”Killerpilze” im Kupferdächle/Pforzheim
Bevor es am Freitag den 24. Okober 2008 zum Übergriff der Nazis kam (wir berichteten zuvor), hatten wir die Gelegenheit mit Jo, Fabi und Mäx über das Thema Rechtsextremismus zu sprechen. Danach gingen sie auf die Bühne und gaben ein von ca. 250 Kids frenetisch gefeiertes Konzert in dem Jugendclub. In einem Büro des Clubs trafen wir auf drei gut gelaunte Jungs, die wissen was sie denken.
Frage 1: Ihr engagiert Euch gegen Nazis. Habt Ihr diesbezüglich bereits Erfahrungen gemacht-in der Schule, auf Euren Konzerten oder anderswo?
Mäx, Jo & Fabi: Auf Dorffesten haben wir schon so einiges erlebt.Z. B. bei einem Antirassismus-Konzert in Bayern, dort zeigten die Nazis Präsenz. Wir kommen aus Bayern-Bayern ist ein Schwelherd für die. Das Schlimme ist, die wollen cool sein und werben damit. Die NPD macht sehr viel über soziale Probleme und produzieren soetwas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir denken, die Leute müssen nachdenken und sich genau informieren-das wollen wir vermitteln. Jo setzt nach und sagt – “Alltagsrassismus wird teilweise von den Eltern vermittelt. Die Leute müssen ihr Bewusstsein schärfen!”
Frage 2: Eure Fans sind sehr jung. Tragen diese solcherlei Probleme, z. B. mit Nazis, über die Foren an Euch heran?
Durchaus schreiben uns viele Fans an und berichten über Probleme mit Nazis. Jo ergänzt: ”krass, eine Frau hat uns z. b. geschrieben, dass Ihr Freund Nazi ist und sie den aber total süß findet und glücklich mit ihm ist. Wir sollten sie dann beraten, was sie nun tun solle. Aber das geht zu weit-da konnten wir nun wirklich nicht helfen.”
Frage 3: Ihr geht selber noch zur Schule. Was habt Ihr für ein Gefühl? Wie vermitteln Lehrer das Thema Nationalsozialismus und den aktuellen Rechtsextremismus?
Mäx geht nicht mehr zur Schule. Fabi und Jo sind sich einig. “Die Lehrer ziehen das Thema ausführlich mit Daten und Fakten zur Geschichte durch. Wir haben unsere Lehrerin irgendwann auf die Rassengesetze der Nazis von 1938 angesprochen, da hat sie sich dann endlich mal Zeit genommen diesem Thema ein oder zwei Stunden für eine Diskussion mit uns zu nehmen. Das war super interessant. Rassismus ist ja heute auch aktuell. Die Schüler wollten mehr wissen.” Fabi ergänzt-”wir haben im Rahmen des Unterrichts auch schon KZ-Gedenkstätten besucht. Hierdurch wurde der Unterricht spannender. Wobei grundsätzlich ist der Unterricht in der Schule zu diesen Themen eher unattraktiv. Den Lehrern scheint immer die Zeit im Nacken zu hängen.”
Wir berichteten über die Situation am 13./14. Februar in Dresden im Zusammenhang mit dem Aufmarsch von 5.000 bis 6.000 Nazis und den Fackelmärschen dort und in Pforzheim.
Die Reaktion: Wir verstehen nicht, wie soetwas passieren kann. Unser Appell ist klar: Informiert Euch und schaut Euch genau an, was passiert!
Die Zeit drängte und die “Killerpilze” schritten zur Bühne und machten auch dort klar, dass sie “Laut gegen Nazis” sind und forderten ihre Fans auf-mitzumachen.
Wir bedanken uns bei Jo, Mäx und Fabi für ihre Zeit und die Unterstützung unserer Kampagne. Zudem signierten sie noch ein LGN Shirt, welches wir zugunsten der LGN Kampagne in den nächsten Tagen auf MySpace versteigern dürfen.
Religionslehrerin in der Schule Danzig Schleusengasse
Ich bin in der Freien Stadt Danzig zur Volksschule gegangen. Wir gehörten bis 1939 nicht zum Deutschen Reich. Um den wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch zu verhindern, wurde Danzig von Berlin aus finanziell unterstützt und regiert, das betraf auch die Schulpolitik. Wir erhielten 1937 eine Schulspeisung, morgens ein ganzes Brötchen, inwendig mit guter Butter beschmiert und dazu einen Becher voll mit heißer Milch. Einmal fehlte 1 Brötchen. Da ich der Letzte in der Reihe war, sagte der Hausmeister. „Nun, kleiner Bowke, für dich ist nuscht nichts da.” Ich antwortete ruhig: „Das macht mir nuscht aus, wir haben zu Hause genug zu essen.”
Die Religionslehrerin, Fräulein St. führte die Aufsicht, sie hörte meine Entgegnung und bölkte los „Das ist doch die Höhe, du verachtest die Gabe unseres Führers? Mitkommen!” Ich stieg die Treppen hoch zum Rektorzimmer, sie hinterher. Nachdem ich ihr die Tür öffnen musste, trat sie ein. Drinnen redete sie lauthals auf den Rektor los, dass ich abfällig über das Brötchen, der guten Gabe des Führers, gelästert hatte (diese falsche Christin log auch noch). Der Rektor, in SA-Uniform, ging zum Stockschrank, dort suchte er den richtigen Rohrstock für meinen Fall aus. Dann musste ich mich bücken und er schlug mir zwei heftige Hiebe über die Arschbacken.
So reimte ich mir später die Preußische Ethik zusammen:
„Wer Gott und den Führer nicht liebt, der erhält einen Hieb.” Für die Trinität „Gott, Führer und Vaterland” verloren viele Erwachsene ihre Moral und ihren Verstand.
