Banda Comunale auf dem Theaterplatz
Großer Erfolg auf dem Theaterplatz. Ab 15.00 Uhr trafen am 14.02.09 die ersten beiden GEH DENKEN Demonstrationszüge vor der Bühne ein. Ca. 9.000 Menschen wollten mit den Rednern und den vielen Künstlern ein Zeichen aus dem Stadtzentrum versenden. Der dritte Demonstrationszug gelangte leider nicht zu uns und wurde auf der anderen Seite der Elbe festgesetzt. Um 18.00 folgte auf unserer Bühne eine einstündige Zwangspause aufgrund eines Gottesdienstes in der Kathedrale, bevor Sebastian Krumbiegel und Curse den Tag abrundeten und beendeten.
Bis zu 9.000 Teilnehmer am Theaterplatz
Punkt 15.30 Uhr startete die Band Mastoles aus Jena das musikalische Programm auf der GEH DENKEN Bühne. Die Band hatte in den vergangenen Jahren auch auf demokratischen Gegenveranstaltungen zum “Fest der Völker” der Nazis in ihrer Heimatstadt gespielt. Ab 15.55 Uhr hielten Franz Müntefering (SPD), Michael Sommer (DGB), Claudia Roth (Die Grünen) und Gregor Gysi als Repräsentanten der Bundespolitik ihre emotionalen Reden zu den Verhältnissen in Dresden. Die Reden: http://www.geh-denken.de/joomla/aktuelles.html
Stephanie und Wolfgang Stumph präs. Dresden
Bereits weit vor der Veranstaltung führten wir viele Gespräche mit dem Schauspieler Wolfgang Stumph, der sich für Dresden gewünscht hatte, dass die Stadt und ihre Bürger gemeinsam mit uns Position beziehen. Trotz der positiven Entwicklungen in den Gesprächen mit dem Oberbürgermeisterbüro, konnten wir dieses Ziel 2009 nur bedingt erreichen. Die aktuelle Pressemitteilung von dem Kreisvorsitzenden der CDU Lars Rohwer (soeben auf unserem Blog veröffentlicht) ging an dieser Zielsetzung vorbei. Die Hoffnung liegt im Jahr 2010.
Smudo sprach nicht nur, sondern sang auch
Um 17.20 Uhr leitete Smudo mit seiner Rede die Show von Rolf Stahlhofen (Söhne Mannheims) ein. Smudo appelierte an die Anwesenden und an die Stadt Dresden, dafür zu sorgen, dass die Naziaufmärsche in dieser Stadt nicht mehr stattfinden können. Gleichzeitig kritisierte er die CDU und FDP, die auf unserer Bühne eingeladen waren, aber doch bevorzugten fernzubleiben und betonte, dass dies ein falsches Zeichen im Sinne unserer Demokratie ist, verknüpft mit der Hoffnung für 2010, dass sich dieses ändert. Die Musiker von Rolf Stahlhofen und Smudo präsentierten dann zur Freude des Publikums den Hit “Einfach sein” der Fantas in abgewandelter Form. Eine halbe Stunde zuvor beschlossen beide Musiker dies spontan.
Eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst in der Kathedrale von Dresden betrat Rolf Stahlhofen mit Band die Bühne, im fließenden Übergang nach Smudo. Musikalisch top und sichtlich von der Situation drumherum angefasst, machte auch er deutlich, was er von den Naziaufmärschen und der Situation hält. Zeitgleich wurde immernoch der dritte Demonstrationszug auf der anderen Elbseite von der Polizei festgehalten. Grund hierfür waren Ausschreitungen, die leider das Gesamtbild in so manch einem medialen Beitrag schmälert. Jedoch müssen wir auch feststellen, dass unsere Teilnehmer wie wir selbst auch, nicht verstanden haben, dass dieser Zug komplett daran gehindert wurde zum Theaterplatz zu gelangen. Nicht ein Einziger konnte zu unserer Bühne gelangen. Um 18.00 Uhr mussten wir dann unsere Zwangspause aufgrund eines Gottesdienstes in der gegenüber liegenden Kathedrale einlegen.
Sebastian Krumbiegel vor seinem Auftritt
Um 19.00 Uhr erklamm Sebastian Krumbiegel mit Band die Bühne. Aufgrund der Situation an der Elbe und des Gottesdienstes, hatte sich der Platz leider geleert und füllte sich nur langsam wieder. Vorab hatte er sich selbst ein Bild von dem Zustand auf der anderen Seite der Elbe gemacht. Entsetzt stellte er ebenfalls fest, dass die Sperrungen der Brücken völlig unsinnig sind. Er spielte mit seiner Band für die Verbliebenen eine Supershow. Verstärkt durch die 58köpfige Samba Truppe “Escola Popular” zogen wir zur Umbaupause zu Curse weitere Teilnehmer wieder auf den Platz.
Um 20.00 Uhr startete Curse sein Bühnenprogramm und beendete eine perfekte Veranstaltung auf dem Theaterplatz direkt vor der Semperoper.
Für LGN J. M.



Also hier von einem Erfolg zu sprechen, ist mehr als nur naiv und knüpft leider an ignorante Presseberichte an.
Es fehlt Eindeutig die kritsische Reflektion des Tages!
Angefangen bei den Zahlen, ist das Gehdenken Bündniss eindeutig, an selbst gesteckten Zielen von 15000 Menschen gescheitert, nur mit viel gutem Willen kommt man mit CDU Veranstaltung und der no pasaran Demonstration auf etwa 14000 Teilnehmer, des weiteren waren mehr als die Hälfte der Demonstranten nicht aus Dresden, soll heißen eine Blamage der Stadt wurde um Haaresbreite verhindert!
Weiter geht es mit den Zielen, auch diese wurden nicht erreicht, es gelang weder die Naziaufmärsche zu verhindern noch überhaupt Protest in Reichweite der Nazis zu artikuliern. Dass dafür die Schuld bei der Stadt liegt ist eindeutig, nur sollte dies auch zum Ausdruck kommen, ansonsten macht das Konzept leider nur wenige Sinn! Soll heißen, sollte die Stadt Dresden weiterhin konsequent die antifaschistischen Aktivitäten blockieren, so kann man getrost auf Aktionen in Dresden verzichten und damit Zeit und Geld sparen, welche an anderer Stelle sinnvoller einzusetzen sind!
Repressionen sind in Dresden ja keine Seltenheit, die Stadt rollt den Nazis regelmäßig den roten Teppich aus und lässt diese zum Beispiel an der Synagoge vorbei demonstrieren, wohingegen antifaschistische Demonstrationen regelmäßig verlegt und somit quasi verboten werden! In diesme Jahr war dies wiederum auch der Fall mit der no pasaran Demonstration!
Wo wir schon bei der Verlegung der Demonstrationen sind, Demonstranten wurden nicht zur Abschlusskundgebung gelassen, die no pasaran Demonstration wurde mit äußerster Brutalität aufgelöst, dabei gab es über 100(!) Verletzte! Grundrechte wurden in Dresden zeitweise außer Kraft gesetzt, das Vorgehen der Polizei erinnerte eher an 1933!
Die Nazis konnten dagegen ungestört fast ohne Polizeibegleitung marschieren, wen wundert dass denn auch in Dresden, ist dies doch hier Gang und Gäbe!
Aus diesen Gründen von einem Erfolg zu sprechen, ist mehr als vermessen!
Eher sollte massiv Kritik an der Stadt Dresden sowie dem Vorgehen der Polizei geäußert werden, damit diese Zustände publik werden!