Die Hamburger Morgenpost berichtet in der heutigen Ausgabe über den Stand der Dinge im Kampf gegen den Rechtsextremismus in Hamburg. Im Rahmen des bundesweiten Programms “kompetent für Demokratie-Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus” erhielt auch die Stadt Hamburg einen Etat zur Umsetzung. Hieraus sollte sich das Projekt “MIT” entwickeln, welches beispielsweise an Schulen aktiv werden soll, wenn sich dort brauner Mob breitmacht. Die Rede war auch von Opferberatungsstellen und vielem mehr. Im Mai 2008 gab es zu dem Projekt eine medienwirksame Sitzung unter dem Dach des Sozialsenators Dietrich Wersích (CDU). Jedoch sind noch keine Tätigkeiten sichtbar. Die Ausschreibungen für die Geschäftsleitung des Projektes “MIT” läuft im November aus. Lediglich die DGB Jugend hat sich beworben und hat bis zum heutigen Tage keinen Zuschlag erhalten. Im Dezember verfällt die Ausschreibung, da das Mandat dann entfällt. Hamburg-was geht?
“Man muss sich schon fragen, wie ernsthaft der Senat das Anliegen-Kampf gegen rechts- überhaupt verfolgt”, sagt Olaf Schwede von der DGB Jugend.”Es wird viel Zeit verschwendet”. (Zitat aus der Hamburger Morgenpost v. 22.09.08)
SPD-Innenexperte Andreas Dressel dazu:”Wenn nicht bald etwas passiert,verfällt das bereitgestellte Geld für das Projekt.Dass Hamburg 2008 nichts im Kampf gegen rechts unternommen hat, ist schäbig.” (Zitat aus der Hamburger Morgenpost v. 22.09.08)
Als Hamburger Kampagne, die ihre Stadt liebt, müssen wir leider ebenfalls feststellen, dass das Thema Rechtsextremismus hier offensichtlich immer nur Randthema ist. Wir erinnern uns daran, dass wir in den letzten zwei Jahren große Pressekonferenzen zum Thema “Rechtsextremismus” im Hamburger Side Hotel veranstalteten und den Senat eingeladen hatten. Immer wieder wurde eine Beteiligung seitens des Senates oder des Bürgermeisters abgesagt. Ehrlich gesagt, uns kommt der Zustand so vor, als würden sich Teile der Hamburger Politik sich immer wieder darauf berufen, wir seien aufgrund des Hafens und unserer kulturell vielfältigen Stadtviertel wie St. Pauli, Altona, Veddel und und und, eine weltoffene Stadt, in der dieses Problem nicht existiert. Das ist jedoch nicht so. Wer so denkt-täuscht sich gewaltig. Stadtviertel wie Bergedorf (Osten Hamburgs), Lurup und Harburg sind als Problemviertel bekannt. In diesen Vierteln gibt es organisierte Nazis. Aber auch einer der Köpfe der deutschen Naziszene, der Hamburger Anwalt Jürgen Rieger, lebt in einem Nobelviertel namens Blankenese. Überhaupt kommen viele Typen der intellektuellen Naziszene aus Hamburg.
Wenn Bundesmittel für Projekte zur Verfügung gestellt werden, sollten doch fachkundige Institutionen wie Kirchen, Fußballvertbände und Vereine, die sich des Themas annehmen mit in die Beratungen und die Gespräche zu Projekten involviert werden. Laut Hamburger Morgenpost ist dies seitens des Senates noch nicht geschehen. Nicht einmal ansatzweise kann davon gesprochen werden, dass irgendein Projekt jetzt zu diesem Zeitpunkt umgesetzt werden kann.
Unser Appell geht an den Hamburger Senat. Dieser beinhaltet ein beherztes Umgehen mit dem Thema. Auch in unserer Stadt gibt es Opfer rechter Gewalt, die bis zum heutigen Tage keinen Anlaufpunkt haben, sondern in der Reihe der Gewaltopfer allgemein registriert werden. Das schönt zwar Statistiken, aber ist gefährlich. Als Stadt, die einen der Chefideologen der Naziszene beherbergt, sollte man aktiv aufklären und sinnvolle Projekte umsetzen. Beratend können Institutionen wie die Amadeu Antonio Stiftung oder gar wir selbst zur Verfügung stehen. Dies sind Optionen, die seitens der Stadt nur gezogen werden müssen. Als weltoffene Hafenstadt darf Hamburg nicht auf dem rechten Auge blind sein. Gerade eine grüne Regierungsbeteiligung sollte uns hoffen lassen, dass endlich Maßnahmen ergriffen werden und etwas passiert.
Wir stehen für Gespräche sehr gerne bereit. Die Blicke des Senats sollten dieser Tage auch nach Köln schweifen.


Gerhard Jeske Hamburg
Die Kirche und der Geheimdienst in der BRD.
Einzelfälle oder System?