Gerhard Jeske. Hamburg
gerhard jeske hamburg copyright
Redaktions treffen am 10.5.96/15 Uhr
gesendet wird am 5.6.1996 in Hamburg. (+ Berlin UKW 92)
Flucht und Vertreibung vor 1939 und in Danzig
Ich beginne meinen Bericht mit einer Frage:
:Konnten Ihre Großeltern sich vorstellen, dass das Land östlich der Oder und Weichsel vom Deutschen Reich abgetrennt werden könnte ?
Nein ? So etwas wäre unvorstellbar gewesen.
Moment mal! Da gab es einen Preußen, der konnte sich das vorstellen. Es war der Märkische Schriftsteller Theodor Fontane .
In seinem Brief vom 5.8.1893 schreibt er folgende politische Perspektive auf.
“Niemand ist im geringsten von der Sicherung unserer Zustände überzeugt; das eroberte kann wieder verloren gehen Ost und Westpreußen auch, und ein Polenreich, was ich über kurz oder lang für wahrscheinlich halte, entsteht aufs neue.”
Das sagte Fontane in einer Zeit, wo das zweite Deutsche Reich sich industrialisierte, angeblich vor militärischer Kraft strotzte und in der Weltpolitik kräftig mitmischte.
Und es kam wie Fontane es vorausgesagt hatte.
1918 ging für Deutschland der erste Weltkrieg verloren;
Sofort begann die Vertreibung von Menschen aus verschiedenen Ländern.
Viele Deutsche verließen Polen, Schlesien und aus der Kaschubei, Damals wanderten sie noch freiwillig aus , ebenso zog es etliche tausend Polen aus Pommern und dem Ruhrgebiet wieder zurück in die alte polnische Heimat.
Dieser Transfer von Menschen vollzog sich unter gesetzlichen Rahmenbedingungen, die es erlaubten entweder zu bleiben, die Staatsangehörigkeit des Landes anzunehmen oder auszuwandern, mit der Möglichkeit, seinen Besitz zu verkaufen .In den zwanziger Jahren tauchte schon eine Besonderheit in der Propaganda auf. Sie macht sich bemerkbar im Nordosten Europas. Dort kam es zwischen dem Baltischen Völkern und den dort seit Jahrhunderten eingesessenen Deutschen, besonders den Adligen, zu politischen Zusammenstößen, die im Bürgerkrieg endeten. Nach dem Sieg der bürgerlichen Regierungen entzogen diese, besonders den deutschen Gutsbesitzer per Gesetz die wirtschaftliche Grundlage. Daraufhin verließen viele Deutsch-Balten ihre Heimat und zogen nach Deutschland Ende der dreißiger Jahre wurde diese Abschiebung aus dem Baltikum hinter dem Rücken der Betroffenen organisiert. So schloss die Nationalsozialistische deutsche Regierung mit den Regierungen der Baltischen Staaten Umsiedlungsverträge ab, in denen auch über die Abwicklung der Vermögen entschieden wurde. Völlig unvorbereitet wurde die Deutsch-Baltische Volksgruppe mit dem Ergebnis der Umsiedlungsverträge konfrontiert.
Nach Deutschland umgesiedelt wurden aus Estland 13.700 Personen, aus Lettland ungefähr 52.000.
Es waren also bürgerliche Regierungen, die die ersten Umsiedlungen im Osten durchführten. Trotzdem blieb eine größere Anzahl im Lande zurück. Als durch den geheimen Zusatzvertrag zwischen Hitler und Stalin die Baltischen Länder in das Interessengebiet der Sowjet Union fiel wurde zwischen Berlin und dem Kreml eine Nachaussiedlung beschlossen und durchgeführt.
Bis 1941 wurden 7000 Personen aus Estland und 10.500 aus Lettland nach Deutschland verfrachtet.
Das Paradoxe in der Geschichte des 19.Jh. wird hier deutlich. Obwohl viele Deutschstämmige im Baltikum ihre Heimat verloren hatten, gab es weder von Ihnen noch von der deutschen Außenpolitik starke politische Reaktionen gegen diese Länder .Weil man das Baltikum politisch gegen den Kommunismus als westlichen Vorposten brauchte, deshalb verzieh man ihnen den Bruch mit der deutschen Minderheit. So wurde von 1939-1941 eine 750 jährige gemeinsame Geschichte willentlich beendet.
Diese Fakten zeigen, dass die Nationalsozialisten die Vertreibung, oder wie sie es nannten Umsiedlung von Deutschen oder ausländischen Minderheiten zu ihrem Programm erhoben hatten und brutal anwandten.
Ich beschränke mich jetzt in meiner Darstellung auf Danzig und seine Umgebung. Der Heimatverlust beginnt schon in der Heimat und zwar, indem man einer Minderheit oder politischen Gruppe ihre kulturelle, religiöse und wirtschaftliche Basis wegnimmt, sie zerstört.
Die Danziger Bevölkerung hatte 1933 und 1935 mit über 53% die Nationalsoziali¬sten gewählt. Unter dem Gauleiter Forster und dem braunen Senat wurden ab 1933 alle demokratischen Parteien verboten. Zuerst mussten Mitglieder der Linken Parteien aus Danzig fliehen, diese Flucht vor der Nazi Gestapo nennt man vornehm-„Emigration“.
Noch schlimmer traf es die jüdischen Bürger der Stadt Danzig.
Der Antisemitismus hatte in der Hansestadt Danzig Tradition. Schon im Mittelalter waren es wirtschaftliche Gründe, die den Juden das Wohnrecht und Bürgerecht in der Hansestadt Danzig verweigerten. Auch polnische Könige praktizierten ihre Politik mit Minderheiten oft nur aus wirtschaftlichen Erwägungen. Die theologisch ideologischen Gründe erfand die Katholische Kirche dazu. Jedenfalls hatte der polnische König Kasimier im Jahr 1457 den Danzigern das große Privileg bestätigt, dass bestimmte: ” dass kein Lombarde, Nürnberger, Schott-Engländer oder Jude soll der Stadt Freiheit genießen.”
