Gedenkstätte auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf
Der Schein trügt. Hamburg ist keine Stadt ohne Nazis. Seit fünf Jahren findet auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein Ritual statt, welches wir vom Dresdener Heidefriedhof her, nur zu gut kennen. Vom 25. Juli bis 03. August 1943 bombardierten die Allierten im Rahmen des Zweiten Weltkrieges die Stadt. 55.000 Hamburger kamen dabei um das Leben. Seit fünf Jahren versammeln sich ca. 100 Nazis an der Gedenkstätte in Ohlsdorf, um auch hier die Schuld am Tod und dem Leid umzudrehen. Auch in Hamburg, sprechen sie vom Bombenholocaust und lassen keinen Zweifel an ihrer Gesinnung. Aber auch sonst sind die Hamburger Nazis mehr als aktiv.
In Dresden haben es die Demokraten nicht leicht. Seit 10 Jahren versammeln sich unter den Augen von Landtagsabgeordneten Sachsens stets am 13./14. Februar ca. 300 Nazis auf dem Heidefriedhof und legen Kränze nieder, provozieren Anwesende und verdrehen Geschichte. In Hamburg üben sich die hiesigen Nazis auch schon seit fünf Jahren mit einem solchen Prozedere auf dem Ohlsdorfer Friedhof. In diesem Jahr ist der Naziauflauf für den 25.07.09 gepllant. Hierzu werden wir innerhalb der nächsten Wochen entsprechende wichtige Informationen veröffentlichen. Auf einer Internetseite, die wir hier wie immer nicht nennen, entdeckten wir Fotos von klassisch gekleideten Nazis, die in einer traditionellen Zeremonie Kränze niederlegen. Dabei sind natürlich immer die üblichen Verdächtigen, die auch in Dresden und bundesweit aktiv sind zu erkennen.
Aber auch sonst ist Hamburg nicht gerade nazifrei. immerhin, laut aktueller Statistik steht diese Stadt im bundesweiten Schnitt betrachtet, auf Platz 5 im Ranking, wenn es um das Problem des wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland geht.
Am Wochenende hatten wir in dem noblen Vorort Blankenese unser “Der KULT” – Fußballturnier, bei dem sich die Kampagne “Laut gegen Nazis” – Rechte Gewalt kann jeden treffen- jährlich engagiert. Genau 200 m Luftlinie von dem Sportplatz entfernt, betrieb der Nazianwalt Jürgen Rieger einen Wahlstand für die NPD. Ein Beispiel dafür, dass rechtsextremes Gedankengut nie weit weg ist.
Was soll man sagen? Hin da und stillschweigend Präsenz zeigen! Sicher ist es nicht verkehrt, um Opfer zu trauern, aber das können wir doch auch, ohne rechte Gesinnung! Einfach auftauchen und mittrauern, Hauptsache, wir sind mehr als die! Vielleicht noch ein paar Schriftzüge mitbringen, die klar machen, auf welcher Seite wir stehen. Und bitte keine Krawalle, es ist ein Friedhof! Und wir sind doch besser als die, nie vergessen!
ps. Bevor ich falsch verstanden werde, Hamburg wurde nur bombardiert, weil Hitler unbedingt einen Krieg anzetteln musste. Und wer von Holocaust spricht, dem sollte auch klar sein, was das bedeutet. Und da waren und sind die Nazis immer noch auf Platz Eins (Verzeihung, wenn das zynisch klingt). Auch das darf nie vergessen werden! Und wenn wir trauern um die Opfer, die dieser unsinnige Krieg hervorgerufen hat, dann immer im Bewusstsein um die Ursache!
Also, lasst uns den Leuten zeigen, dass wir nicht tatenlos zusehen, und lasst uns sie mit ihren eigenen Waffen schlagen! Wir sind doch schlauer und aufgeklärter, oder täusche ich mich da?!
Entwerft Plakate, schreibt Parolen, die den Opfern gerecht werden, aber klar machen, warum sie ihr Leben lassen mussten: Wegen Adolf Hitler und seinem Gefolge, die einem menschenverachtenden und todbringenden Idealismus folgten!
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Daretobi