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Es gibt Themen, die kaum bekannt sind, zum Beispiel dieses:
Ich sollte von der evangelischen Kirche ab 1953 für geheimdienstliche Tätigkeiten eingesetzt werden, Weil ich mich dem entzog, wurde ich später als Diakon aus der evangelischen Brüderschaft entlassen und somit arbeitslos.
In der NS-Zeit waren ungefähr 80 % Diakone in der SA. Das wurde uns in Rickling, dem Diakonen Seminar nie mitgeteilt, ebenso verschwiegen uns die Älteren Diakone, dass es dort ein kleines KZ-Lager gegeben hatte. Die Verstrickung in den NS-Staat der Brüderschaft und der Evangelischen Kirche in Schleswig Holstein, entdeckte ich alleine. Ab 1953 sollte ich von Hamburg aus in der Ostseestadt Barth-DDR, über Parteimitglieder, die heimlich zur Kirche hielten, Erkundigungen anstellen. Der Pfarrer riet mir ab, mich darauf einzulassen. Er meinte, dass es ein politscher Auftrag wäre und nichts mit dem Evangelium zu hätte. Weiter sagte er zu mir.” Wenn das mal rauskommt, komme ich in das Gefängnis, sie leben froh und frei in Hamburg und die westdeutschen Zeitungen schreiben böse ” Wieder wird ein Christ in der DDR verfolgt.”.Deshalb lehnte ich den politischen Einsatz, unter dem Deckmantel der Kirche ab, Bleibt zu erwähnen, dass ich wegen meiner Entlassung aus dem Diakonen-Amt mit der Hamburger Bischöfin Frau Maria Jepsen ein klärendes Gespräch führen wollte. Eine Dokumentation hatte ich in der Kanzlei abgegeben, das war im März 2009, Eine Antwort erhielt ich nicht auf meinen Brief, auch nicht, dass er dort angenommen worden war. Am 23.04.09 fand dann ein Gespräch mit der Referenten der Bischöfin statt, ohne ein Ergebnis. Bis heute ist mein Schreiben an die Bischöfin nicht beantwortet worden. Wie es nach 1945 war, so ist es auch jetzt noch. Das große Verschweigen hält an.
Wie viele Diakone und Pastoren führten in der BRD gegen die DDR geheime politische Aktivitäten aus ? Wann und von wem wird diese Geschichte aufgearbeitet werden? Die Gauk-Behörde wird es bestimmt nicht tun.
gJ.copyr
Filmclub Moderne Zeiten zeigt: Jugendliche suchen Zeitzeugen
Freitag den 11.03.2011 um 20 Uhr, Volxküche, Hafenstrasse 116, 20359 Hamburg.
Eintritt frei, Spenden erwünscht !
http://filmclubmodernezeiten.jimdo.com/
http://www.youtube.com/watch?v=34ITpU19nOI
“Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist über sechzig Jahre her. Wir kennen viele Daten, Zahlen und Fakten über die Zeit des dritten Reiches, aber die einzelnen Schicksale geraten schnell in Vergessenheit. Es gibt immer weniger Überlebende, die uns von ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen während des Nationalsozialismus und europäischen Faschismus berichten können.
Wir, sechs Jugendliche zwischen 17 und 22 Jahren, wollten die Möglichkeit nicht verpassen, unsere Fragen an die Opfer, Täter und wachsamen Beobachter dieser Zeit zu stellen. Um auch noch späteren Generationen diesen wichtigen Einblick zu ermöglichen, hielten wir unsere Begegnungen in Form dieses Filmes fest. Ein Jahr lang suchten, trafen und interviewten wir Zeitzeugen aus Deutschland, Frankreich und Spanien. Von Anfang an war es uns wichtig, möglichst viele unterschiedliche Facetten und Schicksale in den Film einfließen zu lassen. In Hamburg erfuhren wir von drei Zeitzeugen sehr unterschiedliche Beschreibungen des Alltagsleben zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, in Berlin berichteten eine Jüdin und eine „Trümmerfrau“ von ihren Erlebnissen, in Polen erzählte ein ehemaliges Mitglied der SS, in Dachau trafen wir einen ehemaligen KZ-Häftling, in Guernica einen Überlebenden des deutschen Luftangriffes und in der Provence ein ehemaliges Mitglied der Résistance. Das Projekt gab uns die Chance, einiges besser zu verstehen und den Zeitzeugen die Gelegenheit, im Nachhinein noch einmal Stellung zu beziehen.
Dieser Film soll helfen, das Geschehene nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und mit dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert.”
Wir versuchen ein oder zwei der im Film interviewten Zeitzeugen einzuladen.
Webseite der FilmemacherInnen:
http://www.black-dog-ev.de/
Zeitzeugengeschichte.de das offene Webportal für Zeitzeugeninterviews:
http://www.zeitzeugengeschichte.de/index.php
European Resistance Archive:
http://www.resistance-archive.org/de