Das Privileg war also nicht nur gegen die Juden gerichtet. Es war somit nicht rassisch bedingt. Es sollte sich aber zeigen, was die Danziger Handelsherren und Senatoren darunter verstanden.
Ihre Ausdrucksweise verrät die Tendenz. 1616 forderte die 3. Ordnung die Ausweisung der Juden aus Danzig und das Verbot ihres Gottesdienstes. Die Danziger Repräsentanten erklärten, “dass sie Gott dankten, dass sie dieses schädliche und landverderbliche Ungeziefer losgeworden sind.” So sprach man in Danzig im Jahr 1616
So ähnlich hatte 1933 die Zeitung der SS der Stürmer geschrieben. ‘Und tatsächlich, 336 Jahre nach der antisemitischen Maßnahme des Senates, verkündet der Nazi-Gauleiter von Danzig Albert Forster;
” Die Erkenntnis der Judenfrage und die rücksichtslose Bekämpfung des Judentums ist für jeden Nationalsozialisten selbstverständlich. Dazu gehört auch, dass keiner weder beim Juden kaufe oder etwa zum jüdischen Arzt gehe. ”
Der spätere evangelische Bischof Dibelius schreibt im Berliner Evangelischen Sonntagsblatt.
„Schließlich hat sich die Reichsregierung genötigt gesehen den Boykott jüdischer Geschäfte zu organisieren .Dagegen wird niemand im Ernst etwas einwenden können.”
Ohne die historischen Wurzeln des Hasses auf Andersdenkende und Minderheiten in der Geschichte zu erkennen, werden wir die radikal nationalistischen Entwicklungen in Mitteleuropa nicht begreifen. Deutschland allerdings wurde hier ein extrem negatives Beispiel. Zur Abgrenzung gegen Juden und Polen gehört auch, dass es schon ab dem 16.Jhr. hieß “Danziger Bürger kann nur werden, wer deutscher Zunge ist.“
Und 1938 wird diese Praxis per Gesetz so verkündet:
“Beamter kann nur werden, wer deutschen oder artverwandten Blutes ist.” Hitler hat diese Praktiken nicht erfunden, sowohl die Kirchen, als auch das Bürgertum waren die Vorläufer dieser Politik immer gewesen. Die Vertreibungen waren somit programmiert worden.
Ab 1933 übernahm der Nazi- Senat und die braune Bürgerschaft in Danzig alle antisemitischen Gesetze von Berlin. Es wurden nun durchgeführt: Berufsverbote für jüdische Ärzte, Juristen, Redakteure für Künstler und andere Sparten. Die Juden wurden gezwungen ihren Besitz billigst zu verkaufen, einschließlich der Synagoge,
und auszuwandern. Glücklicherweise gelangten so die meisten Juden ins Ausland. Bis auf einen kleinen Rest der jüdischen Gemeinde war Danzig bis zum Kriegsausbruch fast Judenfrei geworden. Wem es nicht gelang auszuwandern, den sahen die Familien später nicht wieder.
Die vorläufige Bilanz ergibt:
Die baltischen Regierungen vertrieben, mit Zustimmung der deutschen Reichsregierung die eingesessenen Deutschen und die deutsche Danziger Regierung der Freien Stadt Danzig vertrieb bis 1939 die Juden und politisch Andersdenkende.
Und nun kommen die Polen an die Reihe, und das neunzehnte Jahrhundert kommt so richtig in Fahrt.
1938 wurde vom Bibliographischen Institut in Leipzig Mayers großer Atlas herausgegeben. Eine Karte heisst : Deutsche Staaten und Interessengebiete im Osten. Auf dieser Karte ist die -Freie Stadt Danzig, mit ihren Grenzen nicht mehr vorhanden, ebenso gibt es auf dem Kartenblatt keinen polnischen Staat mehr.
Dieses Beispiel zeigt. dass der Drang nach dem Osten kein einsamer Einfall von Hitler gewesen ist, sondern allgemein auf breiter Basis vorbereitet wurde.
Hitler hatte ab 1.September 1939 die neue Expansion gen Osten gestartet, unter einer religiösen Verschleierung ” der so genannten “Höheren Vorsehung” genauer aber; aus pro deutschen, kapitalistischen Gründen. und den Lebensraum, sprich neue Rittergüter für seine Vasallen, zu gewinnen.
Wie das geographische Album von 1938 demonstriert ging es gar nicht um Danzig, sonder Polen sollte von der Landkarte verschwinden.
Es war klar, dass mit dem Überfall auf Polen die massenhafte Flucht und Vertreibung begann. Sie wurde in Berlin und Wien vorbereitet und besonders SS-Führer aus Bayern sollten in Danzig die Liquidierungen und Vertreibungen durchführen. Der Danziger Senat schuf dafür die Plattform.
Um keine Behauptungen zu verbreiten, zitiere ich aus dem Bericht über die Aufstellung, Einsatz und Tätigkeit des SS-Wachsturmbann E. (Eimann) Niedergeschrieben vom – Höheren SS und Polizeiführer Danzig-Westpreußen- Hildebrant
1. Aufstellung :
Der Wachsturmbann E. wurde am 3.Juli 1939 als Polizeiverstärkungssturmbann auf Befehl des SS- Brigadeführers Schäfer durch Senatsbeschluss der’ Freien Stadt Danzig aufgestellt. SS-Brigadeführer Schäfer war derzeit mit Verfügung vom 20.6. 39 zum alleinigen Bevollmächtigten in polizeilichen Angelegenheiten durch Senatsbeschluss Nr 290 ernannt. Dieselbe war nötig, weil die Danziger Polizei bei weitem nicht ausreichte und für zahlreiche Sonderaufgaben ungenügend geschult war. Der Sturmbann besteht ausschließlich aus SS-Männern und zwar aus 4 Hundertschaften und 1 Kraftfahrstaffel.
