Unsere angekündigte bundesweite “Gastronomie Go Area” Aktion läuft an. Mittlerweile nahmen schon vor dem Startschuss vierzehn Gastronomen aus Hamburg und Rotenburg ob der Tauber teil. Der erste Aufruf fand heute in der aktuellen Hamburger Ausgabe von PRINZ und findet bereits auf www.prinz.de und www.prinz-hamburg.de statt. Wir wollen Gastronomen motivieren ein klares Zeichen für Demokratie und Toleranz zu setzen und somit Rassisten, Antisemiten und ewig Gestrigen öffentliche Plätze nehmen. Der geplante Reiseführer der im Frühjahr 2009 erscheinen wird bietet den Gästen Deutschlands aus aller Herren Länder die Möglichkeit, sich zu informieren, wo man unbedenklich speisen, trinken und schlafen kann. Gastronomen sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Alle erforderlichen Informationen sind über www.lautgegennazis.de und eine Anfrage über info@lautgegennazis.de erhältlich.
Bild: Olaf P. Beck (Generalmanagement Side Hamburg), Jörn Menge (LGN), Jannes Vahl (PRINZ) kündigen laut die gemeinsame “Gastronomie Go Area” auf dem Dach des Side Hotels an und wollen Gastronomen motivieren
Wir hatten bereits vor einigen Wochen 100 Gastronomen befragt, ob eine derartige Aktion interessant wäre. Wir stießen auf großes Interesse, aber auch auf Geschichten rund um das Thema. Ca. 60% der kontaktierten Café-/Restaurantbetreiber, konnten von rassistschen Ausbrüchen einiger Gäste berichten. Ein Hamburger Gastronom in dem Viertel Ottensen (eher gehoben) berichtete, dass neulich eine Frau die dort Café trank beispielsweise von einem gerade gehenden Gast noch einmal nachhaltig aufgrund ihrer Hautfarbe als “Niggerfotze” beschimpft wurde. Alle Gäste die vor Ort waren, blickten ganz schnell in ihre Gläser und Tassen-ohne Reaktion. der Gastronom wollte den rassistischen Pöbler zur Rede stellen, der jedoch war schneller. Ein anderer Café-Betreiber erzählte uns (auch Ottensen/Hamburg), dass in seinem eher anmutenden Szeneladen ein Gast vor ihm stand und lauthals “Heil Hitler” gegrölt habe und den Tresenmann aufgrund seiner Herkunft beleidigte. Der Gastronom handelte schnell und geleitete den Gast mit Hilfe eines Besenstils aus dem Laden. Fast alle angefragten Gastronomen konnten uns auch von lauthals ausgestossenen rassistischen Phrasen berichten-oftmals haben die Gäste dann zwar ein erhöhten Alkoholspiegel, aber wie sagte einer, wenn man besoffen ist-zeigt so mancher sein wahres Gesicht.
Mit einem klaren Statement im Rahmen unserer Aktion-können Gastronomen solcherlei Gäste vielleicht auf klare und freundliche Weise aus dem Geschäft fernhalten. Oftmals stellen wir fest, dass eine Angst existiert ein solches Zeichen zu setzen. Vor Reaktionen der rechten Szene. Nun, wir arbeiten im Rahmen dieser Aktion sogar mit der “Präventionsstelle der Polizei für Bund und Länder” zusammen. Zudem wird die rechte Szene symbolisch kleiner, wenn viele Gastronomen mitmachen. Hierbei stelle man sich eine Fankurve in einem Fußballstadion vor. Wenn 1/3 der Fans rechtsextremes Gedankengut in sich tragen, aber die 2/3 der Fans deutlich anzeigen, dass sie für Demokratie und Toleranz stehen, dann wird das 1/3 sehr klein und 2/3 nehmen den Rassisten und Antisemiten den Platz weg. Mit der “Gastronomie Go Area”-Aktion wollen wir den Rechtsextremen Platz wegnehmen.

