbeite an Projekten und Veranstaltungen gegen den stark wachsenden Rechtsextremismus mit. Bereits nach meiner ersten Woche war ich ein Teil der Veranstaltung 361° Toleranz – ich muss es noch einmal sagen: Einfach super!

Doch das Jahr 2009 brachte noch viele andere Dinge mit sich. Von allen als das Super – Wahljahr beschrieben, war es für mich das erste Wahljahr, eine ganz neue Erfahrung, man darf mitentscheiden, man ist ein Teil der Großen. Nicht nur in Deutschland wurde gewählt, in Amerika wurde Barack Obama zum neuen Präsidenten der USA gewählt, erhielt den Friedensnobelpreis und die ganze Welt ist begeistert.

Ein erschreckendes Erlebnis aus dem Jahr 2009 war der Amoklauf in Winnenden. 16 Tote und Deutschland war geschockt. Was an diesem 11. März passiert ist, kann keiner so richtig fassen, doch es ist passiert und da es mich persönlich sehr geschockt hat, gehört es mit in meinen persönlichen Jahresrückblick.

Ein Geschehnis, welches mich im Jahr 2009 sehr beeindruckte, war die Wahl der neuen Vorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschland – Margot Käßmann – eine kleine Anekdote hierzu:

Ein kleiner Schritt zurück zu meiner mündlichen Abitursprüfung im Fach Religion zu dem Thema: „Welche Arbeitshilfen bietet die Kirche in Bezug auf die religiöse Erziehung“. Bei der Bearbeitung dieses Themas bin ich auf ein Buch von Margot Käßmann gestoßen, welches Ich auch in meiner Präsentation verwendete, zu diesem Zeitpunkt, kannte man Sie noch nicht so gut wie jetzt, denn jetzt ist Sie die Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut, sie an der Spitze der Evangelischen Kirche Deutschland zu sehen.  

Rückblickend kann Ich sagen, dass es ein ereignisreiches Jahr war, in dem ich viele neue Erfahrungen gesammelt habe, die sich im Jahr 2010 sicher fortsetzen werden. Frohes Fest und gesundes neues Jahr, wünscht Denise Roth (LGN)


Deutschland: Wir präsentieren gemeinsam mit der DGB Jugend die Antirassismuswochen vom 15. bis 28. März 2010 in Saarbrücken – auch das Saarland hat ein Problem

Kategorie: Allgemein, Festival, Linksextremismus, Musik, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, www.laut.fm/gegennazis geschrieben von: Joern um 19:32 Uhr am

JUZ-Logo1 Saarbrücken logo2 LautgegenNazis_Logo

Die DGB Jugend Saarbrücken, das Café Exodus und das JUZ in Saarbrücken, veranstalten vom 15. bis 27. März 2010 die Antirassimuswochen in der Landeshauptstadt des kleinsten Bundeslandes  ”Saarland”. Wir präsentieren diese Veranstaltung nicht nur, sondern werden auch die geplanten Inhalte mit Aktionen, Podiumsdiskussionen und einem Konzert füllen. Das Saarland ist ein typisches westliches Bundesland mit den entsprechenden Problemen die wir kennen. Die rechtsextreme Szene, und damit meinen wir nicht die NPD oder eine rechtsextreme Partei, ist ebenfalls stark vertreten. Ins Besondere im Kreis Saarlouis, machte auch eine Kameradschaft von sich reden. Als wir jüngst in der Stadt waren, berichteten uns die beteiligten Partner von immerwieder auftretenden Rechtsextremen in der Stadt Saarbrücken und im Umland. Rechtsextreme gewinnen eben nicht bei Wahlen, sondern existieren im Dunkeln – auch im Saarland.

Im Rahmen der Antirassimuswochen werden wir nicht nur das Thema Rassismus beleuchten. Themen wie Ausgrenzung, Antisemitismus, Homophobie und das Streben nach nationalem Gebaren unter dem Vorbild der alten Nazis, werden ebenfalls Thema sein. Geplant sind auch Podiumsveranstaltungen mit Aussteigern aus der rechtsextremen Szene sowie mit Opfern rechter Gewalt.

In Bezug auf die NS – Vergangenheit hat das Saarland nicht gerade eine rühmliche Geschichte. Bei der Saarlandabstimmung am 13. Januar 1935, wollte man unbedingt zum “Deutschen Reich” gehören. Adolf schenkte der Stadt Saarbrücken als Belohnung ein neues Staatstheater. Hitler selbst und SS-Reichsführer Himmler, wohnten der Einweihung bei. Noch ein Grund mehr für uns in unmittelbarer Nähe ein Zeichen zu setzen. Geschichte dürfen wir nicht vergessen und dort wo derlei Tendenzen alltäglich sind und wie im gesamten Bundesgebiet wieder aufkeimen, wollen wir handeln. J. M. für LGN

staatstheater untitled Staatstheater Saarbrücken (ehemals Gautheater Saarpfalz)

Informationen zur Geschichte:

Mit dem Bau eines Schauspielhauses in Saarbrücken im Jahr 1787 durch Graf Ludwig wurde die Saarbrücker Theatertradition begründet. Nachdem auch das am 18. Februar 1897 mit Ambroise Thomas’ Oper Mignon eröffnete Alte Stadttheater in der Stengelstraße zu klein geworden war und den Bedürfnissen nicht mehr genügte, wurde ein Theaterneubau ins Auge gefaßt. Von den NS-Größen nach der Saarabstimmung vom 13. Januar 1935 versprochen, ließ der endgültige Bescheid bis zum 12. Mai 1936 auf sich warten. Das damalige Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda teilte mit: „Die Stadt baut das Theater, das Finanzministerium stellt der Stadtverwaltung für 1936 rund zwei Millionen Reichsmark zur Verfügung.“

Mit dem Bau wurde der Architekt und Baumeister Professor Paul Baumgarten beauftragt. Dieser hatte schon am 23. März 1936 die fertigen Pläne vorgelegt, so daß bereits im April 1937 die Stahlkonstruktion auf das Fundament aufgesetzt werden konnte. Am 16. September 1937 wurde das offizielle Richtfest gefeiert und ein Jahr später, am 9. Oktober 1938 konnte das neue Theater eingeweiht werden. Vor dem Hintergrund des erst wenige Tage zuvor vollzogenen Anschlusses des Sudetenlandes an das Deutsche Reich, nutzten die nationalsozialistischen Machthaber die Einweihung des Saarbrücker Theaters zu einem wahren Polit-Spektakel. Joseph Goebbels verlieh „Deutschlands neuestem und modernstem Theater“ den Namen Gautheater Saarpfalz. Neben Goebbels und anderen Größen des Dritten Reiches wohnten an diesem Abend Hitler und auch Himmler der Festaufführung von Richard Wagners Fliegendem Holländer bei.


Nächste Seite »