2. Aufgaben
Aufgaben des Sturmbannes waren in den Monaten Juli, August und September 1939 folgende:
1. Schutz der lebenswichtigen Betriebe in der Stadt Danzig und im Freistaat Gebiet.
2. Verstärkung der Revierpolizei.
3. Begleitkommando beim Abtransport von Schwerverbrechern aus den Danziger Gefängnissen auf dem Seewege nach Swinemünde ectr.
6. In der zweiten September Hälfte wurde der SS-Wachsturmbann E eingesetzt zur Sicherung und Säuberung in den ehemals polnischen Kreisen
Preußisch Stargard, Berent, Karthaus und Neustadt.-
Hier unterbreche ich diesen Bericht und verweise auf die Bedeutung des Wortes “Säuberungen.”
Es waren von einheimischen deutschen Bewohnern Namenslisten von missliebigen Polen angefertigt worden. Nach diesen Listen verhaftete und liquidierte der SS-Sturmbann Eimann und Gruppen des ” zivilen deutschen Selbstschutzes” tausende von Polen und Kaschuben.
Nun kommt in dem Bericht der 8. Abschnitt, der zehntausenden von Nichtdeutschen die Heimat und das Leben gekostet hatte, Ich zitiere:
Ab Oktober 1939 wurde der Sturmbann eingesetzt bei Durchführung der Evakuierung in Adlershorst und Gotenhafen. Im Laufe der Kämpfe in und um Danzig und bei der darauf folgenden Evakuierung ergab sich die Notwendigkeit, zahlreiche Zivilgefangene festzusetzen. Zu diesem Zweck wurden die Gefangenlager :
Neufahrwasser, Stutthof, und Grenzdorf eingerichtet.
Die Bewachung dieser Lager erfolgte durch den Wachsturm Eimann mit 2 Hundert¬schaften, es handelt sich hier nicht um Konzentrationslager, sondern um Durchgangslager für solche politisch unzuverlässigen polnischen Elemente, die zur Evakuierung nach Zentralpolen vorgesehen waren und bis zu ihrer Abschiebung sichergestellt werden mussten. Die Belegstärke der Lager mit Gefangenen umfasst heute. Lager Neufahrwasser = 3000 Gefangene
Stutthof = 1.100 Grenzdorf = 350
Hier unterbreche ich das Zitat aus dem Dokument des höheren SS Führers von Danzig, Dieses Dokument beweist dass die Vertreibung von Polen aus Danzig und Westpreußen, ebenso aus Pommern, Ostpreußen und Schlesien vorbereitet war und brutal durchgeführt wurde. Wir werden in dem Dokument lesen, dass es auch zu vorgesehenen Liquidierungen gekommen ist.
Ich zitiere weiter aus dem Dokument.
“Die weiteren zur Verfügung stehenden 2 Hundertschaften des Sturmbannes wurden im Oktober, November und Dezember 1939 folgendermaßen eingesetzt:
. Als Transport- Begleitkommando der Evakuierungszüge, die bisher aus dem Gebiet Danzig-Gotenhafen und bei der Räumung des Truppenübungsplatzes über 50 000 Personen nach Zentralpolen beförderten.”
Zum Ordnungsdienst bei der Ankunft der Baltendeutschen.
Zur Beseitigung von 1400 unheilbar Geisteskranken aus pommerschen Irrenanstalten.
. Zur Beseitigung von ca. 2000 unheilbar Geisteskranken der Irrenanstalt Konradstein.
. Begleitung von Judentransporten auf Anforderung der Gestapo nach Wien und Pressburg
. Ab Januar 1940 findet nach dem vom Sicherheitshauptamt aufgestellten Nah und Fernplan die Evakuierung polnischer Elemente nach Zentralpolen statt. Aus dem Gau Danzig – Westpreußen sind 400 000 Evakuierungen vorgesehen Der PV-Sturmbann Eimann ist die einzige geschulte Truppe, die zur Durchführung dieser Aufgabe und als Begleitkommando der Transporte dem Oberabschnitt Weichsel zur Verfügung steht.
gez. Hildebrandt. Ende des Dokumentes
Es gab noch eine andere Form der Willkür Danziger Einwohner heimatlos zu machen Der ehemalige Dienststellenleiter bei der polnischen Eisenbahn. Gerard Knoff erinnert sich :
“Die allgemeine Lage war überaus kritisch. Verschiedene deutsche Eisenbahnbedienstete. trugen auf ihren Dienstuniformen offen nationalsozialistische Abzeichen. Ebenfalls in Danzig – Ohra, auf dem Schönfelderweg, hatte sich unsere Lage ver¬schärft. Etwa drei Tage vor Kriegsausbruch warfen die Nazi-Rowdys große Feldsteine in unsere Wohnung .Durch die zerbrochenen Fensterscheiben trafen sie unsere Möbel, diese wurden demoliert. In der gleichen Zeit auf unserer Straße haben wir von
diesen (deutschen) Chauvinisten drohende Ausrufe zu hören bekommen. “Wie lange wollt ihr hier noch bleiben, ihr Pollacken? Wenn ihr nicht ver¬schwindet hängen wir euch vor eurem Haus am Laternenpfahl auf.”
Schon nach dem 1.9.1939 erhielt ich vom Staatsrat Büttner ein Schreiben, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich nicht mehr Eisenbahner sein durfte. Ferner erhielt meine Mutter vom Staatskommissar Danzigs einen Brief wodurch sie in Kenntnis gesetzt wurde, dass wegen ihrer Zugehörigkeit zu Polnischen Minderheit ihr Grundstück ( mit Haus ) beschlagnahmt worden ist. Jetzt mussten wir für unser Elternhaus Miete bezahlen.
