SCHWARZ UND STOLZ
Exklusiv-Essay für LAUT GEGEN NAZIS
Von Tibor Sturm
Ich frage mich die ganze Zeit ob mein „Baby“, die „Schwarz und Stolz“-Kampagne, zu dem wird was ich mir schon so lange wünsche: Ein Zeichen aller Menschen in Deutschland gegen Rassismus, Diskriminierung, Unterdrückung, Ungerechtigkeiten und der anderen vielen negativen Seiten des täglichen Lebens in diesem Land. Ich wünsche mir auch, dass die Gemeinschaft der Schwarzen Menschen in Deutschland zusammen mit jeder Person die mitmachen möchte, am 18.07.2009 auf die Straßen Berlins geht und für eine bessere Zukunft ALLER MENSCHEN IN DIESEM LAND einsteht. Ebenso wünsche ich mir, dass die Ausländer-Behörden diesen wichtigen Tag im Land so sehen, wie bereits Politiker, Musiker, Schauspieler und vor allem die Bevölkerung diesen sieht und die unendlich grausame Residenzpflicht für ein Wochenende außer Kraft setzt. Ich frage mich so oft, wie man GÄSTE bzw. ZUKÜNFTIGE NEUE EINWOHNER so unmenschlich behandeln kann, noch dazu als einziges Land der gesamten EU?!
Ohne wenn und aber wären diese Wünsche nicht ohne die Hilfe eines jeden Menschen, egal der ethnischen Zuordnung, auch nur ansatzweise umsetzbar. Deshalb appelliere ich an jede Person der es am Herzen liegt, endlich Aktiv etwas am täglichen Leben zu ändern, um es einfach besser werden zu lassen. Ich muss so oft an meine Kinder denken. Was wünscht sich ein Elternteil, das durch Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung oder ungleicher Behandlung geprägt wurde denn mehr, als dass wenigstens die Kinder eine ZUKUNFT haben? Eine ZUKUNFT ohne so viel ertragen zu müssen, noch bevor man in ein Alter kommt, in welchem man die Stimme selbst erheben kann. Einer ZUKUNFT, in der man auf seine WURZELN zurück blicken kann wenn man auf der Suche danach ist. Einer ZUKUNFT, die durch den Kampf der Vergangenheit und Gegenwart erst wieder ZUKUNFT genannt werden kann. Damit meine ich nicht nur den Rassismus und Rechtsextremismus, der stetig ansteigt. Auch nicht nur die stete Unterbezahlung der ArbeitnehmerInnen aufgrund von veralteter Stereotypisierung. Ich meine damit ALL DIE TÄGLICHE UNGERECHTIGKEIT, die einer jeden Person an jedem Tag widerfahren kann. Und genau deswegen gehen wir auf die Straße. Um zu zeigen, dass WIR ALS VIELFÄLTIGE NATION DIESES LAND REPRÄSENTIEREN!