Tibor Sturm musste als “Angegriffener” in den Knast
Vor einigen Tagen kündigten wir bereits an, dass wir mit vollen Kräften alle nächsten Projekte und Aktionen von Tibor Sturm alias Quietstorm unterstützen werden. Hierzu gehören auch die Kampagnen, die er aufgrund seiner heftigen Erfahrungen mit der Rechtssprechung im Zusammenhang mit rassistischen brutalen Angriffen gemacht hat. Für uns ist und bleibt unerklärlich, warum ein Richter eine Entschuldigung eines schwerverletzten Opfers einer solchen Tat einfordert und die Täter in seinen Augen zu Geschädigten macht. Nur dank seiner Kampfsporterfahrung konnte sich Tibor den Brutalitäten der Nazis erwehren. Hätte er seinen Sport nicht erlernt und trainiert, würde er heute wahrscheinlich nicht mehr leben und in der Liste der ca. 140 Toten durch rechte Gewalt erscheinen. Für uns ist dieser Fall ein Skandal
Hier das persönliche Statement von Tibor schriftlich und per Video:
ICH BLEIBE LAUT!!!
Mein Name ist Tibor Sturm, alias „QuietStorm“. Ich wurde 2005 von sechs Neonazis angegriffen und habe mich verteidigt. Darauf hin wurde ich vom Angegriffenen über den Verteidigenden zum Täter. Ich sage absichtlich „Angegriffenen“, da das Wort Opfer schon von den Nazis besetzt wird und ich es ihnen auch sehr gerne überlasse. Die Eltern des Nazis, welcher den Hirnschaden (angeblich) von mir bekam, zeigten mich an. Die Gerichtsverhandlung aufgrund dieses Hirnschadens (wobei ich noch immer fest der Meinung bin, er bestand schon zuvor, nur eben nicht so nach Außen sichtbar) wurde zum Desaster. Für mich wenigstens. Der Richter forderte vehement eine Entschuldigung, auf die ich mindestens genauso energisch zu Lachen begann. Wie dem auch sei, Fehlverhalten hin oder her: Ich bekam sieben Monate OHNE Bewährung. Der Tag, an dem ich durch das große, beängstigende Tor der JVA ging, hat sich für immer in mein Gedächtnis gebrannt. Ebenso waren meine ersten drei Wochen hinter Gittern eine von Einsam- und Fassungslosigkeit geprägte Zeit. Danach wurde ich in eine Freigänger JVA verlegt und diese war sowohl Seitens der Beamten, als auch Arbeitstechnisch viel Menschenwürdiger als im geschlossenen Vollzug. Wer baut schon gerne Kinderspielzeug im Akkord zusammen, noch dazu mit „Arbeitskollegen“, welche die Fähigkeit der verständlichen Kommunikation anscheinend im Kleidersack gelassen haben?!
Es wäre aber zu schön gewesen, wenn ich die restlichen sechs Monate in der Freigänger Anstalt ohne die obligatorischen Nazis hätte verbringen können. Natürlich war einer da und Natürlich versuchte er mir, mein Leben im Gefängnis schwer zu machen. Aber darüber habe ich schon in meinem Buch ausführlichst geschrieben („7 Monate für ein Leben“).
Nach der Haft bekam ich Morddrohungen a lá „Wir bringen zuende, was unsere Kameraden angefangen haben“ usw. Langweilt mich! Ich bin zwar umgezogen, aber nur, weil ich nicht noch so ein Paranoider Verwirrter sein möchte, der in jeder Person einen Potentiellen Nazis, also Killer, sieht.
STILL UND LEISE WERDET IHR MICH NIE KRIEGEN!
Ich bin Tibor Sturm und LAUT GEGEN NAZIS ! Wann und wo immer es geht!
Video-Statement v. Tibor Sturm:
www.youtube.com/lautgegennazis (Das Video wurde im Juni 2008 gedreht)