Im Frühjahr 1940 erhielten wir eine Vorladung uns einer deutschen Kommission vorzustellen. Die amtiert im damaligen Werftspeisehaus. Diese Abteilung wurde ” Rassenkommision genannt. Sie hat entschieden, wie ich mich gut erinnern kann, dass diese oder jene Familie ins Generalgouvernement deportiert werden sollte oder nach Riesenburg, ( jetzt Prabuty, ) abzuschieben ist, oder weiterhin in Danzig bleiben durfte. Diese Kommission bestand ungefähr aus acht Personen. Einige waren Zivilisten andere waren uniformierte Parteifunktionäre. Sie haben meiner verwitweten Mutter vorgeworfen, dass sie als einheimische Danzigerin uns Kinder im polnischen Sinne erzogen hat. Mir wurde vorgehalten, 1938, die Einberufung zum Reichs Arbeitsdienst verweigert zu haben. Auch war es ihnen nicht recht, dass ich als junger Eisenbahner bei der polnischen Staatsbahn beruflich aufgestiegen bin. Sie meinten, dass ich mich für Polen verdient gemacht hätte. Als zum Abschluss des Verhörs meine Mutter sich erlaubte zu fragen, was denn nun mit uns weiterhin geschehen würde, empörte sich einer von ihnen gewaltig, so dass wir rausgeschmissen wurden. Danach erfolgten für uns ungewisse Tage und die Furcht deportiert zu werden. Dann erhielt ich vom Polizeipräsidium ein Schriftstück, in dem mir mitgeteilt wurde, dass mir die Danziger Staatsangehörigkeit aberkannt worden ist.8 die Deutsche erhielt er nie) Seit diesem Augenblick war ich im deutschen Danzig staatenlos. ”
Gerard Knoff lebte nun in seiner Geburtsstadt und in seinem Elternhaus bis 1945 als Heimatloser und Vertriebener zugleich. 1943 wurde er verhaftet und ins KZ-Stutthof verschleppt.
Die Deutschen wollten mit den Polen nicht zusammen leben. Das Potsdamer Abkommen war die konsequente Folge gegen diese deutsche Politik Die Völker wurden getrennt, um einen stabilen Frieden in Europa zu sichern.
Gerhard Jeske, Franzosenkoppel 32 -22547 Hamburg. Tel 040-8314894
Gerhard jeske (06.06.2009 17:20)
,Heimatideologie ist ein Vorwand
Klar doch, wer im Osten nichts besaß als seine Mietwohnung und schlecht bezahlte Arbeit, diesen zieht es nicht dorthin zurück, nur die Minderheit von Besitzenden und Großbauern, Hauseigentümern usw, versuchen unter dem Deckmantel, des Rechtes auf Heimat, ihren Besitz wieder einzutreiben, und das deutsche Volk soll ihnen dabei helfen und ihnen die Kastanien aus dem Feuer holen. Wer gab den Hausbesitzern und Mietern , das Eigentum zurück, welches in ungeheurer Zahl durch Bomben vernichtet wurde ? Die Toten kann niemand ins Leben zurückbringen und ihre Exiztens einklagen. Die nächsten 200 Millionen Waser und Klima Vertriebenen werden uns in Zukunft mehr beschäftigen müssen.” Wir haben hier keine bleibende Stadt” das lernte ich schon in der Klippschule in der Freien Stadt Danzig . gerhard jeske
Gerhard Jeske, geb.1929 in der Freien Stadt Danzig Fotograf –
22547 Hamburg, den 18.04. Wovon Frau Erika Steinbach nicht spricht !
Vor dem Kriegsausbruch. in Danzig 1939
Immer mehr Dokumente werden entdeckt, die belegen, dass Hitler schon seit 1933 den Krieg gegen Polen und die Tschechei vorbereitete. In der Weimarer Republik wurde die ” Deutsche Stiftung ” gegründet, mit dem Ziel, das Deutschtum im Ausland zu fördern und politisch einzusetzen. Keine Regierung in der Weimarer Republik hatte auf Gebietsansprüche in Westpreußen und Schlesien verzichtet. Diese revanchistische Politik führte Hitler radikal weiter. Nach der Unterzeichnung des polnisch- deutschen ‘Angriffsvertrages vom 26.1.1934 berief Hitler die Vertreter der deutschen Minderheit, besonders aus Polen und der Tschechoslowakei zu einer Geheim-Konferenz zusammen. Dort gab er seine Ziele bekannt:” Meine Herren, Sie haben eine der wichtigsten Aufgaben übernommen. Sie sollen nicht nur das Deutschtum wie bisher pflegen und erhalten, sie sollen es zu einer Kampftruppe schulen. Sie werden an vorderster Front unserer deutschen Kampfbewegung- als Vorposten Deutschlands es uns ermöglichen unseren Aufmarsch zu vollziehen und unsere Kampfhandlungen einzuleiten.”
Nachdem die NSDAP am 28:5.1933 mit 51 % die Wahlen in der – “Freien Stadt Dan¬zig” – gewonnen hatte, begann der Aufbau der paramilitärischen Organisationen. Die SA führte- militärische Übungen ein. Die Oppositions-Parteien wurden 1936/37 verboten, gleichzeitig wurde die “Heim ins Reich ” Propaganda verstärkt. Nach einem Wahlerfolg 1935, der mit Wahlfälschungen und brutalem Einsatz gegen oppositionelle Wähler durchgeführt wurde und der NSDAP 57 % aller Stimmen zusprach, verschärfte sich die innenpolitsche Politik. Unter der Führung des Gauleiters Albert Forster wurde auf allen Gebieten Danzig dem Deutschen Reich gleichgeschaltet, dazu gehörte, dass die Verfassung missachtet wurde.
