Rudi Assauer diskriminiert Homosexuelle im Fußball – Boulevard Macho und Bier-Werber neben der Spur?
Zigarre als Phallus-Symbol für echte Männlichkeit?
Ein echter Kerl, ein Boulevard-Macho und nebenbei homophob? Rudi Assauer gab dem Spiegel im Zusammenhang mit dem DFB Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amarell ein Interview zum Thema Homosexualität im Fußball. Ein Zitat hieraus ist für seine Person kennzeichnend:
„Diejenigen, die sich outen, würden plattgemacht – von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetzjagd sollte man ihnen ersparen”, sagte er dem Kölner “Express”. Sie sollten sich laut Assauer lieber etwas Anderes suchen.“
Wenn wir Assauer richtig verstehen, haben Schwule im Fußball nichts zu suchen, immerhin gab er einem Masseur von Werder Bremen (dort spielte er als Profi) den Tipp, seinen Job lieber an den Nagel zu hängen, nachdem er erfuhr, dass dieser schwul sei.
“In anderen Sportarten mag das vielleicht gehen, aber im Fußball funktioniert das nicht.” ergänzte Assauer weiter.
Rudi Assauer ist bekannt als “harter Kerl” ohne Kompromisse. Er nahm sich als Manager von Schalke 04 ja gar heraus, während etwaiger UEFA Cup Spiele mit seiner dicken Zigarre qualmend am Spielfeldrand zu stehen oder gar auf der Trainerbank zu sitzen. Unheimlich sportlich-naja Hauptsache männlich! Eben ein selbstbewusster Typ, den nichts erschüttern kann. Aber Schwule-na da wird es schwierig. Die Idee, dass alles was um den Fußball herum passiert, ein Spiegelbild der Gesellschaft ist, da scheint der Rudi nicht drauf zu kommen. Wahrscheinlich ist an ihm (bei all seiner Männlichkeit) vorbeigerauscht, dass Homosexualität (zur Erklärung: gleichgeschlechtliche Liebe) in der heutigen Gesellschaft durchaus akzeptiert ist.
Vielleicht liegt es an seinem Alter (65) und an seinem unzerstörbaren Selbstbewusstsein mit der Annahme immer Recht zu haben, dass er mit seinen Floskeln Menschen diskriminiert. In diesem Falle homosexuelle Profi-Fußballer, die in den Ligen mit Sicherheit keine Einzelfälle darstellen. Nein, Herr Assauer – nicht die Spieler sollten sich einen neuen Job suchen, sondern diejenigen die als Funktionäre den Fußball prägen und nach alten Denkmustern agieren. Vielleicht ist es ihm ja gar nicht aufgefallen, dass Fußball kein “Harter Männer-Sport” mehr ist. Wahrscheinlich hat er noch nicht einmal mitbekommen, dass auch die “Deutsche Frauen-Nationalmannschaft” Weltmeister wurde. Das müsste ihn ja jetzt wirklich zermürben. Und noch etwas, homosexuelle Männer sind immer noch Männer. Sie können ebenso wunderbaren Fußball spielen wie ihre Kollegen und es kommt überhaupt nicht darauf an, wen diese sexuell bevorzugen oder lieben, Herr Assauer. Der ehemalige Schalke 04 Manager hat irgendetwas verpasst. Vielleicht helfen ihm die Ambitionen des DFB, Homophobie als Problem anzuerkennen und etwas zu unternehmen, auf die Sprünge. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Hier ein paar Artikel zum Thema Homophobie im Fußball und der Hinweis auf den Spiegel-Artikel:
http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,683002,00.html
http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/gegen-homophobie-im-fussball-dfb-engagiert-sich-2999
J. M. für LGN



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