Wenn, dann mit diesem Stand in Bad Nenndorf
Die “Samtgemeinde Nenndorf” in Niedersachsen ist jährlich das Ziel von Nazis und Rechtsextremen, die mit einem sogenannten Trauermarsch intensiven Geschichtsrevisionismus in der Kleinstadt “Bad Nenndorf” betreiben wollen. Grund hierfür ist ein Internierungslager des britischen Secret Service, welches 1945 dort betrieben wurde. Klassisch sollen wir lernen, dass eigentlich die Allierten Kriegsverbrecher waren. Hier ein Zitat von der Aufrufseite der Rechtsextremen, die wir hier nicht benennen wollen:
„Heutzutage heißt es: “Am 8. Mai 1945 wurde Deutschland vom Nationalsozialismus befreit.” Was “Befreiung” in diesem Zusammenhang alles heißt, wird dabei bewußt verschwiegen. Fragt man heutzutage die damals unmittelbar Betroffenen, die “Befreiten”, wird auch klar weshalb.Die “Freiheit” von 1945 war eine totale militärische Niederlage. Die Heimat war ausgebombt und Millionen Deutsche waren auf der Flucht vor den Besatzern und ihrem Verständnis von Befreiung! Im August 1945, vier Monate nach dem offiziellen Kriegsende, wurde das Kurhaus “Winklerbad” in Bad Nenndorf vom britischen Geheimdienst beschlagnahmt. Aus dem “Winklerbad” wurde ein Lager in dem deutsche Soldaten und vermeintliche Sowjetspione systematisch “befreit” wurden. Sie wurden befreit von ihrer Würde, ihrer Gesundheit und in einigen Fällen auch von ihrem Leben! Während sich die Täter von Bad Nenndorf an den Besiegten austobten, wurde damit begonnen dem deutschen Volk einzureden, daß Kriegsverbrechen eine rein deutsche Spezialität wären. Ein Märchen, das man bis heute versucht aufrechtzuerhalten.“
Man könnte es ja fast schon lustig finden, wenn wir denn nicht wüssten, dass hinter der Form der Kommunikation der Rechtsextremen Methode steckt. In der Tat staunten wir heute nicht schlecht. Von der Organisation “Gedenken-Bad Nenndorf”, offensichtlich geleitet von bundesweit aktiven NPD Mitgliedern, erhalten wir nun ständig Post. Wir werden zu Trauermärschen, auf Diskussionsrunden mit Zeitzeugen eingeladen und man versucht mit uns gar zu diskutieren (so z. B. eine freie Kameradschaft in Meiningen/Sachsen). Eigentlich schon fast demokratisch und deren eigener Ideologie fremd. Das ist genau die neue Art der Kommunikation mit der rechtsextreme Ideologen schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und auf die wir uns von hier aus nicht einlassen werden. Eher betreiben wir einen Stand und unterstützen medial, moralisch den Widerstand der Bürgerinnen und Bürger gegen den geplanten Nazispuk am 01. August 2009.
Das die Samtgemeinde Nenndorf den Naziaufmarsch und deren Aktivitäten nicht begrüßt, erklärte uns der Bürgermeister der Samtgemeinde Bernd Reese (SPD) in einem heute morgen geführten Telefonat. Die Samtgemeinde und der Landkreis verabschiedeten vor kurzem eine Resolution zum 01. August 2009.
Zudem zeigte Bernd Reese auch seine Bestürzung darüber, dass die Nazis salonfähig geworden seien und auch in seiner Stadt (in der es nach eigener Aussage keine organisierten Kameradschaften gibt) zu dem jährlich wiederkehrenden Termin nicht mehr so aussehen wie früher, jünger werden und sich versuchen anständig per Demonstration zu präsentieren. Auch die werblichen Mittel wie Flyer, seien nicht mehr so provokant. Er stellte fest, dass die Bürgerinnen und Bürger mit rhetorisch kluger Masche eingefangen werden sollen.
Wir als Kampagne werden den Werdegang bis zum 01. August 2009 beobachten und rufen alle demokratischen Kräfte gemeinsam mit der Samtgemeinde Nenndorf, dem DGB und den Initiativen vor Ort auf, Flagge zu zeigen und sich nicht einlullen zu lassen!
Hier die Resolution:
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