Frau Ingeborg Schäfer hatte, in Zusammenarbeit mit der. Journalistin Susanne Klockmann, über die NS-Vergangenheit Ihres Vaters des SS-Brigade – Führers Johannes Schäfer und ihrer Familie ein Buch herausgegeben, das den Titel hat” Mutter mochte Himmler nie.” (Rowolt)
Sie bestätigte und beschreibt darin, dass Ihr Vater nach dem 11.6.1939 illegal als Krippo Beamter nach Danzig eingeschleust wurde und er dort sofort seine Arbeit begann. Zusammen mir dem Gauleiter der NSDAP Albert Forster organisierte er die Aufstellung einer speziellen SS- Einheit. Neben Danziger Freiwilligen sollten Reichs¬deutsche SS-Angehörige, gemeinsam die ” SS – Heimwehr•Danzig bilden” Das Kriegstagebuch des Militärbefehlshaber Danzig-Westpreußen berichtet : “An militärischen Dienststellen gab es nur zwei, die gezwungen durch den Versailler Vertrag getarnt arbeiteten: Das Wehrbezirkskommando und die Abwehr Nebenstelle.- Die Offiziere tun in Zivil Dienst, als ” Werbestelle und Kriminalräte” Am 11. Juni 1939 wird nach bemerkenswert kurzer Besprechung, auf Befehl des Führers, in Danzig die Lan¬despolizei aufgestellt. Als erster trifft der Kommandeur Generalmajor Eberhardt vom L.A. K. ein, direkt von der Korps-Generalstabsreise auch in Zivil. Sein 1 A kommt von der Kriegakademie aus Berlin direkt aus der Ausbildung” Herr Eberhardt” erhält, vom Polizeipräsidenten einen Ausweis, der ihn berechtigt, die Gebäude der Polizei zu betreten und am Dienst der Polizei teilzunehmen. Nach kurzer Zeit steht der Stab. Es sind größtenteils Reserveoffiziere aus dem Freistaatgebiet. Dann treffen Offiziere aus dem Reich ein, wenigstens für die Kommandeurstellen. Dazu Unteroffiziere, ferner Soldaten, die von der ” Werbestelle ” angeworben, im Reich dienten.”
Ende des Zitates.
In kürzester Zeit wurden aufgestellt ” 2 Infanterie Regimenter, eine Artillerie Ab¬teilung, Die SS-Heimwehr und weitere Einheiten,
Ein Organisator der SS-Heimwehr wurde der Ingenieur Aspirant Friedrich Übelacker aus Bayern. Mit vier weiteren Angehörigen der Technischen Hochschule wurde er in die Führungselite befördert. Seinen Dienst als Totenkopf-SS Mann vollzog er so konsequent, dass er 1945 von den Amerikanern zum Tode verurteilt wurde. Zu diesen national-deutschen Vertretern gehörte auch der hohe SS-Führer Graf Reinhold von Krockow. (westlich von Hela). Die SS-Heimwehr sollte 1500 Freiwillige als Sollstärke erreichen. Da sich nur 500 Freiwillige aus Danzig meldeten, wurden 1000 SS-Männer, hauptsächlich aus den Mannschaften deutscher Konzentrationslager, heimlich nach Danzig eingeschleust. Eine Gruppe wurde in Danzig ausgebildet, der größere Teil fuhr im Mai 1939 mit dem Seedienst Ostpreußen nach Swinemünde und von dort nach Berlin – Adlershof. Nach der Ausbildung erhielt ein Teil der Reichsdeutschen SS-Männer zur Tarnung den Danziger Pass Die Rückkehr nach Danzig wurde im Juli 1939 durchgeführt. Die größere Gruppe ( ungef. Tausend ) wurden mit dem Schiff Lütje Horn mit voller Kriegsausrüstung, Autos und Kanonen, als, SS-Sportgemeinschaft Königsberg, Gumbinnen, Allenstein ectr. in Königsberg ausgeladen. Dort wurde ein SS-Sportfest zur Tarnung der Aktion veranstaltet. Die Autos bekamen einen landesüblichen Anstrich, und wurden als private Firmen Wagen deklariert.ln einer nächtlichen Aktion wurden die Einheiten aus Königsberg über eine, zu diesem Zwecke gebaute Pontonbrücke, bei Käsemark – Rotebude über die Weichsel in das Danziger Gebiet eingeschleust. In Danzig wurden sie, als Sportler verkleidet untergebrach, in der Wiebenkaserne, der Turnhalle in Ohra, den Messehallen, in alten Kasematten und im Lager Danzig-Matzkau. Am 17.8.1939 wurde das Ärmelband der SS-Heimwehr- Danzig ausgegeben. Jetzt fielen alle Schleier! Die gesamte SS-Heimwehr trat öffentlich am 18.8.1939 uniformiert zur Fahnenübergabe auf dem Maifeld an. Fünfzigtausend Danziger nahmen an dieser Feier teil. Gauleiter Forster, ein Bayer, bezeichnete diese Feier als Ausdruck des Selbsterhaltungstriebes der Danziger. Der Kommandeur Goetze, auch ein Bayer, sagte: ” ” Wo uns unser Führer hinstellt da bleiben wir. da wanken wir nicht.”
Die Danziger Verfassung war nur noch bedrucktes, wertloses Papier geworden. Der letzte Akt begann.
Am 25. 8. lief die Schleswig-Holstein in den Hafen ein. Mit der ersten Feuersalve am 1.September 1939 aus den Geschützen des deutschen Panzerschiffes der Kriegsmarine begann der zweite Weltkrieg. Der Untergang Danzigs war vorprogrammiert. Aber zuvor begann das große Morden an der polnischen, kaschubischen Bevölkerung, an den Juden und der deutschen Danziger Opposition. Alleine in dem Wald Piasnica und der Kaschubei wurden von Danziger Kommandos an die 12 000 Menschen liquidiert. Weitere Zehntausende erwartete der Tod .im KZ¬Stutthof, östlich der Weichsel. Von hier aus begann der Holocoust in Europa
Hiermit ist erwiesen, dass die deutsche Wehrmacht als aktiver Teil des Nationalsozialistisches Regiemes, illegal und aus dem Hinterhalt, einen Raubkrieg vorbereitet hatte und ihn dann auch konsequent unter der Führung Hitlers durchführte. Der Generalmajor der Wehrmacht Eberhardt bereitete den Angriff in Zivil vor, war also gleichzeitig ein Agent Berlins und Partisan, und ausgerechnet dieser deutsche Offizier, der in der Freien Stadt Danzig das Völkerrecht gebrochen hatte, ließ die tapferen polnischen Postbeamten erschießen, weil sie, in polnischer Beamtenuniform, ihre Post gegen einen räuberischen Überfall der SA, der SS und der deutschen Wehrmacht verteidigt hatten.
Das Kriegsverbrechen der Wehrmacht dokumentiert sich nicht zuerst in den nach folgenden Erschießungen während des Krieges, sonders es begann schon in Danzig mit der illegalen Vorbereitung des zweiten Weltkrieges, der Liquidierung der Freien Stadt Danzig und der Vernichtung des polnischen Staates und eines Teiles seiner Bevölkerung. gerhard jeske copyr.
Gerhard Jeske Hamburg
Die jeweilige Gegenwart hatte immer viele Stränge in die Vergangenheit.
In der Geschichte muss unterschieden werden zwischen dem feudalistischem Königreich mit ihren Fürsten ,ect. Wo die Untertanen gleich wie Eigentum des Herrschers galten. Außerdem waren die Fürstentümer Familien- Konzerne, die sich untereinder durch Einheirat in den Besitzstand oder in die Erbfolge brachten. Den Herrschern war es egal ob seine Untertanen Polen , Deutsche oder Russen waren, Sie mußten gehorchen und arbeiten, auch für die Interessen der Herschaft in den Krieg ziehen.
Die Städte entzogen sich immer mehr diesem Anspruch, wurden selbstbewußt und selbstständig. Das Verhältnis Danzigs zum König von Polen ist dafür ein Beispiel.
In Polen konnten die Deutschen und andere Minderheiten Jahrhunderte ungestört leben, auch als Protestanten und die deutsche Sprache gebrauchen. Mit den Teilungen Polens 1772-1795 und der Entwicklung zu den National-Staaten nahm die Geschichte einen anderen Verlauf . Für die Polen änderte sich das nach 1793 in Preußen gewaltig . Es ging soweit, dass den Polen verboten wurde Polnisch in der Schule und ab 1887 im Religionsunterricht zu sprechen. Daraus ergab sich die Schulstreik der polnischen Bevölkerung im Norden. Gleichfalls wurde die Gerichtssprache die Deutsche. Die preussische Staatbürgerschaft wurde Gesetz. Infolge dessen wurden tausende Polen ausgewieden. Polen durften nicht mehr in Westpreußen und in der Kaschubei Land erwerben und siedeln usw.
der eiserne Kanzler meinte. dazu ein Zitat von ihm an seine Schwester 1861 geschrieben “Haut doch die Polen, dass sie am Leben verzagen. Ich habe kein Mitgefühl für ihre Lage. Wir können auch nichts dafür, dass der Wolf von Gott geschaffen ist, wie er ist, und man schießt ihn doch dafür tot, wenn man kann ”
und der Pfarrer Otto Dibelius (der spätere Bischof) schieb in seinem Buch.” Nationale Erhebung Berlin 1919:” Darum rufen wir es in die Welt hinaus und wollen es hinausrufen solange wir leben: dass Deutschland sein Recht auf Straßburg und auf Danzig nicht aufgeben wird, so lange deutsche Mütter noch deutsche Kinder gebären ..–
Empor die Herzen zu neuem nationalen Stolz, zu neuem, festem Willen zu nationaler Macht und Größe.”
Kein Wunder,dass der evangelische Hohepriester 1936 seine Predigt schloß mit dem geflügeltem Satz” Ein Volk ein Reich ein Führer.”
und diese Geschichte entwickelte sich grausam bis 1945. .
Gerhard Jeske Franzosenkoppel 32, 22547 Hamburg,
Hamburg den 11.09.2009
Beutekunst –
Perlen vor die Säue !
Kunst und Kultur sind durch Künstler und viele andere Schöpfer gemacht worden, aber die Zerstörung der Kultur, eben auch der Raub von Kunstwerken,- von Regierungen und Militärs. Die Kulturschaffenden hatten, wie es so im Volksmund heißt, ” Die Perlen vor die Säue geworfen” Bleibt noch zu erwähnen, dass die Schriftsteller. Schauspieler und Bildenden Künstler, angesichts dieser Barbarei, nie in den Streik getreten sind.
Gerhard Jeske
• Hamburg, den 17.09. .2010
Steinbach steinigt die Geschichte..
Frau Steinbach und andere Ostland – Reiter, ignorieren, dass von 1772 – 1793 Polen durch Preußen – Rußland und Oestereich von der Landkarte ausradiert wurde. In Berlin, Moskau und Wien saßen drei deutsche Herrscher, die Polen beseitigten. Frau Stenbachs Geschichtsbild geht immer noch von den drei Teilungen Polens aus. Bei ihren Äußerungen zu Polen, erkenne ich nicht, dass der Staat Polen vor 1772 wieder erstehen musste. Es liegt nahe, anzunehmen, dass Frau Steinbach und Ihre Ostideologen noch immer die Teilung Polens anerkennen und von dieser politischen Maxime ihre Politik ableiten..
Ich erinnere daran, dass Danzig und das Ermland bis 1772 nicht zum Deutschen Reich gehörten, ebenso auch nicht Preußen östlich der Oder. Ostpreußen kam erst 1881, als Teil Preußens zum neuen Deutschen Kaiserreich. Die Geschichte interessiert die Steinbachs- Kohorte nicht,
Mit ihrem Hinweis, dass Polen im Frühjahr Mobilgemacht hatte, unterschlägt sie, dass es eine Teilmobilmachung war, eine Vorsichtsmanahme, gegen einen möglichen Überfall auf Danzig.
Die Besetzung der Tcheches- Slowakei, des Memellandes, der Anschluss Öestereichs, deuteten daraufhin, dass Hitler und seine Vasalen mit Polen ebenso brutal verfahren würde.
Polen hatte für einen Angriffskrieg keine Chance. Ein 25 Millionen Volk, dass schlecht gerüstet war- konnte gegen 75-80 Millionen Deutsche, mit ihrer modernen Armee und den paramilitärischen Verbänden keinen Krieg wagen, zumal es eine Rundumverteidigung durchhalten musste. Auch das wird niemals erwähnt. Im Osten lauerten Litauen und die Sowjetunion, im Süden die Tschechen und Oesterreich, Im Nordosten war Finnland ein Partner Hitlers, Auf keinem Wege durch Europa konnte Nachschub nach Polen transportiert werden. Die Deutsche Kriegsmarine war mit den schweren Kreuzern, den Zersörern und U-Booten in der Lage die Ostsee zu blockieren. Das halbe dutzend polnische Kriegsschiffe war nicht in der Lage die Seewege freizuhalten.
Diese Zusammenhänge werden in den Diskussionen kaum berührt.
Gerhard Jeske
Hamburg,den 26.10.2010
Erika Steinbache im Auditorium der privaten BUCERIUS LAW Schul-Hamburg.
Der RCDS (RING CHRISTLICHER DEMOKRATISCHER Studenten) hatte am 25.10.2010 Frau Erika Steinbach eingeladen, zu einem Vortrag mit dem Thema “Heimat in Spannungsverhalten zwischen Flucht und Vertreibung“ um 18,30 Uhr fand der Vortrag statt.
Vor dem Eingang der Bucerius Law Schul versammelte sich eine Protestgruppe, hauptsächlich von Studenten, zu einer Mahnwache für die Opfer, des von Deutschland ausgeloesten Krieges 1939.
Die Begrueßung der Frau Steinbach erfolgte vom Vorsitzenden des RCDS – Landesverband Hamburg. Matthias Schulz, Nach dem Vortrag interviewte er die Rednerin.
Frau Steinbach wiederholte ihre bekannten Thesen, dass die ganze Geschichte aufgearbeitet werden muss. dazu eben auch die unrechtmaessige Vertreibung der deutschen Bevoelkerung usw
Während des Interviews fragte Herr Schulz wie es zu den Aeußerungen gekommen ist, die sie über die Mobilmachung Polens vor 1939 gemacht hatte. Frau Steinbach begruendete ihre Aussage damit, dass alle Tatsachen auf den Tisch kommen muessen, eben auch, dass die Mobilmachung in Polen erfolgt war. Wiederholt berief sie sich auf demokratische Verhaltensregeln in der Diskussion darueber. Fuer sie selbst und allgemein ist es doch bekannt, dass Hitler den Krieg entfesselt hatte. Mit dieser Fixierung auf Hitler, klammerte sie den Zusammenhang mit der Industrie, des Militaers und großen Teilen des Volkes aus.
Nachdem ich endlich das Handmikrophon erhalten hatte sprach ich meinen Beitrag aus.
Ich bin Gerhard Jeske und als Zeitzeuge 1929 in Danzig geboren. Nach dem die Nationalsozialisten ab 1933 die Herrschaft in Danzig durch Wahlen erhalten hatten erkannten wir bald, dass mit Hass und Terror regiert wurde.
Dazu gehoerte auch, dass nach dem 1.09 1939 die polnische Minderheit verfolgt wurde. Das polnische Gymnasium wurde geschlossen und einige Schüler kamen zu uns in die Klasse, wohl deshalb, weil ein Elternteil deutsch war, unter ihnen war ein Freund von mir, der nun in der HJ – Uniform mit uns den Dienst mitmachen musste. Mit ihm ´kam ich auch ins KLV Lager. Ich wusste, dass sein Vater schon anfang 1939 ermordet worden war. Nachdem die Wehrmacht die Kaschubei erobert hatte, wurden ungefähr 12 -14 Tausend Kaschuben und andere Bewohner ermordet. Das KZ Stuthoff ist sofort errichtet worden für die Kaschuben, Polen und deutsche Opposition, und nun komme ich zu Ihnen Frau Steinbach, sie sagten, dass alle Fakten auf den #Tisch kommen muessen. Ich hatte bis zum Jahr 2000 die Zeitungen der Vertriebenen Verbaende durchgesucht und keinen Artikel eines juedischen Mitbuergers oder Polen über seinen Leidensweg in Deutschland gefunden. Also es sind nur allgemeine Aussagen darueber gemacht worden, aber kein Angehoeriger der Verfolgten Minderheit erhielt bei Ihnen die Moeglichkeit die eigene Geschichte wiederzugeben. Auch Herr Max Danziger, aus Tel Aviv, bestaetigte mir in einem Interview dass es private Kontakte gibt, aber eine Darstellung ihrer Vertreibung aus Danzig konnten sie nicht veroeffentlichen. Mein Beitrag wurde mehrmals durch lautes Beifallklatschen gewuerdigt.
Nun fragte Herr Schulz Frau Steinbach, wie es sich mit den emigrierten Juden und dem Verband verhaelt. Frau Steinbach gab eine unfassbare brutale Antwort. Ich erinnere so: „ Der Verband hat keine offiziellen Kontakte mit dem Danziger Heimatverband in Israel, aber viele unserer Mitglieder schickten Pakete zu ihnen, die DANKBAR angenommen wurden..–
Ich sprang auf und rief Frau Steinbach zu, dass es nicht um Pakete geht, sondern um die fehlende Aufarbeitung der Geschichte, Beweisen sie mir, wann und wo sie über die Vertreibung der juedischen und polnischen Mitbuerger geschrieben haben.“
Jetzt sprang Herr Schulz auf, eilte auf mich zu und versucht mich auf den Stuhl zu draengen. Ich nahm meine Fototasche an mich und verliess unter Protest das Auditorium.
Gerhard Jeske Hamburg